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Ein Thema muss gefunden werden, ein Konzept erstellt, eine ansehnliche Präsentation vorbereitet oder ein neues Produkt eingeführt werden - kurzum: Es braucht dringend eine Idee! Der Schreibtischstuhl zeichnet vom langem Sitzen bereits deutlich die Körperumrisse nach, die Kollegen kommen bereits besorgt vorbei um zu fragen, ob noch alles in Ordnung ist und draußen wird es langsam dunkel. Mit der Kreativität sind Sie jedoch noch kein Stück voran gekommen. Ist der Einfallsreichtum so eingerostet, dass man auch nach ewigem Überlegen einfach keinen vernünftigen Einfall hat? Nicht zwingend, vielleicht suchen Sie nur am falschen Ort nach der Idee. Wir zeigen Ihnen siebenkreative Orte, an denen Sie bessere Ideen finden...

Die besten Ideen kommen oft nicht am Schreibtisch

Kreativität-Konzentration-DruckIn vielen Berufen und Branchen gehört es zum Alltag: Es soll ein neuer Auftrag an Land gezogen werden, es werden Neuerungen benötigt, um den Absatz zu steigern und man möchte innovativ sein, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Woran es fehlt, sind entsprechende Ideen.

Die Reaktionen der Vorgesetzten sind oft genauso ähnlich wie falsch: Es wird zum großen Brainstorming gebeten und so sitzen die Mitarbeiter entweder gemeinsam im Meeting oder alleine in ihren Büros und versuchen krampfhaft kreativ zu werden - mit meist mittelmäßigem Erfolg. Der Grund: Der Druck, eine Idee zu finden, bewirkt das genaue Gegenteil (Mehr dazu im folgenden Kasten).

Wie können Unternehmen auf dieses Problem reagieren?

  • Kreative Phasen einrichten. Kaum jemand ist auf Kommando kreativ. So funktioniert die Ideenfindung einfach nicht. Unternehmen könnten daher bestimmte Phasen einrichten, die speziell darauf ausgerichtet sind, neue Ideen zu finden und auszuprobieren. Das schafft die Freiheit, die Kreativität oft braucht und nimmt gleichzeitig den Zeitdruck anderer Aufgaben, die parallel erledigt werden müssten.
  • Kreative Orte nutzen. Viele Büroräume werden besonders modern eingerichtet und sollen ein entsprechendes Bild des Unternehmens vermitteln. Wirkliche Orte der Kreativität sind aber dennoch die wenigsten. Mehr Erfolg verspricht die Nutzung von anderen Orten, die auch außerhalb des Räume des Arbeitgebers liegen können.

Warum kommt Kreativität meist unverhofft?

Unverhofft kommt oft. Besonders bei Kreativität. Die genialsten Ideen suchen uns immer dann heim, wenn wir eigentlich gar nicht auf der Suche danach sind. Aber wieso eigentlich? Hinter dem Phänomen solcher Geistesblitze verbirgt sich der sogenannte Default Mode - eine Phase, in der im Denkapparat eigentlich verdächtig wenig passiert.

Genau das ist der Schlüssel zum Erfolg. Eben gerade dann, wenn wir an nichts bestimmtes denken, wird das Gehirn aktiv, ordnet die Gedanken und schafft Klarheit im Kopf. Solch unverhoffte Geistesblitze haben schon die unterschiedlichsten Erfindungen erbracht, die aus der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken sind. Wir stellen einige Überraschungsmomente vor, in denen der Geistesblitz eingeschlagen hat:

  • Beim Gassi gehen. George de Mestral war ein Schweizer Ingenieur und mit seinem Hund oft in der Natur unterwegs. Auf einem Jagdausflug bemerkte er plötzlich viele kleine Spitzkletten, die sich im Fell des Wauwaus festsetzten. Er nahm einige der hartnäckigen Pflanzen mit nach Hause, begutachtete sie unter dem Mikroskop und musste nur noch ihre Struktur kopieren, um eine der nützlichsten Erfindungen der Neuzeit präsentieren zu können: den Klettverschluss.
  • Beim Tagträumen. Als der kleine Frank einmal draußen spielte und tobte, vergaß er ganz, seinen Saft wieder mit ins Haus zu nehmen. Als er am nächsten Morgen wieder den Fuß vor die Tür setzte, war das Glas noch da, die Flüssigkeit aber gefroren. Den Eisblock konnte er sogar mit dem Stab rausziehen, der noch im Becher gebaumelt hatte. Diesen Moment vergaß Frank Epperson nach eigener Aussage nie - das Eis am Stiel ist bis heute ein Renner.
  • Beim Trinken. Das jetzt bitte gleich nicht nachmachen! Aber Percy Shaw hat seinen Ruhm nun einmal einer Zechtour zu verdanken. Auf dem Nachhauseweg vom Pub kam Shaw um ein Haar von der Straße ab und entging nur knapp einem größeren Unglück. Sein Lebensretter war eine Katze, die zufällig gerade auf einem Zaun saß. Die Vorderlichter seines Wagens wurden von ihren Augen reflektiert, warnten ihn gerade noch rechtzeitig — und brachten ihn sogleich auf eine brillante Idee: Katzenaugen für den Straßenverkehr.
  • Beim Snacken. Als Percy Spencer mal wieder im Labor mit Mikrowellen experimentierte, bemerkte er, wie ein Schokoladenriegel in seiner Hosentasche langsam anfing zu schmelzen. Seine Neugier war geweckt, also platzierte er direkt noch ein paar Popcorn-Körner vor den Wellen. Als sie zu knallen begannen, war die Geburtsstunde des Mikrowellen-Ofens gekommen.

Plötzlich Geistesblitz: An diesen kreativen Orten sprudeln die Ideen

Ideen-auf-dem-Klo-KreativraumUnd plötzlich ist sie die da: die perfekte Lösung, die zündende Idee, der brillante Einfall. Aus der kreativen Flaute wird ein inspirierendes Donnerwetter - zahlreiche Geistesblitze inklusive.

Die lassen sich zwar nicht erzwingen, aber der Kreativität lässt sich durchaus manuell auf die Sprünge helfen - zum Beispiel durch die richtige Umgebung. Der Schriftsteller Ernest Hemingway soll zum Beispiel ganz bewusst an einem Stehpult gearbeitet haben - stets mit einem Drink in der Hand -, um seine Schaffenskraft zu beflügeln. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Kreativorte, die unsere Ideen nachweislich Beine machen und neue Impulse provozieren...

Das sind die besten sieben kreativen Orte:

  1. Kreativraum: Toilette

    Die besten Ideen kommen einem auf dem Klo. Das sagen nicht nur viele unserer Leser (siehe Umfrage unten) - es stimmt auch. Der tägliche Toilettenbesuch ist eine sogenannte Routinehandlung. Wir vollziehen sie ohne groß darüber nachzudenken, der Kopf hat in dieser Zeit Sendepause, ist aber nicht untätig. Das Gehirn kann die Gedanken schweifen lassen - schon kommt die zündende Idee aus dem Unterbewussten, auf die wir durch bewusstes Nachdenken und Grübeln nie gekommen wären.

    Schon vor einiger Zeit verriet der Rapper Eminem dem US-Magazin "Rolling Stone" seine "besten Gedanken auf dem Scheißhaus" zu finden, weil er dort nichts anderes zu tun habe als zu denken.

  2. Kreativraum: Dusche

    Die Dusche ist nicht nur ein Ort der Hygiene, sondern offensichtlich auch besonders für kreative Momente geeignet: Einer Studie zufolge haben 72 Prozent der Menschen ihre besten Ideen, während sie unter der Dusche stehen. Ob dabei gesungen wird oder nicht bleibt jedem selbst überlassen. Bekanntestes Beispiel ist Archimedes, der in der Badewanne plötzlich das "spezifische Gewicht des Goldes" erkannte und damit ob die Krone des Königs tatsächlich aus purem Gold gefertigt worden war. Vor lauter Begeisterung darüber soll er gleich darauf "Heureka" rufend und nackt durch die Straßen gelaufen sein.

    Überhaupt ist das Badezimmer einer der kreativsten Orte im Haus: Der Regisseur Woody Allen findet dort nach eigenem Bekunden regelmäßig Inspiration beim Rasieren.

  3. Kreativraum: Bett

    Sich ins Bett legen, die Augen schließen und ein Nickerchen machen - das klingt kontraproduktiv, wenn man dringend eine frische Idee braucht? Ist es aber nicht! Das Bett ist ein Hort der Innovation. Das Musik-Genie Wolfgang Amadeus Mozart zum Beispiel war bekennender Bettschöpfer. In dem Zettelchaos auf und unter der Decke bekam er seine besten Ideen und komponierte Meisterwerke.

    Warum ist das so? Im Bett entspannen wir, der Ort wird nicht mit Arbeit verbunden. Und das lässt Innovationen entstehen. Aber auch der Schlaf macht kreativ. Nicht ohne Grund empfiehlt der Volksmund, vor einer wichtigen Entscheidung oder bei einem Problem noch einmal eine Nacht drüber zu schlafen: So machte es auch der deutsche Chemiker Friedrich August Kekulé. Während er schlief, kam ihm die Idee, dass Kohlenstoff- und Wasserstoffatome sich in einem Ring anordnen. So entdeckte er die Struktur des Benzolmoleküls und legte den Grundstein für die organische Chemie.

    Langschläfer sind kreativer

    Glaubt man den Untersuchungen italienischer Psychologen von der Universität Cattolica del Sacro Cuore in Mailand, sind Langschläfer (sogenannte Eulen) kreativer. Die Wissenschaftler teilten ihre 120 Probanden (52 Männer, 68 Frauen zwischen 19 und 76 Jahren) zunächst nach dem jeweiligen Chronotyp ein. Danach ließen sie die Leute diverse Aufgaben lösen. Das Ergebnis beurteilten die Psychologen nach Kriterien wie künstlerische Ausführung, Ideenreichtum oder gedankliche Flexibilität.

    Und siehe da: Zwischen Männern und Frauen gab es keine nennenswerten Unterschiede – wohl aber zwischen den Eulen und Lerchen. Die nachtaktiven Langschläfer waren deutlich kreativer als die putzmunteren Morgenmenschen. Die Wissenschaftler erklärten sich das so: Weil die Spätzünder durch ihren speziellen Tagesrhythmus häufiger im Job und vor allem morgens improvisieren müssen, sei ihr Kreativpotenzial besser trainiert. Oder anders formuliert: Sie haben gelernt auf munter zu machen, obwohl sie noch im Koma weilen.

    Tipps für besseren und kreativen Schlaf

  4. Kreativraum: Wald

    Auch außerhalb der eigenen vier Wände finden sich zahlreiche kreative Orte, die besser geeignet sind als der Schreibtisch. Ein Spaziergang im Wald beispielsweise kann den Geist regelrecht auf Wanderschaft und zu neuen Horizonten treiben. Die frische Luft, die Geräusche, der Duft - all das hilft, einen klaren Kopf zu bekommen sowie freier und kreativer an Probleme heranzugehen.

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    Schon viele berühmte Musiker oder Schriftsteller suchten im Wald die nötige Inspiration: Friedrich Nietzsche brachte von seiner Vorliebe für Waldspaziergänge im Engadin seinen "Zarathustra" nach Hause. Der sagt nicht zufällig: "Ich liebe den Wald. In den Städten ist schlecht zu leben." Den Bäumen verdanken wir nicht zuletzt auch wichtige Erkenntnisse der Physik: Ausgerechnet die Gravitationsgesetze erkannte Sir Isaac Newton schon im Jahre 1686 als er im Garten den Wolken beim Vorbeiziehen, den Gedanken beim Verklären zusah - und einem Apfel beim Herunterfallen. Ludwig van Beethoven pflegte immer nach dem Mittagessen einen längeren Spaziergang zu unternehmen, zu dem er auch Papier und Stift mitnahm. Und der Schriftsteller Charles Dickens lustwandelte am Nachmittag regelmäßig bis zu drei Stunden an der frischen Luft.

    Längst eifern diesem Vorbild auch hiesige Manager nacht. Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer bekannte einmal, beim Joggen im Wald besonders einfallsreich zu sein.

  5. Kreativraum: Café

    Kreativraum-Cafe

    Hier kommt es weniger darauf an, einen guten Kaffee (oder je nach Vorliebe einen leckeren Tee) zu trinken: Vielmehr geht es um die richtige Gesellschaft: Interessante Gespräche regen die eigenen Gedanken erst ab und dann an. Ein Wort gibt sich das andere - und schwups - gesellt sich bald auch schon der Geistesblitz dazu. Nicht wenige Freiberufler nutzen die kreative Atmosphäre ihres Lieblingscafés, um neue Kraft und frische Ideen zu schöpfen.

  6. Kreativraum: Auto

    Bitte verstehen Sie dies nicht als Aufforderung, sich im Auto den Kopf zu zerbrechen, statt auf den Pendler-Verkehr zu achten. Es geht um das genaue Gegenteil: Wer sich voll auf das Fahren konzentriert, dazu sogar noch Musik hört, erhöht die Chancen auf einen Geistesblitz. Zu den bekennenden mobilen Kreativraum-Nutzern zählt etwa der Microsoft-Manager Ralph Haupter sowie die Ikea-Deutschland-Chefin Petra Hesser. Die gab in einem Interview sogar zu, hinter dem Lenkrad so richtig kreativ zu werden - und deshalb auch schon mal die richtige Ausfahrt zu verpassen.

    Und sollte es noch an der richtigen Inspiration mangeln, finden Sie in diesem Artikel noch einige Anregungen für gute Hörbücher, die sich besonders für Autofahrten eignen.

  7. Kreativraum: Ausland

    Das aktuelle Wetter lädt ohnehin dazu ein, der Sonne hinterher zu reisen und sich im Kurzurlaub zu erholen. Diese Gelegenheit ist gleichzeitig perfekt, um bessere Ideen zu finden. Die neuen Eindrücke, der Blick über den eigenen Tellerrand und die Erfahrungen mit anderen Kulturen können dem eigenen Ideenreichtum Beine machen und dafür sorgen, dass die zündende Idee sich endlich zeigt.

    Fremde ansprechen macht glücklicher

    UrlaubsbekanntschaftFalls Sie demnächst Urlaub machen, sollten Sie versuchen, mit Fremden ins Gespräch zu kommen oder wenigstens etwas Smalltalk zu betreiben. Nicht nur, weil lange einsame Reisen langweilig sein können - Sie tun sich auch selbst einen Gefallen: Wie Studien zeigen, steigern diese kurzen Konversationen die Urlaubsfreude enorm.

    Das Forscher-Duo Nicholas Epley und Juliana Schroeder von der Booth School of Business an der Universität von Chicago organisierten dazu einen recht simplen Versuchsaufbau. Sie unterteilten ihre Probanden in drei Gruppen und gaben ihnen (teils) ein paar Anweisungen mit auf den Weg:

    • Die erste Gruppe sollte jedweden Kontakt zu Mitreisenden meiden, schon gar nicht mit Fremden sprechen.
    • Die zweite Gruppe wurde gebeten, Mitreisende und Fremde anzusprechen.
    • Die dritte (Kontroll-)Gruppe bekam keinerlei Instruktionen.

    Sie ahnen natürlich, wer hinterher über den größten Spaß berichtete: Genau, die Teilnehmer der zweiten Gruppe - und jene aus der dritten, die unterwegs neue Menschen kennengelernt hatten.


Apropos kreative Orte...

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