Vorstellungsgespräch Mythen: Was ist dran
Um das Vorstellungsgespräch ranken sich viele Mythen. Kein Wunder, dass viele Bewerber verunsichert sind, nicht wissen, was genau sie erwartet und worauf sie sich einstellen müssen. Das kann durchaus zum Problem werden, wenn die Vorbereitung darunter leidet oder die Nervosität unnötig in die Höhe getrieben wird. Doch wie es mit Mythen so üblich ist, steckt dahinter nicht immer die volle Wahrheit. Die Schwierigkeit für Bewerber besteht darin herauszufiltern, welchen Mythen sie Glauben schenken können und in welchen Fällen Sie es mit Übertreibungen und falschen Informationen zu tun bekommen. Wir haben einige der häufigsten Mythen zum Vorstellungsgespräch unter die Lupe genommen und sagen Ihnen, was dran ist...

Vorstellungsgespräch Mythen: Nicht alles glauben!

Für Bewerber ist es nicht leicht, sich ein Bild von Vorstellungsgesprächen zu machen. Zwar gibt es überall Informationen, doch wer selbst noch nie die Erfahrung gemacht hat, kann sich meist nur schwer vorstellen, was da eigentlich auf ihn zu kommt. Viele verlassen sich deshalb auf die Informationen, die sie von anderen erhalten oder bei der eigenen Recherche gefunden haben.

Also ist jeder Ratschlag willkommen, doch bleibt die Frage, wie viel von dem, was man zu hören bekommt, tatsächlich der Wahrheit entspricht. Natürlich soll damit niemandem unterstellt werden, absichtlich Ihre Jobchancen sabotieren zu wollen. Oft verbergen sich dahinter Mythen zum Vorstellungsgespräch, die sich immer weiter herumgesprochen haben.

Als Bewerber sollten Sie sich jedoch davor hüten, jeden Mythos zu glauben, da Sie sich möglicherweise falsch auf ein anstehendes Gespräch vorbereiten, mit der falschen Einstellung zum Termin fahren oder sich auf die falschen Punkte konzentrieren.

Was ist an den Mythen zum Vorstellungsgespräch dran?

EDHARBewerber sehen sich oft von verschiedenen Seiten den unterschiedlichsten Informationen ausgesetzt. Freunde berichten von ihren Erfahrungen im Vorstellungsgespräch, die Eltern erzählen, wie es zu ihrer Zeit war und im Internet finden sich unzählige Informationen, die alle eingeordnet werden wollen. Der perfekte Nährboden für die unterschiedlichsten Mythen, die immer weiter verbreitet werden und sich hartnäckig in den Köpfen festsetzen. Wir haben uns einige der häufigsten Mythen einmal genauer angeschaut und erklären, was dran ist:

  1. Man muss immer die richtige Antwort kennen

    Es ist wahrscheinlich der Mythos, der Bewerbern den größten Schrecken einjagt und zu schweißnassen Händen führt. Schon der Gedanke, auf die Fragen des Personalers keine perfekten Antworten liefern zu können, macht vielen Bewerbern zu schaffen. Glücklicherweise ist es in der Realität jedoch oft anders, da der Mythos übertreibt.

    Natürlich sollten Bewerber vorbereitet sein und Fragen beantworten können. Doch dabei gibt es nicht immer ein richtig oder falsch. Personaler und Unternehmen wollen immer auch Sie persönlich kennenlernen. Die Persönlichkeit darf also auch in die Antworten einfließen - und wenn Ihnen spontan nicht die beste Antwort einfällt, sind Ihre Chancen auf den Job damit noch lange nicht vom Tisch.

  2. Schwächen reduzieren die Chancen

    Immer wieder hört man, dass Kandidaten im Vorstellungsgespräch keine Schwächen zeigen sollten. Schließlich geht es darum, den Personaler mit seinen Stärken und Fähigkeiten zu überzeugen. Schwächen sind dabei nur hinderlich und erwecken den Eindruck, ein anderer Bewerber hätte mehr zu bieten als man selbst.

    Doch Schwächen können eine wichtige Information sein - und Personaler beziehen in die Entscheidung viele weitere Faktoren ein. Die eigenen Schwächen benennen zu können zeigt vielmehr, dass Sie sich Ihrer Fähigkeiten bewusst sind, Ihr eigenes Potenzial erkennen und wissen, woran Sie noch arbeiten können. Eine solche Selbstreflexion wissen viele Unternehmen zu schätzen.

  3. Der Personaler führt das Gespräch

    An diesem Mythos zum Vorstellungsgespräch ist durchaus etwas Wahres, denn oft verlaufen die Gespräche genau so. Der Personaler übernimmt die Rolle des Interviewers, stellt Fragen und hört sich die Antworten des Bewerbers an. So muss es jedoch nicht sein, denn auch wenn es den Begriff des Jobinterviews gibt, handelt es sich eigentlich um einen Dialog.

    Als Bewerber müssen Sie nicht in Passivität verharren und nur Antworten, wenn Sie gefragt werden. Nehmen Sie aktiv am Gespräch teil, stellen Sie eigene Fragen, zeigen Sie sich interessiert und scheuen Sie sich nicht Ihre Gedanken auch zu äußern.

  4. Die richtigen Qualifikationen bringen den Job

    Es ist ein klassischer Mythos zu jedem Vorstellungsgespräch: Wenn die Qualifikationen stimmen, können Unternehmen gar nicht anders, als einen einzustellen. Diese Theorie wird aber leider regelmäßig widerlegt. Qualifikationen, Kompetenzen und Fähigkeiten sind zwar grundsätzliche Voraussetzungen, doch allein reichen sie nicht, um eine Anstellung zu finden.

    Oftmals haben viele Bewerber ähnliche Qualifikationen und entsprechen dem gesuchten Profil. Unternehmen entscheiden also immer auch danach, ob ein neuer Mitarbeiter ins Team passt, wer eine größere Motivation ausstrahlt, wem eine bessere Entwicklung vorausgesagt wird oder wer persönlich den besseren Eindruck macht.

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