Die meisten Stellenanzeigen legen besonderen Wert auf die Teamfähigkeit von Bewerbern. Da sollte man meinen, in den derart vorselektierten Betrieben ginge es rundherum kollegial zu – überall keimende Netzwerke, reibungslose Projektarbeit, inspirierende Meetings. Von wegen! Die Realität sieht oft anders aus und wird beherrscht von katastrophalen Teamstrukturen, notorischen Drückebergern und angeberischen Luftblasenproduzenten. Also haben sich die Autoren des Buchs “Ich hasse Teams“, Svenja Hofert und Thorsten Visbal, gefragt: Wie beliebt ist Teamarbeit tatsächlich in Deutschland?

Das Ergebnis ihrer Umfrage (pdf) ist zwar nicht repräsentativ, spricht aber eher für modernes Einzelkämpfertum und viele Teamhasser: Knapp die Hälfte der Befragten arbeitet effizienter alleine als im Team. Der durchschnittliche Teamhasser-Wert auf einer Skala von 1 (Einzelkämpfer) bis 10 (Teamliebhaber) betrug 5,4. Wobei Angestellte ohne Personalverantwortung die Teamarbeit mit 5,8 am positivsten bewerten. Sie arbeiten gern mit Kollegen, stören sich aber an den Nebenwirkungen (siehe Grafik):

Als besonders positiv beim gemeinsamen Arbeiten im Team werden Kreativität, Ideenvielfalt und das Hin und -Herspielen von Gedanken und Ideen sowie deren Überprüfung bis hin zur Lösungsfindung angesehen. Als besonders negativ wird mangelnde Effektivität bei der Umsetzung der gemeinsamen Arbeit betrachtet, z.B. bei Abstimmungsprozessen, in Meetings und beim Nichterreichen von Zielen. Die beiden größten Schwierigkeiten für eine erfolgreiche Gruppenarbeit werden in mangelndem Verantwortungsbewusstsein sowie versteckten Eigeninteressen gesehen, wie etwa Egospiele, Festhalten an Meinungen, Profilieren und fehlende Kompromissbereitschaft.

Apropos: Wie halten Sie es eigentlich mit den Kollegen? Sind Sie eher Teamliebhaber oder Einzelkämpfer? Machen Sie mit bei der Karrierebibel-Umfrage dazu!

Wie Sie Ihre Beziehung zu Kollegen verbessern

  1. Verstehen. Nehmen Sie sich Zeit, Ihren Kollegen zuzuhören. Hören Sie nicht nur auf die Worte, verstehen Sie auch deren Motive, Werte, Hintergründe. Viele Missverständnis im Büro lassen sich so unmittelbar ausräumen.
  2. Akzeptieren. Begegnen Sie jedem mit Respekt und tolerieren Sie, dass es verschiedene Arbeitsweisen und Wege zum Ziel gibt. Wenn Sie sich selbst nicht zum Maßstab machen, können Sie vielleicht sogar noch etwas lernen.
  3. Ermutigen. Bestätigen Sie Kollegen in Ihrem Engagement und ihren Erfolgen. Nicht als Schmeichelei oder Schleimerei, sondern um sie zu ermuntern. Das ist der Klebstoff für jede Beziehung.