GmbH gründen: Wie Sie zur eigenen Firma kommen

Nicht wenige Arbeitnehmer träumen den Traum von der Selbständigkeit. Endlich sein eigener Herr sein! Doch zuvor müssen Sie sich mit den Rechtsformen auseinanderzusetzen. Wer sich für eine Kapitalgesellschaft entscheidet, wird zumeist eine GmbH gründen wollen. Hierfür ist nicht nur ein Stammkapital in bestimmter Höhe notwendig, sondern etliche Schritte bis zur erfolgreichen Gründung müssen befolgt werden. Welche Schritte das sind und was Sie dabei beachten sollten…

GmbH gründen: Wie Sie zur eigenen Firma kommen

GmbH gründen: Die Wahl der Rechtsform

Wer ein Unternehmen gründen will, hat die Wahl zwischen verschiedenen Rechtsformen. Die GmbH – kurz für: Gesellschaft mit beschränkter Haftung – ist die beliebteste Form der Kapitalgesellschaft. Sowohl eine Einzelperson (Ein-Personen-GmbH) kann eine GmbH gründen als auch mehrere Personen gemeinsam.

Im Gegensatz zu anderen Rechtsformen müssen bei der GmbH die Gesellschafter nicht mit Ihrem Privatvermögen haften. Sollte die Firma in Zahlungsschwierigkeiten geraten, haftet die GmbH als juristische Person mit dem Firmenvermögen.

GmbH gründen: Voraussetzungen für die Gründung

Um eine GmbH gründen zu können, brauchen Sie mindestens ein Stammkapital von 25.000 Euro, wovon die Hälfte sofort auf ein eigens zu gründendes Konto der Gesellschaft einbezahlt werden muss.

Es empfiehlt sich hier, die Konditionen mehrerer Banken untereinander zu vergleichen. Die Gebühren können im Gegensatz zu Girokonten deutlich höher ausfallen. Das kann sich gerade bei häufigen Buchungen nachteilig auswirken.

Dieses Stammkapital kann als Bareinlage und als Sacheinlage erbracht werden. Bareinlage bedeutet, dass der Anteil in Geld vorliegt. Sacheinlagen werden durch Sachen oder Rechte erbracht, müssen jedoch belegt werden.

Da der Wert von Sachgegenständen häufig schwer bestimmbar ist, müssen die Gesellschafter einer GmbH eine detaillierte Begründung der bewerteten Sacheinlagen vorweisen. Die formalen Anforderung an eine GmbH-Gründung sind hoch, gerade in finanzieller Hinsicht.

Als Gründer sollten Sie (und gegebenenfalls Ihre Mitgründer) sich Gedanken zu folgenden Punkten machen:

  • Finanzielle Erwägungen

    • Sind die steuerlichen Belastungen tragbar?
    • Können die Gründungskosten (zwischen 450 und 1.000 Euro) erbracht werden?
    • Kann das notwendige Stammkapital eingezahlt werden?
  • Organisatorische Erwägungen

    • Wie soll das Unternehmen heißen?
    • Wer wird Geschäftsführer, wer Gesellschafter?
    • Was ist Sinn und Zweck der GmbH (meist Betrieb eines Handelgewerbes)?

In diese Phase fällt auch die Suche nach einem Firmennamen. Generell besteht die Möglichkeit, die Firmierung beispielsweise aus dem oder den Gründernamen abzuleiten. Ebenso kann ein Fantasiename verwendet werden.

Sie sollten allerdings zuvor abklären, ob der Name bereits existiert, um spätere Änderungen ausschießen zu können. Dazu bietet sich eine erste Recherche im zentralen Unternehmensregister an. Auch die Suche über Suchmaschinen im Internet kann Aufschluss geben.

Anschließend können Sie den gewünschten Namen bei der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer prüfen lassen. Üblicherweise ist diese Dienstleistung kostenlos.

Warnung vor Trickbetrügern: GmbH-Eintrag öffentlich

Jeder kann die Eintragung der GmbH öffentlich im Handelsregister einsehen. Das kann allerdings Trickbetrüger auf den Plan rufen. Die versuchen dann mit offiziell wirkenden Scheinrechnungen Sie um Ihr Geld zu bringen. Auch hier ist also oberste Pflicht, Sorgfalt walten zu lassen. Das heißt, prüfen Sie eingehend alle Schreiben und heften Sie behördliche Unterlagen so ab, dass sie schnell auffindbar sind.

GmbH gründen: Gesellschaftsvertrag und Angabe des Unternehmenszwecks

Um die GmbH gründen zu können, muss beim Notar ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt werden. In diesem muss der Sinn und Zweck des Unternehmens genannt werden, also welchen Aktivitäten Sie nachgehen wollen. Hier reicht es nicht, sich vage hinter unkonkreten Formulierungen zu verstecken.

Stattdessen müssen möglichst detailliert die Aktivitäten des Unternehmens beschrieben werden, also beispielsweise die Herstellung von Tierfuttermittel, der Handel mit Textilien oder Ähnliches.

Wenn GmbH nicht geht: Die UG oder Mini-GmbH

Nicht jeder Gründer bringt die nötigen finanziellen Mittel auf. Daher gibt es seit 2009 eine weiter Möglichkeit. Mit der sogenannten Unternehmergesellschaft (UG) können Sie sich ebenfalls selbständig machen, brauchen aber nur ein Mindestkapital von 1 Euro.

Die UG wird teilweise auch als 1-Euro-GmbH oder Mini-GmbH bezeichnet, da sie eine Sonderform der GmbH ist. Allerdings sollten ambitionierte Gründer sich nicht täuschen: Die Kosten bleiben natürlich nie auf einen Euro beschränkt.

Die Rücklagenbildung durch das Stammkapital wurde nicht wie ursprünglich einmal angedacht von 25.0000 auf 10.000 Euro gesenkt. Stattdessen kann theoretisch mit einem Euro gegründet werden. Allerdings werden Gewinne nicht vollständig ausgeschüttet, sondern fließen in die Rücklagenbildung – bis 25.000 Euro erreicht werden.

Ab da wird aus der UG eine GmbH.

GmbH gründen: In drei Schritten zum eigenen Unternehmen

Der Ablauf einer GmbH-Gründung ist im Folgenden durch etliche Formalitäten und Behörden gekennzeichnet. Bis zur fertigen GmbH durchläuft das Unternehmen drei Gründungsstadien:

  1. Die Vorgründungsgesellschaft

    Sie markiert den Beginn der GmbH und damit auch das Haftungsrisiko. In diesem Zustand haften die Gründer nämlich noch mit ihrem Privatvermögen. Es empfiehlt sich daher erst alles in trockene Tücher gebracht zu haben, bevor irgendwelche Geschäfte getätigt werden.

    Das gilt also für Mietverträge oder auch etwaige Lieferantenverträge. Hauptaugenmerk liegt zu diesem Zeitpunkt noch auf den Gesellschaftsvertrag, den die Gesellschafter vereinbaren müssen. Zusammen mit einem Notar müssen die wichtigsten Punkte geklärt sein:

    • Firma, Sitz und Gegenstand des Unternehmens der GmbH
    • Höhe des Stammkapitals und Übernahme der Stammeinlagen durch die Gesellschafter
  2. Die Vor-GmbH

    Sie wird auch als Vorgesellschaft beziehungsweise als GmbH i.G. bezeichnet, also GmbH „in Gründung“. Diese Vor-GmbH geht aus der Vorgründungsgesellschaft hervor und existiert bis zum Abschluss des notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrages, so dass sie dann in die spätere GmbH übergeht.

    Diese Phase wird mit der Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister abgeschlossen, welche bis zu drei Wochen dauern kann. Bezüglich der Haftung besteht in diesem Gründungsstadium Unklarheit. Generell kann der Geschäftsführer haften, allerdings hat er dann Regressansprüche gegen die Gesellschaft. Es empfiehlt sich also auch in diesem Gründungsstadium Zurückhaltung beim Tätigen von Geschäften.

  3. Die GmbH

    Der Notar veranlasst die Eintragung ins Handelsregister. In dem Moment, in dem das Unternehmen in das Handelsregister eingetragen wurde, ist die GmbH erfolgreich gegründet. Dies dauert zwischen drei und acht Werktagen. Mit der Gründung der GmbH werden Sie als nächstes Post vom Finanzamt erhalten, das das Unternehmen steuerlich erfassen wird.

    So erfahren Sie Ihre Steuernummer, die für die Rechnungen von Belang ist. Als nächstes müssen Sie das Gewerbeamt aufsuchen sowie etliche weitere Behörden: die Berufsgenossenschaft, die Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer und die Bundesagentur für Arbeit.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
1. Dezember 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!