Dresscode-Regeln-KniggeSchon immer drückte Kleidung aus, wer zu einer gesellschaftlichen Gruppe gehört – und wer nicht. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden solche Kleiderordnungen für die jeweiligen Stände durch Landsherren, Reichstage oder Stadträte erlassen. Heute dagegen sind moderne Dresscodes nur noch Konventionen, stillschweigende Übereinkünfte seitens eines Gast- oder Arbeitgebers. Dennoch sollte man sich mehrheitlich daran halten. Andernfalls riskiert man den Ruf eines Kleiderrebellen oder ahnungslosen Kretins. Allerdings ist es gar nicht so schwer, im Beruf korrekt gekleidet zu sein: Anzug, Hemd, Krawatte und edle Schuhe sind für Männer in vielen Branchen ein Muss; Frauen dagegen sind meistens in Kostüm oder Hosenanzug, Bluse und Pumps korrekt angezogen. Manchmal ist aber auch etwas weniger Förmlichkeit angesagt: Wir sagen Ihnen, wie Sie bei jedem Anlass richtig angezogen sind…

Dresscode-Regeln – und was Sie bedeuten

Africa Studio/shutterstock.comAllesamt sind diese Kleiderordnungen nicht in Stein gemeißelt und werden nicht nur von Branche zu Branche, sondern auch von Unternehmen zu Unternehmen anders interpretiert (siehe unten). Sie selbst liegen aber nie falsch, wenn Sie besser angezogen sind als es von Ihnen erwartet wird – Kleidungsstücke ablegen geht schließlich immer.

Gerade Neulingen im Unternehmen sieht man in der Regel nach, wenn sie bei gegebenem Anlass fragen, welche Bekleidung von Ihnen erwartet wird beziehungsweise welcher Dresscode im Unternehmen gilt. Schlimmer wäre, wenn Sie nicht fragen – und ins Fettnäpchen tappen.

Diese Kleiderordnungen zu gesellschaftlichen Anlässen sollten Sie kennen:

    Dresscodes für den Tag

  • Casual

    Bedeutet gehobene Freizeitkleidung. Also: gebügelte Baumwollhose, Polohemd und Jackett. Oder offenes Hemd (nie mehr als zwei Knöpfe!) und Pullover über der Schulter. In den USA, insbesondere an der Westküste, sind zu Casual auch Jeans und T-Shirts erlaubt, an der Ostküste dagegen eher Khakis, Poloshirt und Blazer. Manhattans Version des New York Casual sind wiederum eleganter: Hier sollte das Poloshirt gegen ein farbiges Button-down-Hemd eingetauscht werden.

  • Business casual

    Bei eher informellen Anlässen wie einem Business-Brunch oder einem lockeren Empfang sowie auf Geschäftsreisen, bei internen Meetings und am sogenannten Casual Friday geht es legerer zu als im Alltag, aber nicht zu leger. Totaler Freizeitlook ist auch hier nicht angebracht, da es sich immer noch um ein Treffen im geschäftlichen Rahmen handelt. Angemessen sind für Männer also eher farbige Oberhemden, gern auch mit Button-Down- statt Haifischkragen, zur Abwechslung auch mal Polohemden oder feine Strickpullover mit Flanell- oder Leinenhosen. Die Krawatte kann dafür im Schrank bleiben. An den Füßen dürfen Herren dann auch gern Loafer oder Slipper tragen – zum Casual Look ist das kein Stilbruch. Frauen können sich beim Dresscode Business Casual richtig austoben: modische Blusen, Pullover, Röcke und Baumwollhosen können nach Lust und Laune kombiniert werden, auch offene Schuhe wie Peeptoes oder Sandaletten sind durchaus erlaubt.

  • Business Attire (Day Informal, Tenue de Ville)

    Die verwandte, aber gehobene Variante des Business Casual erlaubt den Männern farblich zwar auch blau oder braun – hier ist der Anzug allerdings ein Muss. Ebenso die Krawatte und schlichte Schuhe. Manschettenknöpfe werden dazu ebenfalls angelegt, sind aber kein Muss. Frauen tragen hierbei eine Kombinationen oder Kostüme. Die Schuhabsätze sollten nicht zu hoch sein und die Zehen nicht sichtbar.

  • Business formal

    Meint das, was üblicherweise im Büro getragen wird. Bei Kundenkontakt oder in Führungspositionen tragen Männer einen zwei- oder dreiteiligen dunklen Anzug mit Hemd, Krawatte und glatten Lederschuhen. Üblich sind die Farben Schwarz oder Anthrazit; möglich sind aber auch Grau, Braun oder Cognac. Die restliche Kleidung stimmen Sie auf die Anzugfarbe ab. Als Schmuck sind Nadelstreifen, farbige Krawatten sowie pastellfarbene Hemden mit Streifen erlaubt. Dabei sollten Sie aber nie mehr als zwei Muster gleichzeitig am Körper tragen, heißt: Ist die Krawatte gemustert, gehen maximal noch Streifen im Anzug oder Hemd – nie beides! Frauen hingegen wählen im Normalfall ein schickes Kostüm oder einen Hosenanzug mit Bluse. Farblich brauchen Sie sich dabei nicht von den Männern zu unterscheiden. Egal ob Kleid, Kostüm oder Rock: Der Saum sollten stets Ihre Knie umspielen. Mehr Bein ist bei diesem Code ein Fauxpas. Zu Rock und Kleid gehören natürlich auch eine hautfarbene Strumpfhose und Pumps an den Füßen – der Absatz sollte nicht höher als sechs Zentimeter sein.

  • Semi-formal

    Im Geschäftsalltag wird diese Art Kleidung getragen, wenn Kontakt zur Chefetage oder Kontakt mit externen Kunden an der Tagesordnung ist. Infrage kommt dafür eine Mixtur der bereits genannten klassischen Outfits. Oberste Gebote dabei sind allerdings Eleganz und Repräsentativität. Grundtenor für Männer ist also auch hier der Anzug mit Hemd und Krawatte, Frauen müssen im Kostüm, Kleid oder Hosenanzug erscheinen. Während der Arbeit im eigenen Büro dürfen Jacke oder Sakko abgelegt werden, müssen aber stets griffbereit sein, falls Repräsentation notwendig wird.

  • Dresscodes für den Abend

  • Smart Casual (Come as you are)

    Meist bei Einladungen, die unmittelbar nach der Arbeit beginnen, zum Beispiel Empfänge, Vorträge, Ausstellungen, Geschäftsessen. Hier ist konservative Geschäftskleidung erlaubt, aber keine Brauntöne (auch nicht bei den Schuhen!). Kommen Sie direkt aus dem Büro, lassen Männer Anzughose und -schuhe an, ziehen aber beispielsweise die Krawatte aus und legen das Sakko ab. Kommen Sie dagegen von zu Hause, ist elegante Freizeitkleidung angesagt: Hemd oder Polo-Shirt und Flanellhose beziehungsweise dunkle (!) Jeans. Frauen dagegen können Rock oder Hose mit T-Shirts, modischen Tops oder lockeren Blusen kombinieren. Gerade im Sommer, wenn es heiß ist, ist aber auch mal ein luftiges Sommerkleid drin. Auch ein Hosenanzug ist okay. Große Handtaschen mit Schulterriemen sind dazu allerdings ein Fauxpas. Zu Hosenanzug oder Kostüm gehen ausschließlich Clutchbags – kleine Handtäschchen, ohne Riemen. Und bei der Rocklänge gilt im Business: Nie kürzer als eine Handbreit über dem Knie. Der Kostümrock sollte zudem nicht zu eng sitzen und beim Stehen keine Falten werfen.

  • Informal

    Wird gerne zu Abendveranstaltungen gewählt, sollte aber keinesfalls wörtlich genommen werden. Im Klartext heißt das: Für Damen sind halblange, elegante Kleider angezeigt, für die Herren dunkelgraue oder schwarze Anzüge.

  • Black Tie

    Wird oft bei offiziellen Abendanlässen oder Dinner verlangt. Er trägt dann einen schwarzen Smoking, Hemd mit verstärktem Kragen und Doppelmanschetten, Kummerbund und Einstecktuch, schwarze Fliege, schwarze Schuhe. Sie trägt eine schwarze lange Robe, Abendtasche (kleiner als der Kopf). Die Accessoires dürfen farbig sein.

  • White Tie

    Gilt meist bei hochoffiziellen Abendanlässen und Bällen. Er trägt dabei schwarzen Frack und Hose, weiße Weste mit tiefem Ausschnitt, Stehkragenhemd mit umgebogenen Ecken und verdeckter Knopfleiste, weiße Fliege, Lackschuhe. Sie: Bodenlanges Abendkleid in Schwarz, Weiß oder Grau (Schultern bei der Ankunft bedeckt). Zu dem langen Ballkleid trägt Sie geschlossene Schuhe sowie Seidenstrümpfe. Findet der Ball im Hochsommer statt, kann Sie auch hohe Sandaletten tragen – dann allerdings ohne Seidenstrümpfe. Die Faustregel: geschlossene Schuhe immer mit Strümpfen!

  • Cocktail

    Selten, kommt aber bei eleganten Partys und Vernissagen ab 16 Uhr vor. Er: Hochgeschlossener dunkler Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd, dunkle Krawatte und lässigen Schnürschuh. Sie: Das kleine Schwarze. Schultern, Dekolleté und Bein (erst ab Knie) dürfen gezeigt werden.

  • Cut

    Wird manchmal noch zu Hochzeiten und festlichen Empfängen bis 16 Uhr verlangt. Der Mann trägt dabei ein schwarzes Schoßsakko mit durchlaufend geschwungener Vorderkante (Cut), Streifenhose ohne Umschlag, weißes Kragenhemd, graue Weste und Krawatte. Sie: Kostüm in dezenter Farbe mit langem Arm und Knie bedeckendem Rock. Schuhe: hoch, möglichst geschlossen.

Der Laborkittel-Effekt: Wie uns die Kleidung beeinflusst

Dresscode-Laborkittel-EffektKleidung dient heute auch dazu, Stimmungen, mehr aber noch die eigene Identität auszudrücken. Was viele dabei vergessen: Kleidung nimmt auch Einfluss auf unser Denken und unsere Gefühle – ebenso wie andere uns wahrnehmen.

Dazu gibt es ein faszinierendes Experiment von Forschern der Kellog School of Management. Diese ließen Studenten Laborkittel tragen, bevor sie mit ihren Experimenten starteten. Und siehe da: Die Studenten waren prompt aufmerksamer und konzentrierter. Als die Probanden bei einem Kontrollversuch sich nur vorzustellen sollten, sie würden einen solchen Kittel tragen, erzielten sie hingegen nur noch durchschnittliche Ergebnisse. Für die Forscher gilt dies als Beleg dafür, dass das Tragen von symbolischer (Arbeits)Kleidung unser Denken und unsere Leistung beeinflusst.

Eine Studie aus dem Jahr 2007 wiederum zeigt, dass Mitarbeiter sich produktiver, vertrauenswürdiger und kompetenter fühlen, wenn sie einen Anzug tragen – aber freundlicher, wenn Sie casual zur Arbeit erscheinen.

Im Angelsächsischen gibt es für den sogenannten Laborkittel-Effekt einen passenden Slogan: Dress for success – ziehe dich nicht für den Job an, den du hast, sondern für jenen, den du (eines Tages) haben möchtest.

Natürlich gibt es nicht für jeden Job so offensichtliche Symbolkleidung wie bei dem obigen Laborkittel. Allerdings könnten Sie sich auch an Ihrem Umfeld orientieren, zum Beispiel an jenen Kollegen, die als besonders kompetent gelten, hohen Respekt und viel Sympathie genießen oder eben besonders erfolgreich sind.

Wenn Sie die Möglichkeiten haben, achten Sie auch auf Details: Andere Forschungen haben etwa gezeigt, dass Männer, die einen maßgeschneiderten Anzug tragen, für selbstbewusster, erfolgreicher und flexibler gehalten werden als Männer, die einen Anzug von der Stange tragen. Letztlich geht es darum, durch die Kleidung bewusster zu kommunizieren – subtiler, aber nicht weniger wirkungsvoll.

Dresscodes in deutschen DAX-Unternehmen

Dresscodes-UnternehmenVor einiger Zeit sorgte die Schweizer Bank UBS mit einer mehr als 40-seitigen Kleiderordnung für Schlagzeilen. Die Richtlinien-Broschüre ließ wirklich keinen Aspekt des Arbeitsalltags außer Acht: Neben Standard-Tabus wie weißen Socken, enger Kleidung und auffälligem Schmuck wurde den Angestellten ebenso von dicken Brieftaschen und sichtbaren Haarfärbungen abgeraten.

Damit nicht genug: Das Parfum sei bitte nur morgens aufzutragen und auch auf den Genuss von Knoblauch und Zwiebeln sei eher zu verzichten. Selbst vor Intimitäten machte das Dokument nicht Halt: Die Kolleginnen sollten doch bitte fleischfarbene Unterwäsche tragen und Feuchtigkeitscreme benutzen.

Das ging einigen dann doch zu weit – zu Recht übrigens. Doch wie sieht es mit den Dresscodes in Deutschland aus? Sind die Konzerne hierzulande ähnlich streng, wenn es um das Erscheinungsbild Ihrer Angestellten geht? Wir haben bei den Dax-Unternehmen nachgefragt…

Resultat: In keinem einzigen DAX-Unternehmen scheint es eine schriftlich festgelegte Kleiderordnung zu geben. Aber auch zu den unausgesprochenen Richtlinien wollten sich viele Firmen nicht äußern oder leugneten diese sogar, wie bei einer der größten Versicherungen: “Bei der Allianz Deutschland gibt es keinen Dresscode”, ließ ein Sprecher ausrichten.

Seltsam. Denn gerade die Versicherungen sind für ihre eher strengere Kleiderordnung bekannt. Auch auf der Karriere-Seite der Allianz wird kaum eine Person ohne dunklen Blazer oder Anzug gezeigt. Zufall?

Bei unseren Nachfragen erhielten wir sogar Antworten mit der Klassifizierung “Confidential”. Eine oft genannte Begründung: “Wir wollen bei den Angestellten anderer Standorte nicht für Verwirrung sorgen” – was eher nach einer Ausrede klingt. Oder wie unter anderem von HeidelbergCement und der Commerzbank geäußert: “Das ist selbstverständlich für unsere Mitarbeiter”. Wie selbstverständlich konkret aussieht, wollte dann aber doch keiner sagen.

Immerhin, einige moderne und aufgeschlossene Unternehmen waren ebenso freundlich wie kompetent, uns eine Stellungnahme zum Thema Dresscode zu geben:

Silke Wünsche, Merck Employer Branding & Talent Acquisition

Einen schriftlich festgelegten Dresscode gibt es bei Merck nicht, einen unausgesprochenen dagegen schon, auch wenn dieser nicht allzu strikt ist. Im Büro sollten die Mitarbeiter ordentlich gekleidet sein, was aber nicht gleich Anzug oder Kostüm bedeutet. Damen können zum Beispiel im Sommer Röcke auch ohne Strumpfhosen oder Blusen mit kurzen Ärmeln tragen. Ein No-Go sind dagegen Oberteile mit Spaghetti-Trägern oder bauchfreie Tops. Für Herren gilt, dass sie Schuhe nicht ohne Socken tragen sollten. Einen Casual Friday gibt es unternehmensweit nicht, wohl aber in einzelnen Abteilungen. Generell ist es kein Problem, freitags in Jeans zur Arbeit zu kommen, wenn diese bürotauglich kombiniert sind und es sich nicht um ausgewaschene Fetzenjeans handelt. Außerdem sollte der betreffende Mitarbeiter dann keine Termine außerhalb seines Büros mit externen Kunden oder Partnern haben. In diesem Fall ist Business-Kleidung angesagt, bei Herren dann auch eine Krawatte.

Jens Hartung, Leiter Personalmarketing RWE

Einen festgeschriebenen Dresscode gibt es bei RWE nicht. Wir legen allerdings viel Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich angemessen kleiden und den Konzern so auch gut nach außen präsentieren können. T-Shirts, sehr kurze Röcke, kurze Hosen oder Schlappen gehören nicht ins Büro. Wir setzen auf das Gespür und die Selbstverantwortung unserer Mitarbeiter. Echte Kleidungs-Fauxpas sehen wir selten.

Elke Ickenstein, Bayer AG Human Resources

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayer AG gibt es keine offiziellen Vorschriften, in welcher Kleidung (außer Schutzkleidung, Schutzbrillen in den Labors und Betrieben) sie am Arbeitsplatz erscheinen sollen. Maßgebend für die Wahl des Outfits sind in erster Linie der persönliche Geschmack sowie Funktion und Aufgabenbereich. Beispielsweise gilt in der Leverkusener Konzernzentrale der Casual Friday. Die Mitarbeiter können dann Anzug oder Kombination mit Hemd, Rolli oder Poloshirt tragen – ohne Krawatte. Allzu leger sollte es allerdings nicht sein. Daher wird empfohlen, die Freizeitkleidung außen vor zu lassen. Ob sich die Beschäftigten bei Bayer nach den Regeln des business casual kleiden wollen, bleibt aber jedem selbst überlassen.

Wolfgang Fassnacht, SAP HR Director DACH

Bei der SAP gibt es keinen besonderen Dresscode. Wir überlassen die Wahl der Kleidung unseren Mitarbeitern und vertrauen darauf, dass sie sich der jeweiligen Situation angemessen anziehen. Wir setzen auch hier – wie bei unseren Arbeitszeitmodellen – auf Individualität und Vertrauen. Jeder SAP-Mitarbeiter repräsentiert das Unternehmen. So achtet auch jeder Mitarbeiter selbständig darauf, dass er oder sie entsprechend ihrer Rolle oder Aufgabe auftritt. Unserer Meinung nach sollte das Erscheinungsbild den Ansprüchen und Anforderungen des jeweiligen Jobs Rechnung tragen. Während sich zum Beispiel die Entwickler der SAP eher legerer anziehen, trifft man die Vertriebsmitarbeiter im Außendienst überwiegend im Anzug an.

Jela Götting, Adidas Senior HR Manager Future Talent Programs

Einen generellen Kleiderkodex gibt es bei der Adidas Gruppe nicht. Uns ist wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter wohl fühlen. Ob in Turnschuhen oder High Heels – bis auf die Produkte der direkten Konkurrenz, ist bei uns alles erlaubt. Die meisten Mitarbeiter kommen jedoch sportlich leger in die Arbeit. Einmal im Jahr feiern wir den international Tracksuitday und fordern alle Mitarbeiter auf, ihre schönsten und originellsten Trainingsanzüge aus dem Schrank zu holen.

Anke Baumann, Konzernkommunikation Deutsche Post DHL

Bei der Deutschen Post DHL sind bundesweit rund 203.000 Mitarbeiter beschäftigt. Deren Tätigkeitspalette ist breit gefächert und je nach beruflichem Aufgabenfeld variieren entsprechend auch Bedarf und Anforderungen an die Bekleidung. Unsere rund 82.800 Briefzusteller und etwa 10.900 Paketzusteller sind beispielsweise verpflichtet, eine vorgeschriebene Unternehmensbekleidung zu tragen, da sie in direktem Kundenkontakt stehen und damit die Visitenkarte des Unternehmens nach außen sind. Im Bereich der Verwaltung gibt es für unsere Mitarbeiter keine festgelegte Kleiderordnung oder diesbezüglich fixierte Richtlinien. Generell sollte die Bekleidung der Arbeitsumgebung angemessen und gepflegt sein.

Georg Oppermann, E.ON Personalsprecher

Die Anforderungen ergeben sich zum Teil aus der Arbeitssicherheit (Arbeit in Kraftwerken, an Stromleitungen, etc.) und den praktischen Erfordernissen. Das würde ich aber nicht Dresscode nennen. Was die Verwaltung und das Management betrifft, gibt es keine expliziten Vorschriften, höchstens einen common sense, der sich über die Jahre entwickelt hat. Aber auch dieser ist von Unternehmenseinheit zu Unternehmenseinheit unterschiedlich. So wird zum Beispiel bei unserer relativ neuen und internationalen Einheit Energy Trading in Düsseldorf – wo die Unternehmenssprache Englisch ist – nur selten Schlips getragen. Auch in der Konzernzentrale in Düsseldorf gibt es keine geschriebenen Regeln – auch wenn die Anzüge mit Krawatte bei den Herren überwiegen.

Christian Schwolow, Deutsche Telekom AG Leiter Kommunikation Personal

Bei der Deutschen Telekom gibt es keinen expliziten Dresscode. Im Prinzip ist erlaubt, was gefällt. Jeans und T-Shirt sind an den Arbeitsplätzen der Telekom ebenso zu sehen wie Rock und Bluse oder Anzug und Krawatte. Natürlich haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kunden persönlich beraten und betreuen, ausreichend Gespür und Erfahrung dafür, sich angemessen zu kleiden. Einen Dresscode gibt es allerdings in unseren Telekom-Shops: Schließlich soll der Kunde den Telekom-Mitarbeiter sofort erkennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können aber unter verschiedenen Bekleidungsstücken auswählen beziehungsweise diese kombinieren. In unseren 4010-Shops, mit denen wir uns an ein jüngeres Publikum richten, ist der Kleidungsstil der Mitarbeiter wiederum individuell.

Helge Kroll, ThyssenKrupp AG Corporate Center Human Resources

Allein in Deutschland beschäftigt ThyssenKrupp mehr als 65.000 Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Branchen. Es lässt sich daher keine generelle Aussage zu Kleiderordnungen machen. Die Kleidung sollte stets dem Aufgabengebiet, der Funktion, der Position und dem Umfeld angepasst sein. Bewerber und neuen Mitarbeiter ermuntern wir, bei Unsicherheit zukünftige Kollegen offen anzusprechen. Gerade im Bewerbungsprozess als auch als Berufsstarter möchte man ja nicht nur durch seine Kleidung von sich reden machen, sondern vor allem durch Inhalte und gute Argumente auffallen. So ist es stets hilfreich seine Wirkung auf andere zu reflektieren und sich selbst zu fragen, welchen Eindruck man erzeugen möchte. Unser Tipp an Berufsstartet ist hier, sich an den neuen Kollegen zu orientieren und die Firmenkultur auf sich wirken zu lassen.

Vielleicht wollen aber auch Sie uns ein paar Einblicke aus Ihrem Arbeitsalltag geben (gerne auch anonym, zumindest aber das Unternehmen sollten Sie nennen): Gibt es bei Ihnen Dresscodes und wie sieht das konkret aus?

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