Kreativität erreicht mit 50 einen Höhepunkt

Kreativität ermöglicht neue Lösungen, innovative Durchbrüche und bisher ungeahnte Vorgehensweisen. Im Job wird kreatives Denken gefordert und gefördert, Unternehmen profitieren, wenn Mitarbeiter neue Ideen mitbringen und bessere Arbeitswege und Prozesse entwickeln. Gerne wird hier auf junge Talente verwiesen, die anders denken und den Status Quo auf kreative Weise hinterfragen. Eine Studie kommt nun zu dem spannenden Ergebnis: Eine kreative Hochphase im Leben tritt bei einem Alter von über 50 auf. Nicht nur die jungen, sondern besonders erfahrene Mitarbeiter können zu den kreativsten Köpfen gehören. Dabei muss unterschieden werden, um welche Form der Kreativität es sich handelt…

Kreativität erreicht mit 50 einen Höhepunkt

Die Höhepunkte der Kreativität

Ein Forscherteam der Ohio State Universität stellte sich die Frage: In welchem Alter sind Menschen besonders kreativ? Für ihre Studien analysierten die Wissenschaftler Nobelpreisträger und das Alter, in welchem diese die entscheidenden Durchbrüche und Erkenntnisse hatten. Diese wurden als Zeit besonders ausgeprägter Kreativität definiert, da die Preisträger hier entscheidende Ideen hatten und umsetzen konnten.

Dabei konnten zwei Zeiträume als kreative Höhepunkte im Leben identifiziert werden: Die erste Gruppe zeigte besonders starke Kreativität zwischen 25 und 29 Jahren, also vergleichsweise jung und noch zu Beginn. Eine zweite, große Gruppe erreichte die kreative Hochphase hingegen erst mit Mitte 50.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nicht um zwei Schübe von Kreativität, die im Leben durchlaufen werden. Entweder zeigte sich Kreativität mit Mitte 20 oder mit Mitte 50 – nicht beides.

So unterscheidet sich Kreativität mit Mitte 50

Wer nun glaubt, dass Arbeitgeber, Branche oder gar Zufall entscheidet, wann die Kreativität ihren Höhepunkt erreicht, irrt sich. Tatsächlich konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsweise und dem Zeitpunkt der Kreativität feststellen.

Die Wissenschaftler beschreiben dies so: Ob der Kreative Höhepunkt früh oder spät in der Karriere auftritt, hängt davon ab, ob sie einen konzeptionellen oder einen experimentellen Ansatz verfolgen.

Klingt kompliziert, die beiden Formen lassen sich jedoch leicht erklären und verstehen:

  • Konzeptionelle Kreativität

    Diese Form tritt häufig in frühen Phasen der Karriere auf. Sie ist gekennzeichnet durch ein Hinterfragen des bisherigen Wissens und vorherrschender Vorgehensweisen. Es wird über den Tellerrand geblickt, um neue Ideen zu generieren und kreative Ansätze zu finden.

    Möglich wird diese Kreativität, weil man sich selbst noch nicht völlig an akzeptierte Theorien, Arbeits- und Verhaltensweisen angepasst hat. Es findet eine kritische Auseinandersetzung statt, die zu Innovationen führt.

  • Experimentelle Kreativität

    Mit Mitte 50 wurde eine andere Art der Kreativität nachgewiesen. Diese experimentelle Form macht aus, dass über Jahre und Jahrzehnte erst einmal Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten gesammelt werden. Erst zu einem späten Zeitpunkt in der Karriere wird das Know How genutzt, um neue Ansätze zu entwickeln.

    Den Wissenschaftlern zufolge werden mit Mitte 50 häufig neue Wege gefunden, die gesammelten Informationen zu analysieren und zu nutzen.

Aus den Ergebnissen schließen die Forscher, dass weniger Beruf oder Arbeitgeber für die kreativen Hochphasen verantwortlich sind – sondern die Art und Weise, wie Mitarbeiter an ihre Arbeit herangehen.

Bedeutet auch: Sie können Ihre Kreativität fördern und voranbringen, sowohl zu Beginn als auch erst nach vielen Jahren im Job.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
17. Mai 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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