Zwei Freunde sitzen in der Bar, als der eine unvermittelt fragt: “Was findest du schlimmer: Ignoranz oder Apathie?” Darauf der andere: “Das weiß ich nicht, und es interessiert mich auch nicht.”

Na? Mussten Sie schmunzeln? Dürfen Sie ruhig. Heute ist, wie immer am ersten Sonntag im Mai, Weltlachtag. Aber auch sonst gibt es keinen Grund, es nicht zu tun: Lachen ist gesund, sagt schließlich der Volksmund, es sei die beste Medizin (eine These, an deren Beleg bis heute zahlreiche Krankenhaus-Clowns arbeiten).

Aber hätten Sie auch geahnt, dass Menschen mit Humor ihr Ansehen enorm steigern und sogar besser erinnert und weiterempfohlen werden. Das haben etwa Untersuchungen aus dem Jahr 2007 von Christopher Robert, einem Management-Professor an der Universität von Missouri-Columbia, gezeigt. Seine Forscherkollegen Adrian Gostick und Scott Christopher wiederum haben ihrerseits zahlreiche Angestellte befragt und dabei herausgefunden, dass Menschen Büros und Belegschaften mögen, die häufiger lachen. Die Ergebnisse hat das Duo seinerzeit in dem Bestseller The Levity Effect: Why it Pays to Lighten Up zusammengefasst.

Humor macht Männer sexy

Noch bemerkenswerter (und für die männlichen Leser vielleicht auch interessanter) aber ist: Frauen genießen einen guten Witz offenbar mehr als Männer. Aber nur, weil sie nicht so oft erwarten, dass der wirklich witzig ist, so das Ergebnis einer Studie der Stanford Universität. Von diesem Effekt profitieren vor allem die Männer. Denn wie wiederum eine Studie (pdf) von Eric Bressler vom Westfield State College in Massachusetts und Sigal Balshine von der McMaster Universität in Ontario ergeben hat, macht Humor Männer attraktiver für das weibliche Geschlecht. Damals ließen die beiden 40 Porträts von Männern und Frauen von insgesamt 210 Studenten bewerten. Einige der Bilder hatten die Forscher jedoch mit humorvollen Kommentaren beschriftet (“Meine Schule war sowas von hart – wir hatten sogar unseren eigenen Bestatter”). Prompt wirkten jene Männer auf die Frauen wesentlich attraktiver. Männer scheinen das übrigens instinktiv zu wissen, hat Brassler ebenfalls festgestellt: Sobald Frauen in ihrer Nähe sind, reißen sie prompt mehr Witze (nur eben nicht immer gute).

Der witzigste Witz der Welt

Apropos: Kennen Sie den angeblich witzigsten Witz der Welt? Den hat der britische Psychologe Richard Wiseman ermittelt. Über ein Jahr lang wurden dazu rund 40.000 Witze von Internetnutzern aus 70 Ländern gesammelt und anschließend bewertet. Heraus kam ein Witz mit der globalsten Akzeptanz, er geht so:

Zwei Jäger im Wald. Plötzlich bricht einer der beiden zusammen. Er atmet kaum noch. Sofort zückt der andere Jäger sein Handy und wählt den Notruf: „Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?“ Darauf der Mann in der Notrufzentrale: „Beruhigen Sie sich! Versichern Sie sich erst einmal, dass er tatsächlich tot ist.“ Stille – dann ein Schuss. Dann wieder der Jäger: „Ok, was jetzt?“

Na, lächeln Sie noch? Gut so. Denn auch wenn Sie nicht lauthals loslachen: Um nachhaltig bessere Laune zu bekommen, reicht es schon, einige Zeit zu lächeln – selbst wenn dieses künstlich ist. Diese Erkenntnis geht wiederum auf ein interessantes Experiment aus dem Jahr 1988 zurück: Der Würzburger Psychologe Fritz Strack erzählte damals seinen Probanden dazu eine rührende Geschichte von Menschen, die ihre Hände nicht mehr benutzen konnten und deshalb mit ihrem Mund schreiben mussten. Augenscheinlich ging es darum, sich in die Lage der Gehandicapten zu versetzen, denn anschließend sollten die Versuchsteilnehmer deren Problem nachahmen und einen Stift auf eine bestimmte Weise zwischen die Zähne nehmen, um Cartoons durch Ankreuzen auf einem Fragebogen zu bewerten. Was die Teilnehmer freilich nicht wussten: Der ganze Versuchsaufbau war pure Tarnung. In Wahrheit ging es Strack und seinen Kollegen darum, die Gesichtsmuskulatur der Probanden genau so zu verändern, als ob sie lächeln würden – nur eben manipuliert und mithilfe eines Bleistifts. Das Resultat ist wirklich erstaunlich: Diejenigen, die unbewusst zum Grinsen gebracht wurden, bewerteten die Bildgeschichten prompt lustiger als der Rest der Gruppe. Selbst ihre Stimmung war wesentlich gelöster und heiterer als bei den anderen. Oder anders ausgedrückt: Unserem Gehirn ist es letztlich egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln.

Andere Gelotologen konnten zeigen: Unserem Gehirn ist es schlicht egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln. Die daran beteiligten Muskeln (Für ein Lächeln benötigen wir übrigens weit weniger Muskeln als für eine missmutige Miene) signalisieren den grauen Zellen so oder so, dass gegrinst wird, woraufhin diese Glückshormone durch unsere Blutbahnen pumpen. Diese wirken wiederum entzündungshemmend, schmerzstillend sowie Angst lösend und verbessern die Wahrnehmung. Bei einer Studie von Willibald Ruch von der Universität Düsseldorf kam 2004 etwa heraus, dass Lachen noch eine halbe Stunde nach dem Betrachten eines lustigen Films zu einer höheren Schmerztoleranz führt.

Vier weitere Argumente für mehr Lachen

  • Lachen verlängert das Leben. Das behaupten jedenfalls LeeAnne Harker und Dacher Keltner von der Univeristät von Kalifornien in Berkeley. Die beiden analysierten (pdf) dazu in einer Langfriststudie die College-Jahrbücher beziehungsweise die Porträts der Frauen darin und wie sehr diese lächelten – nur andeutungsweise oder breit grinsend bis strahlend. Insgesamt bewerteten die beiden Forscher 114 Frauenfotos am Mills College, die in den Jahren 1958 bis 1960 aufgenommen worden waren. Alle außer drei der Frauen lächelten, 50 davon sogar besonders strahlend. Jahre später folgte die Auswertung: Wie erging es den Frauen heute? Und tatsächlich Die Gruppe der strahlend lächelnden war überwiegend glücklich verheiratet und erzielte Höchstwerte in Sachen physischer und psychischer Gesundheit. Und das rund 30 Jahre nachdem die Bilder aufgenommen wurden.

    Die Studie ist keine Ausnahme. Schon das Forscher-Duo Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State Universität in Michigan kam in seiner Studie zum selben Ergebnis: Abel und Kruger baten fünf Probanden das Lächeln von 230 Baseball-Spielern einzuschätzen, das diese auf Fotos im Spielerregister von 1952 zeigte. Die Skala bestand im Wesentlichen aus drei Stufen: gar kein Lächeln, ein halbes (angedeutetes) Lächeln und volles Lächeln (mit breitem Grinsen und Zähnezeigen). Anschließend konzentrierten sich die Forscher auf 150 Spieler, die mit der Zeit gestorben waren und verglichen deren Lebensjahre mit eben jenem Lächel-Faktor auf den Bildern von 1952. Auch dabei zeigte sich: Die Lebenserwartung der Muffler mit Klebstoff zwischen den Lippen lag durchschnittlich bei 72,9 Jahren, die der Halbgrinser bei schon 75 Jahren – aber die Vollfröhlichen brachten es auf stolze 79,9 Jahre.
  • Lachen verbessert unser Erinnerungsvermögen. Auch das wurde durch zwei japanische Studien belegt. Bei einem der beiden Experimente wurden die Probanden zunächst in drei Gruppen eingeteilt und sahen sich besonders lustige, mittelmäßig amüsante und völlig unlustige Bilder an. Anschließend wurden sie einem Memory-Test unterzogen, Ergebnis: Wer vorher kräftig gelacht hatte, zeigte den besten Merkeffekt.

    Bestätigt wird das durch Untersuchungen von Kristy A. Nielson und Mark Powless vom Psychology/Integrative Neuroscience Research Center der Marquette Universität in Wisconsin. Sie fanden heraus: Wird 30 Minuten nach einem Lernvorgang gelacht, können sich die Teilnehmer anschließend besser an das Gelernte erinnern.
  • Frohsinn macht kreativ. Das Gehirn belohnt Lebensfreude mit gesteigerter Denkleistung und neuen Sichtweisen. Zu diesem Ergebnis kamen Untersuchungen der Universität Toronto. Der Psychologe Adam Keith Anderson teilte dazu 24 Probanden in drei Gruppen ein. Die erste wurde durch Musik in eine beschwingte Stimmung versetzt, die zweite hörte traurige Lieder, die Kontrollgruppe schmökerte geografische Fakten über Kanada. Anschließend sollten die Teilnehmer kreative Aufgaben lösen sowie solche, die ihre volle Konzentration verlangten. Das Ergebnis spricht für sich: Die Hochstimmung verbesserte die Aufnahme- und Analysefähigkeit der Probanden enorm. Lediglich bei den Konzentrationstests ließen sie sich etwas leichter ablenken als die traurig gestimmten Gemüter. Offenbar, so der Schluss Andersons, werde bei schlechter Laune der Fokus stärker auf das Wesentliche gelenkt.
  • Lachen berauscht. Und zwar durchaus vergleichbar mit einer Droge. Das etwa fand Dean Mobbs von der Stanford Universität schon 2003 heraus (PDF). Damals zeigte er seinen Probanden zunächst witzige oder eben neutrale Comics und beobachtete parallel über einen Hirnspintomographen, was in deren Oberstübchen passierte. Ergebnis: Bei den lustigen Taschenbüchern wurde der nucleus accumbens der Versuchsteilnehmer besonders aktiv. Dazu muss man wissen, dass dieser Teil des Gehirns unter anderem die Ausschüttung des sogenannten Glückshormons Dopamin kontrolliert und somit für eine gewisse Euphorie beim Lachen sorgt. Warum das mit einer Droge vergleichbar ist? Nun, der nucleus accumbens sorgt auch dafür, dass sich Menschen, die Kokain zu sich nehmen, high fühlen.

So einen hab ich aber noch…

Treffen sich zwei Artikel. Darauf der eine zum anderen: “Du hast da was zwischen den Zeilen…”


Was ist Ihr aktueller Lieblingswitz

Wo wir gerade bei dem Thema sind: Erzählen Sie uns doch bitte Ihren aktuellen Lieblingswitz im Kommentar – und bringen Sie so andere zum Lachen. Je nachdem wie viele mitmachen, können wir hinterher gerne über den besten Witz abstimmen!