Definition: Was ist eine Selbstbeschreibung?
Eine Selbstbeschreibung ist eine kurze, sachliche Darstellung – verbal oder schriftlich – der eigenen Person. Sie beschreibt, wer man ist, wie man sich sieht und wie man von anderen wahrgenommen werden möchte. Sie dient in erster Linie dazu, das eigene Selbstbild auszudrücken und gleichzeitig zu prägen. Typische Inhalte einer Selbstbeschreibung sind:
- Persönliche Daten (Name, Alter, Herkunft, Beruf)
- Wichtige Eigenschaften (z.B. zuverlässig, kreativ)
- Relevante Fähigkeiten (teils: Interessen und Hobbys)
- Zentrale Werte und Ziele (beruflich, privat)
Eingesetzt und genutzt wird die Selbstbeschreibung in der Schule (z.B. im Deutschunterricht), in sozialen Netzwerken (im eigenen Profil) sowie in der Bewerbung bzw. im Vorstellungsgespräch.
Selbstbeschreibung im Bewerbungsgespräch
Insbesondere im Bewerbungsgespräch gehört die Selbstbeschreibung (synonym: Selbstpräsentation) zu den fünf zentralen Phasen im Vorstellungsgespräch Ablauf. Hierbei geht es dann weniger eine bloße Wiederholung des Lebenslaufs, sondern vielmehr um eine gezielte Selbstreflexion und Selbsteinschätzung mit klarem Bezug zur angestrebten Stelle.
Die Selbstvorstellung im Interview dauert nicht länger als 2-5 Minuten und ist immer eine freie Rede (ablesen ist tabu!). Das klingt schwer, lässt sich aber gut zuhause vorbereiten, üben und auswendig lernen.
Worin unterscheiden sich Selbstbeschreibung und Selbstpräsentation?
Selbstbeschreibung und Selbstpräsentation sind in der Regel synonyme Begriffe. Es kommt aber vor, dass Personaler hierbei andere inhaltliche Schwerpunkte erwarten: Während Sie in der „Selbstpräsentation“ vor allem erzählen, wie Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Stärken im neuen Job einsetzen wollen, wollen Personaler in der „Selbstbeschreibung“ hören, wie Sie sich selbst als Arbeitnehmer oder Ihre Arbeitsweise einschätzen.
Warum ist eine professionelle Selbstbeschreibung wichtig?
Unterschätzen Sie diesen festen Teil im Bewerbungsgespräch bitte niemals! Personaler widmen der Selbstbeschreibung im Gespräch große Aufmerksamkeit. Sie gibt ihnen Aufschluss über…
- das Reflexionsvermögen des Kandidaten.
- dessen Analysestärke.
- dessen Selbstbild und Selbstwahrnehmung.
- den reflektieren Umgang mit Stärken und Schwächen.
- erkannte Potenziale.
- Mentalität und Leistungswillen.
- Vorbereitung und Auseinandersetzung mit dem Job.
Nennen Sie in der Selbstbeschreibung aber bitte nicht irgendwelche Stärken oder Schwächen, sondern passen Sie Ihre Präsentation jedes Mal individuell an das Anforderungsprofil der Stelle an. Personalverantwortliche dadurch sofort, wie intensiv Sie sich im Vorfeld mit dem Unternehmen und zukünftigen Arbeitsplatz auseinandergesetzt haben.
Selbstbeschreibung Aufbau: Ich über mich
Handelt es sich bei der Selbstbeschreibung um eine klassische Selbstpräsentation, sollten Sie sich an der schon vielfach bewährten und von der Karrierebibel seit Jahren empfohlenen Formel „Ich bin, ich kann, ich will“ orientieren:
- Selbstvorstellung (Name, Alter, Herkunft)
- Ausbildung oder Studium, höchster Abschluss
- Bisherige Jobs, Erfahrungen
- Meilensteine im Berufsleben
- Besondere Kenntnisse, Stärken, Zertifikate
- Relevante Soft Skills
- Größte Erfolge (mit Zahlen!)
- Motivation für die Stelle
- Geplanter Mehrwert und Nutzen für das Unternehmen
- Konkreter Einsatz der relevanten Fähigkeiten
- Erste Ideen für den neuen Job
Ich bin (Persönliche Daten, Qualifikationen)
Ich kann (Bisherige Erfolge)
Ich will (Bezug zur Stelle)
Vor allem mit dem dritten Teil („Ich will“) können und sollten Sie überzeugen. Stellen Sie dar, wie Sie Ihr Wissen und Können für das Unternehmen in den ersten 100 Tagen einsetzen werden und welche Erfolge Sie damit erzielen könnten. Proben Sie diese Selbstpräsentation wiederholt zuhause vor dem Spiegel oder als Videoaufzeichnung mit dem Smartphone, bis diese flüssig sitzt.
Selbstbeschreibung Beispiel
- „Vielen Dank für Ihre Einladung und die Chance, mich Ihnen kurz vorzustellen: Mein Name ist Max Muster, ich bin 26 und wohne in Köln. Ich habe an der Uni Köln 10 Semester BWL studiert und mit dem Master abgeschlossen.
Dort habe ich mich vor allem auf den Bereich Marketing, insbesondere Online-Marketing spezialisiert. Zusätzlich habe ich dieses Wissen in zwei Praktika bei namhaften Werbeagenturen in Düsseldorf vertieft und dort unter anderem für Kunden deren TikTok- und Instagram-Kanäle aufgebaut. Bei einem 6-monatigen Auslandssemester konnte ich Einblicke in die Arbeit einiger kalifornischer Startups gewinnen. Gerade im Bereich Community Marketing sind die uns weit voraus.
Diese praktischen Erfahrungen, vor allem im Bereich des lokalen Micro-Influencer-Marketings, passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen dieser Stelle. Ich bin überzeugt, mein Wissen gewinnbringend für Sie einsetzen zu können, indem ich für Sie relevante Influencer identifiziere und für unsere Sache gewinne.“
Perfekt aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten!
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Tipps: Wie kann ich in der Selbstbeschreibung überzeugen?
Ob Sie sich bei Ihrer Selbstbeschreibung am obigen Dreiklang oder z.B. an der AIDA-Formel orientieren, ist letztlich Geschmacksache. Wichtiger ist, dass Sie beim Inhalt die folgenden Tipps und Empfehlungen beachten:
Vermeiden Sie Floskeln
Viele Bewerber neigen dazu, sich in Floskeln und Phrasen zu verlieren. Beispiel: „Ich bin lösungsorientiert, motiviert, verantwortungsbewusst und arbeite gerne im Team.“ Würden Sie das glauben? Eben. Das sind Behauptungen, aber keine Beschreibungen. Damit solche Aussagen überzeugen, sollten Sie diese stets durch Beispiele und kleine Anekdoten aus bisherigen Jobs und Tätigkeiten belegen.
Bleiben Sie ehrlich
Auch wenn Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen wollen: Bleiben Sie unbedingt ehrlich. Es können jederzeit Nachfragen dazu kommen. Kommen Sie dann ins Stottern oder verstricken sich in Widersprüche, sind die Jobchancen dahin. Überhaupt: Bei der Selbstbeschreibung punkten nicht die perfekten Bewerber, sondern jene, die mit Ihren Stärken und Schwächen reflektiert, konstruktiv und lösungsorientiert umgehen – und darüber auch noch souverän reden können.
Fokussieren Sie sich
Kommen Sie bei der Selbstbeschreibung auf den Punkt. Labern ist grundsätzlich tabu. In der kurzen Zeit von 2-5 Minuten können Sie maximal drei kleine Geschichten nennen. Mehr nicht. Umso wichtiger ist, dass Sie sich hierbei auf Ihre wichtigsten und maximal relevanten Argumente und Erfahrungen konzentrieren, die auf den neuen Job übertragbar sind – also passende Attribute unterstreichen und Sie von den Mitbewerbern positiv abheben.
Betonen Sie Entwicklungen
Der Begriff „Selbstbeschreibung“ suggeriert ein wenig, dass es sich lediglich um einen aktuellen Ist-Zustand handelt. Falsch! Überzeugender wird Ihre Vorstellung immer, wenn Sie darin zugleich eine persönliche Entwicklung beschreiben. Beispiel: „Früher viel es mir schwer, vor einer größeren Gruppe zu sprechen. Seit ich dazu ein Coaching absolviert habe, habe ich meine Skills deutlich verbessert.“ Das Prinzip „Heldenreise“ taugt natürlich nicht nur für Schwächen, sondern ebenso für Ihre wichtigsten Fähigkeiten und Kompetenzen.
Ansonsten gilt: Stehen Sie zur Selbstbeschreibung immer auf und gerade. Präsentieren Sie mit Leidenschaft und nutzen Sie die Hände zur Unterstützung. Profis nehmen dazu einen Stift in die Hand, das gibt Sicherheit. Und halten Sie bei der Selbstpräsentation immer abwechselnd Blickkontakt zu allen Anwesenden, das erhöht Ihre Präsenz und Wirkung.
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