Weihnachtsgeschenk-Präsent-Geschenktipps
Alle Jahre wieder kommen nicht nur Christkind und Gänsebraten vorbei, sondern auch die Frage, ob und wie man seinen Geschäftsfreunden ein paar Weihnachtsgeschenke macht. Die meisten verfahren dabei nach dem Prinzip: die Firma bestellt's, die Sekretärin verpackt's, noch eine Unterschrift und ab geht die Post... Stiller kann man die Heilige Nacht nicht abhaken. Andere Unternehmen versuchen mit der Auswahl ihrer Werbeartikel und Weihnachtsgeschenke besonders kreativ zu wirken, ihr Image zu verbessern sowie Kundentreue und werbliche Präsenz zu erhöhen. Den Präsenten ist das leider nicht immer anzusehen: Das Gros sind Bücher, Schreibgeräte, Kalender, Kaffeetassen, Lederwaren, Getränke und Nahrungsmittel, wie der obligate Christstollen...

Weihnachtsgeschenke Tipps: Das meiste gefällt nicht

Weihnachten-GeschenkeImmer wieder entzaubern Wissenschaftler die Idee von Weihnachtspräsenten im Business-Umfeld. Allen voran Professor Joel Waldfogel von der Wharton Universität. Er veröffentlichte vor Jahren eine mehrseitige Abhandlung über die "weihnachtliche Verschwendung" in The American Economic Review.

Seine These, die er durch mathematische Schaubilder unterstrich: Mindestens zehn Prozent der Gaben gehen am Geschmack der Empfänger vorbei. Ihr Preis im Laden übersteigt deutlich den Wert und praktischen Nutzen für die Beschenkten.

Entsprechend endet dann Vieles davon in dunklen Schubladen, wird einfach weitergeschenkt oder findet beim Greuli-Wichteln, dem Fest der gesammelten Geschmacklosigkeiten, eine letzte (ironische) Wertschätzung.

Es ist dann auch hierbei wie in der Werbung:

Die Hälfte dieser Ausgaben ist verschwendet – man weiß nur nicht welche Hälfte.

Profis mahnen deshalb regelmäßig, es mit der Kreativität nicht zu übertreiben. Die Präsente müssen schließlich auch zum (schenkenden) Unternehmen und Absender passen. Genauso wenig wie Lederwaren zu einer Tierschutzorganisation passen, wirkt ein Satz Lebkuchen mit eingebackenem Weight-Watchers-Logo.

Geldgeschenke sind übrigens erst recht keine gute Idee. Wie die britischen Forscher Carole B. Burgoyne und David A. Routh herausfanden, fehlt Geldgeschenken die subtile Botschaft, dass man damit zu dem Beschenkten eine persönliche Beziehung pflegen möchte, sich Gedanken gemacht hat und derjenige etwas Besonders für den Schenker ist. Oder kurz:

Geldgeschenke - egal wie groß - sind billig.

Geschenktipp: Die Verpackung macht's

Selbst Geschenke mit geringem Wert lassen sich durch einen einfachen Trick aufwerten: durch eine hochwertige Verpackung. Schon vor Jahren fand der Marketing-Professor Daniel Howard von der Southern Methodist Universität in Dallas heraus, dass das Auspacken eines Geschenks massiv Einfluss auf den Beschenkten hat.

Kurz: Wer etwas auspacken konnte, war mit dem Geschenk sogar zufriedener.

Bei weiteren Tests wurden die Weihnachtsgeschenke mal ausgefallen verpackt, mal mit hochwertigem Papier, mal mit Packpapier. Immer dasselbe Resultat: Waren die Geschenke aufwendig verpackt, waren sie den Empfängern sofort mehr wert. Selbst olles Zeitungspapier schnitt noch besser ab als gar keine Verpackung. Vorfreude ist die eben die schönste Freude.

Corporate Compliance: Keine Bestechung, bitte!

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Aber so eine Kleinigkeit zu verschenken, ist tückisch: In vielen Unternehmen herrschen diesbezüglich strenge Auflagen - sogenannte Corporate Compliance Regeln. Sie bestimmen, was den Wert solcher Aufmerksamkeiten anbelangt und wann diese noch angenommen werden dürfen oder nicht mehr. In vielen Konzernen gilt bereits ein generelles Tabu für die Annahme von Geschenken jenseits von 50 Euro.

Der Hintergrund hierfür ist das Bekämpfen von Korruption. Denn Geschenke erhalten nicht nur Freundschaften - sie sind teils auch ein höchst manipulatives Spiel mit dem sogenannten Reziprozitäts-Effekt, Motto: Wie du mir, so ich dir...

Folglich sind Geschenke, die mit der Absicht gewährt werden, eine Geschäftsbeziehung in unzulässiger Weise oder die Unabhängigkeit des Geschäftspartners zu beeinflussen, nichts anderes als ein Korruptionsversuch.

Zum Bestechen gehören zwar immer zwei, aber schon ein Businesspräsent oder eine Einladungen, die sich jenseits des geschäftsüblichen Rahmens bewegt und über reine Gastfreundschaft und Höflichkeit hinausgeht, bringt den Beschenkten gewaltig in die Bredouille.

Beschenken oder bestechen: Als Zeichen der Wertschätzung...

Laut Gesetz müssen die Weihnachtsgeschenke wie Busieness-Präsente aller Art sozialadäquat sein, also in einer nachvollziehbaren Relation zur Position des Empfängers stehen. Dass man dem Geschäftsführer nicht bloß Werbekulis schenkt, sondern eher eine hochwertige Flasche Wein ist damit ebenso nachvollziehbar, wie es ungewöhnlich wäre, wenn auch die Sekretärin eine Flasche Pétrus bekommt.

Hinzu kommt: Die Steuerfreigrenze für Geschenke an Geschäftsfreunde liegt bereits bei 35 Euro pro Jahr. Wer mehr verschenkt, kann das zum Einen nicht mehr absetzen und nährt zusätzlich den Verdacht eines Bestechungsversuchs.

Wer also nur Freude machen und die Freundschaft pflegen will, sollte davon absehen.

Geschenkideen für Weihnachten: Tipps für Business-Geschenke

Hand aufs Herz: Würden Sie sich über Firmen-Kugelschreiber, bedruckte Tassen oder Tischkalender freuen? Eben. Andererseits wollen Sie eben auch nicht gegen irgendwelche Compliance-Richtlinien verstoßen. Damit scheiden Einladungen in VIP-Lounges oder Gutscheine für Erlebnisgeschenke vom Typ Fallschirmspringen im Tandem, Ballonfahren oder Bungee-Springen in der Regel aus. Zu teuer.

Was dagegen auch ankommt und im Rahmen liegt:

  • Edle Süßigkeiten und Pralinen.

    Erkundigen Sie sich aber vorher, ob der oder die Beschenkte Probleme mit dem Blutzucker hat oder gerade eine Diät macht. Ansonsten eignen sich Süßigkeiten im Übrigen für Geschäftspartner unterschiedlicher Religionszugehörigkeit: Sie sind durchweg erlaubt - koscher und halal.

  • Eine Flasche Champagner.

    Gerade zu Jubiläen und Geburtstagen macht man damit nichts verkehrt. An Weihnachten auch nicht, denn danach kommt schon Silvester. Oft gibt es Champagner auch in hübschen Holzkisten - alles zusammen für 30 bis 40 Euro.

  • Hochwertige Teesorten.

    Auch mit Warmgetränken können Sie guten Geschmack beweisen. Ein edles Set mit ausgesuchten Teesorten und Zubehör für eine kleine Teezeremonie ist praktisch immer unverfänglich.

  • Bücher und Bildbände.

    Hierbei ist natürlich etwas Vorabrecherche nötig, um die Vorlieben des Beschenkten zu kennen. Ebenso sollte man auf Subbotschaften im Titel achten: "Mein Job ist die Hölle" ist sicher kein geeignetes Business-Geschenk.

  • Selbstgemachtes.

    Diese Geschenke haben mitunter den höchsten Wert, denn sie sind unbezahlbar (siehe Kasten).

Geschenktipp: Verschenken Sie zu Weihnachten Lebenszeit

Wer persönlicher sein will, muss handwerken. Gegen den Eindruck einer Massenwurfsendung sprechen kleine selbstgemachte Beigaben, wie ein aufgeklebter Strohstern, eine Zimtstange, Collagen aus Goldpapier, eine verzierte Schleife.

Das kommt immer an, weil darin Unbezahlbares und Wertvolles steckt: Lebenszeit. Ihre.

Was ist das perfekte Geschenk?

Keine Angst, es folgt keine weitere Aufzählung von irgendwelchen Gimmicks oder Geschenktipps. Vielmehr hat sich die Wissenschaft ernsthaft mit der Frage beschäftigt, was das charakteristische Merkmal eines perfekten Geschenks ist. Der Verhaltensforscher Dan Ariely hat hierzu einmal folgende Definition aufgestellt:

Das perfekte Geschenk ist etwas, das jemand unbedingt haben will, aber ein schlechtes Gewissen hätte, es selbst zu kaufen.

Das Smarte an dieser Definition ist, dass es dabei gar nicht darum geht, jemanden mit einem Geschenk zu überraschen, von dem er vorher vielleicht gar nicht wusste, dass er oder sie es wollte.

Auch spielt es keine Rolle, ob sich derjenige das Geschenk leisten kann oder nicht. Womöglich könnte er oder sie es sich leisten - gönnt es sich aber nicht.

Man könnte also auch sagen: Das perfekte Geschenk verhindert oder beseitigt Schuldgefühle.

Klingt noch zu kompliziert? Vielleicht macht es folgendes Beispiel deutlicher, das ebenfalls von Ariely stammt:

Stellen Sie sich eine Frau vor, die gerade durch die Stadt bummelt. Womöglich ist sie selbst gerade auf der Suche nach ein paar guten Weihnachtsgeschenken für ihre Liebsten. Da sieht sie auf einmal einen wunderschönen Wintermantel in einem Schaufenster. Sie geht in das Geschäft und nimmt den Mantel genauer unter die Lupe: So direkt vor Augen ist er sogar noch schöner als erwartet. Er würde perfekt zu ihren anderen Kleidern passen. Ein Traum eben. Dann blickt sie auf das Preisschild und erschrickt: Der Mantel ist doppel so teuer wie erwartet. So viel? Für einen Mantel??? "Nein", sagt sich die Frau, "das geht nun wirklich nicht." Etwas enttäuscht geht sie wieder aus dem Laden und später nach Hause. Ein paar Tage darauf, es ist Heilig Abend, packt sie ihre eigenen Geschenke aus - und siehe da: Ihr Liebster hat ihr exakt diesen Mantel gekauft und geschenkt. Was denken Sie, wie würde die Frau wohl reagieren?

  • Würde sie sagen: "Schatz, den Mantel habe ich mir schon vor ein paar Tagen angesehen und beschlossen, dass Preis und Leistung in keinem guten Verhältnis zueinander stehen. Bitte bringe ihn wieder zurück."
  • Oder würde sie sagen: "Hab tausend Dank! Ich liebe den Mantel! Ich liebe dich!"

Zugegeben, die Frage ist rhetorischer Natur. Weil der Mantel genau das war, was sie wollte, sich selbst aber nie gegönnt hätte, ist er das perfekte Geschenk.

Was das für diese Weihnachten heißt?

Wenn Sie noch nach einem perfekten Weihnachtsgeschenk suchen, fragen Sie sich, was sich Ihr Freund oder (Geschäfts-)Partner wünscht - und finden Sie unauffällig heraus, ob er oder sie sich das auch so leisten wollen würde. Nicht immer muss der Preis das entscheidende Kriterium sein. Vielleicht ist es auch der Aufwand, die Zeit... In dem Fall hätten Sie das perfekte Geschenk gefunden...

[Bildnachweis: Nithid Memanee, Vadelma by Shutterstock.com]