Dunbar-Freunde-Anzahl
Wie viele Facebook-Freunde haben Sie? Und jetzt Hand aufs Herz: Wie viele davon sind echte Freunde? Eine Studie des Psychologen Robin Dunbar von der britischen Oxford Universität kommt jetzt zu dem Ergebnis: Mehr als 200 Freunde können wir nicht haben. Bei seinen Untersuchungen unter mehr als 3.300 Probanden wollte Dunbar herausfinden, ob Social Media zu einer höheren Anzahl von Freunden führen. Das Ergebnis überraschte selbst den Wissenschaftler...

Viele Bekannte, wenig wahre Freunde

Freunde-Social-Brain-hypothse-DunbarZwar haben wir dank Social Media tatsächlich mehr Kontakte, aber längst nicht so viele wie angenommen: Im Durchschnitt lag die Anzahl der sogenannten Freunde laut Studie zwischen 155 und 183 Personen, wobei Frauen in durchschnittlich mehr Bekannte hatten als Männer.

Allerdings - und das ist bemerkenswert - gaben selbst intensive Social-Media-Nutzer an, nur 28 Prozent ihrer Facebook-Freunde seien auch "echte" Freunde. Auf die Frage, an wen sie sich bei ernsthaften Problemen wenden würden, nannten die Befragten indes nur Zahlen zwischen vier und 14 Freunden.

Das Ergebnis deckt sich mit Dunbars früheren Forschungen zu Beginn der Neunzigerjahre, aus denen schon die sogenannte Dunbar-Zahl hervor ging: Danach können Menschen nur zu maximal 148 anderen Menschen stabile Beziehungen halten.

Auch als Bruno Gonçalves von der Indiana Universität in einer Studie sechs Monate lang rund 380 Millionen Tweets auswertete, stellte er fest: Dort pendelte sich die Zahl der Kontakte der Twitterati ebenfalls zwischen 100 und 200 Menschen ein. Im Fachjargon wird dies auch "Social Brain-Hypothese" genannt. Danach ist unser Gehirn darauf limitiert, nicht mehr als rund 200 Beziehungen zu pflegen und zu verarbeiten.

Wahre Freundschaft bemisst sich ohnehin nicht an Zahlen.

[Bildnachweis: Svitlana Sokolova, oneinchpunch by Shutterstock.com]