Sie haben einen einprägsamen, leicht auszusprechenden Namen? Glück gehabt. Denn Menschen mit einfachen, kurzen Namen finden leichter Freunde und machen schneller Karriere, so das Ergebnis einer Studie von Simon Laham von der Universität von Melbourne. Die Forscher um Laham untersuchten dazu unter anderem die Wirkung des ersten Eindrucks einer Person, beziehungsweise den Einfluss, den sein Name bei der Vorstellung hat, Ergebnis: War der Name leicht auszusprechen, wurde die Person positiver bewertet als Probanden mit kompliziertem Namen.
Langfristig hatte das für die Betroffenen enorm positive Wirkung: Sie wurden häufiger erinnert, öfter befördert, Politiker mit einfachen Namen bekamen sogar mehr Stimmen. Dieser Namens-Effekt beruhe allerdings nicht allein auf der Länge des Namens oder wie fremd oder ungewöhnlich er klinge, erklärt Studienleiter Simon Laham. Hauptfaktor für dessen Wirkung sei, wie leicht dieser auszusprechen ist.
Gewiss, das ist nicht objektiv, geschweigedenn fair. Der Namens-Effekt zeigt aber erneut, wie leicht wir zu beeinflussen sind, ohne es zu merken. Deshalb werben die Forscher auch dafür, sich diesen Effekt bei der Beurteilung von Menschen bewusst zu machen.
Der Namenrisikofehlprognoseeffekt
Das deckt sich auch mit anderen Studien aus der Namenforschung: Wenn der Name einer Sache schwer auszusprechen ist, dann schätzen wir sie automatisch riskanter ein. Das wiederum haben die beiden Psychologen Hyunjin Song and Norbert Schwarz herausgefunden. Dazu kreierten die beiden einmal Phantasienamen von Inhaltsstoffen in Lebensmitteln und baten ihre Versuchteilnehmer einzuschätzen, für wie gefährlich sie diese halten würden. Natürlich gab es die Stoffe nicht. Ihre Namen unterschieden sich lediglich darin, dass einige sehr kompliziert klangen (“Hnegripitrom”) und andere relativ leicht auszusprechen waren (“Magnalroxate”).
Ein vergleichbares Experiment wiederholte das Forscherduo in Vergnügungsparks: Diesmal waren es die Attraktionen, die mal simpel (“Ohanzee”), mal ungewohnt und fremd (“Tsiischili”) klangen. In beiden Fällen wirkten die leicht auszusprechenden Angebote ungefährlicher und vertrauenserweckender auf die Versuchsteilnehmer. Ein Wunder also, dass Sie diesen Artikel bei dessen Namen überhaupt so weit gelesen haben!
Andererseits: Was sollen da erst die Angelsachsen sagen? Die haben Wortungetüme hervorgebracht, wie Lopadotema-khoselakhogameokranioleipsanodrimypotrimmatosilphiokarabomelitokatakekhymenokikhlepikos-syphophattoperisteralektryonoptokephalliokigklopeleiolagoiosiraiobaphetraganopterýgon. Es handelt sich dabei übrigens um das längste bekannteste (englische) Wort.
Und falls Sie einen komplizierten Namen tragen: Dann kennen nach dieser Lektüre zumindest den Effekt.
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Andreas Dürselen
*mist*
Stephan Tchen
Dieser Post macht mich gerade glücklich :)
fu
ist das nicht walisisch und somit nicht englisch?
Peter
Das bestätigt, was ich schon immer als Bauchgefühl hatte. Zum Glück bin ich auch mit einem ausländischen Namen erfolgreich. Aber ich denke schon, dass ein einfacherer und vor allem einprägsamerer Name gewisse Vorteile hätte.
Auf der anderen Seite bleibt so aber die Individualität und der Wiedererkennungswert.
Sebastian
Komplizierte Namen haben aber auch einen Vorteil!
Bei der Suche/Auffindbarkeit im Netz. Wenn jmd. mit gleichen/ähnlichem Namen einen selber bei Google verdrängt …
Und da punkten dann wieder die ausgefallenen Namen! ;)