Kaffee-gesund-TippsIch brauch jetzt ‘nen Kaffee…, denken Sie vielleicht gerade. Können wir verstehen, geht uns auch oft so. Denn Kaffee gibt uns nicht nur einen Kick, er ist – in Maßen – auch gesund und kann mehr, als Sie denken. Oder hätten Sie beispielsweise gewusst, dass Kaffee das Alzheimer-Risiko senken kann? Das etwa fanden Forscher der Universität von South Florida und der Universität von Miami heraus. Oder dass Kaffeetrinker bis zu 40 Prozent seltener an Leberkrebs erkranken? Das Brühgetränk enthält diverse Antioxidanzien, darunter Cafestol und Kahweol, die einer Leberfibrose entgegen wirken. Was Sie noch über Kaffee wissen sollten…

Koffein-Kick: Das sollten Sie über Kaffee wissen

Kaffee-Koffein-FaktenAllein im Jahr 2013 trank jeder Deutsche im Durchschnitt 165 Liter Kaffee. Das entspricht 0,45 Liter am Tag – rund zwei Standard-Kaffeetassen. Damit wird hierzulande sogar mehr Kaffee getrunken als reines Wasser: Der Wasser-Verbrauch lag im selben Jahr bei nur 140 Litern pro Kopf.

Koffein gibt einem zwar vorübergehend neuen Schwung, aber zuviel davon und Ihre Finger tanzen Riverdance auf der Tastatur. Mehr noch: Wer mehr als fünf Tassen Kaffee am Tag trinkt, könnte davon Halluzinationen bekommen. Das jedenfalls meint Professor Simon Crowe von der australischen La Trobe Universität in Melbourne. Als er die Auswirkung von Koffein und Stress an 92 Probanden untersuchte, stellten er und seine Kollegen bald fest: Ein hoher Koffeinspiegel kombiniert mit Alltagsstress führt zu einem erhöhten Risiko einer Sinnestäuschung.

Damals wurden die Probanden zunächst in Gruppen eingeteilt – besonders gestresste und weniger gestresste, Kaffee Vieltrinker und Kaffee Abstinenzler. Dann sollten sie einer Tonbandaufnahme lauschen: Auf der war allerdings nichts weiter zu hören als Rauschen. Dennoch sollten die Teilnehmer sagen, wann sie das Lied “White Christmas” von Bing Crosby hörten.

Und tatsächlich hörten ein paar der Teilnehmer Musik, die gar nicht da war – und zwar die gestressten Kaffeetrinker. Für Crowe war das ein Beleg dafür, dass die Kombination aus Koffein und Stress psychoseartige Symptome entwickeln kann: “Hinsichtlich dieser Ergebnisse wird deutlich, dass wir besser über Koffeinkonsum und dem damit verbundenen Gesundheitsrisiko informiert werden müssen”, warnt Crowe.

Kein Morgen-Kaffee für Introvertierte

Extrovertierte reagieren angeblich anders auf Kaffee als Introvertierte. Laut dem Cambridge-Psychologen Brian Little reichen zwei Tassen der Aufputschdroge, damit Extrovertierte effizienter arbeiten, Introvertierte aber nicht: Sie profitieren nicht von dem Koffein-Kick, sondern seien dadurch eher überstimuliert und gestresst.

Frauen vertragen Koffein besser als Männer

Kaffeetrinken-gesundAuch in Meetings, wo viel Kaffee und alte Kekse vom Typ “Selection” gerne mal gereicht werden, um die Teilnehmer bei Laune zu halten und vor dem Powerpoint-Präsentationen-Koma zu retten, ist der Konsum von reichlich Koffein keine gute Idee.

Wie eine Studie von Lindsay St. Claire von der Universität in Bristol zeigte, hat Kaffee recht unterschiedliche Wirkungen auf die Geschlechter: Während Frauen mithilfe der Softdroge aufkommenden Stress besser bewältigen, führt er bei Männern zum glatten Gegenteil.

Oder anders ausgedrückt: Wenn zwei Männer unter Einfluss von Koffein heftig miteinander verhandeln, smalltalken oder diskutieren, dann verschlechtert sich deren kognitive Leistungskraft erheblich.

An dieser Studie nahmen seinerzeit 64 männliche wie weibliche Probanden teil – allesamt regelmäßige Kaffeetrinker, um biologische Überraschungseffekte auszuschließen.

In den konstruierten Konferenzen sollten diese dann Puzzles lösen, verhandeln oder gemeinsam Gedächtnisübungen absolvieren – jedoch immer als gleichgeschlechtliche Paare. Einige tranken dazu entkoffeinierten Kaffee (ohne es zu wissen – Kontrollgruppe), andere tranken starken Kaffee.

Um zusätzlichen Stress in die Gruppen zu bringen, erfuhren die Teilnehmer kurzfristig, dass sie ihre Ergebnisse hinterher präsentieren sollten – und die dabei gezeigte Leistung über die Höhe eines Honorars entscheiden würde.

Und siehe da: Die Gedächtnisleistung der Männer verschlechterte sich deutlich unter Einfluss des Koffeins – nicht aber bei den Frauen. Bei den Puzzle-Übungen brauchten die gedopten Männer im Schnitt 100 Sekunden länger als die Frauen und noch immer 20 Sekunden länger als jene Männer, die nur entkoffeinierten Kaffee getrunken hatten.

Bevor Sie also gleich zum Kaffeeautomaten pilgern: Eignen Sie sich hier gerne noch etwas Hintergrundwissen über das beliebteste Bürogetränk der Deutschen an.

Wir hätten da jedenfalls noch ein paar interessante Fakten:

Kaffee gesund? 10 wissenswerte Fakten über Kaffee

  • Kaffee steigert die Denkleistung. Wie Forscher der Johns Hopkins University in Baltimore festgestellt haben, ist Kaffee beziehungsweise das darin enthaltene Koffein nicht nur ein Wachmacher – er verbessert auch das Gedächtnis. Schon 200 Milligramm Koffein steigern das Erinnerungsvermögen und helfen beim Lernen.
  • Kaffee kann Schmerzen lindern. Etwa die eines Muskelkaters. Schon moderate Mengen von zwei Tassen Kaffee könnten Schmerzen lindern helfen, ergaben Untersuchungen.
  • Kaffee kann sexuell erregen. Vor allem Frauen. Das jedenfalls will Fay Guarraci von der Southwestern Universität in Georgetown, Texas festgestellt haben. Danach stimuliert Koffein dieselben Hirnareale, die auch für den sexuellen Erregungsgrad zuständig sind.
  • Kaffee senkt das Diabetes-Risiko. Genauer: das von Diabetes Typ 2 und zwar um stolze 50 Prozent. Allerdings auch nur bei dem, der täglich vier Tassen davon trinkt. Jede weitere Tasse senke das Risiko noch einmal um sieben Prozent, so eine Studie der American Chemical Society.
  • Kaffee gegen hilft gegen Mundgeruch. Weil einige Substanzen im Kaffee antibakteriell wirken, sorgen sie für einen besseren Atem, so eine Studie der israelischen Universität von Tel Aviv. Kaffee mit Milch verschlechtert den Atem allerdings wieder. Grund: Im Mundraum zersetzen Bakterien Milch und Kaffee wieder in übelriechende Substanzen.
  • Kaffee kann das Hautkrebs-Risiko senken. Allerdings gilt das erst einmal nur für Frauen, so eine Studie der Harvard Medical School. Teilnehmerinnen, die drei oder mehr Tassen Kaffee am Tag tranken, hatten ein signifikant geringeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
  • Kaffee beugt Parkinson vor. Das behauptet Ronald Postuma, der bei seinen Forschungen feststellte, dass Menschen, die regelmäßig Koffein zu sich nehmen, weniger häufig an Parkinson erkranken als andere.
  • Schon Kaffeeduft senkt den Stresslevel. Bei Versuchen mit Ratten konnten Wissenschaftler der Seoul National Universität beobachten, dass jene Tiere, die Kaffeearomen ausgesetzt waren, bereits Unterschiede der Gehirn-Proteine aufwiesen, die wiederum das Gefühl von Stress und Müdigkeit minderten.
  • Koffein und Glucose machen schlau. Kaffee und Kuchen am Nachmittag – eine gute Idee! Während wir einen Espresso schlürfen und einen süßen Snack naschen, regen wir unsere grauen Zellen an, fand Josep M. Serra Grabulosa von der Universität von Barcelona heraus. Bei Hirnscans im Magnettomographen zeigte sich, dass die Kombination aus Koffein und Glucose die kognitiven Prozesse der Probanden, insbesondere Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Denkeffizienz steigerte.
  • Kaffee inspiriert. Der Komponist Ludwig van Beethoven machte es sich zu Lebzeiten zur Gewohnheit, regelmäßig 60 Kaffeebohnen abzuzählen, um daraus eine Tasse Mokka zu brauen. Der französische Romancier Honoré de Balzac wiederum trank täglich mehrere Tassen starken Kaffee, um wach zu bleiben. Er arbeitete meist zwölf Stunden am Tag.

Bonus: Kaffee hilft gegen Depression

Laut Studien des National Institute of Health haben Menschen, die täglich vier oder fünf Tassen Kaffee trinken, ein um zehn Prozent verringertes Risiko, depressiv zu werden gegenüber Kaffee-Verweigerern. Grund sind die enthaltenen Antioxidantien, die die Produktion von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin anregen und so im Körper eine Art Hochgefühl auslösen.

Bestätigt wird das Ergebnis auch von einer Untersuchung der Harvard School of Public Health. Danach können schon zwei bis vier Tassen Kaffee am Tag das Selbstmordrisiko um 50 Prozent senken.

Kaffee – und die Nebenwirkungen

Der Vorteil des Kaffees ist zugleich aber auch sein Nachteil: Die stimulierende Droge Koffein besitzt einige Nebenwirkungen. Nimmt ein Mensch über längere Zeit hohe Dosen davon zu sich, verändern sich die Nervenzellen. Der Kaffee hemmt die körpereigenen Adenosin-Moleküle. Die verhindern normalerweise die Ausschüttung von belebenden Botenstoffen wie Dopamin oder Noradrenalin. Deswegen regt Kaffee an.

Bei regelmäßigem Konsum aber bilden die Nervenzellen immer mehr Rezeptoren für Adenosin – solange, bis ein neuer, höherer Ausgleichspegel gefunden ist. Im Fachjargon heißt dieses Phänomen Toleranz. Es entsteht bereits nach sechs bis 15 Tagen starken Koffeinkonsums. Setzt man den Kaffee dann abrupt ab, kann es zu regelrechten Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen.

Berufsgruppen-Ranking: Wer trinkt am meisten Kaffee?

wavebreakmedia/shutterstock.comKaffee ist das Benzin des Büros: ohne dem Brühmittel läuft die Maschine nicht.

Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, in dem die Mitarbeiter nicht morgens mit einem Kaffee to go in der Hand aufschlagen oder erst mal in der Kaffeeküche verschwinden, um sich den ersten Kick des Tages zu gönnen. Soweit, so bekannt. Aber es gibt natürlich Berufsgruppen, die – glaubt man einer neuen Studie – besonders auf ihr täglich Koffein angewiesen sind: Bei Journalisten und Medienleuten im Allgemeinen hat man das ja immer schon geahnt, aber dass auch Manager und Lehrer unter den Top10 rangieren…

Ranking der größten Kaffeeverbraucher

Die britische Agentur Pressat hat dazu rund 10.000 Angestellte aus verschiedenen Berufsgruppen befragt und das Ergebnis in einer Art Ranking der größten Kaffeeverbraucher zusammengefasst. Überraschung: Journalisten, Polizisten und Lehrer zeigen regelrechtes Suchtverhalten:

  1. Journalisten (und Medienschaffende)
  2. Polizisten
  3. Lehrer
  4. Händler und Handelsvertreter
  5. Krankenschwestern und -Pfleger
  6. Manager
  7. Telefonverkäufer
  8. IT-Servicekräfte
  9. Verkäufer
  10. Taxifahrer

Ganze 85 Prozent der Befragten gaben an, sie trinken mindestens drei Tassen Kaffee am Tag, knapp 70 Prozent gaben sogar zu: Ohne Kaffee würde ich meinen Arbeitstag und Job nicht schaffen.

Bemerkenswert ebenfalls: Männer trinken im Schnitt fünf Prozent mehr Kaffee als Frauen. 62 Prozent der Kaffeetrinker machen sich allerdings keinerlei Gedanken über mögliche Gesundheitsrisiken.

Zum Tag des Kaffees noch ein Video

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