Rückfragen im Vorstellungsgespräch: 100 clevere Fragen

In jedem Vorstellungsgespräch sollten Sie eigene Fragen stellen – die sogenannten Rückfragen. Eigene Fragen sind eine enorme Chance, mehr über Job und Arbeitgeber zu erfahren, und sie signalisieren Eigeninitiative sowie gründliche Vorbereitung. Eingeleitet wird die Phase der Rückfragen im Vorstellungsgespräch mit: „Haben Sie noch Fragen?“ Die 100 besten Beispiele und Fragen, die Sie unbedingt stellen sollten – und welche besser nicht…

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Warum sind eigene Fragen im Vorstellungsgespräch wichtig?

Egal, wie viele Vorstellungsgespräch Fragen Sie gestellt bekommen: Damit das Interview ein echter Dialog ist, sollten auch Sie immer Rückfragen stellen. Sie sind die Gelegenheit, mehr über Job, Unternehmen, Aufgaben und Herausforderungen sowie Arbeitsplatz und Kollegen zu erfahren.

Rückfragen sind zugleich ein Test. An der Art und Tiefe der eigenen Fragen erkennen Personaler, ob und wie gut sich Bewerber auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet haben.

Welche Funktionen haben Rückfragen?

Schon aus diesen Gründen sollten Sie immer eigene Fragen stellen:

  • Rückfragen dokumentieren echtes Interesse.
  • Gegenfragen beweisen, dass Sie vorbereitet sind.
  • Kluge Fragen unterstreichen Ihre Intelligenz.
  • Sie erfahren mehr über den Job und das Unternehmen.
  • Eigene Fragen sind ein Symbol für Eigeninitiative
  • Sie signalisieren Selbstvertrauen und eine professionelle Einstellung
  • Wer fragt, der führt – auch das Gespräch.
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Die 10 besten Rückfragen im Bewerbungsgespräch

Aus mehr als 230 Bewerbungsgesprächen und Interviews mit Personalern haben wir die 10 besten Rückfragen für das Vorstellungsgespräch destilliert. Diese eigenen Fragen können Sie immer stellen – nur nicht alle auf einmal:

  1. „Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?“
  2. „Was erwarten Sie von einem perfekten Kandidaten?“
  3. „Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?“
  4. „Was könnte mich an diesem Job am meisten frustrieren?“
  5. „Wie würden Sie den Führungsstil meines Chefs beschreiben?“
  6. „Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?“
  7. „Wie wird bei Ihnen Leistung gemessen und bewertet?“
  8. „Wie werden bei Ihnen Talente und Stärken gefördert?“
  9. „Warum arbeiten Sie gerne für dieses Unternehmen?“
  10. „Wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?“

Tipp: Stellen Sie im Bewerbungsgespräch stets offene Fragen. Im Gegensatz zu „geschlossenen“ Fragen („War mein Vorgänger beliebt?“) bringen „offene“ Fragen („Was können Sie mir über meinen Vorgänger erzählen?“) Interviewer und Personaler zum Plaudern. Effekt: Sie erfahren mehr!

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Wichtige Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Die Liste potenzieller Rückfragen im Bewerbungsgespräch ist nie vollständig. Schließlich hängen die Fragen von der angeboten Stelle und Ihren Prioritäten ab. Welche der folgenden eigenen Fragen Ihnen gefallen, können Sie gleich online im Browser anklicken und sich dann später einfach kopieren:

    Fragen zur Stelle & Ausschreibung

  • Wurde diese Stelle neu geschaffen?
  • Gab es einen Vorgänger für diese Stelle?
  • Arbeitet er oder sie noch im Unternehmen?
  • Was hat mein Vorgänger richtig gut gemacht?
  • Was sollte ich anders machen als mein Vorgänger?
  • Wie viele Vorgänger gab es?
  • Warum wurde die Stelle wieder frei?
  • Wie groß ist die Abteilung?
  • Arbeiten Sie in abteilungsübergreifenden Teams?
  • Kann ich meinen künftigen Arbeitsplatz mal sehen?
  • Darf ich mich mit den Kollegen unterhalten?
  • Fragen zu Aufgaben & Erwartungen

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in diesem Job aus?
  • Welche Erwartungen haben Sie an mich in den ersten Wochen?
  • Gibt es Anforderungen, die nicht in der Stellenanzeige stehen?
  • Welche Aufgaben haben aus Ihrer Sicht höchste Priorität?
  • Welche Kollegen können mich bei meinen Aufgaben unterstützen?
  • Was sind die größten Herausforderungen dieser Position?
  • Mit welchen Hindernissen sollte ich rechnen?
  • Welches Wissen sollte ich mir vor dem Beginn noch aneignen?
  • Welche Erfolge sollte ich in den ersten 100 Tagen erzielen?
  • Woran machen Sie fest, dass ich meine Arbeit gut mache?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Besetzung?
  • Wie würden Sie auf dieser Position beginnen?
  • Welche Rolle spielt diese Stelle für Ihre Unternehmensziele?
  • Fragen zur Einarbeitung & Entwicklung

  • Wie läuft bei Ihnen das Onboarding ab?
  • Wie lange dauert bei Ihnen Einarbeitungsphase?
  • Wie lange dauert bei Ihnen die Probezeit?
  • Wie werden Mitarbeiter bei Ihnen gefördert?
  • Gibt es ein Budget für Weiterbildungen?
  • Welche internen Karrierewege bieten Sie an?
  • Wie hoch ist der Frauenanteil in Führungspositionen?
  • Fragen zu den Rahmenbedingungen der Stelle

  • Bieten Sie flexible Arbeitszeiten an?
  • Gibt es bei echte Vertrauensarbeitszeit?
  • Wie viele Überstunden leisten die Kollegen pro Woche?
  • Werden diese Überstunden ausbezahlt oder abgefeiert?
  • Haben Sie eine Home-Office-Regelung?
  • Muss ich in dieser Position viel reisen?
  • Wie lange und wohin – auch ins Ausland?
  • Wer wird mein direkter Vorgesetzter sein?
  • Was hat er oder sie für einen Hintergrund?
  • Fragen zu Team & Unternehmenskultur

  • Wie arbeitet das Team an gemeinsamen Projekten?
  • Welche modernen Tools nutzen Sie in der Zusammenarbeit?
  • Wie würden Sie Ihre Feedbackkultur beschreiben?
  • Gibt es feste Teamregeln?
  • Wie wird Eigeninitiative gefördert?
  • Fragen zu Strategie & Unternehmenszielen

  • Wie erklären Sie den bisherigen Erfolg Ihres Unternehmens?
  • Hat Ihr Unternehmen vor, in der nächsten Zeit zu expandieren?
  • In welche Märkte, mit welchen Zielen?
  • Wurden schon einmal Dienstleistungen ausgelagert – welche?
  • Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen aktuell?
  • Fragen zum Bewerbungsprozess & Abschluss

  • Wie lange dauert bei Ihnen der Auswahlprozess?
  • Was sind die weiteren Schritte im Bewerbungsprozess?
  • Wer wird alles über meine Bewerbung entscheiden?
  • Gibt es etwas, das Sie an meiner Eignung zweifeln lässt?
  • Was müsste ich tun, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern?

Insgesamt 80 gute Rückfragen zum Vorstellungsgespräch können Sie sich hier gratis als PDF herunterladen.

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20 Rückfragen für Führungskräfte

Wer sich als Führungskraft bewirbt, von dem wird mehr erwartet, als von Berufseinsteigern. Umso wichtiger ist, genau nachzufragen, wie die Rahmenbedingungen des Jobs aussehen, was von ihnen erwartet wird und bis wann – erst recht, wenn Sie Feuerwehr spielen oder strukturelle Veränderungen durchsetzen sollen.

20 gute Fragen für die Manager:

  • Wie groß ist das Team?
  • Wie setzt es sich zusammen (Alter, Betriebszugehörigkeit, etc.)?
  • Wie hoch sind die Fehltage pro Mitarbeiter?
  • Wie homogen ist die Gehaltsstruktur der Mitarbeiter?
  • Wie hoch ist der leistungsabhängige Anteil der Gehälter?
  • Gibt es ein Budget für Prämien, Boni, Gehaltserhöhungen?
  • Oder erwarten Sie künftig starke Einsparungen?
  • Wie standen die Mitarbeiter zu dem Vorgänger auf der Position?
  • Wie würden Sie den Führungsstil meines Vorgängers beschreiben?
  • Sollte der beibehalten oder verändert werden, falls ja: wie?
  • Gibt es Konflikte oder Widerstände im Team?
  • Wurden in den vergangenen 12 Monaten Veränderungen durchgeführt?
  • Wie wurden diese angenommen und umgesetzt?
  • Wie offen sind die Mitarbeiter für Veränderungen?
  • Planen Sie weitere Einstellungen oder Entlassungen für die Abteilung?
  • Wie hoch ist das Budget für die Mitarbeiterentwicklung?
  • Gibt es ein Budget für Entlassungen?
  • Wurde die Abteilung in der Vergangenheit zusammengelegt?
  • Wurden Kollegen entlassen oder ausgelagert?
  • Wie würden Sie die Stimmung im Team und im Unternehmen beschreiben?

Den ausführlichen Fragenkatalog für Führungskräfte können Sie sich zusätzlich als PDF kostenlos herunterladen.

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Was sind richtig gute Rückfragen im Vorstellungsgespräch?

Auf einige besonders gute Rückfragen im Vorstellungsgespräch gehen wir nochmal ausführlicher ein und erklären, was diese so clever macht – unabhängig davon, ob Sie diese bei einer internen Bewerbung oder Bewerbung für eine Ausbildung oder Festanstellung stellen:

„Was unterscheidet gute von exzellenten Mitarbeitern?“

Die Frage ist ein Wolf im Schafspelz. Mithilfe der Antwort erfahren Sie viel über die Wertvorstellungen des Unternehmens und wie hier Leistungen bewertet werden. Statt plump zu fragen: „Was muss ich tun, um Karriere zu machen?“, können Sie mit dieser Rückfrage mehr zwischen den Zeilen heraushören, als mancher Personaler oder Chef vielleicht preisgeben möchte.

„Wie werden Talente und Stärken bei Ihnen gefördert?“

Erfolgreiche Unternehmen entwickeln Ihre Mitarbeiter weiter und arbeiten so dem Peter Prinzip entgegen. Die Frage erinnert Personaler daran, dass auch Sie wachsen wollen – und langfristig denken. Außerdem erfahren Sie, welche Angebote es dazu gibt.

„Warum ist die Stelle vakant?“

Die Position könnte neu geschaffen oder schwer zu besetzen sein, weil der Job ein Schleudersitz ist. Die Erwartungen an Sie sind dann entweder zu hoch oder die Herausforderungen nicht zu schaffen. Besser Sie finden das vorher heraus! Manchmal ist Ihr Vorgänger auch befördert worden. Klasse: Das könnte für einen „Durchlauferhitzer“ mit guten Chancen auf eine Beförderung sprechen. Fassen Sie hier ruhig weiter nach…

„Wie lange hat mein Vorgänger in der Position gearbeitet?“

Mithilfe dieser Frage im Jobinterview erweitern Sie das Feld um eine zeitliche Dimension: Sie finden so indirekt heraus, wie schnell sich das Postenkarussell in diesem Unternehmen dreht.

„Was wurde aus Mitarbeitern, die in dieser Abteilung gearbeitet haben?“

Die Frage hat zwei Aspekte: Einmal erfahren Sie, ob und wie Angestellte hier gezielt weiterentwickelt und gefördert werden. In dem Fall sollte der Personaler von spannenden Lebensläufen berichten können. Sie finden so aber womöglich auch heraus, was mit jenen passiert, die in Ungnade fallen.

„Wie sieht Erfolg in den ersten 100 Tagen aus?“

Als neuer Mitarbeiter genießen Sie anfangs Welpenschutz. Sie dürfen Fehler machen, lernen. Aber irgendwann wird man von Ihnen erste Fortschritte und Erfolge erwarten. Ziel dieser Frage ist, herauszufinden, wie die Erwartungen an Sie aussehen und wie realistisch diese sind. Insbesondere wie der Job nach 100 Tagen aussieht…

„Welche Herausforderungen erwarten mich in den ersten 100 Tagen?“

Diese Frage klingt ähnlich wie die davor, ist aber anders: Hier interessiert Sie vor allem der Subtext! Achten Sie auf die Zwischentöne und bohren Sie nach: Um welche Herausforderungen geht es genau? Welche Konflikte lauern wo? Wie ist das Team zusammengesetzt? Wie offen geht das Unternehmen mit Schwierigkeiten um? Das ist völlig legitim, schließlich wollen Sie den Job gut machen und die Probezeit überstehen.

„Welchen Herausforderungen muss sich Ihr Unternehmen aktuell stellen?“

Gleiche Frage, nur eine Dimension größer: Zwar wird man Ihnen kaum erzählen, dass die Company kurz vor der Insolvenz steht. Aber vielleicht erfahren Sie etwas über das Selbstbewusstsein der Firma – wo diese aktuell im Markt steht und künftig stehen will. Die wichtigste Frage – wenn auch verhüllt gestellt – dabei ist: „Befindet sich das Unternehmen auf Wachstumskurs oder Schrumpfkur?“

„Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen?“

Hier kommt es darauf an, wie Sie die Frage betonen. Sie darf weder aggressiv, noch vorwurfsvoll klingen, Motto: „Was? Immer noch hier???“ Aber mit aufrichtigem Interesse und einem Lächeln gestellt, entlocken Sie dem Personaler so ein paar persönliche Einblicke in das Unternehmen und warum es Spaß macht, dort zu arbeiten. Und mal ehrlich: Kommt bei der Frage nicht mal der Personaler ins Schwärmen, sollten die Alarmglocken klingen!

Wie finde ich clevere, kreative Rückfragen?

Gute Fragen können Sie sich vorab überlegen oder aus diesem Artikel übernehmen. Kreativer und individueller aber ist, sich während des Vorstellungsgesprächs Notizen zu machen und aktiv zuzuhören. Dadurch vermeiden Sie, Fragen zu stellen, die schon beantwortet wurden – und das Gespräch wird dynamischer. Überdies beweisen solche Gegenfragen, dass Sie stets präsent und aufmerksam sind.

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Wie viele Rückfragen darf ich stellen?

Für eigene Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es zwar kein Limit. Diese ergeben Sie in der Regel aus dem Gespräch und dessen Dynamik. Am Stück sollten Sie aber nicht mehr als 2-4 Rückfragen stellen. Idealerweise zu Themen, die Ihnen besonders wichtig sind.

Ebenso können Sie Ihre Rückfragen dazu nutzen, Kernaussagen über sich subtil zusammenzufassen: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie von mir [Beispiel] erwarten?“ Oder Sie betonen nach dem Vorstellungsgespräch, dass etwas Ihre Motivation erhöht hat, für das Unternehmen zu arbeiten – verpackt in einer Frage: „Zu meinen künftigen Aufgaben gehört also [Beispiel]? Das würde ich sehr gerne übernehmen!“

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Dumme Rückfragen: Diese bitte nicht stellen!

Tatsächlich gibt es auch dumme Fragen, die Sie im Bewerbungsgespräch stellen können – aber nie sollten! Sie lassen Bewerber schrecklich unvorbereitet und naiv aussehen. Zu den echten Bewerbungskillern zählen zwei Fragetypen:

1. Dumme Fragen, die Bewerber durch Recherche beantworten könnten:

  • Welche Produkte stellen Sie her?
  • Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen?
  • Wie alt ist die Firma eigentlich?
  • Haben Sie auch Filialen im Ausland?
  • 2. Dumme Fragen, die Personaler nur auf eine Art beantworten können:

  • Ist das Betriebsklima gut?
  • Ist mein künftiger Chef nett?
  • Habe ich gute Aufstiegschancen?
  • Mache ich mich gut im Jobinterview?
  • Bekomme ich den Job?

Schlecht sind auch Fragen zu Gehalt oder Urlaubszeiten. Solche Rückfragen stellen Ihre Motivation gewaltig infrage: Sich haben noch keine Zusage, aber denken schon an Urlaub? Die Frage nach den Gehaltsvorstellungen sollten Sie wiederum ins zweite Vorstellungsgespräch vertagen oder warten, bis Sie darauf angesprochen werden.

Als Faustregel gilt: Alles, was Sie vorab googeln können, dürfen Sie nicht fragen! Wenn Sie trotzdem in diese Richtung fragen möchten, dann bitte immer spezifisch: „Bei meiner Vorbereitung auf unser Gespräch habe ich gesehen, dass Ihr Unternehmen DAS und DAS macht. Mich würde nun interessieren, wie DAS genau ist…“


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