Tee trinken: Wissenswerte Fakten über Tee

Ein Gastbeitrag von Burkhard Mantay

Wer kennt ihn nicht, den Zaubertrank des Miraculix? Älter als der Druiden-Mix aus Gallien ist das Getränk, um dessen Entdeckung sich fast genauso viele fantastische Abenteuer ranken: Tee. Bereits um 2700 vor Christus soll ein Chinesischer Kaiser das Getränk als Aufputschmittel entdeckt haben. Der Legende nach, kochte er – müde von einer langen Reise – sein Wasser aus Hygienegründen ab. Dabei flog das getrocknete Blatt eines Strauches der Camellia Sinensis in die Tasse des Kaisers. Der sah die Verfärbung, roch den Duft, probierte das Getränk und erfreute sich am guten Geschmack. Anschließend muss er wohl auch noch die aufmunternde Wirkung bemerkt haben, denn er war so begeistert, dass der den Strauch fortan kultivierte und das Getränk konsumierte…

Tee trinken: Wissenswerte Fakten über Tee

Wissenswerte Fakten über Tee

Ob sich die Geschichte tatsächlich so ereignet hat, bleibt ein Geheimnis. Sicher ist aber: Circa 450 nach Christus wurde das Heißgetränk von Buddhistischen Mönchen als konzentrationsförderndes Genuss- und Heilmittel in Massen verbreitet. Der Siegeszug des Tees begann.

Das sollten Sie über Tee wissen:

  • Tee war ursprünglich nur ein Aufguss aus getrockneten Blättern der immergrünen Strauchgewächse Thea Sinensis (China) und Thea Assamica (Indien). Der eigentliche Tee ist also Schwarztee, Grüntee, Weißer Tee und Oolong Tee, denn nur diese Getränke werden aus der besagten Pflanze gewonnen. Der Unterschied liegt lediglich in der Zubereitungsart.
  • Rund 4,7 Millionen Tonnen Tee werden weltweit jedes Jahr produziert. Und der Konsum von Tee wächst, es ist nach Wasser das meist konsumierte Getränk der Welt.
  • Tee ist eine kleine Apotheke, ein Supercocktail mit allerlei Wirkungen (wie ein kleiner Zaubertrank).

Inhaltsstoffe des Tees und deren Wirkung

  • Gerbsäure

    Gerbsäure, auch Tannine genannt, ist mit rund 20 Prozent der größte Bestandteil des Tees nach der Cellulose. Die Gerbstoffe sorgen dafür, dass Tee immer saurer wird, je länger er zieht. Im Fachjargon spricht man hier von astringent. Daher soll Schwarztee auch nur drei bis fünf Minuten und Grüntee nur ein bis zwei Minuten ziehen. Dann ist das beste Verhältnis von Gerbstoffen und anderen natürlichen Inhaltsstoffen und Aromen gegeben. Gerbsäure ist zudem die Wunderwaffe im Tee: Sie hilft etwa dem Margendarmtrakt gegen Blähungen, beugt Magendarminfektionen und Bauchschmerzen vor, wirkt antibakteriell und somit entzündungshemmend. In der Naturmedizin wird das nasse Teeblatt deshalb auch genutzt, um Entzündungen bei Wunden und Blutungen zu stillen.

  • Koffein

    Im trockenen, fermentierten Teeblatt ist sogar mehr Koffein enthalten, als in gleicher Menge in Kaffeebohnen. Jedoch wird das Koffein nur zu einem Drittel aus dem Blatt beim Aufguss gelöst. Im Schnitt enthalten 100ml Tee 35 bis 50mg Koffein. Mehr als viele Energy Drinks, die es nur auf durchschnittlich 30mg Koffein pro 100ml bringen (Cola: 10mg). Manche nennen es auch Tein – de facto ist es aber derselbe Wirkstoff. Nur wirkt er bei Tee anders als bei Kaffee: Weil das Koffein durch die Gerbsäure im Tee länger gebunden und somit langsamer ausgeschüttet wird, belebt Tee gleichmäßiger und länger anhaltend. Zudem soll das Koffein im Tee nicht so stark über den Herzkreislauf wirken, sondern erhöht eher die Gehirndurchblutung und stimuliert somit das zentrale Nervensystem. Das sorgt dafür, dass Tee zwar nicht so schnell und so stark wach macht, wie zum Beispiel Espresso, aber auch nicht so aufregt und Herzklopfen verursacht.

  • Ätherische Öle

    Die ätherischen Öle sind der Grund, warum Tee so lecker riecht und sogar seelisch entspannen kann. Ätherische Öle wirken durch die Nasenschleimhaut direkt auf das zentrale Nervensystem, stimulieren es und lösen positive Emotionen aus. Sie werden daher unter anderem auch gegen Depressionen, in sogenannten Aromatherapien eingesetzt. Eine Tasse Tee kann daher durchaus motivierend und stimmungsaufhellend wirken.

  • Flavonoide

    Dabei handelt es sich um Pflanzenfarbstoffe. Die sind in großer Zahl vor allem in Grüntee enthalten. Ihr besonderer Bonus: Sie helfen uns, länger zu leben. Flavonoide sollen antioxidativ wirken, das heißt, sie binden freie Radikale, die dafür verantwortlich sind, dass bei unserem Stoffwechsel Zellen zerstört werden. Zusätzlich sind antibakterielle und antivirale Wirkungen bekannt. Darüber hinaus wirken Flavonoide gefäßerweiternd und beugen Herz-Kreislauf Erkrankungen vor. Zu den Flavonoiden gehört übrigens auch das Epigallocatechingallat (EGCG), welches die Oberfläche von Muskelzellen erhöhen soll. Folge: Überflüssige Kohlenhydrate werden nicht als Fettzellen eingelagert, sondern in die Muskeln umgeleitet. Manche Sportler trinken deshalb Grüntee nach dem Kraftsport, um die Energie der Nahrung in Muskelmasse umzuwandeln.

  • Polyphenole

    Polyphenole sind uns auch vom Wein bekannt. Dies sind aromatische Verbindungen und wirken ähnlich wie die Flavonoide, also auch antioxidativ und antibakteriell.

  • Vitamine

    Tatsächlich enthält Tee unzählige davon. Auf alle einzugehen, sprengt hier den Rahmen. Erwähnenswert sind aber etwa das Vitamin B1, das für kognitive Prozesse im Gehirn benötigt wird und Glücksgefühle auslöst. Gerade für die Zellregeneration sowie den Zellschutz in unserem Körper sind Vitamine unerlässlich, was langfristig zu einer besseren Leistungsfähigkeit führt.

  • Aminosäuren

    Aminosäuren sind ebenfalls im Tee enthalten. Die Eiweißketten werden von unserem Körper benötigt, um Zellaufbau betreiben zu können. Insbesondere für Nervenzellen spielen sie eine bedeutende Rolle. Im Tee enthaltene Aminosäuren sind: Aspartinsäure, Arginin, Theanin, Leucin, Threonin und Alanin. Auch wenn die Mengen keine medikamentösen Ausmaße erreichen und damit keine Heilmittel ersetzen, kann regelmäßiger Teegenuss auch nicht schaden.

Grüner Tee verbessert Gedächtnisleistung

gruener-tee-wirkung-gedaechtnisVor allem der Grüne Tee hat es in sich: Forscher um André Schmidt von der Universität von Basel konnten nachweisen, dass Grüner Tee die Gedächtnisleistung und damit das Lernpensum enorm steigern kann. In den Untersuchungen schnitten die Probanden, die parallel grünen Tee tranken bei sämtlichen kognitiven Tests besser ab als die Kontrollgruppe – insbesondere die älteren Teilnehmer.

Teesorten, die keine sind

TeesortenKräutertees und Früchtetees sind genau genommen keine Tees, können aber ähnlich gesund sein. Und gerade diese Heißgetränke sind mit dafür verantwortlich, dass der Teekonsum hierzulande stetig wächst.

Die Tee-Liebhabernation der Briten macht hier jedoch schon in der Bezeichnung deutliche Unterschiede:

  • Tee (tea)
  • Kräuteraufguss (herbal infusion)
  • Früchteaufguss (fruit infusion)

Weil vor allem Kräutertees wunderbare Inhalts- und damit positive Wirkstoffe enthalten, seien folgende Rezepturen besonders empfohlen:

  • Ingwer-Zitronengras mit Süßholzwurzel

    Ingwer und Zitronengras besitzen viele ätherische Öle. Zudem enthalten sie Spurenelemente, die unser Körper täglich in kleineren Mengen braucht, aber nicht selber herstellen kann. Süßholzwurzel wiederum enthält viele Flavonoide.

  • Rooibos-Tee

    Rotbusch ist ein südafrikanischer Strauch der dort schon seit langem als nationales Aufgussgetränk verehrt wird. Rooibos enthält Flavonoide, Polyphenole sowie jede Menge wichtiger Spurenelemente und Vitamin C. Weil er frei von Koffein ist, eignet er sich perfekt für den Tagesausklang.

  • Minz-Tee

    Die Minze ist in der europäischen Natur- und Klostermedizin schon lange als wichtiges Heilmittel bekannt. Neben den starken, enthaltenen ätherischen Ölen sind auch hier Flavonoide und Gerbstoffe enthalten.

Ob nun echten Tee, Kräuter- und Früchteaufgüsse – allesamt können sie wichtige Körperfunktionen unterstützen und uns zu besserer und längerer Gesundheit verhelfen. Nicht umsonst leben die ältesten Menschen oft in Asien, was viel mit der Ernährung, aber eben auch mit dem Konsum von Tee zu tun hat.

Tee kann ein kleines Wundermittel sein, wenn auch kein Zaubertrank, der uns – wie bei den unbeugsamen Galliern – in Sekunden hilft, alle Probleme aus dem Weg zu boxen.

Apropos: Warum trinken Sie gerne Tee?

Über den Autor

Burkhard MantayBurkhard Mantay, 30, ist Firmengründer von Label My Tea. Seine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann mit der Fachrichtung Tee hat er in einem traditionsreichen Hamburger Teehandelshaus erlernt, wo er auch sein Fachwissen und seine Leidenschaft für Tee entdeckte. Vor Kurzem gründete er auch die Lifestyle Marke Kultaroma. Dabei geht es Mantay darum, Tee in eine neue und moderne Wertschätzung zu bringen, da dieses Produkt seiner Ansicht nach seine Potenziale und Vorteile für unser Leben noch gar nicht annähernd ausschöpft.

[Bildnachweis Miguel Garcia Saavedra, Shulevskyy Volodymyr, dewspliff, George Dolgikh by Shutterstock.com]
17. Juni 2014 Autor: Redaktion

Dieser Artikel wurde von der Redaktion lediglich bearbeitet und minimal redigiert, um ihm dem Redaktionssystem anzupassen. Verantwortlich für den Inhalt und die Richtigkeit der darin gemachten Aussagen und Links ist allein der genannte (Gast)Autor.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!