Fluchen: Bedeutung, Beispiele – im Job keine gute Idee!

Verdammte $(#€!§§€!!! – Entschuldigung, aber manchmal muss sowas raus. Ungezügelt. Kraftvoll. Laut. Fluchen und das Ventilieren von Kraftausdrücken wirken auf Umstehende zwar latent verstörend, sie dienen aber der Emotionsregulation. Studien zeigen: Fluchen ist gesund, hat viele positive psychologische Effekte. Im Job ist es jedoch keine allzu gute Idee…

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Was versteht man unter Fluchen?

Fluchen bedeutet, seinem Ärger, Schmerz, seiner Enttäuschung oder Überraschung mit derben, beleidigenden Worten Luft zu machen. Dabei werden häufig Schimpfwörter, Kraftausdrücke oder religiöse Begriffe verwendet, um Gefühle besonders deutlich auszudrücken. Geflucht wird meist spontan. Es dient der Emotionsregulation und baut akuten Stress ab. Je nach Situation und Kultur gelten manche Ausdrücke als harmlos, andere als grob unhöflich oder gar beleidigend. Ob etwas als Fluch empfunden wird, hängt deshalb immer vom Kontext, den verwendeten Worten und den angesprochenen Personen ab (siehe: Diss-Sprüche).

Welche Arten von Flüchen gibt es?

  1. Schimpfwörter

    Derbe Ausdrücke ohne konkreten Adressaten, um Ärger oder Frust abzubauen. Beispiel: „So eine verfluchte Scheiße!“

  2. Beleidigungen

    Flüche, die sich gezielt gegen eine Person richten und verletzen sollen. Beispiel: „Du blödes Arschloch!“

  3. Religiöse Flüche

    Kraftausdrücke mit Bezug zu Gott, Religion oder heiligen Begriffen. Beispiel: „Um Himmels willen!“

  4. Schmerzflüche

    Spontane Ausrufe nach Verletzungen oder bei starkem Schmerz. Beispiel: „Autsch, verdammt!“

  5. Frustflüche

    Reaktionen auf Misserfolge, Missgeschicke oder Enttäuschungen. Beispiel: „So ein blöder Mist!“

  6. Überraschungsflüche

    Ausrufe bei Schreck, Staunen oder unerwarteten Ereignissen. Beispiel: „WTF – What the fuck!“

  7. Verwünschungen

    Aussagen, mit denen jemandem bewusst Unglück oder Schaden gewünscht wird. Beispiel: „Der Blitz soll dich treffen!“

  8. Humorvolle Flüche

    Übertriebene oder scherzhafte Kraftausdrücke ohne beleidigende Absicht. Beispiel: „Sack Zement aber auch!“

Gut zu wissen: Im Durchschnitt fluchen die Deutschen 9,5 Mal am Tag, die meisten beim Autofahren und hinter dem Steuer (32,54 %), so das Ergebnis einer Preply-Studie. Etwas mehr als ein Viertel (28,76 %) flucht zu Hause, weitere 22,67 % schimpfen besonders oft im Büro.

Definition: Was ist ein Fluch?

Ein Fluch (Fachausdruck: Maledicta) ist ein negativer Spruch bzw. eine Verwünschung, die ursprünglich auf ritualisierte Weise einer Person oder einem Ort Unheil bringen sollte. Häufig steckt dahinter der Wunsch nach Rache. In der Antike versuchten Menschen, Feinde mit Flüchen auszuschalten. Dann schrieben sie die bösen Sprüche sogar auf kleine Bleittafeln.

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Beispiele: Welche deutschen Flüche gibt es?

Laut Forschung nutzen Erwachsene bis zu 60 Schimpfwörter am Tag. Genau weiß das natürlich niemand. Die meisten Flüche oder Kraftausdrücke werden im Verborgenen ausgestoßen. Aus Gründen der Website-Hygiene wollen wir die vulgärsten Aussprüche hier nicht wiederholen. Bemerkenswert ist aber, dass die Deutschen laut Studien überwiegend mit Fäkalausdrücken fluchen, während andere Nationen häufiger sexuell aufgeladene Begriffe nutzen. Zu den meistgenutzten deutschen Flüchen gehören:

  • „Ach du Scheiße!“
  • „Fuck!“
  • „Verdammt nochmal!“
  • „Verflucht nochmal!“
  • „Mist verdammt!“
  • „Herrgott nochmal!“
  • „Himmel, Arsch und Zwirn!“
  • „Kacke!“

Unterschiede zwischen Wut, Zorn und Ärger

Die meisten Menschen verwenden die Begriffe Wut, Ärger und Zorn synonym. Psychologen machen hier aber einen Unterschied:

  • Ärger hat den geringsten Erregungszustand und geht genauso schnell vorbei, wie er kommt. Oft geht es dabei um Lappalien.
  • Wut ist wesentlich heftiger: Wer wütet, verliert die Selbstbeherrschung und zerstört blindlings – verbal oder physisch.
  • Zorn wiederum entsteht, wenn uns das Ärgernis nicht selbst betrifft, sondern etwas Übergreifendes. Zorn ist daher distanzierter als Ärger oder Wut.

Geflucht wird global – aber unterschiedlich

Fluchen ist ein weltweites Phänomen und wird sogar wissenschaftlich erforscht (Fachgebiet: Malediktologie). Zu den bekanntesten Forschern zählt der deutsche Sprachwissenschaftler Reinhold Aman. Er sagt: Die Art des Fluchens hängt stark von Kultur, Religion und gesellschaftlichen Tabus ab. In katholisch geprägten Ländern überwiegen etwa religiöse Flüche, in protestantischen Regionen eher sexuelle oder fäkale Kraftausdrücke. In anderen Kulturen richten sich Beschimpfungen häufiger gegen die Familie. Durch die Globalisierung würden sich diese Unterschiede jedoch immer mehr vermischen.

Grundsätzlich gilt: Geflucht wird meist über das, was als Tabu gilt. Schimpfwörter spiegeln gesellschaftliche Normen wider und brechen diese bewusst. Deshalb richten sich viele Flüche gegen Autoritäten oder greifen Themen auf, die kulturell als besonders sensibel gelten. Gleichzeitig zeigen Studien, dass häufig verwendete Kraftausdrücke und Verbalinjurien wie „Fuck“ oder „Scheiße“ mit der Zeit an Schärfe verlieren und zunehmend als normale Alltagssprache wahrgenommen werden.

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Warum fluchen Menschen überhaupt?

„Was lange gärt, wird endlich Wut“, sinnierte der Aphoristiker Hanns-Hermann Kersten. Menschen fluchen, um starke Gefühle wie Ärger, Frust im Job, Schmerz, Angst oder Überraschung auszudrücken. Ein Kraftausdruck hilft vielen dabei, Stress und emotionale Anspannung abzubauen. Gleichzeitig dient es als Ventil für aufgestaute Emotionen und macht anderen deutlich, wie intensiv eine Situation erlebt wird. Teilweise wird auch aus Gewohnheit oder zur Verstärkung einer Aussage geflucht – ohne dass jemand beleidigt werden soll. Ob das Fluchen angemessen ist, hängt jedoch von der Situation, dem Umfeld und den verwendeten Worten ab.

Ist Fluchen gesund?

Zahlreiche Studien zeigen, dass Fluchen Stress reduzieren und sogar glücklicher machen kann. Dabei werden Glückshormone ausgeschüttet, die kurzfristig sogar Schmerzen lindern können. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere positive psychologische Effekte des Fluchens:

  • Fluchen stärkt den Teamgeist

    Nicht beleidigende Kraftausdrücke können die Motivation, Solidarität und das Wir-Gefühl im Team fördern (Quelle).

  • Fluchen wirkt kompetent

    Dosiertes Fluchen wird bei Männern oft mit Kompetenz und Führungsstärke assoziiert (Quelle).

  • Fluchen steigert die Glaubwürdigkeit

    Gelegentliche Kraftausdrücke lassen Politiker authentischer und emotional nahbarer erscheinen, was ihre Wahlchancen verbessert (Quelle).

  • Fluchen fördert die Kreativität

    Starke Emotionen regen die Sprache an und führen deshalb zu kreativen Ausdrücken oder neuen Ideen (Quelle).

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Fluchen im Job – eine gute Idee?

Emotionale Ausbrüche im Job haben zwar einige positive Effekte – aber auch eine Schattenseite: Wer allzu häufig wutschnaubt und sich über Unwichtiges aufregt, gilt bei Kollegen bald als Choleriker. Und die sind unsympathisch. Im Job die Beherrschung zu verlieren, ist sogar gefährlich: Kunden schätzen Schimpf und Schande gar nicht und reagieren darauf verstört oder mit Rückzug – Chefs genauso. Jähzornige Mitarbeiter, die wiederholt herumpöbeln, Türen schlagen oder Büroutensilien beschädigen, müssen mit einer Abmahnung und im Wiederholungsfall mit einer verhaltensbedingten Kündigung rechnen – wegen Störung des Betriebsfriedens.

Wie kann ich Wut und Fluchen besser kontrollieren?

Die Dosis macht das Gift – auch beim Fluchen. Wer chronisch rot sieht, lebt mit einem deutlich erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Falls Sie damit Probleme haben, Ihre Wut oder häufiges Fluchen zu kontrollieren, empfehlen wir folgende Strategien. Dabei geht es jedoch nicht um das Herunterschlucken, sondern um das bewusste Erleben und Kanalisieren der negativen Gefühle:

  • Durchatmen

    Wenn das Blut kocht und Sie am liebsten fluchen würden, sollten Sie erst einmal tief durchatmen und bis 10 zählen. Atmen Sie z.B. nach der 4-6-8-Methode: Langsam und tief einatmen, bis 4 zählen, die Luft anhalten und bis 6 zählen, langsam durch den Mund ausatmen und bis 8 zählen. Das Ganze wiederholen Sie mindestens fünfmal.

  • Analysieren

    Wenn Sie spüren, wie der Ärger anschwillt, nehmen Sie gedanklich Abstand und fragen Sie sich, was Sie so auf die Palme treibt. Ärger beginnt im Kopf – dort kann er auch enden: Mit dem Perspektivwechsel verlassen Sie den Tunnelblick und relativieren den Auslöser.

  • Schweigen

    Der Punkt kann nicht stark genug betont werden: Solange Sie vor Wut kochen, sollten Sie die Klappe halten und schweigen. Schon im eigenen Interesse! Zorn und eine lose Zunge können zum Bumerang werden. Das gilt ebenso für den Umgang mit Wüterichen: „Mit einem Vulkan kann man nicht diskutieren!“

  • Überhören

    Es ist ein Zeichen von emotionaler Reife und menschlicher Größe, wenn Sie nicht jeden Fehdehandschuh aufheben. Viele Konflikte lassen sich aus der Welt schaffen, indem Sie auf einem Ohr taub bleiben.

  • Einordnen

    Denken Sie langfristig: Schimpfen und Fluchen sind vielleicht der erste Impuls. Sie haben aber mitunter negative Konsequenzen. Wenn Sie den Blick auf die Zukunft und Folgen richten, erkennen Sie schnell, welche Reaktion jetzt besser wäre.


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