Rubikon-Modell: Ziele erreichen in 4 Handlungsphasen

Das Rubikon-Modell erklärt einfach, warum manche Menschen ihre Ziele erreichen und andere nicht. Das Modell wurde 1987 von den Psychologen Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer entwickelt und unterscheidet vier zentrale Handlungsphasen eines Vorhabens – vom Abwägen und Planen bis hin zur Handlung und Bewertung. Für alle vier Phasen ist entweder Ihre Motivation oder Volition (Willenskraft) entscheidend…

Rubikon Modell Einfach Erklaert Handlungsphasen Beispiele

Das Rubikonmodell – einfach erklärt

Sie kennen das Phänomen sicher von typischen Neujahrsvorsätzen: Sie starten mit großer Motivation, wollen mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben oder sich beruflich neu orientieren – doch ist der anfängliche Elan schnell verpufft. Das Rubikon-Modell (auch: Rubikonmodell) erklärt, warum das so ist, und unterscheidet den Weg vom Wunsch zum Ziel, also den menschlichen Handlungsablauf, in vier Phasen:

  1. die Abwägungsphase
  2. die Planungsphase
  3. die Handlungsphase
  4. die Bewertungsphase

Diese vier Phasen erklären psychologisch, wie wir von einer Idee samt Plan endlich zur Tat schreiten Das Rubikon-Modell wird heute vor allem im Coaching eingesetzt – zusammen mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), das eine fünfte Phase enthält.

Hintergrund: Wieso heißt es Rubikon?

Das Rubikon-Modell verdankt seinen Namen dem Feldherrn Julius Cäsar. Der entschied sich nach einer langen Phase des Abwägens und Planens mit dem Überqueren des italienischen Flusses Rubikon für einen Krieg. Diese Entscheidung bezeichnet die Motivationspsychologie heute als „das Überschreiten des Rubikons“. Die Redewendung „den Rubikon überqueren“ bedeutet demnach, dass jemand fest und unwiderruflich entschlossen ist, einen Plan umzusetzen.

Anzeige

Ablauf der 4 Handlungsphasen im Rubikon-Modell

Den menschlichen Handelsablauf zerlegen Heckhausen und Gollwitzer in vier Phasen (Abwägungsphase, Planungsphase, Handlungsphase und Bewertungsphase) und stützen sich dabei im Wesentlichen auf die Theorien zur Motivation (= Gesamtheit aller Beweggründe) und Volition (= Willenskraft eines Menschen). Der Hauptunterschied zwischen Motivation und Volition ist: Motivation bringt Sie ins Handeln – Volition lässt Sie durchhalten. Während die erste und letzte Phase – das Abwägen und Bewerten – rein motivationale Phasen sind, zählen die Planungsphase und Handlungsphase zu den volitionalen Phasen und sind für die Umsetzung die entscheidenden. Hier noch einmal der Ablauf im Überblick und Detail:

Rubikon Modell 4 Phasen Motivation Volition Handlungsphasen

    1. Abwägen (prädezisionale Phase)

    In der ersten Phase spielt Ihre Motivation die entscheidende Rolle. Hier definieren Sie Ihr Ziel und wägen die Chancen und Risiken ab. Schließlich lassen sich nicht alle Wünsche umsetzen. Deshalb werden in dieser ersten Handlungsphase riskante oder unwahrscheinliche Ziele oder Wünsche aussortiert. Was folgt, ist die volle Konzentration auf jene Ziele, die sich mit den vorhandenen Mitteln realisieren lassen.

    Merkmale der Abwägungsphase

  • Wünsche formulieren
  • Chancen und Risiken abwägen
  • Realistische Ziele auswählen und definieren
  • Entscheidung treffen: „Das will ich!“
  • 2. Planen (postdezisionale/präaktionale Phase)

    In der zweiten Motivationsphase gehen Sie in die konkrete Planung über, also wie sich das oder die Ziele konkret umsetzen lassen – und das mit möglichst wenigem Aufwand oder großen Risiken. Die Planungsphase markiert gleichzeitig den Übergang von Motivation zu Volition. An dieser Stelle überschreiten Sie den sprichwörtlichen Rubikon und machen Nägel mit Köpfen. Es gibt keinen Weg zurück. Alles, was Sie davon abhalten könnte, vermeiden Sie.

    Merkmale der Planungsphase

  • Schritte zur Zielerreichung planen
  • Timing und Ablauf festlegen
  • Fokus auf das Ziel schärfen
  • Ablenkungen vermeiden
  • 3. Handeln (aktionale Phase)

    Nun kommen Sie ins Handeln und setzen den Plan in die Tat um – Schritt für Schritt. Alle Aufgaben, die dafür notwendig sind, werden so abgearbeitet. Diese Phase ist zugleich die physisch und psychisch anstrengendste. Um die Motivation zu erhalten, sind daher regelmäßige Pausen sowie kleinere Erfolgserlebnisse immer wieder notwendig.

    Merkmale der Handlungsphase

  • Systematische Umsetzung des Plans
  • Mögliche Korrektur der Handlungsschritte
  • Volle Konzentration auf das Ziel
  • Einhalten der gesetzten Zeiten und Fristen
  • 4. Bewerten (postaktionale Phase)

    In der letzten Phase des Rubikon-Modells folgt schließlich die Bewertung: Habe ich mein Ziel erreicht? War der Plan richtig? Welche Handlungsschritte waren effektiv oder falsch? Auch im Falle eines Misserfolges sollten Sie unbedingt analysieren, was schiefgelaufen ist und was Sie beim nächsten Mal optimieren können. In dieser Phase steht wieder Ihre Motivation im Vordergrund: Erfolge fördern Ihre Selbstwirksamkeit und motivieren Sie, weitere Ziele Wirklichkeit werden zu lassen.

    Merkmale der Bewertungsphase

  • Handlungen analysieren und bewerten
  • Zielerreichung mittels Soll-Ist-Vergleich analysieren
  • Mögliche Verbesserungen für die Zukunft ableiten

Die vier Phasen des Rubikon-Modells können Sie sich zusätzlich hier als kostenloses PDF herunterladen.

Rubikonmodell Beispiele: Anwendung im Alltag

Wie bei jedem Modell, handelt es sich auch beim Rubikon-Modell um einen idealtypischen Vorgang vom Wunsch zum Ziel. Die Realität sieht häufig anders aus. Menschen starten hochmotiviert, setzen ihre Motivation aber nicht in die Tat um – etwa, weil sie plötzlich Zweifel bekommen oder weil schlechte Angewohnheiten sie blockieren. Deshalb ist die Volition auch so wichtig, um wirklich weiterzumachen und auch zu beenden, was man sich vorgenommen hat. Zwei Beispiele dafür:

Beispiel Rauchen

Phase

Umsetzung

1. Abwägephase
  • Motivation: mit dem Rauchen aufhören
  • Vorteile erkennen:
  • Kosten sparen
  • höhere Lebensqualität
  • gesteigerte Lebenserwartung
2. Planungsphase
  • Entwöhnungsmethoden recherchieren
  • Kaugummi, Pflaster
  • Akupunktur, Hypnose
  • Entschluss fassen
  • Zigaretten entsorgen
3. Handlungsphase
  • Entwöhnungsprogramm starten
  • Ersatzhandlungen etablieren
  • Unterstützung suchen
4. Bewertungsphase
  • Gesundheit checken
  • Erfolg reflektieren
  • Gewichtszunahme abwägen
  • Nichtrauchen festigen

Beispiel Mehr Sport machen

Phase

Umsetzung

1. Abwägephase
  • Vor- und Nachteile des Joggens abwägen
  • Fitness vs. Anstrengung
  • Nutzen vs. Trainingsroutine
2. Planungsphase
  • Inneren Schweinehund überwinden
  • Entscheidung für Joggen treffen
  • feste Termine am Tag planen
3. Handlungsphase
  • Konsequent handeln
  • Ausreden nicht zulassen
  • Umsetzung trotz Hindernisse (z.B. Regen)
4. Bewertungsphase
  • Ergebnis reflektieren
  • Fitness & Überwindung beurteilen
  • Nutzen bewerten
  • Schlussfolgerung ziehen
Anzeige

Kritik am Rubikon-Modell

Das Rubikon-Modell ist eine theoretische Herleitung, wie bestimmte Prozesse ablaufen können. Wie jede Theorie, ist auch dieses Modell umstritten – etwa der scheinbar feste, chronologische Ablauf. Die Kritikpunkte im Einzelnen:

  • Trennung nicht haltbar

    In den wenigsten Fällen laufen Entscheidungen und Handlungen so klar getrennt ab. Vielmehr wird es in der Realität immer wieder zu Überlappungen zwischen den vier Phasen oder deren Wiederholung kommen. Gerade wenn sich herausstellt, dass eine Sache komplexer ist als angenommen, werden Entscheidungen neu getroffen.

  • Vermischung der Phasen

    Kritiker bemängeln, dass sich nicht nur Handlungsschritte wiederholen, sondern ebenso die motivationalen und volitionalen Aspekte in den einzelnen Phasen vermischt sind. So spiel Zielorientierung in jeder Phase eine Rolle.

  • Mangelhafte Unterscheidung der Motivation

    Das Rubikon-Modell unterscheidet nicht zwischen intrinsischer Motivation und extrinsischer Motivation. Dabei wirken sich Selbstmotivation oder äußerer Druck enorm auf den Erfolg aus.

Allerdings beschreibt das Modell ebenso einfach wie anschaulich, an welchen Stellen sich im Umsetzungsprozess Motivation bzw. Volition auswirken und wann reines Wunschdenken eben nicht mehr funktioniert. Um ins Handeln sowie zu einem Ergebnis zu kommen, benötigen Sie zwingend Ihre Willenskraft und Selbstdisziplin. Was hierbei ebenfalls hilft:

  • Mitstreiter suchen
    Suchen Sie sich (mentale) Unterstützer oder Mitstreiter. Diese reduzieren nachweislich, dass Sie vorher aufgeben.
  • Gewohnheiten ändern
    Es dauert im Schnitt 2 Monate (66 Tage), bis wir eine neue Gewohnheit so verinnerlicht haben, dass sie automatisch abläuft. Wichtig ist also, dass Sie schlechte gegen gute Routinen austauschen und sich über 2-3 Monate strikt daran halten.
  • Motivation ankurbeln
    Versuchen Sie, das Ziel oder Ergebnis zu visualisieren, also sich z.B. vorzustellen, wie fit Sie als Nichtraucher oder Jogger sind. Die sog. Als-ob-Technik steigert Ihre Motivation nochmal deutlich.

eBook: Erfolgreich alle Ziele erreichen!

Viel vorgenommen – wenig erreicht? Es geht auch anders! Holen Sie sich unser praxiserprobtes eBook „Endlich Erfolg!“ – und erfahren Sie, wie Sie persönliche Ziele ganz einfach wahr werden lassen und erfolgreich umsetzen:

Mehr über das eBook erfahren



Was andere dazu gelesen haben

30b13ba863424f8d8ea96c54d2b1ea20