Definition: Was bedeutet Selbstvorstellung?
Die Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch kann zweierlei Bedeutungen haben: Die meisten nutzen den Begriff als Synonym für die sogenannte Selbstpräsentation – eine kompakte Darstellung der eigenen Person, wichtiger Kompetenzen und relevanter Soft Skills, verbunden mit der Motivation für die Stelle in 2-5 Minuten. Die Selbstbeschreibung ist ein fester und wichtiger Teil im Vorstellungsgespräch Ablauf und sollte unbedingt vorbereitet werden.
Die zweite Bedeutung – und darum geht es in diesem Artikel – bezeichnet die Kurzvorstellung gleich zu Beginn des Gesprächs zusammen mit der Begrüßung, also wenn Sie den Raum betreten und zum ersten Mal dem oder den Personalern persönlich begegnen. Dieser erste Moment prägt massiv den ersten Eindruck und sollte daher unbedingt korrekt sein (siehe: Halo-Effekt bzw. Horn-Effekt).
Wie geht eine korrekte Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch?
Weil es sich beim Vorstellungsgespräch um ein offizielles Business-Meeting handelt, gelten dort mitunter andere Höflichkeits- und Knigge-Regeln als privat. Die wichtigste Regel: Im Geschäftsleben wird immer der oder die Ranghöchste zuerst begrüßt! Also nicht unbedingt die Frau wie im Privaten. In der Regel ist das der Gastgeber (= Personaler). Sollte der Geschäftsführer, Inhaber oder Vorstand ebenfalls anwesend sein, begrüßen Sie bitte immer diese Person zuerst und stellen sich dieser zuerst vor.
Profi-Tipp: Seien Sie 5 Minuten eher da und gehen Sie kurz auf die Firmentoilette. Machen Sie dort kurze Entspannungs- oder Atemübungen, rücken Sie Hemd oder Bluse zurecht und lassen Sie so den Anreisestress und die Nervosität hinter sich. Sie wirken dadurch sofort viel souveräner.
Was muss ich beim Handschlag beachten?
Zur Begrüßung und zum korrekten Handschlag stellen Sie sich bitte immer hin. Bedeutet ebenfalls: Aufstehen, wenn eine neue Person den Raum betritt! Achtung: Viele machen den Fehler, mit ausgestreckter Hand auf Ihr Gegenüber zuzulaufen. Auch hier gilt wieder die Regel des Ranghöchsten: Warten Sie ab, bis Ihnen der Gastgeber die Hand reicht. Der richtige Handschlag dauert nur 3-5 Sekunden. Dabei halten Sie unbedingt Blickkontakt und drücken bitte immer kräftig zu – selbst dann, wenn Sie vor Aufregung feuchte Hände haben. Dabei lächeln!
Wie stelle ich mich richtig vor?
Zusammen mit dem Handschlag bzw. kurz danach folgt die Selbstvorstellung. Sie dauert nicht länger als 60 Sekunden und ist vergleichbar mit dem sogenannten Elevator Pitch. Laut offizieller Etikette stellt sich der Gastgeber zuerst vor und begrüßt Sie im Unternehmen. Danach stellen Sie sich vor: mit Blickkontakt, lächelnd und mit Vor- und Nachnamen sowie einem Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Konzentrieren Sie sich dabei ganz auf Ihr Gegenüber – nichts ist unhöflicher, als mit dem Blick und den Gedanken schon bei der nächsten Person zu sein!
Beispiel für eine kurze Selbstvorstellung:
- „Guten Tag Frau Beispiel, schön Sie persönlich kennenzulernen und vielen Dank für die freundliche Einladung. Mein Name ist Max Muster, ich bin 27 Jahre alt, habe BWL studiert und komme aus Köln. Ich freue mich schon sehr auf unser Gespräch und brenne darauf, mehr über Ihr Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle zu erfahren.“
Mehr müssen Sie bei der ersten Selbstvorstellung nicht sagen. Ausführlicher werden Sie später bei der schon angesprochenen Selbstpräsentation. Wiederholen die in der kurzen Vorstellung nochmal den Namen Ihres Gegenübers, wie in unserem Beispiel. Das ist ein starker psychologischer Trick, der Ihre Präsenz und Verbindlichkeit steigert.
Im Anschluss daran folgt meist noch etwas Smalltalk, und man bietet Ihnen ein Getränk an – alles, um die Atmosphäre aufzulockern und das Interview vorzubereiten. Wichtig ist dann, dass Sie unbedingt positiv bleiben, freundlich lächeln und nicht etwa über die schwere Anreise jammern.
Checkliste zur Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch
Selbstverständlich sind Sie zum Vorstellungstermin pünktlich und haben vor allem einen frischen Atem (vorher Frische-Bonbon lutschen!). Kaum etwas ruiniert einen ersten Eindruck und die Selbstvorstellung mehr als fieser Mundgeruch. Anschließend beachten Sie bitte diese Anleitung für die perfekte Begrüßung:
- Zur Begrüßung immer aufstehen.
- Den Ranghöchsten zuerst begrüßen.
- Warten bis einem die Hand gereicht wird.
- Blickkontakt herstellen und lächeln.
- Hand feste drücken (max. 5 Sekunden).
- Mit Namen & Hintergrund vorstellen.
- Für die Einladung bedanken.
- Vorfreude auf das Gespräch betonen.
Achtung: Nach der Begrüßung und Selbstvorstellung setzen Sie sich bitte nie sofort hin, sondern warten immer darauf, dass man Ihnen einen Platz zuweist und Sie bittet, Platz zu nehmen!
Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Wichtige Tipps
Wesentlich ausführlicher und umfassender als die Selbstvorstellung ist die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch. Sie ist ein fester Bestandteil in jedem Jobinterview und wird meistens eingeleitet mit dem Satz: „Erzählen Sie etwas über sich!“
Eine überzeugende Selbstvorstellung bzw. Selbstpräsentation hat stets eine klare Struktur und ist individuell auf das jeweilige Unternehmen und die angestrebte Stelle abgestimmt, enthält relevante Stärken und Fähigkeiten und belegt diese mit Beispielen.
Mit der Präsentation beweisen Sie nicht nur Ihre Kommunikationsfähigkeit, sondern ebenfalls Professionalität, gründliche Vorbereitung und hohe Motivation. Überdies können Sie dem Gespräch eine gewünschte Richtung geben (siehe: Gesprächsführung für Bewerber).
Wie sollte ich meine Selbstpräsentation aufbauen?
Beim Aufbau und der Struktur Ihrer Selbstpräsentation können Sie sich an unserer bewährten 3-Schritte-Formel („Ich bin, ich kann, ich will“) orientieren, die wir schon seit Jahren empfehlen:
-
Ich bin
Stellen Sie sich zunächst wieder kurz mit Namen und Alter vor. Dazu nennen Sie Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation. Beispiel: „Ich bin Mia Muster, 25 Jahre alt und werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Münster mit dem Master abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: …“
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Ich kann
Im Hauptteil Ihrer Selbstpräsentation führen Sie relevante Erfahrungen, Kenntnisse und wichtige Soft Skills auf und beschreiben diese mithilfe von Beispielen und erzielten Erfolgen. Beispiel: „Als Key Account Managerin war ich in den vergangenen 2 Jahren dafür verantwortlich neue Kunden zu gewinnen und zu betreuen. Dabei konnte ich den Umsatz um 16 % steigern sowie die Kundenbeziehungen nachhaltig verbessern, was sogar die Attraktivität des Arbeitgebers gesteigert hat.“
-
Ich will
Im Schlussteil erklären Sie, was Ihre Motivation für genau dieses Unternehmen und diese Stelle ist und wie Sie Ihre Stärken und Fähigkeiten nutzen und einsetzen wollen, um einen echten Mehrwert zu schaffen. Dieser Teil ist der Wichtigste der Selbstpräsentation und sollte bereits konkrete Ideen und Impulse enthalten. Beispiel: „Diese Erfahrungen möchte ich nun gerne nutzen, um Ihre Marke zu stärken und das Employer Branding zu verbessern. Dazu würde ich in den ersten 100 Tagen…“
Diese Form der Selbstvorstellung im Vorstellungsgespräch dauert nicht länger als 2-5 Minuten und ist immer eine freie Rede (ablesen ist tabu!). Das klingt schwer, lässt sich aber gut zuhause vorbereiten, üben und auswendig lernen.
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Wie kann ich meine Selbstvorstellung üben?
Üben Sie Ihre Selbstvorstellung bzw. Selbstpräsentation am besten mithilfe von Stichpunkten auf Karteikarten – idealerweise vor dem Spiegel oder vor einem Freund. So trainieren Sie von Anfang an, frei zu sprechen und alternative Formulierungen zu finden – und Sie bekommen gleich wertvolles Feedback, wie Sie dabei wirken und was Sie besser machen können.
Nehmen Sie mithilfe einer Stoppuhr die Zeit. Das hilft Ihnen zusätzlich, bei Vorstellung und freier Rede im Zeitrahmen zu bleiben oder die Präsentation gegebenenfalls zu kürzen, falls Sie länger als 5 Minuten brauchen.
Tipps für Berufseinsteiger
Wenn Sie sich für eine Ausbildung oder als Absolvent für einen ersten Job bewerben, besitzen Sie in der Regel noch keine oder nur wenige Berufserfahrungen. In dem Fall erzählen Sie in der Selbstvorstellung mehr über Ihren bisherigen Bildungsweg und fokussieren hierbei vor allem auf bisherige Leistungsfächer oder Studienschwerpunkte sowie Nebenjobs, Praktika und Projekte, die zum Ausbildungsplatz bzw. zur Stelle passen. Auch Ihre Motivation und beruflichen Ziele können positive Signale setzen.
Wir wünschen: Viel Erfolg im Vorstellungsgespräch!
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