Nebenjob am Wochenende: Was ist erlaubt?

Wer einen Nebenjob am Wochenende ausübt, sollte vorsichtig sein – nicht alles ist erlaubt. Grundsätzlich gilt das Wochenende als Ruhe- und Erholungszeit, bei einer Vollzeitbeschäftigung macht das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) strenge Vorgaben. Dennoch bieten sich im Rahmen der Gesetze Möglichkeiten, am Samstag oder Sonntag etwas dazuzuverdienen…

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Ein Nebenjob am Wochenende ist eine zusätzliche Beschäftigung, die neben dem Hauptjob nur samstags oder sonntags ausgeübt wird.
  • Erlaubnis: Arbeitnehmer dürfen einen Nebenjob haben, müssen aber den Arbeitgeber informieren, wenn der Arbeitsvertrag dies verlangt.
  • Konkurrenzverbot: Verboten sind Tätigkeiten bei direkten Konkurrenzunternehmen zum Hauptarbeitgeber.
  • Ruhezeiten: Zwischen dem Nebenjob am Wochenende und dem Hauptjob muss eine Ruhezeit von 11 Stunden (§ 5 ArbZG) eingehalten werden.
  • Sozialversicherung: Abhängig vom Verdienst ist ein Nebenjob am Wochenende ein Minijob (bis 603 Euro) oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
  • Steuern: Für das Gehalt fällt Lohnsteuer an – Ausnahme ist auch hier der Minijob, der bis zur Verdienstgrenze steuerfrei bleibt.

Besonders verbreitet sind Nebenjobs am Wochenende in der Gastronomie. Hier liegt die Quote der Wochenendarbeit bei etwa 70 %. Grund ist der höhere Personalbedarf in dieser Zeit. Sie sind auch auf der Suche nach einem passenden Nebenjob am Samstag oder Sonntag? In unserer Jobbörse finden Sie passende Stellenangebote in Ihrer Nähe:

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Voraussetzungen: Wann ist ein Nebenjob am Wochenende erlaubt?

Wichtigste Voraussetzung für einen Nebenjob am Wochenende ist die Arbeitszeit. In Deutschland gilt eine wöchentliche Höchst­arbeits­zeit von 48 Stunden (6 Tage mit je 8 Stunden), bis zu 60 Stunden sind kurzfristig erlaubt, wenn innerhalb von 6 Monaten ein entsprechender Ausgleich stattfindet, um den Durchschnitt von 8 Stunden am Tag zu halten.

Die Zeit im Nebenjob am Wochenende wird zu den Arbeitsstunden im Hauptjob hinzugerechnet. Beispiel: Sie arbeiten in Vollzeit bereits 40 Stunden pro Woche, dann dürfen Sie noch maximal 8 Stunden nebenbei arbeiten. Zusätzlich müssen Sie eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen einhalten (§ 5 ArbZG). Sie dürfen also nicht am Sonntagabend bis 24 Uhr arbeiten und am Montag wieder um 8 Uhr ins Büro gehen.

Erholungszeiten beachten!

Vorsicht ist geboten bei Sonntagsarbeit: Dieser Tag ist grundsätzlich für Ruhe und Erholung vorgesehen. Deshalb ist Sonntagsarbeit in den meisten Fällen verboten. Ausnahmen gibt es nur für bestimmte Branchen und Berufe, etwa Krankenhäuser, öffentlichen Nahverkehr oder Gastronomie. Wer sonntags im Nebenjob arbeitet und deshalb unter der Woche im Hauptjob zu müde ist, muss im schlimmsten Fall mit einer Kündigung rechnen (BAG-Urteil, 2 AZR 211/04).

Welche Nebenjobs am Wochenende gibt es?

Wer nach einem Nebenjob am Wochenende sucht, hat eine breite Auswahl an Nebenbeschäftigungen. Üblicherweise sind das Jobs, die nur wenig oder gar keine Vorbildung benötigen, damit der Nebenjobber sofort oder ohne großen Vorlauf eingesetzt werden kann. Hier ein Überblick über typische Nebenjobs, die am Wochenende ausgeübt werden:

Tätigkeiten als Fahrer

Anstellungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel bei einem Lieferdienst oder einem Taxiunternehmen. Aber auch Kurierdienste sind immer auf der Suche nach Fahrern – häufig auch per Fahrrad. Allerdings ist der Zeitdruck mitunter hoch.

Verdienstmöglichkeiten: Ab 13 Euro pro Stunde (teils mit Trinkgeld).

Tätigkeiten in der Gastronomie

In der Küche, im Service oder an der Theke wird gerade für die Abende an den Wochenenden von Kneipen, Restaurants, Bars und Clubs Personal gesucht. Ebenfalls finden Sie bei Fastfood-Unternehmen einen Nebenjob am Wochenende. Sie müssen jedoch mit Lärm und Stress umgehen können.

Verdienstmöglichkeiten: 13-15 Euro pro Stunde plus Trinkgeld.

Tätigkeiten im Einzelhandel

Zum Regaleeinräumen oder für einfache Hilfstätigkeiten werden insbesondere an Samstagen, wo in Baumärkten, Boutiquen oder Supermärkten ein erhöhter Kundenansturm herrscht, gerne Nebenjobs vergeben.

Verdienstmöglichkeiten: 13-15 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten im Vergnügungsbereich

Vielseitige Nebenjobangebote am Wochenende gibt es zum Beispiel in Freizeitparks, Kinos oder bei Konzerten. Auch Theater suchen oft Mitarbeiter für Garderobe, Einlass oder als Komparse.

Verdienstmöglichkeiten: bis zu 18 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten im medizinischen Bereich

In Kliniken oder Pflegeheimen werden zur Unterstützung häufig Pflegehelfer gesucht. Auch Pharmaunternehmen suchen gesunde und fitte Testpersonen für ihre Medikamentenstudien. Wer etwas Gutes tun möchte, kann zudem Blut spenden.

Verdienstmöglichkeiten: 13-30 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten im Sicherheitsbereich

Security-Mitarbeiter sind häufig beim Einlass von Clubs als Türsteher oder als Ordner von Großveranstaltungen zu finden. Sie sollten jedoch über eine körperliche Fitness, ein dickes Fell und eine natürliche Autorität verfügen.

Verdienstmöglichkeiten: 13-15 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten in privaten Haushalten

Neben Babysittern werden von privaten Haushalten auch Putzkräfte oder Haushaltshilfen beschäftigt. Gerade am Wochenende verdienen sich so nicht nur Rentner, sondern auch Studenten den einen oder anderen Euro dazu.

Verdienstmöglichkeiten: 13-15 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten als Promoter oder Animateur

In einigen Clubs und Hotels werden Animateure nicht nur monats- sondern auch stundenweise beschäftigt, um den Gästen Spaß und eine schöne Zeit zu bereiten. Hier ist hauptsächlich Offenheit gefragt. Ähnliche Eigenschaften brauchen Sie auch als Promoter, wenn Sie an Ständen oder auf der Straße auf Menschen zugehen und für ein Unternehmen werben.

Verdienstmöglichkeiten: 15-20 Euro pro Stunde.

Tätigkeiten als Zeitungszusteller

An den Wochenenden werden gerne Gratis- oder Sonntagszeitungen beziehungsweise Reklame an die Haushalte verteilt. Das bedeutet allerdings: früh aufstehen und teilweise lange unterwegs sein.

Verdienstmöglichkeiten: ab 13 Euro pro Stunde.

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So finden Sie den besten Nebenjob in der Nähe

Nebenjobs werden häufig unkompliziert vergeben, also ohne ein großes und langwieriges Bewerbungsverfahren. Dies liegt zum einen daran, dass weniger Qualifikationen erforderlich sind. Stattdessen punkten Sie mit Zuverlässigkeit, Fleiß und Motivation.

Für die Suche nach einem Nebenverdienst in der Nähe gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Internet

    Hier gibt es Online-Jobbörsen, die sich speziell auf Nebenjobs konzentrieren und eine gute Übersicht über verfügbare Alternativen bieten.

  • Aushänge

    Lokale Nebenjobs werden gerne in Universitäten, Kneipen, Kulturzentren, Einkaufszentren oder direkt in den Geschäften, die suchen, ausgehängt. Halten Sie die Augen offen.

  • Zeitungen

    Vieles läuft online, doch gerade Wochenendjobs werden regelmäßig in örtlichen Zeitungen und Kleinanzeigenblättern ausgeschrieben. Hier lohnt sich ein Blick auf jeden Fall.

  • Kontakte

    Eine Vielzahl von Jobs wird über persönliche Kontakte vergeben. Das berufliche Netzwerk kann ebenso hilfreich sein, um einen Nebenjob am Wochenende zu finden.

  • Direkte Nachfrage

    Sie haben bereits einen bestimmten Job gefunden, dem Sie am Wochenende nachgehen wollen? Dann fragen Sie direkt nach, ob Bedarf an Personal besteht, und stellen Sie sich vor.

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Darf der Chef einen Nebenjob am Wochenende verbieten?

Ein Nebenjob am Wochenende sowie jede andere Nebentätigkeit sind grundsätzlich erlaubt. Ihr Chef aus dem Hauptjob darf die Tätigkeit nicht einfach verbieten. Im Arbeitsvertrag darf aber eine Informationspflicht vereinbart werden: Dann müssen Sie Ihren Arbeitgeber vor dem Beginn eines Nebenjobs am Wochenende informieren. Der Chef muss diesen wiederum bewilligen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Wann ist ein Nebenjob am Wochenende verboten?

Ihr Nebenjob darf keine negativen Auswirkungen auf Ihre Arbeit im Hauptjob haben und muss innerhalb der Grenzen des Arbeitszeitgesetzes stattfinden. Auch eine Konkurrenztätigkeit (bei einem direkten Wettbewerber des Arbeitgebers) ist verboten und darf vom Chef untersagt werden. Zudem dürfen Sie keiner Nebentätigkeit nachgehen, wenn Sie krankgeschrieben sind oder Urlaub genommen haben – hier steht der Erholungszweck im Vordergrund.

Nebenjob am Wochenende bei Arbeitslosigkeit

Bei Bezug von Arbeitslosengeld liegt die maximale Arbeitszeit bei 15 Stunden pro Woche. Ein Nebenjob am Wochenende ist somit möglich, auch wenn Sie arbeitslos gemeldet sind. Dabei ist ein Verdienst von 165 Euro erlaubt und führt nicht zu Abzügen der Leistungen. Überschreiten Ihre Einkünfte aus dem Nebenjob diese Grenze, wird das Gehalt auf Ihre Bezüge angerechnet.

Warum überhaupt ein Nebenjob am Wochenende?

Wer neben einer Voll- oder Teilzeitarbeit unter der Woche noch einen Nebenjob am Wochenende ausübt, kann dafür gute Gründe haben. Die häufigsten, die die Nebenjobber anführen, sind:

  • Geldmangel

    Ob Berufsanfänger, der noch nicht viel verdient, oder gestiegene Kosten, die einen Nebenverdienst nötig machen. Oft geht es bei einem Nebenjob am Wochenende um zusätzliches Einkommen. Da durch Wochenendzuschläge der Verdienst attraktiv ist, greifen viele bei solchen Stellenangeboten zu.

  • Arbeitszeit

    Für Vollzeitbeschäftigte ist es schwer, einen Job zu finden, den sie nach Feierabend ausüben können oder wollen. Das Arbeitszeitgesetz und mögliche Schichtdienste machen dies zusätzlich schwer. Wer dennoch hinzuverdienen will, muss aufs Wochenende ausweichen.

  • Ausgleich

    Es klingt paradox, aber viele finden in ihrem Nebenjob am Wochenende einen Ausgleich und einen Erholungseffekt. Wer zum Beispiel neben einer Bürotätigkeit unter der Woche zusätzlich am Samstagabend als Barkeeper arbeitet, kann darin nicht nur persönliche Erfüllung finden, sondern hat obendrein noch soziale Kontakte und unverbindlichen Austausch mit Gästen und Kollegen. Vielen tut dies gut.

  • Berufliche Laufbahn

    Es gibt auch Nebenjobber, die am Wochenende etwas für ihre Karriere tun: Sammeln von Erfahrungen, Aufbau von Netzwerken, Erweitern von Praxiswissen, Erhöhung von sozialer Kompetenz, Beweisen von Engagement – all dies kann einem im Lebenslauf Vorteile verschaffen.

  • Hobby

    Wer seinen Nebenjob am Wochenende mit seinem Hobby verbindet, nimmt die Arbeit nicht mehr als solche wahr. Eine Ordnertätigkeit beim Fußballklub des Herzens oder beim Konzert der Lieblingsband oder ein Job als Komparse beim Theater – all das sorgt für mehr Spaß in beiden Berufen.


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