Was macht ein Headhunter? Aufgaben, Gehalt, Tipps

Headhunter (Synonym: Executive Search Consultant) sind hochspezialisierte Personalvermittler, die im Auftrag von Unternehmen gezielt nach geeigneten Fach- und Führungskräften suchen, um vakante Schlüsselpositionen zu besetzen. „Kopfjäger“ gehört zu den bestbezahlten Berufen in Deutschland mit Gehältern über 100.000 € im Jahr. Der Job ist aber zugleich anspruchsvoll und setzt viel Personalerfahrung und Menschenkenntnis voraus. Tipps zur Headhunter-Karriere – und was Sie tun sollten, wenn Sie einer kontaktiert…

Headhunter Aufgaben Gehalt Tipps Ubersicht

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Definition: Als Headhunter werden Personalberater bezeichnet, die durch Direktansprache gezielt Fach- und Führungskräfte im Auftrag von Unternehmen für eine zu besetzende Position suchen. Die Firmen sparen dadurch Zeit, weil Headhunter die Vorauswahl übernehmen.
  • Aufgaben: Ein Headhunter sucht gezielt nach der besten Besetzung für eine vakante Stelle. Dafür prüft er die Qualifikationen von Kandidaten, führt Gespräche und vermittelt geeignete Personen.
  • Gehalt: Headhunter verdienen im Schnitt rund 6.000 € im Monat. Ihr Honorar beträgt oft 1/3 des Jahresgehalts der zu besetzenden Stelle. Bei Top-Positionen auf C-Level steigt das Gehalt dadurch deutlich über 30.000 € monatlich.
  • Ausbildung: Die meisten Headhunter haben zuvor studiert und anschließend Erfahrungen im Recruiting oder HR-Management gesammelt. Oft gelingt der Einstieg über eine Personalvermittlung.
  • Jobsuche: Einen Headhunter für die eigene Jobsuche zu beauftragen, ist sinnlos, da diese nur für Unternehmen tätig werden. Es kann sich aber lohnen, Kontakte zu knüpfen, um bei einem passenden Suchauftrag auf dem Radar zu landen.
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Aufgaben: Was genau macht ein Headhunter?

Ein Headhunter übernimmt die gezielte Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften für Unternehmen und wird häufig eingesetzt, wenn eine Position schwer zu besetzen ist oder diskret Kandidaten abgeworben werden sollen. Oft identifiziert der Headhunter zunächst passende Talente über berufliche Netzwerke, Datenbanken oder persönliche Kontakte und spricht diese direkt an – auch dann, wenn die Kandidaten gar nicht aktiv auf Jobsuche sind. Im weiteren Verlauf prüft der Personaldienstleister die fachlichen und persönlichen Qualifikationen, führt Interviews, gleicht Erwartungen ab und begleitet den gesamten Auswahlprozess bis zur erfolgreichen Vermittlung. Hierbei fungieren Headhunter als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerbern, beraten beide Seiten und sorgen dafür, dass die Besetzung nicht nur fachlich, sondern auch menschlich optimal passt.

Headhunting oder Personalberatung – Unterschiede

Begriff

Defiinition

Personalberatung Unterstützt Unternehmen umfassend bei Personalthemen, von der Strategie bis zur Besetzung von Stellen.
Personalvermittlung Arbeitet für Bewerber und bringt diese aktiv mit Unternehmen zusammen, oft aus einem bestehenden Kandidatenpool.
Headhunting Gezielte Direktsuche nach passenden Kandidaten für schwierig oder diskret zu besetzende Positionen, meist im Management.
Executive Search Spezialform des Headhuntings für Top-Management-Positionen (C-Level) – sehr diskret und sehr exklusiv.
Outplacement-Beratung Unterstützt gekündigte Mitarbeitende bei der beruflichen Neuorientierung und Jobsuche.
Newplacement-Beratung Moderne Form des Outplacements mit stärkerem Fokus auf individueller Beratung, Karrierecoaching und schneller Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Gibt es eine Headhunter-Ausbildung?

Eine klassische Headhunter-Ausbildung gibt es nicht. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt – theoretisch kann sich jeder „Headhunter“ nennen. Die meisten finden den Berufseinstieg über ein abgeschlossenes Studium (BWL, Personalmanagement, Jura), über Weiterbildungen oder als Quereinsteiger mit Erfahrung im Recruiting oder Vertrieb. Typische Einsatzgebiete für Headhunter sind Personalberatungen und Agenturen zur Personalvermittlung. Sie werden aber auch in Zeitarbeitsfirmen oder Unternehmensberatungen eingesetzt. Viele machen sich auch als Headhunter selbstständig.

Welche Kompetenzen braucht ein Headhunter?

  • Menschenkenntnis & Empathie
  • Kommunikationsstärke & Überzeugungskraft
  • Branchenkenntnis & Marktintelligenz
  • Recherche- & Sourcing-Skills
  • Prozess- & Projektmanagement
  • Diskretion & Jagdinstinkt
  • Resilienz & Frustrationstoleranz
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Gehalt: Wie viel verdient ein Headhunter im Monat?

Headhunting gehört zu den bestbezahlten Berufen in Deutschland. Die Spitzengehälter kommen auf ein Jahresgehalt von 250.000 €. Im Durchschnitt verdienen Headhunter zwischen 4.000 und 7.000 € im Monat.

Karrierephase

Jahresgehalt

Einstiegsgehalt 50.000-70.000 €
Berufserfahrung (3-5 Jahre) 90.000-120.000 €
Leitende Position 150.000-250.000 €

Wer bezahlt einen Headhunter?

Die Headhunter-Vergütung ist in der Regel abhängig vom Suchauftrag. Das Honorar bezahlt allein der Auftraggeber, also die suchenden Unternehmen. Die Höhe orientiert sich am Jahresgehalt der zu besetzenden Position – oft zwischen 25 und 35 Prozent der Summe. Für besonders hohe Positionen in der Direct- oder Executive-Search sind sogar höhere Prozentsätze möglich. Allerdings ist das Gehalt an eine erfolgreiche Vermittlung gekoppelt: Ein kleiner Teil wird bei Auftragsvergabe gezahlt, den Rest gibt es erst bei erfolgreicher Einstellung.

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Wie läuft der Headhunting-Prozess ab?

Headhunting ist ein komplexer Prozess, der viel Diskretion, Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl voraussetzt. Erfolgreiche Headhunter übernehmen im Prozess gleich mehrere Rollen: Sie sind Berater für ihre Kunden und Auftraggeber – und zugleich Vermittler und Karrierecoach für die Kandidaten. Oft läuft der Headhunting-Prozess nach diesem Schema ab:

  1. Profilanalyse entwickeln

    Nach dem Suchauftrag erstellt der Headhunter zunächst ein exaktes Profil, welche Qualifikationen, Erfahrungen und Soft Skills die vakante Position erfordert.

  2. Zielfirmenliste erstellen

    Anschließend identifiziert der Personalberater Branchen und Unternehmen, in denen es passende Kandidaten gibt.

  3. Direktansprache der Kandidaten

    Es folgt die diskrete Kontaktaufnahme potenzieller Kandidaten über Telefon, E-Mail oder Linkedin (siehe: Active Sourcing).

  4. Background-Check durchführen

    Wer grundsätzlich an einem Jobwechsel interessiert ist, wird noch genauer durchleuchtet: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Referenzen werden geprüft.

  5. Vorauswahl treffen

    Mit den vielversprechendsten Fachkräften führt der Headhunter weitere Interviews, bewertet deren Eignung und trifft eine erste Auswahl – oft 3-5 der besten Kandidaten.

  6. Vermittlungsgespräche koordinieren

    Nun werden die potenziellen Besetzungen dem Unternehmen präsentiert und zusammen noch einmal Bewerbungsgespräche geführt. Der Headhunter begleitet auch diesen Auswahlprozess.

  7. Vertragsverhandlungen unterstützen

    Ist die Entscheidung gefallen, unterstützt der Headhunter beide Parteien bei der Gehaltsverhandlung und Fragen zum Arbeitsvertrag.

Nach der Vertragsunterzeichnung bleiben Headhunter meist noch in der Onboarding-Phase aktiv und stellen sicher, dass der neue Mitarbeiter gut integriert wird und seine Erwartungen erfüllt werden. Nur bei einem langfristigen Erfolg des Kandidaten im Unternehmen, kann er mit beiden auch in Zukunft wieder zusammenarbeiten.

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Wann lohnt sich ein Headhunter?

Einen Headhunter zu beauftragen, lohnt sich hauptsächlich dann, wenn Unternehmen eine strategisch wichtige Stelle besetzen wollen und qualifizierte Fach- oder Führungskräfte kaum über klassische Stellenanzeigen erreichbar sind. Gerade bei schwer zu besetzenden Positionen, einem engen Kandidatenmarkt oder sehr spezifischen Anforderungsprofilen spielt die Direktansprache ihre Stärke aus. Auch wenn es schnell gehen muss oder eine Vakanz diskret besetzt werden soll – etwa bei geplanten Personalwechseln auf C-Level – bietet die Zusammenarbeit mit einem Headhunter Vorteile. Durch sein Netzwerk, seine Marktkenntnis und die gezielte Vorauswahl geeigneter Kandidaten spart das Unternehmen nicht nur Zeit, sondern erhöht zugleich die Chancen auf eine passgenaue und nachhaltige Besetzung.

Headhunter finden: Tabelle und Übersicht

Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) gibt es in Deutschland mehr als 2.175 Personalberatungen mit rund 8.700 beschäftigten Beratern, die jährlich bis zu 85.000 Positionen besetzen. Falls Sie einen Headhunter suchen, finden Sie im Folgenden eine Liste und Tabelle mit namhaften Headhunterfirmen in Deutschland und international (in alphabetischer Reihenfolge):

Firma

Ort

Link

Amblank Jung Hamburg Link
Amrop Germany Berlin Link
Baumann Frankfurt Link
Boyden Düsseldorf Link
Cribb Hamburg Link
D-Level Hamburg Link
Deltacon Berlin, Köln Link
Division One Stuttgart Link
Egon Zehnder Zürich Link
H/P Executive Consulting Berlin Link
Hager Frankfurt Link
Heads München, Frankfurt Link
Heidrick & Struggles International Link
Herbold Fischer Associates Frankfurt Link
i-Potentials Berlin Link
Indigo Frankfurt Link
Kienbaum International Link
Korn/Ferry International Link
LAB Düsseldorf Link
MINT Solutions Köln Link
Odgers Berndtson International Link
Pape Consulting München Link
Passion for People Düsseldorf Link
PrimePeople Stuttgart Link
Rochus Mummert Düsseldorf Link
Russell Reynolds International Link
Sabine Märten München Link
SAM Executive Search Schondorf Link
Selaestus Berlin Link
Senator Executive Search München Link
Signium International Link
SpencerStuart International Link
Swissconsult Wettswil am Albis Link
Talent Tree München Link
Westwind Berlin Link

Was tun bei einem Headhunter-Anruf?

Ein Headhunter-Anruf ist zwar genau genommen Kaltakquise, aber zugleich ein unverbindlicher Erstkontakt – und deshalb legal. Wichtig ist: Wenn Sie gerade nicht frei sprechen können, bitten Sie den Headhunter um einen Rückruf unter Ihrer Privatnummer nach Feierabend. Ansonsten gilt: unbedingt professionell reagieren und richtig reagieren – idealerweise so:

  • Ruhig bleiben

    Bleiben Sie am Telefon stets freundlich und gelassen, auch wenn Ihre Wechselmotivation hoch ist. Das steigert Ihren Wert, unterstreicht Ihre Souveränität und signalisiert Selbstbewusstsein.

  • Kontaktdaten prüfen

    Bevor Sie Daten von sich preisgeben oder Ihren Lebenslauf verschicken, haken Sie unbedingt nach: Lassen Sie sich die vollständigen Kontaktdaten des Anrufers geben und machen Sie eine Recherche im Internet: Was finden Sie über den Personalberater online? Wie seriös ist er? Leider gibt es im Markt schwarze Schafe (siehe: Job Scamming)!

  • Termin vereinbaren

    Wer nicht frei sprechen kann, weil Kollegen mithören, sollte einen Termin für ein späteres Telefonat vereinbaren. Ein Gespräch am Arbeitsplatz zum Zweck der Abwerbung verstößt zudem gegen Ihre Treuepflichten gegenüber dem jetzigen Arbeitgeber! Wenn Sie sich abwerben lassen, dann bitte stets in der Freizeit.

  • Fragen stellen

    Seriöse Headhunter sind meist auf Branchen oder Hierarchieebenen spezialisiert. Fragen Sie daher genau nach den neuen Aufgaben und Herausforderungen des Jobs. Ebenso nach den Arbeitsbedingungen und Konditionen. Das Gehalt darf aber nie im Vordergrund stehen – wirkt gierig!

  • Respektvoll bleiben

    Wenn Ihnen das Angebot nicht zusagt, bleiben Sie bitte höflich: Auch wenn Sie ablehnen, bedanken Sie sich dennoch. Das nächste Mal könnte es passen. Gleichzeitig sollten Sie selbst diskret bleiben: Geben Sie keine Firmeninterna preis, sprechen Sie nie schlecht über den aktuellen Arbeitgeber und kennen Sie Ihren Arbeitsvertrag. Eventuell ist dort ein sog. nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Dann dürfen Sie nicht einfach so zur Konkurrenz wechseln.

Die beiden größten Fehler, die Sie beim Headhunterkontakt machen können, sind: arrogant werden – das verrät Laien mit Starallüren. Und überrascht sein: Wenn Sie wirklich der oder die Expertin in Ihrem Fachgebiet sind, musste man auf Sie kommen! Wer jetzt fragt, wie man auf Sie gekommen ist, outet sich als Jedermann.

Welche Rückfragen sollte ich dem Headhunter stellen?

Schon um herauszufinden, wie seriös der Headhunter und sein Jobangebot sind, sollten Sie Rückfragen stellen. Wir empfehlen diese:

    Fragen zum Headhunter

  • Wie ist Ihr Name und der Name Ihres Unternehmens?
  • Kann ich Sie im Internet finden?
  • Wie lange sind Sie schon Headhunter?
  • Sind Sie auf meine Branche spezialisiert?
  • Wer hat mich Ihnen empfohlen?
  • Fragen zu Position und Unternehmen

  • Aus welcher Branche stammt das Zielunternehmen, Größe, Umsatz?
  • Wie ist dessen aktuelle wirtschaftliche Lage?
  • Gibt es akute und laufende Change-Prozesse, von denen die Position betroffen ist?
  • Wo ist die Position angesiedelt: Wem muss ich berichten?
  • Wird die Stelle neu geschaffen oder gibt es einen Vorgänger?
  • Warum ist der Vorgänger ausgeschieden?
  • In welchem Rahmen bewegt sich das Gehalt?
  • Fragen zu Anforderungen

  • Wie sieht die Einarbeitungsphase aus?
  • Wie schnell und welche Ergebnisse werden erwartet?
  • Welche Herausforderungen sehen Sie?
  • Fragen zum Auswahlprozess

  • Wie geht es nach unserem Gespräch weiter?
  • Wie viele Interviews werden noch geführt?
  • Bis wann muss die Stelle besetzt sein?

Checkliste: Unseriöse Headhunter erkennen

Personalvermittlungen gibt es inzwischen viele, der Markt ist unübersichtlich. Um nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen, sollten Sie diese Indizien für unseriöse Headhunter beachten:

  • Geheimniskrämerei

    Headhunter müssen beim Erstkontakt nicht den Auftraggeber nennen – sich selbst aber eindeutig mit Namen und Firma vorstellen. Wer hier schweigt oder ein Geheimnis um die eigene Identität macht, ist unseriös.

  • Überfallanruf

    Headhunter dürfen beim Erstkontakt maximal testen, ob ein Kandidat gesprächsbereit ist, kurz die zu besetzende Stelle beschreiben und nach der Privatnummer für weitere Gespräche fragen. Wer überfallartig mehr wissen will, verstößt gegen den Verhaltenskodex der Branche.

  • Ahnungslosigkeit

    Seriöse Headhunter machen ihre Hausaufgaben: Sie haben Ihre Daten recherchiert und kennen die öffentlichen Teile Ihres Lebenslaufs. Hat der Anrufer hingegen keine Ahnung oder bietet einen Job an, der überhaupt nicht zu Ihnen passt, ist das ein Warnzeichen.

  • Beschönigung

    Welche Position bietet man Ihnen an? Worin liegt für Sie der Karriereschritt? Nennt der Headhunter hierzu keine echten Vorteile oder redet den Job nur schön, ist etwas faul.

  • Manipulation

    Gute Headhunter fragen nach Ihren Berufszielen und Karriereplänen – reden Ihnen aber keine Ziele ein. Seriöse Beratung hat nichts mit Manipulation zu tun.

  • Erklärungsnotstand

    Headhunter sind im Prozess Ansprechpartner – bei anfänglichen Fragen sowie wenn es mit dem Job nicht klappt. Erhalten Sie keine Antworten oder Erklärungen, ist das höchst unprofessionell.

Sehen Sie den Headhunterkontakt als das, was er ist: eine Chance. Passen Vermittler, Jobangebot und Ihre Erwartungen zusammen, stehen Sie vor einem Karriereschritt. Sind Sie nicht interessiert, wissen Sie trotzdem, wie Sie am Markt wahrgenommen werden.


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