Charisma: Definition, Test und Tipps

Charisma ist der Stoff, aus dem Legenden sind, der andere in den Bann zieht, der kleine Leute mächtig und Manager zu Stars macht, der Menschen eine magische Aura und enorme Strahlkraft verleiht. Einige Menschen werden durch ihr Charisma ausgezeichnet und schaffen es, mit ihrer Ausstrahlung alle anderen in den Schatten zu stellen. Dennoch lässt sich Charisma kaum greifen oder beschreiben. Es ist etwas besonderes, fast schon magisches, was charismatische Personen ausmacht. Wir zeigen, was hinter dem Charisma steckt und mit welchen Tipps Sie Ihre Ausstrahlung verbessern können…

Charisma: Definition, Test und Tipps

Definition: Was bedeutet Charisma überhaupt?

Charisma Definition-Charisma Ausstrahlung-charismatische Menschen-Charisma SynonymCharismatische Menschen sind die Schamanen der Moderne. Sie haben das gewisse Etwas, einen Wow-Effekt, die Gabe andere zu verzaubern. Ein Privileg, das sie sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt. Synonyme für Charisma sind eine besonders starke Ausstrahlung, Strahlkraft oder auch die Präsenz eines Menschen.

Für den Soziologen Max Weber waren es die Leute, die nach der Entzauberung der Welt durch die Wissenschaft, diese wieder verzauberten. Weber deutete Charisma als das „Exzeptionelle, Außeralltägliche und nicht jedermann Zugängliche“, das Menschen zu einer „ganz persönlichen Hingabe“ veranlasst.

Den Begriff selbst aber prägten ursprünglich christliche Theologen. Sie führten den Begriff der Gnadengabe schon vor knapp zwei Jahrtausenden ein und beschrieben damit vom Heiligen Geist beseelte Menschen, die im besonderen Maß über Weisheit, Erkenntnis und Glauben verfügen.

Heute und vor allem im Management gilt Charisma eher als besondere Ausstrahlung, als Gabe und Geist von Managern mit besonderer Wirkung, ein mysteriöser Teil ihrer Persönlichkeit, der dieser eine nahezu magische und unwiderstehliche Aura verleiht. Es macht sie zur Marke (lesen Sie dazu auch unser kostenloses PDF zum Personal Branding).

Die Buchautorin und Charisma-Trainerin Julia Sobainsky sagt allerdings: „Charisma ist eine zugeschriebene Eigenschaft. Man kann nicht von sich selbst sagen: Ich habe Charisma. Das machen andere.“

Sicher ist nur: Charisma macht populär. Charismatiker handeln außergewöhnlich, denken regelfremd und sind von der Meinung anderer unabhängig. Zahlreichen Politikern und Persönlichkeiten wird diese Gabe und Ausstrahlung nachgesagt:

  • Martin Luther King
  • Mahatma Gandhi
  • Steve Jobs
  • John F. Kennedy
  • Barack Obama
  • Helmut Schmidt
  • Gregor Gysi

Dennoch bleibt Charisma eine schwer zu fassende Eigenschaft. Beinahe geheimnisvoll wirkt die Ausstrahlung auf andere, die sich von dieser einfach nicht lösen können. Es lässt sich aber nicht genau der Finger auf das legen, was Charisma ausmacht. So orakelte bereits das Wirtschaftsmagazin Fortune: „Sie fühlen es, wenn Sie es sehen“.

Ist Charisma erlernbar oder angeboren?

Lange Zeit stand fest: Charisma kann man nicht lernen, es ist angeboren. Man hat es oder eben nicht. Doch das ist ein Fehler. Charisma ist kein angeborener Charakterzug, sondern wie oben schon erwähnt eine Fremdwahrnehmung. Andere als wir selbst entscheiden, ob wir es haben oder nicht.

Kathryn Degnan von der Universität von Maryland glaubt zwar, dass man schon kurz nach der Geburt erkennen könne, wer später eine charismatische Persönlichkeit entwickelt und wer nicht. Für ihre Langzeitstudie (PDF) untersuchte sie seinerzeit 291 Kinder im Abstand von fünf Jahren.

Resultat: Wer in jungen Jahren verschlossen war, blieb es auch fünf Jahre später noch – und umgekehrt.

Doch dass Charisma (in Teilen) in den Genen liegt, bleibt auch weiterhin umstritten. Immerhin hat die Wissenschaft das Phänomen inzwischen intensiver erforscht und dabei fünf wesentliche Eigenschaften kondensiert, die Charismatiker auszeichnen:

  • Inspiration, die motiviert;
  • Individualität, die imponiert;
  • Intellekt, der ermutigt;
  • Idealismus, der beruhigt.
  • Und eine Körpersprache, die ebenso geheimnisvoll wie souverän wirkt.

Dabei merken Sie schon: Vieles davon hängt mit einem starken Selbstwertgefühl zusammen. Die charismatische Ausstrahlung, die uns alle so anzieht und beseelt, ist die intensive und scheinbar unerschütterliche Selbstsicherheit, die jemand besitzt, egal, was er oder sie tut.

„Gerade Mut gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Charismatikers“, sagt Charisma-Trainerin Julia Sobainsky. Sie betreten neue Wege, verfolgen ihre Visionen. Dies bewusst zu tun, zeugt von schöpferischer Kreativität, Idealismus, Durchhaltevermögen, Überzeugung. Allesamt Eigenschaften, die Menschen charismatisch machen.“

Die gute Nachricht daran: Das lässt sich in Teilen lernen. Jeder trägt etwas Charisma in sich und kann das durch Training verstärken.

Charisma Eigenschaften Charismatisch Erlernbar Charismatiker

Weitere Eigenschaften, die für mehr Charisma sorgen

Die obigen Eigenschaften sind essenziell für jede charismatische Persönlichkeit, darüberhinaus gibt es weitere Merkmale, die zur Ausstrahlung beitragen, das Umfeld in den Bann ziehen oder Zuhörer und Gesprächspartner faszinieren. Einige davon sind tief im Charakter verankert, die meisten lassen sich erlernen oder gezielt stärken:

Weitere Aspekte, die einen Menschen charismatisch machen, haben wir in diesem kostenlosen PDF für Sie aufgelistet!

Test: Wie viel Charisma steckt in Ihnen?

Charisma Test-Charisma Ausstrahlung charismatische MenschenEs ist schwierig, das eigene Charisma zu beurteilen. Schließlich geht es dabei um die Außenwirkung, die Ausstrahlung und die Wahrnehmung anderer Personen – wer also sagt Ich bin extrem charismatisch, äußert damit vielleicht eher Wunsch als Wirklichkeit. Dennoch ist es nachvollziehbar, dass Sie wissen wollen, ob Sie selbst über diese große Eigenschaft verfügen und in der Lage sind, mit Ihrem Charisma anderen in den Bann zu ziehen.

Genau aus diesem Grund haben wir einen kleinen Selbsttest zusammengestellt, der Ihnen helfen kann, herauszufinden, ob Sie über Charisma verfügen.

Wie der Test funktioniert

Der Test besteht aus zehn Fragen. Nach jeder Frage steht ein Buchstabe, merken Sie sich, wie oft Sie welchen Buchstaben gewählt haben. Am Ende gelangen Sie anhand des jeweiligen Buchstabens zur Auswertung.

  1. Bei Präsentationen fallen Sie dadurch auf, dass…

    • Sie zu dem Thema rundherum bestens informiert sind. B
    • Sie solide alle wichtigen Punkte darlegen können. C
    • Sie die Zuhörer sofort mit Witz und Wissen in Ihren Bann ziehen. A
  2. Wenn Sie eine Veranstaltung besuchen…

    • Sind Sie nach kurzer Zeit von anderen Leuten umringt. A
    • Treffen Sie mit Glück Leute, die Sie kennen. B
    • Sind Sie froh, wenn Sie es hinter sich haben. C
  3. Eine aufrechte Körperhaltung und entsprechende Mimik…

    • Müssen Sie sich hin und wieder in Erinnerung rufen. B
    • Ist für Sie jeden Tag selbstverständlich. A
    • Finden Sie mitunter etwas gestelzt. C
  4. Wenn Sie neue Leute kennenlernen, denken Sie:

    • Auch das muss manchmal sein. B
    • Prima, ich liebe Überraschungen. A
    • Das ist das Nervige an meinem Job. C
  5. Jemand kritisiert Ihre Kleidung. Wie reagieren Sie?

    • Ich kommentiere das nicht, überlege aber ständig, wie ich was ändern kann. C
    • Mit meinem entwaffnenden Lächeln erwidere ich, dass ich mir so gefalle. A
    • So ein Idiot! Ich kontere mit einem ironischen Spruch. B
  6. Besonders zuvorkommend bedient werden, in der Schlange vorgelassen werden, im Handyshop schnell noch günstigere Konditionen ausgehandelt: Wie wahrscheinlich trifft so etwas auf Sie zu?

    • Sie haben völlig mühelos solche Erlebnisse. A
    • Das kann mal an einem guten Tag passieren. B
    • Eher unwahrscheinlich, dass Ihnen so etwas passiert.. C
  7. Können Sie anderen Menschen gut zuhören?

    • Ja. A
    • Nein. B
    • Es kommt auf das Thema und die Menschen an. C
  8. Sie sehen eine Dokumentation über eine bedrohte Tierart, wie reagieren Sie?

    • Sie sind ziemlich betroffen, unterstützen bereits das örtliche Tierheim. A
    • Sie bereuen, diese Dokumentation gesehen zu haben, sowas vermiest die Laune. C
    • Sie finden das entsetzlich, wissen aber nicht, was Sie dagegen tun können. B
  9. Wie starten Sie in den Tag?

    • Sie sind ein bisschen träge, daher kommt es vor, dass Ihnen schon mal eine gute Gelegenheit durch die Lappen geht. C
    • Sie werden sehen, wie sich der Tag gestaltet. Das weiß man ja nie so genau im Voraus. B
    • Sie sind grundsätzlich ein positiv denkender Mensch und deshalb ist jeder Tag eine neue Chance, das Beste aus allem herauszuholen. A
  10. Wenn Sie etwas wollen, dann…

    • Tun Sie sich ohne Hilfe damit schwer. C
    • Sehen Sie das zweischneidig: Manche Dinge funktionieren, manche nicht. B
    • Finden Sie Mittel und Wege, das umzusetzen. A
Charisma Test: Auswertung

Charisma ist kein Dauerzustand

Sehen wir einen Menschen, dessen Charisma sofort ins Auge springt, ist es schwer vorstellbar, dass dieser zaghaft, unsicher oder gar zurückhaltend agieren könnte. Die Ausstrahlung ist einfach zu übermächtig und stellt für den Moment alles andere in den Schatten. Was wir sehen, ist allerdings nur eine Momentaufnahme.

Wer auf einem Vortrag vor Charisma strotzt, muss dies nicht zwangsläufig bei anderen Gelegenheiten tun. Ein einfaches Beispiel: Ein Projektleiter kann charismatisch ein großes Team führen, jeden Beteiligten mitreißen und zu Bestleistungen animieren und dabei eine Vorbildfunktion in Sachen Engagement einnehmen. Bewirbt er sich dann auf eine andere Position, kann sein Charisma im Vorstellungsgespräch plötzlich verflogen sein.

Stattdessen wirkt er nervös, weiß nicht so recht, was er mit sich anfangen soll und es fällt ihm schwer, den Personaler von sich zu überzeugen. Ein Mensch, der sich in unterschiedlichen Situationen gegensätzlich verhält. Im Job ist er in seinem Element, er fühlt sich wohl, blüht auf, kennt seine Stärken und die Vorgehensweisen. Die Bewerbersituation hingegen ist neu, eine ungewohnte Rolle, die ihm nicht liegt.

Charisma ist dann am größten, wenn wir uns einer Sache wirklich sicher sind, uns wohlfühlen und darauf vertrauen, alles im Griff zu haben. Ein großes Selbstbewusstsein hilft dabei, dies in verschiedenen Bereichen zu verwirklichen, aber für viele Charismatiker ist es kein Dauerzustand.

Charisma lernen: Tipps für mehr Ausstrahlung

Charisma lässt sich zum Teil erlernen – aber wie? Zunächst einmal braucht es das Verständnis, das Charisma aufblitzt und nicht rund um die Uhr strahlt. Um Ihr Charisma einzusetzen, geht es nicht darum, morgens aufzustehen, mit bestechendem Blick vor dem Spiegel zu stehen oder hinter verschlossenen Türen mit Ihrer Aura zu verzaubern. Wichtig ist es, die Ausstrahlung auf den Punkt zu bringen und dann einzusetzen, wenn diese die größte Wirkung erzielen kann: Vor anderen, in kritischen oder schwierigen Situationen.

Leicht ist das sicherlich nicht, doch mit Übung können Sie diese Kunst meistern. Mit diesen Tipps können Sie Ihre charismatische Ausstrahlung verbessern:

  • Arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen

    Es ist das Grundgerüst, auf dem Charisma aufgebaut werden kann. Mangelt es Ihnen an Selbstbewusstsein, werden Sie nicht aus sich herausgehen und anderen offen gegenüber treten können. Stattdessen ziehen Sie sich immer mehr in den Hintergrund zurück, versuchen sich zu verstecken und anstatt andere in Ihren Bann zu ziehen, werden sie beinahe unsichtbar.

    Einen wichtigen Schritt machen Sie, wenn Sie lernen, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, so wie Sie sind – inklusive aller Stärken und Schwächen. Aus dieser Gewissheit heraus können Sie mit einer großen Sicherheit auftreten, was auch alle anderen Anwesenden spüren.

  • Kleiden Sie sich angemessen

    Hier spielen zwei verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen das klassische dress to impress. In Shorts und T-Shirt entfaltet niemand die gleiche Außenwirkung wie in einem gut sitzenden Anzug. Ihnen wird sofort mehr Beachtung geschenkt, Sie wirken seriöser, eindrucksvoller, wichtiger. Alles psychologische Effekte, deren Wirkung allerdings nicht unterschätzt werden sollte.

    Allerdings sollten Sie sich in Ihrer Haut – und Kleidung – auch wohlfühlen und das Aussehen muss weiterhin zu Ihnen passen. Kurz: Sie müssen authentisch bleiben. Zwängen Sie sich nicht in eine Rolle, die Sie nicht sind. Das wirkt nicht charismatisch, sondern unehrlich und wird von anderen sehr schnell als Schwindelei enttarnt.

  • Halten Sie Blickkontakt

    Manchmal sind es die kleinen Dinge, die für mehr Charisma sorgen können: So simpel es klingt, schon Ihrem Gesprächspartner in die Augen zu sehen oder bei einem Vortrag vor einer Gruppe den Blickkontakt herzustellen und diesen auch zu halten, sorgt für eine bessere Ausstrahlung. Ihre Aussagen werden besser aufgenommen, Sie erwecken den Eindruck tiefer Ehrlichkeit und stellen eine Bindung zu jedem Anwesenden her.

    Charisma Definition Ausstrahlung Blickkontakt

    Gleiches gilt auch dann, wenn Sie nicht selbst reden. Zeigen Sie Ihr aufrichtiges Interesse an den Ausführungen ihres Gegenübers, indem Sie den Blickkontakt halten und nicht gelangweilt oder gar genervt im Raum umher gucken, während Sie darauf warten, endlich wieder selbst zu reden.

  • Bleiben Sie risikobereit

    Der leichteste und sichere Weg kann verlockend sein, doch ist es nicht die Vorgehensweise, mit der Sie andere beeindrucken und wir die Ausstrahlung eher langweilig wirken lassen. Inspirierend und mitreißend? Wohl kaum, wenn man nicht bereit ist, über seinen eigenen Schatten zu springen und ein Risiko einzugehen, um etwas zu erreichen.

    Gleichzeitig bedeutet dies nicht, durch unüberlegtes Handeln oder voreilige Schlüsse aufzufallen. Risikobereitschaft kann eine sehr anziehende Wirkung auf die Ausstrahlung eines Menschen haben – wenn diese unter Kontrolle ist und bewusst eingesetzt wird. Alles andere wirkt eher rücksichtslos und schreckt ab, anstatt dazu anzuregen, dem eigenen Beispiel zu folgen.

Egal, an welchen Eigenschaften Sie letztlich laborieren, ob sie mehr zum hemdsärmeligen Machertypen à la Jack Welch neigen oder zum Typ integerer Teamplayer tendieren – achten Sie darauf, dass Sie authentisch bleiben und polarisieren. Ja, richtig gelesen: Versuchen Sie nicht everybody’s darling zu sein!

Gefallsüchtige verfügen niemals über charismatische Ausstrahlung. Wer aneckt schon.

Im Grunde ist auch das eine biblische Erkenntnis: Seien Sie stets eindeutig – nicht lau, sondern heiß oder kalt. Wer so agiert, lebt zwar in der Gefahr, dass andere ihn ablehnen. Doch das ist besser, als viele meinen: So kommt man nicht an Ihnen vorbei!

Während sich das Gros anpasst und mit dem Strom schwimmt, lässt diese kategorische Unabhängigkeit charismatische Menschen aus der Masse herausragen. Man könnte auch sagen: Sie haben die Gabe, sich selbst zu inhalieren.

Entweder man verehrt sie dafür oder man kann sie nicht ausstehen. Weil ihnen das aber überhaupt nichts auszumachen scheint, werden sie selbst dafür noch von ihren Widersachern bewundert.

4 Tricks, mit denen Sie sofort charismatischer wirken

  • Seien Sie präsent

    Gemeint ist hier natürlich nicht die physische Anwesenheit, sondern die geistige. Nicht wenige Menschen, mit denen man sich unterhält, driften gedanklich irgendwann ab und sind im Geiste ganz woanders. Und seien wir ehrlich: Wir merken das. Jeder merkt das. Charismatische Menschen dagegen hören immer intensiv zu, sind voll konzentriert und ganz bei der Sache. Wir fühlen uns dadurch aber nicht nur mehr gewertschätzt, die Präsenz verleiht unserem Gegenüber eine magische Aura.

  • Bleiben Sie souverän

    Es gibt Menschen, die erzählen einem ständig, wie wahnsinnig beschäftigt sie sind, wie gestresst, permaaktiv. Wirken solche Typen charismatisch auf Sie? Eben. Wer uns in den Bann zieht, ist vielmehr der- oder diejenige, die bei allem Trubel einen klaren Kopf behält und völlige Ruhe ausstrahlt. Starke Worte, feste Stimme, langsame Bewegungen – solche Persönlichkeiten beruhigen uns, geben uns Sicherheit und beweisen, was sie sind: ein Souverän im Wortsinn.

  • Arbeiten Sie an Ihrer Rhetorik

    Charisma kann durch einen einzigen Blick wahrgenommen werden, Sprache kann aber ebenso charismatisch wirken. Charisma und rhetorische Fähigkeiten gehen häufig Hand in Hand. Wenn Sie verstehen, wie Sie Ihre Worte richtig einsetzen und wie diese auf andere wirken, wirken Sie überzeugender, können Ihre Meinung auf andere übertragen und Menschen motivieren, sich Ihnen anzuschließen.

  • Verleihen Sie Größe

    Amateure, die charismatischer werden wollen, möchten selbst größer wirken und dafür bewundert werden. Fehler! Der Trick der wahren Charismatiker ist, anderen in ihrem Umfeld das Gefühl zu geben, der Star zu sein. Charisma ist die Kunst, andere zu verzaubern, nicht zu miniaturisieren. Geben Sie anderen das Gefühl, größer werden zu können, bauen Sie die Menschen auf, seien Sie positiv (ohne zu schleimen) – und Sie entwickeln automatisch ein Gravitationszentrum.

Die Kehrseite von Charisma

Natürlich birgt so eine Aura auch Gefahren. Üblicherweise wird Charisma immer mit etwas Positivem verbunden. Mit Blick auf Politiker und Herrscher muss man allerdings feststellen, dass es auch eine negative Seite gibt. Charismatische Despoten wie in Deutschland zu Zeiten des zweiten Weltkrieges verstanden es, damit Massen zu verführen.

Charismatische Herrschaft kann bedeuten, dass eine psychosoziale Erkrankung vorhanden ist. Damit gehen der Verlust des Realitätssinnes und Selbstüberschätzung bis hin zum Größenwahn einher. In der NS-Zeit zeigte sich dabei auch die quasireligiöse Verehrung, die für Charisma typisch sein kann.

Am deutlichsten sichtbar wurde das im Hakenkreuz, der Swastika. Sie ist mitnichten eine nationalsozialistische Erfindung, sondern galt als religiöses Symbol in vielen alten Kulturen von Indien über China bis nach Südamerika.

Wer der Strahlkraft solcher Personen also zu viel Gewicht schenkt, öffnet Gauklern und Hasardeuren Tür und Tor.

Kritiker, wie der Schweizer Managementberater Fredmund Malik mahnen, dass charismatische Menschen zwar gute Führer sein können, aber wegen ihrer verführerischen Wirkung seien sie immer auch großen Versuchungen ausgesetzt und stellen deshalb ein hohes Risiko für soziale Gruppen und Organisationen dar.

Führer oder Verführer?

Das muss jeder für sich entscheiden. Aber in die richtige Richtung gelenkt, wird Charisma für sich und andere zum Erfolgstreiber.

[Bildnachweis: alfernec by Shutterstock.com]
6. März 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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