Grußformeln für Geschäftsbriefe: Schöne Grüße

Ein typisches Ende: „… bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen“ – Noch eine Unterschrift, dann ist die Grußformel für Geschäftsbriefe auch schon fertig: förmlich, formelhaft, langweilig. Papier ist zwar geduldig, aber zeitgemäß ist das irgendwie nicht. Oder kurz: Es liegt ein wenig Staub darauf. Sicher, falsch ist die klassische Grußformel nicht, insbesondere bei einem Erstkontakt kann man damit nichts verkehrt machen. Doch sehen moderne Grußformeln in Geschäftsbriefen inzwischen anders aus. Es geht wieder etwas lockerer zu – manchmal allerdings auch zu locker, weshalb ein paar Fehler bei der Grußformel vermieden werden sollten…

Grußformeln für Geschäftsbriefe: Schöne Grüße

Grußformeln für Geschäftsbriefe: Individuell, modern, kreativ

Im Schriftverkehr ist das klassische Mit freundlichen Grüßen weiterhin allgegenwärtig. Wie selbstverständlich wird die Grußformel für Geschäftsbriefe genutzt. Hauptsache das Schreiben wird freundlich und professionell abgeschlossen. Gerade in eher konservativen Branchen – Banken, Versicherungen, Anwaltskanzleien – ist es nach wie vor der Standard. Um davon abzuweichen, braucht es hier Mut und Revoluzzerwillen.

Andererseits: Spricht nicht gerade die Abwechslung bei den Grußformeln dafür, dass sich jemand Gedanken gemacht hat und tatsächlich individuell grüßt, statt hohle und damit auch herzlose Phrasen zu dreschen?

Immer mehr Branchen und Unternehmen gehen deshalb dazu über, die Grußformeln für Geschäftsbriefe anzupassen, individueller zu gestalten und zu modernisieren. Weg vom nichtssagenden Abschluss, hin zu einem Alleinstellungsmerkmal, das zum Leser, gleichzeitig aber auch zum Unternehmen selbst passt.

So lassen sich die Grüße am Ende eines Briefs oft schon dadurch etwas persönlicher gestalten, indem man einen kleinen Bezug zum Empfänger einbaut – vorzugsweise dessen Wohn- oder Arbeitsort:

Mit den besten Grüßen nach … Aachen, Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Celle…

Nun müssen Sie nicht jeden Brief mit denselben Worten beenden. Was sind weitere Alternativen?

Moderne Grußformeln für Geschäftsbriefe, E-Mails und Grußkarten

Da gibt es zum Glück einige! Ob Sie nun einen Geschäftsbrief, eine Gruß- oder Glückwunschkarte verschicken – es muss nicht immer mit freundlichen Grüßen enden. Zulässige Variationen (samt deren Subbotschaften) sind auch:

  • Viele Grüße – immerhin besser als nur „mit Grüßen“, was eher auf eine Verstimmung hindeutet
  • Freundliche Grüße – kurz, prägnant und etwas moderner als die klassische Formel
  • Sonnige Grüße – wenn es die Wetterlage zulässt
  • Mit besten Grüßen – immer noch recht förmlich, aber zumindest mal anders
  • Beste Grüße – die saloppere Variante, für bessere Bekannte
  • Herzliche Grüße – wenn es etwas persönlicher sein kann
  • Liebe Grüße – bei guten Bekannten oder Kollegen

Originelle Alternativen mit Bezug

  • Freundliche Grüße nach… (Ort des Empfängers)
  • Mit besten Grüßen von Ihrem (Art der Dienstleistung)
  • Stellvertretend für das gesamte Team grüßt Sie
  • Eine erfolgreiche Restwoche wünscht
  • Einen guten Start in die Woche/ins Wochenende wünscht
  • Noch eine tolle Woche!
  • Mit blitzblanken Grüßen (von Reinigungsfirma)
  • Mit sportlichen Grüßen (vom Fitnesscenter)
  • Mit dankenden Grüßen (vom Geschäftspartner)
  • Mit erwartungsvollen Grüßen (bei einem baldigen Treffen)
  • Guten Urlaub! (von einem Reiseveranstalter)

Machen Sie sich stets bewusst: Die Grußformel am Ende einer E-Mail oder eines Geschäftsbriefes ist der letzte (positive) Eindruck, den Sie beim Empfänger hinterlassen. Im Gegensatz zum ersten Eindruck (für den es keine zweite Chance gibt), hallt dieser aber länger nach. Entsprechend sollten der Anfang und das Ende einer schriftlichen Korrespondenz immer einen kleinen und persönlichen Höhepunkt bieten – und eben nicht bloße Floskeln aneinander reihen.

Kann man die Grußformeln für Geschäftsbriefe nicht einfach weglassen?

Grußformeln für Geschäftsbriefe weglassenEine Standard-Grußformel fällt den meisten Empfängern erst gar nicht auf – und wenn doch, dann wird diese höchstens als langweilig eingestuft und erweckt damit eher einen negativen Eindruck. Da stellt sich die Frage: Warum nicht gleich komplett auf eine Grußformel verzichten?

Klingt zunächst verlockend und könnte sicherlich eine Menge Stress ersparen, wenn man mal wieder vor einer eigentlich fertigen E-Mail sitzt und nur noch mit sich selbst hadert, welche Grußformel für den gegebenen Anlass denn nun die richtige sein könnte.

Aber ist das wirklich eine realistische Alternative? Wenn überhaupt, dann nur im privaten Bereich. In der professionellen Kommunikation gehört eine Grußformel – genau wie eine Begrüßung – einfach dazu. Wird diese weggelassen, entsteht fast automatisch der Eindruck, die Nachricht wäre unfreundlich.

Es fehlt schlicht der richtige Abschluss, das wirkt unpersönlich und unprofessionell gleichermaßen. Außerdem würden Sie sich damit selbst die Chance nehmen, sich durch eine gut gewählte Grußformel besonders positiv zu präsentieren oder vielleicht sogar von anderen abzuheben, die über das klassische Mit freundlichen Grüßen nicht hinaus kommen.

Fehler bei Grußformeln: So bitte nicht!

Um die Grußformel kommen Sie also nicht herum. Und positiv betrachtet: Mit den meisten bekannten Grußformeln wirken Sie zwar nicht sonderlich kreativ oder gehen auf den Empfänger des Schreibens ein, aber komplett falsch machen Sie mit einem Mit freundlichen Grüßen auch nicht.

Gefährlich wird es, wenn Sie sich zu sehr auf diese Erkenntnis versteifen und allgemein davon ausgehen, dass die Grußformel schon passen wird. So einfach ist es dann leider doch nicht und es gibt einige Beispiele von Grußformeln, auf die Sie am Ende eines Geschäftsbriefes oder einer E-Mail besser verzichten sollten:

  • Hochachtungsvoll

    Diese Grußformel ist vor allem eins: veraltet. Besonders in einer E-Mail erscheint sie deshalb oft völlig fehl am Platz. Wenn überhaupt sollte sie deshalb nur auf einem im besten Fall handgeschriebenen Brief genutzt werden.

    Hinzu kommt, dass es für den Großteil der schriftlichen Kommunikation viel zu formell ist. Sicher, es soll nicht übertrieben locker wirken, doch auch das andere Extrem sollten Sie vermeiden.

  • Grüße…

    Die minimalistische Version der Grußformel und zugleich eine, die kaum geeignet ist. Ein schlichtes Grüße Max Mustermann drückt am ehesten Desinteresse aus. Motto: Eine Grußformel muss zwar sein, eigentlich interessiert mich das Ganze aber nicht.

    In einem solchen Fall ist es dann doch besser, auf das einfache Mit freundlichen Grüßen oder besser noch Mit besten Grüßen zurückzugreifen. Damit sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

  • Herzlichst…

    Superlative wie Freundlichst, Herzlichst, Allerliebst sind definitiv zuviel des Guten. Erstens, weil sowieso jeder weiß, dass das nicht stimmt; zweitens, weil sich dadurch die Wirkung verkehrt. Sie müssen die Grußformel mit dem vorangestellten Adjektiv nicht zwanghaft höher heben, als sie ist.

    Ein herzliche Grüße kommt in der Regel viel besser an als ein Mit den herzlichsten Grüßen, was schnell gekünstelt und übertrieben wirkt.

  • Keine Grußformel

    Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt: Keine Grußformel ist keine Option. Ans Ende einer E-Mail oder eines Geschäftsbriefes gehört eine entsprechende Verabschiedung.

    Einzige Ausnahme dieser Regel ist die aufeinanderfolgende Kommunikation in mehreren Mails. Geht die schriftliche Kommunikation mehrmals hin und her, ist nicht für jedes einzelne Schreiben eine Grußformel nötig.

  • MFG / LG / BG

    Die Kurzformen von Mit freundlichen Grüßen (MFG) beziehungsweise Liebe Grüße (LG) oder Beste Grüße (BG) haben sich durch SMS und E-Mails stark verbreitet, wirken aber stets etwas lieblos und geringschätzig, Motto: Für dich hab ich nicht mal die Zeit, das auszuschreiben.

    Bei schnellen Mitteilungen unter Kollegen oder Bekannten spricht nichts dagegen – hier dominiert schließlich die Information vor der Form; gegenüber Kunden, Geschäftspartnern oder Fremden aber ist es latent respektlos.

  • Vielen Dank im Voraus

    Was könnte daran falsch sein, scheint es doch eine äußerst freundliche Grußformel zu sein? In der Tat ist ein Danke im Voraus zwiegespalten. Durchaus möglich ist ein Dankeschön als Grußformel, wenn Sie sich tatsächlich und aufrichtig beim Empfänger bedanken wollen.

    Erfolgt das Dankeschön allerdings bereits im Voraus oder als Abschluss auf eine Arbeitsanweisung, ist der Eindruck alles andere als positiv. Bitte bringen Sie das bis heute 18 Uhr in Ordnung. Vielen Dank im Voraus… Sie merken bereits, das wirkt eher wie ein umschriebenes „Aber zackig, sonst gibt’s Ärger.“

  • Von ganzem Herzen alles Gute

    Eine Grußformel in dieser Art ist in den meisten Fällen zwar gut gemeint, allerdings wirkt es zu übertrieben, fast schön künstlich genau wie die oben angesprochenen Superlative. Manchmal ist es daher besser, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.

Grußformel Komma: Wie ist das mit dem Satzzeichen?

Grußformel Komma Satzzeichen BeispielNicht nur die Formulierung, sondern auch die Zeichensetzung für bei Grußformeln immer wieder zu Problemen. Leider liest man es immer noch in rund jeder zweiten E-Mail: ein Komma hinter der Grußformel. Sieht nett aus, ist aber falsch.

Schon der Duden (Band 9, „Richtiges und gutes Deutsch“) mahnt: „Die Grußformel […] steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen“. Grund für die grammatikalische Verwirrung ist vor allem der englische Usus in Geschäftsbriefen, dort wird richtigerweise ein Komma an die Grußformel gesetzt: „kind regards, Mrs Sender“. Im Deutschen aber eben nicht.

Falsch ist also:

Mit besten Grüßen,
Max Mustermann


Hier kommt sogar noch hinzu, dass – neben dem falschen Satzzeichen – ein Leerabsatz fehlt. So wird die Unterschrift von der Grußformel immer durch einen Absatz getrennt.

In Briefen aller Art lautet der Abschluss korrekt:

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann


Warum wir das erwähnen?

Bei privaten Mails mag der Fauxpas noch egal sein, im Bewerbungsschreiben aber kann es schon den ersten Minuspunkt bedeuten und die Jobchancen damit verschlechtern.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

12. April 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



Mehr von der Redaktion und aus dem Netz


Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close