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Ohne Moos nix los - das markige Motto gilt auf für manchen Existenzgründer mit Kapitalmangel. Die Gründerfinanzierung einer der wichtigsten, aber auch schwersten Schritte auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit. Wer eine eigene Firma gründen will, sollte natürlich erst einmal versuchen, mit eigenen Mitteln so weit wie möglich zu kommen. Oft sind so aber nur kleine Schritte möglich. Zum Glück gibt es in Deutschland noch zahlreiche Förderprogramme und Geldquellen, die Gründer und Start-Ups anzapfen können. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Fördermittel für Gründer vor und erklären, was Sie bei den jeweiligen Geldgebern unbedingt beachten sollten...

Fördermittel für Gründer: Informieren Sie sich gründlich

Bevor sich Gründer und Startups an das Ausfüllen der teilweise recht umfangreichen Antragsformulare machen und den Gang zu Behörden und Stiftungen antreten, sollten sie sich vorab einlesen und informieren. Wir wollen Ihnen natürlich schon hier die erforderlichen Anhaltspunkte dafür liefern, doch würde es den Rahmen sprengen, jede vorhandene Information abzubilden.

Stattdessen fassen wir die wichtigsten Informationsquellen zusammen und bieten Ihnen so einen Überblick über alle relevanten Quellen. Bitte beachten Sie aber, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung und auch kein Gründungscoaching ersetzen kann.

Als Einstieg bietet sich ein Besuch der einschlägigen Informationsangebote von Behörden und anderen Institutionen an, die wichtigsten sind:

  • Förderdatenbank - Aktueller Überblick über die Förderprogramme des Bundes.
  • Gründungsarten - Übersicht und Informationen rund um die verschiedenen Formen und Arten der Gründung.
    Gründungswerkstatt - Informationen, Werkzeuge und persönliche Beratung für die Selbständigkeit.
  • Tipps für GründerInnen - Eine Übersicht über die wichtigsten Aspekte einer Gründung in den verschiedenen Branchen.

Grundsätzlich ist vor Antrag auf Gründerförderung ein Gründungscoaching empfehlenswert, um alle Möglichkeiten optimal zu beleuchten und zu nutzen. So werden beispielsweise über das Bundesamt für Wirtschaft Unternehmensberatungsleistungen gefördert (Förderung des unternehmerischen Know-how).

Gute Finanzierungssituation für Unternehmen

Extra-Tipp-IconNoch nie war die Finanzierungssituation für Unternehmen so gut wie aktuell, lautet das Ergebnis einer KfW-Umfrage unter 3100 Unternehmen. Besonders die niedrigen Zinsen, die starke Konjunktur und die hohe Eigenfinanzierungskraft tragen dazu bei, dass viele Unternehmen das Finanzierungsklima positiv beurteilen.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Gerade kleine und junge Unternehmen klagen häufiger über Schwierigkeiten beim Zugang zur Finanzierung. Laut Studie sind die Gründe dafür...

  • der gestiegene Informationsbedarf auf Seiten der Kreditinstitute.
  • die hohen Anforderungen ans Eigenkapital.
  • die Sicherheitsbedenken der Banken bei kleinen und jungen Unternehmen.

Fördermittel für Gründer: Staatliche Förderprogramme

Von staatlicher Seite gibt es für Personen, die eine Firma gründen wollen, zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Gründerfinanzierung. Für die Beantragung und die detaillierten Voraussetzungen stellen wir hier die Links zu den entsprechenden Webseiten zur Verfügung, wo Sie sich weitere Informationen einholen und anschließend auch aktiv werden können.

Knapp 20 Prozent aller Gründer gründen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Firma und machen sich selbstständig. Diese Gründung kann durch durch den sogenannten Gründungszuschuss unterstützt werden. Allerdings handelt es sich hier um eine Ermessensleistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht.

Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet:

  1. Für sechs Monate wird ein Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes sowie 300 Euro zur sozialen Absicherung gewährt.
  2. Danach können für weitere neun Monate ebenfalls 300 Euro pro Monat zur sozialen Absicherung gewährt werden, wenn vom Gründer eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten unterstützt werden.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Förderprogramme auf EU-Ebene, deutschlandweit und von den verschiedenen Bundesländern. Auch für Frauen gibt es spezielle Programme. Klassische Fördermittel für Gründer sind beispielsweise die Angebote der KfW. Der Zuschuss durch die KfW kann innerhalb von fünf Jahren nach Gründung beantragt werden.

Beliebt und bekannt ist bei Gründern auch der KFW-Gründerkredit. Hier stehen dem Gründer verschiedene Modelle zur Verfügung.

Die Beantragung läuft über die eigene Hausbank, unterstützt werden beispielsweise Investitionen wie Anschaffung von Anlagen, Maschinen, Computer, der Erwerb von Grundstücken, Gebäuden, Einrichtungsgegenständen oder Firmenfahrzeugen.

Einen Überblick über alle wichtigen Förderprogramme erhalten Sie außerdem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Welche Versicherungen benötigt ein Gründer?

Extra-Tipp-IconJeder Gründer und Selbstständige muss sich absichern. Pflicht für alle Gründer ist die Krankenversicherung. Sie können zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen. Hier sollten Sie genau die Tarife vergleichen. Denken Sie dabei auch an später, denn manche Versicherung kann auch preislich steigen.

Andere Versicherungen muss jeder Gründer für sich selbst prüfen. Jede Branche hat andere betrieblichen Risiken. Sie sollten in Erfahrung bringen, welche Versicherungen für Ihre Branche sinnvoll sind. Überlegenswert sind beispielsweise:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
  • Krankentagegeld
  • Unfallversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
  • Geschäftsinhaltversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Firma Gründen: Gründerfinanzierung durch Venture Capital

Neben den staatlichen Förderprogrammen und zahlreichen Bankkrediten kann die Gründerfinanzierung auch durch Venture Capital - sogenanntes Risikokapital - erfolgen. Die Suche nach einem solchen Kapitalgeber ist jedoch nicht ganz einfach. Zunächst müssen Sie durch ein innovatives Geschäftsmodell überzeugen sowie durch einen großen Markt mit geringer Konkurrenz oder aber der Aussicht auf schnelles Wachstum durch ein skalierbares Geschäftsmodell. Schließlich wollen solche Investoren keine Unternehmen kaufen, sondern schnell aufbauen, um dann ihr eingebrachtes Kapital beim sogenannten Exit hochverzinst wieder zu erlösen - klassisch bei einem Börsengang des Unternehmens.

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Als Gründer sollten Sie bei der Suche nach passenden Venture Capital Investoren (VC) allerdings auch auf ein paar Auswahlkriterien achten:

  • Hat der VC ein relevantes Netzwerk aus Partnern, Kunden in Ihrer Branche?
  • Verfügt der VC über genügend Kapital für Anschnlussfinanzierungen?
  • Wie reagiert der VC in schlechten Zeiten?
  • Haben Sie und der VC ähnliche Vorstellungen in Bezug auf den Exit und dessen Zeitpunkt?

Der Name "Risiko-" oder "Wagniskapital" deutet es schon an: Nicht nur der Investor trägt hier ein Risiko - das tun auch die so finanzierten Gründer. Ein völlig freies Arbeiten ist nach einer solchen Finanzierungsrunde nur noch selten möglich. Sie haben jetzt Mitgesellschafter mit teils mehr Anteilen als Sie selbst - die reden also entsprechend bei jeder Entscheidung mit.

Andererseits kann ein kleines Stück von einem großen Kuchen lukrativer sein, als ein großes Stück von einem kleinen Kuchen.

Falls Sie also - nach reiflicher Überlegung - zu dem Schluss gelangen, Venture Capital nutzen zu wollen, bietet Ihnen die Seite des Bundesverbands Deutscher Kapitalgeber einen Überblick über potenzielle Geldgeber.

Firma Gründen: Business Angel als Gründungshelfer

Fördermittel für Gründer müssen nicht ausschließlich finanzieller Natur sein. Ein schönes Beispiel dafür sind die sogenannten Business Angel. Dabei handelt es sich meist um einen privaten Finanzinvestor (manchmal aber auch ein Investoren-Netzwerk), der den Existenzgründer mit Kapital, Know-how und Kontakten unterstützt - sogenanntes Smart Capital.

Weil der Geschäftsengel sowohl über Branchenkenntnisse sowie -erfahrungen besitzt, fungiert er intern für die Jungunternehmer oft auch noch als Coach und Mentor. Im Gegenzug erhält natürlich auch er Anteile am Unternehmen.

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Auch Business Angels sind vorrangig an Geschäftsideen und Märkten interessiert, die eine gute Wachstumsperspektive sowie eine hohe Wertsteigerung versprechen. Besonderen Gefallen finden Sie an Produkten oder Dienstleistungen, die besser als der Markt oder schwer zu imitieren sind.

Durch ihren frühen Einstieg im Unternehmen hoffen sie, durch ihr Fachwissen positiven Einfluss auf die Unternehmensentwicklung zu nehmen und so eine schnelle Wertsteigerung zu erzielen. Langfristig wollen auch sie ihre Anteile im Schnitt nach vier bis sieben Jahren wieder - mit Gewinn versteht sich - entweder an die Gründer selbst oder an einen neuen strategischen Investor verkaufen. Die Höhe der Investitionssumme eines Business Angel beträgt in Deutschland zwischen 20.000 Euro und 200.000 Euro. Der Durchschnitt liegt jedoch um die 100.000 Euro oder weniger.

Kontakt zu Business Angels können Sie oft bei entsprechenden Veranstaltungen wie Gründerstammtischen, thematisch passenden Messen oder inzwischen auch einigen Barcamps aufnehmen.

Haben Sie sich mit mehreren Business Angels in Verbindung gesetzt und zeigen diese Interesse an Ihrer Geschäftsidee, sollten Sie bei der Auswahl folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Wie hoch ist die Investitionssumme?
  • Welchen Ruf besitzt der Geschäftsengel?
  • Wie aktuell ist sein Branchenwissen?
  • Wie viele Kontakte in Ihrer Zielbranche hat der Business Angel?
  • Welche Qualität haben die Kontakte?
  • Welche Unterstützung bietet der Angel noch - außer Geld?
  • Wie hoch soll der Einfluss des Business Angel auf Ihre Entscheidungen sein?
  • Wie viele Anteile will er für sein Investment - bewertet er die Firma fair?

Firma Gründen: Eigenkapital plus Fördermittel

FoerdermittelGrüender-Mix-Wachstumsphasen

Schlussendlich besteht eine solide Gründerfinanzierung meist aus einem Mix aus Eigenkapital, öffentlichen Zuschüssen, Krediten und möglicherweise der - finanziellen und fachlichen - Unterstützung eines Business Angels und/oder Venture Capital. Welchen Anteil die verschiedenen Finanzierungsformen an der Gründerfinanzierung haben sollen, müssen Sie natürlich selbst und im Einzelfall abwägen.

Entscheidend ist, dass Sie die Gründerfinanzierung rechtzeitig angehen, um liquide zu bleiben und zugleich das stetige Wachstum des jungen Unternehmens nicht zu gefährden.

Wie bewerbe ich mein Start Up mit 100 Euro?

Extra-Tipp-IconNicht jeder Gründer sammelt kurzerhand Millionenbeträge von Investoren ein. Manche Startups sind finanziell hart auf Kante genäht und müssen jeden Cent umdrehen. Problem: Irgendwie muss Ihre Idee trotzdem nach vorne gebracht und bekannt gemacht werden. Am besten auf originelle, witzige, interessante Art und Weise. Zum Beispiel so:

  • Kaffee spendieren. Sie geben 20 Fremden einen leckeren (!) Kaffee aus und bitten sie dabei, Ihr Produkt zu testen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Versuchskaninchen von dieser Episode im Freundeskreis erzählen, liegt bei gefühlten 98 Prozent.
  • Eventjacking betreiben. Der Begriff besagt grob, dass Sie ein Event oder eine Veranstaltung, die mit Ihnen im Grunde nichts zu tun hat, für Ihre Interessen einspannen. Sie werben zum Beispiel für Ihre bahnbrechende Sportergebnis-App ausgerechnet dann, wenn die Innenstadt wegen des Bundesliga-Spiels mit Fußballfans gefüllt ist.
  • Testexemplare verschicken Versenden Sie Testexemplare (oder Testzugänge) Ihres Produkts an ausgewählte Blogger. Wichtig ist es, die bloggenden Multiplikatoren in Ihrer Branche zuvor korrekt zu identifizieren. Fordern Sie dazu auf, Ihr Produkt einem echten Test zu unterziehen und öffentlich zu rezensieren. Dabei besteht jedoch die Gefahr von negativen Kritiken.
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