Masterarbeit Thema
Nur noch die Masterarbeit, dann ist es geschafft! Ganz so leicht ist das letzte Kapitel Ihrer Uni-Laufbahn aber leider nicht geschrieben. Allein die beschwerliche Themensuche hat schon so manche Frohnatur über Nacht in Depressionen gestürzt. Wie finde ich das richtige Thema für meine Masterarbeit? Wir haben Tipps für Sie.

Masterarbeit: Ist das ein Thema?

Die Masterarbeit ist der glanzvolle Abschluss Ihrer Universitäts-Laufbahn. Sollte sie zumindest sein. Ein Klacks ist die Abschluss-Aufgabe aber für die wenigsten. Schon der erste Schritt ist eine Qual. Worüber soll ich um Himmels willen nur schreiben? Wie finde ich mein Master-Thema?

Bitte nicht unterschätzen: Die Themenwahl ist schwierig und wichtig. Sehr wichtig sogar. Sobald Sie Ihr Thema offiziell angemeldet haben, gibt es kein Zurück mehr. Wem erst hinterher auffällt, welch komplizierter Klotz da ans Bein gebunden wurde, könnte auf der letzten Uni-Etappe echte Probleme bekommen.

Wählen Sie Ihr Thema daher mit Bedacht aus, nehmen Sie sich lieber zu viel Zeit als zu wenig. Auch ein guter Tipp: Halten Sie schon WÄHREND des Studiums Augen und Ohren offen. Bestimmt läuft Ihnen unterwegs ein spannendes Thema über den Weg, mit dem Sie sich später noch mal intensiver auseinandersetzen wollen.

Masterarbeit Themenwahl: Diese Aspekte sind wichtig

  • Interesse

    Das ist die Grundvoraussetzung. Wenn Sie dem Phänomen Börse überhaupt nichts abgewinnen können, sollten Sie eher nicht Markowitz’ Portfoliotheorie zum Gegenstand Ihrer Masterarbeit machen. Immerhin müssen Sie sich wochenlang mit dem Stoff beschäftigen, manchmal sogar Tag und Nacht. Suchen Sie sich unbedingt ein Thema aus, das Sie wirklich interessiert.

  • Anknüpfungspunkt

    Gibt vielleicht Ihre Bachelor-Arbeit genügend Stoff her, um jetzt daran anzuknüpfen? Können Sie einen Aspekt von damals in Ihrer Master-Arbeit noch tiefer, noch detaillierter oder aus einem anderen Blickwinkel beleuchten? Schauen Sie sich Ihre Bachelor-Arbeit also ruhig noch einmal genau an. Vor allem dann, wenn Sie (relativ) gerne daran zurückdenken und gute Erfahrungen gemacht haben.

  • Bezug

    Eigentlich geht es in der Master-Arbeit darum, wissenschaftlich zu arbeiten. Uneigentlich schielen die meisten währenddessen natürlich schon auf ihren Berufseinstieg. Dabei lässt sich das eine mit dem anderen durchaus verknüpfen. Indem Sie ein Thema wählen, das unmittelbar mit Ihrem Wunschberuf oder Ihrer Wunschbranche zu tun hat. Das kann auch hinterher in der Bewerbung ein echtes Pfund für Sie sein.

  • Betreuer

    Manchmal ist der indirekte Weg der bessere. Wenn Sie gerne über das Paarungsverhalten von Kohlmeisen schreiben würden, Sie mit dem entsprechenden Ornithologen aber überhaupt nicht klarkommen, ist ein thematischer Umstieg vielleicht cleverer. Anders formuliert: Manchmal kann es sinnvoll sein, das Master-Thema an Ihrem Wunschbetreuer auszurichten - und nicht umgekehrt.

  • Aktualität

    Vor sechs Jahren war nach dem Fukushima-Unfall die Atomkraft ein großes Thema. Das Problem ist vor Ort in Japan bis heute nicht gelöst, aber aus unseren Schlagzeilen trotzdem fast komplett verschwunden. Das ist bedauerlich, aber für Sie auch ein Hinweis: Tagesaktuelle Schlagzeilen und Ereignisse produzieren Themen, die auch von wissenschaftlichem Interesse sind (oder sein können). Oft stößt ein Themenvorschlag mit aktuellem Bezug beim Betreuer auf großen Anklang. Beliebt sind übrigens auch popkulturelle Themen, etwa in dieser Richtung: "Die Darstellung der Geschlechter in Bing Bang Theory".

  • Wissen

    Im Laufe der Semester haben Sie (hoffentlich) ein enormes Fachwissen angesammelt. In manchen Themenbereichen mehr, in anderen weniger. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Sie versuchen, im Rahmen der Masterarbeit eine klaffende Wissenslücke zu stopfen. Oder Sie greifen auf vorhandenes Wissen zurück und bauen auf diesem Fundament Ihre Masterarbeit. In den meisten Fällen ist die zweite Variante vermutlich die bessere.

  • Sprache

    Englisch ist die Lingua franca der modernen Wissenschaftswelt. Trotzdem gibt es Themen, deren Quellenlage etwa chinesische oder spanische Sprachkenntnisse erfordern. Wenn Sie das Liebesleben von Sonnenkönig Louis XIV. im 17. Jahrhundert wissenschaftlich ergründen wollen, führt an Französisch vermutlich kein Weg vorbei. Beschränken sich Ihre Kenntnisse aber nun auf Oui und Non, dann sagen Sie dem Thema lieber Au revoir. Gehen Sie derartigen Sprachfallen also aus dem Weg.

  • Ressourcen

    Für Ihr psychologisches Experiment, das Sie im Rahmen Ihrer Masterarbeit durchführen wollen, benötigen Sie viele Freiwillige mit viel Freizeit. Haben Sie das auf dem Schirm? Die beste These bringt nichts, wenn Sie die notwendigen Ressourcen nicht zusammenbekommen. Sonst droht Ihre Arbeit, trotz eines ausgereiften Themas, an der Umsetzung zu scheitern. Beziehen Sie das von vornherein in Ihre Planungen ein.

  • Schwierigkeitsgrad

    Eine gelungene Masterarbeit weist nach, dass Sie wissenschaftlich arbeiten können. Ein höherer Anspruch und Erkenntnisgewinn sind damit freilich auch verbunden. Aber: Eine Masterarbeit ist noch keine Doktorarbeit (die können Sie immer noch anhängen). Wenn Sie sich an ein ultraschwieriges Thema heranwagen und sich und Ihrem Professor etwas beweisen wollen, dann tun Sie das. Sie müssen den Schwierigkeitsgrad aber auch nicht mit Gewalt in die Stratosphäre schrauben.

Soweit die grundlegenden Gedanken. Ein Thema haben Sie aber (wahrscheinlich) immer noch nicht.

Wo also lassen sich jetzt gute Ideen schürfen? Oder wenigstens erste Spuren, die letztlich zu Ihrem Wunschthema führen?

Checkliste: Diese Fragen stellen!

masterarbeit thema checkliste Als Student steht man vor seiner Masterarbeit nicht selten wie der Ochs vorm Berg. Worüber soll ich nur schreiben? Um Ihrer persönlichen Lösung näher zu kommen, sollten Sie das Thema aktiv eingrenzen. Das ist mit Arbeit und Aufwand verbunden, zahlt sich aber aus.

Stellen Sie sich vor allem diese Fragen:

  1. Welche Themen interessieren mich?
  2. Wie ist der aktuelle Forschungsstand zu diesem Thema?
  3. Welche offenen Fragen oder Anknüpfungspunkte bietet das Thema?
  4. Welche Lösung könnte ich anbieten?
  5. Was muss ich dafür tun (zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsschritte, Methoden, Theorien, Instrumente)?
  6. Wer könnte sich für meine Arbeit interessieren (zum Beispiel Professoren, Unternehmen)?

Masterarbeit: Wo finde ich Themen?

  1. Brainstorming

    Das sollte ganz am Anfang stehen. Setzen Sie sich ein Zeitlimit (rund 30 Minuten), um in dieser Zeit alle schlauen und wirren Gedanken aufs Papier zu bringen. Alle Themen, die Sie interessieren, die Ihnen in den Sinn kommen, an die Sie sich erinnern. So geben Sie sich selbst erste Hinweise und finden womöglich eine erste Fährte.

  2. Kataloge

    Das Basislager für jeden recherchierenden Studenten. Wer sich durch die Online-Kataloge der Uni wühlt, stößt früher oder später auf eine Goldader. Darauf beschränken müssen Sie Ihre Suche deshalb aber nicht.

  3. Portale

    Auch Hausarbeiten-Portale im Netz liefern gute Themenvorlagen. Beispiele: diplom.de, grin.com oder hausarbeiten.de. Einfach mal durchklicken und Inspirationen einholen. Wichtig nur: Nicht abschreiben! Sonst droht das Aus - oder Sie landen irgendwann bei GuttenPlag. Und: Warum nicht auch mal bei Amazon durch die Bücherwelten surfen und Ausschau halten?

  4. Wirtschaft

    Viele Unternehmen bieten eigene Themen für Abschlussarbeiten an. Auf den Karriereseiten im Netz gibt es häufig nähere Infos. Wenn nicht, ruhig auch mal die HR-Abteilung kontaktieren und unverbindlich anfragen. Das bietet sich vor allem an, wenn Sie nach der Masterarbeit auch in die jeweilige Branche rein wollen.

  5. Betreuer

    In manchen Unis und Fachbereichen geben die Professoren die Themen auch von sich aus vor und dulden gar keine Alternativen. Wenn nicht, können Sie Ihren Betreuer trotzdem um eine Anregung bitten. Besser wäre aber, Sie würden Ihr eigenes Lieblingsthema vorstellen und durchziehen (können).

  6. Themenlisten

    Universitäten dokumentieren ihre abgeschlossenenen Abschlussarbeiten (PDF) oftmals im Netz - oder erstellen gar Themenlisten mit Topics, die noch zur freien Auswahl stehen. Das ist vor allem in Fächern der Fall, in denen es viele Kooperationspartner aus der Wirtschaft gibt, BWL etwa. Klicken Sie sich durch die Themenlisten, entweder zur Inspiration oder zum unmittelbaren Zugriff.

  7. Startups

    Gestartet war das Mainzer Startup Thesius ursprünglich als Info-Portal für Doktoranden. Grundidee: Wenn ein Doktorand zu spät erfährt, dass ein anderer zeitgleich über das selbe Thema schreibt, kann alle Mühe umsonst gewesen sein. Mittlerweile hat sich Thesius breiter ausgestellt und hilft auch Bachelor- und Masterstudenten bei der Themensuche. Der größte Mitbewerber kommt aus Potsdam und heißt Die Masterarbeit. Die Potsdamer arbeiten aktiv mit Hochschulen und Unternehmen zusammen.

  8. Suchmaschine

    Google ist der beste Freund des Users. Aber bringt auch große Streuverluste mit sich, wenn Sie planlos irgendwelche Begriffe eintippen. Schauen Sie daher auch mal bei Google Scholar vorbei. Das ist der akademische Ableger der Suchmaschine und serviert Ihnen passendere, weil wissenschaftliche Treffer.

  9. Karrierefragen

    Ein bisschen Eigenwerbung sollte erlaubt sein. Denn für Ihre ganz individuellen Fragen haben wir unser Schwesterportal Karrierefragen ja schließlich konzipiert. Welche guten Journals gibt es im Fach Psychologie? Welches spannende Masterthema fällt euch zu Amerikanistik ein? Einfach Frage eintippen und auf Hilfe warten (und andersrum am besten auch den anderen helfen). Der Fairness halber sei erwähnt: Auch in anderen Online-Foren sind viele fleißige Helfer und Ideengeber unterwegs.

  10. Facebook-Gruppe

    Hier gibt's, das wissen Sie längst, die abenteuerlichsten Gruppen. Nahezu jede Fakultät, jeder Fachbereich, jeder Asta ist im sozialen Netz mit einer (oder mehreren) eigenen Gruppe vertreten. Schließen Sie sich den richtigen an und bitten Sie mal um Vorschläge.

  11. Studienunterlagen

    Das wurde oben schon erwähnt, darf aber ein zweites Mal betont werden. Strecken Sie schon während des Studiums ihre Fühler aus, notieren Sie sich Ideen für ein mögliches Masterthema - in Ihrem Ordner in der Cloud oder der alten Kladde. Hauptsache, Sie können später aus einem ausgedehnten Ideenpool schöpfen.

  12. Menschen

    Fragen sie mal rum, bei Eltern, Freunden, Verwandten, den studierten Nachbarn, wissenschaftlichen Mitarbeitern und vor allem bei Ihren Kommilitonen. Vielleicht hat jemand den perfekten Pfeil für Sie im Köcher.

Masterarbeit Thema: 10 Beispiele

Masterarbeit Thema Beispiele Wir haben uns auf hausarbeiten.de umgesehen und zur Anregung 10 Masterarbeiten mitgebracht.

So könnte ein Masterarbeits-Thema ganz konkret lauten: 10 Beispiele aus dem Fach BWL...

  • Assessment Center im virtuellen Raum: Eine empirische Untersuchung zu Potenzialen und Grenzen der Postkorbübung
  • Controlling von Innovationen: Ein Zielkonflikt? Geeignete Kennzahlen und Steuerungsinstrumente
  • International Market Entry Strategies of Multinational Enterprises (MNEs) in Emerging Markets: The Case of Procter & Gamble in China and India
  • Die Börsengänge von Internet-Unternehmen: Analyse, Bewertung und Vergleich ausgewählter Unternehmen der New Economy
  • Durch Wissensmanagement unterstütztes Human Resource Management: Am Beispiel von betriebsinternen Jobausschreibungen in Konzernen
  • Performance Measurement in IT Supply Chains. Die fokussierte Steuerung der IT als wesentlicher Erfolgsfaktor
  • Untersuchung von Ambient Assisted Living (AAL) Projekten und Einordnung in ein AAL-Gesamtmodel
  • Interdependenzen zwischen Selbstwirksamkeitserwartungen und Stress -
    Erfolgsfaktoren im Aufbau und Management von Innovationsnetzwerken am Standort Deutschland
  • Is fashion not in fashion anymore? Wirkungen des Employer Branding auf die Rekrutierung von Mitarbeitern: Automobilbranche vs. Textilbranche
  • Lebensphasenspezifische Work-Life-Balance im Rahmen von Corporate Social Responsibility: Eine empirische Studie

Zum Schluss noch dieser Ratschlag: Grenzen Sie das Thema immer weiter ein. Sie beginnen damit, ein Oberthema zu identifizieren, tasten sich dann bis zu Ihrem genauen Wunschthema vor und entwickeln dann die These oder die Forschungsfrage, auf die Sie in Ihrer Masterarbeit eine fundierte Antwort geben (können).

Ihr Thema sollte (beziehungsweise darf) also nicht zu allgemein, nicht zu unspezifisch sein. "Die Weimarer Republik" wäre in Geschichte daher ungeeignet. Denkbar wäre so etwas: "Die Darstellung des Militärs in der Literatur der Weimarer Republik". Am Ende sind sie Master.

Die Masterarbeit: Was sie noch alles kann

Masterarbeit Thema Die Masterarbeit führt zum akademischen Abschluss und vielleicht geradewegs in den Job. Wer aber eine besonders glanzvolle Arbeit abliefert, bekommt noch mehr. Zum Beispiel das:

  • Buchveröffentlichung: Mit seiner Masterarbeit zum Thema "Entwicklung und Evaluierung eines SDN-gestützten echtzeitfähigen Gerätenetzwerkes" glänzte Eike Björn Schweißguth von der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Universität Rostock 2015. Zur Belohnung veröffentlichte der Wissenschaftsverlag Springer seine Abschlussarbeit als Buch in der Reihe "BestMasters". Damit zeichnet der Verlag die besten Masterarbeiten aus, die an renommierten Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen.
  • Medaille: Alexandra-Maria Klein von der Uni Freiburg zeigte in ihrer Masterarbeit 2016, dass selbstgebaute Insektenhäuser Bienen wesentlich besser schützen als jene, die im Handel verkauft werden. Lohn: die Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur und 1.000 Euro.
  • Preis: Auch die angehende Kinderzahnärztin Margarita Höfer tat sich schwer, ein passendes Thema für ihre Masterarbeit an der Uni Greifswald zu finden. Bis ihr die Idee kam, das Zähneputzen mit einem dreidimensionalen Erfassungsprogramm über das Smartphone aufzuzeichnen und auszuwerten. Ergebnis: Mit dem Trainingsprogramm via App reinigen Vorschulkinder ihre Zähne effektiver. Dafür erhielt sie 2016 den - und das ist kein Scherzname - Wrigley-Prophylaxe-Preis.
  • Geld: Die IT-Firma Univention aus Bremen will die Verbreitung von Open-Source-Software vorantreiben und schrieb dafür einen mit 2.000 Euro Absolventenpreis aus. Preis und Geld sicherte sich Chemie-Doktorand Matthias Kastner von der Uni Würzburg Anfang 2017. Er punktete mit einer selbstentwickelten Software zur Steuerung einer chemischen Apparatur, die er im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelt hatte.

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