Kommt darauf an. Kommt wirklich darauf an, ob einer nun ganz offiziell von Seiten des Unternehmens einen Mentee unter seine Fittiche nimmt. Oder ob ein Manager einen oder mehrere seiner Mitarbeiter inoffiziell fördern möchte – und damit ebenfalls zu einer Art Mentor für sie wird. Um den letzten Fall soll es diesmal gehen, und er ist gar nicht so schwer umzusetzen:
- Vorbild sein. Wo immer Sie können, lassen Sie Ihre Mitarbeiter Ihnen über die Schulter schauen: bei Verhandlungen, in wichtigen Meetings, bei der Geschäftskorrespondenz oder dem Projektmanagement. Kommentieren Sie Ihr Verhalten hinterher und erklären Sie, warum Sie sich in der Situation so oder so verhalten haben und welche Erfahrungen dahinter stecken.
- Erfahrungen weitergeben. Menschen lernen am besten und am liebsten aus Geschichten. Erzählen Sie also, welche Probleme Sie schon wie gemeistert haben, welche Dilemmas Sie wie gelöst haben, aber auch wo Sie aus heutiger Sicht besser anders (wie?) gehandelt hätten. Geben Sie Ihre Erfahrungen möglichst konkret weiter – aber akzeptieren Sie auch, dass manche lieber eigene Erfahrungen sammeln wollen.
- Verantwortung abgeben. Nachdem Sie Ihr Handwerkszeug plastisch vorgelebt und zugleich erklärt haben, ist es an der Zeit, Verantwortung zu delegieren. Schließlich verfestigen sich solche Lektionen nur, wenn man sie selbst regelmäßig anwenden kann. Gehen Sie dabei in kleinen Schritten vor und steigern Sie die Herausforderung nur der individuellen Lernkurve Ihres Mentees.
- Rückmeldung geben. Kommentieren Sie die Leistungen Ihres Mentees. Loben Sie, wenn möglich, mehr als Sie nörgeln. Und wenn Sie kritisieren, sagen Sie gleich dazu, wie derjenige es hätte besser machen sollen. Oder besser: Fragen Sie ihn danach und lassen Sie Ihren Schützlich selbst die Lösung finden! Überhaupt: Stellen Sie Fragen! Fragen Sie nach seinen Zielen – kurzfristig wie langfristig. Und fragen Sie ihn nach Wegen, wie er diesen näher kommen will.
- Auf dem Teppisch halten. Dieser Punkt wirkt etwas ungewöhnlich, scheint mir aber ein wichtiges Problem gerade bei jungen Aufsteigern: Sie wollen zu viel auf einmal und zu schnell. Auch wenn Sie viel Talent erkennen, helfen Sie Ihren Schützlingen, indem Sie sie vor übertriebenem Ehrgeiz bewahren. Das ist schwer, wird einem selten gedankt, ist aber für deren Karriere essenziell.
- Empfehlen. Dann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, geben Sie die Leute frei. Auch wenn man seine besten Leute gerne behalten möchte, muss man erkennen, dass auch die sich weiterentwickeln wollen und müssen. Wenn Sie dazu eine gute Chance erkennen, ist es nur anständig, wenn Sie Ihren Mentee entsprechend promoten und weiterempfehlen. Auch das fällt auf Sie zurück – und macht einen wahren Mentor aus.



Pingback: imgriff.com » Blog Archiv » Der Link am Morgen: Wie man ein guter Mentor wird
Pingback: Alles im Griff « PROJEKTMANAGEMENT BLOG