Schlussformel – das Wichtigste
Schlussformel |
Bedeutung |
| Trennungsgrund | Zeigt, warum und auf wessen Initiative das Arbeitsverhältnis endet. |
| Bedauern | Drückt aus, dass der Arbeitgeber das Ausscheiden des Mitarbeiters bedauert. |
| Dank | Würdigt Zusammenarbeit und gegebenenfalls Leistungen. |
| Zukunftswünsche | Wünschen dem Mitarbeiter beruflich und persönlich alles Gute und weiteren Erfolg. |
| Rechtsanspruch | Nein. Arbeitnehmer haben grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Dankes-, Bedauerns- oder Wunschformel. |
Was ist die Schlussformel im Arbeitszeugnis?
Die Schlussformel ist der abschließende Teil eines Arbeitszeugnisses. Sie besteht meist aus 2-4 Sätzen und enthält typischerweise den Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Bedauern über das Ausscheiden, Dank für die Zusammenarbeit und gute Wünsche für die Zukunft.
Ein Beispiel für eine positive Schlussformel:
„Herr Müller verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und danken ihm für seine stets sehr guten Leistungen und die angenehme Zusammenarbeit. Für seine berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir Herrn Müller weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
Die Schlussformel gehört allerdings nicht zur eigentlichen Zeugnisnote. Sie kann den Gesamteindruck des Zeugnisses aber abrunden und aufwerten. Sie ersetzt dennoch nicht die Leistungs- und Verhaltensbeurteilung.
Welche 4 Bestandteile hat eine gute Schlussformel?
Eine positive und vollständige Schlussformel enthält typischerweise vier Elemente. Entscheidend ist nicht nur, ob diese vorhanden sind, sondern ebenso, wie sie formuliert werden:
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Trennungsgrund
Warum endet das Arbeitsverhältnis und von wem ging die Trennung aus? „Auf eigenen Wunsch“ zeigt beispielsweise eine Eigenkündigung.
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Bedauern
Der Arbeitgeber bringt zum Ausdruck, dass er das Ausscheiden bedauert. Je stärker das Bedauern formuliert wird, desto wertschätzender wirkt der Abschluss.
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Dank
Das Unternehmen bedankt sich für die Zusammenarbeit und gegebenenfalls ausdrücklich für die erbrachten Leistungen.
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Zukunftswünsche
Zum Abschluss folgen gute Wünsche für den weiteren beruflichen und persönlichen Weg. Besonders positiv wirkt der Wunsch nach „weiterhin viel Erfolg“.
Schlussformel-Beispiele für Noten 1 bis 6
In der Praxis werden Schlussformeln häufig passend zum übrigen Zeugnis abgestuft. Sie sind jedoch keine eigenständige Zeugnisnote. Das Bundesarbeitsgericht weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Schlusssätze im Wesentlichen die vorherige Leistungs- und Verhaltensbeurteilung noch einmal formelhaft aufgreifen. Typische Beispiele für unterschiedlich starke Schlussformulierungen:
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Note 1 – sehr gut
„Herr Beispiel verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich und danken ihm für seine stets hervorragenden Leistungen und die jederzeit sehr angenehme Zusammenarbeit. Für seine berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
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Note 2 – gut
„Frau Beispiel verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und danken ihr für ihre stets guten Leistungen und die angenehme Zusammenarbeit. Für ihre berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir ihr weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
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Note 3 – befriedigend
„Frau Muster verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ. Wir bedauern ihr Ausscheiden und danken ihr für die gute Zusammenarbeit. Für ihre berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“
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Note 4 – ausreichend
„Herr Muster verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ. Wir danken ihm für die Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.“
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Note 5 – mangelhaft
„Frau Muster verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ. Für die Zukunft wünschen wir ihr alles Gute.“
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Note 6 – ungenügend
„Herr Beispiel verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ.“
Wichtig: Bewerten Sie Ihr Arbeitszeugnis nie allein anhand der Schlussformel. Für die tatsächliche Gesamtnote sind vorwiegend Leistungsbeurteilung und Sozialverhalten entscheidend. Eine auffällig schwache Schlussformel kann jedoch im Kontrast zu einem ansonsten sehr guten Zeugnis Fragen aufwerfen.
Schlussformel Arbeitszeugnis: Bedeutung der einzelnen Bestandteile
Schon kleine Unterschiede verändern den Eindruck einer Schlussformel. Deshalb lohnt es sich, Trennungsgrund, Bedauern, Dank und Zukunftswünsche einzeln anzusehen.
1. Trennungsgrund: Wer hat gekündigt?
Der erste Satz der Schlussformel kann verraten, warum das Arbeitsverhältnis endet. Besonders günstig ist eine Formulierung, aus der hervorgeht, dass der Arbeitnehmer selbst gekündigt hat.
Trennungsgrund |
Typische Formulierung |
| Eigenkündigung | „Herr Müller verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch.“ |
| Befristung endet | „Frau Schmidt verlässt unser Unternehmen mit Ablauf ihres befristeten Arbeitsvertrags.“ |
| Betriebsbedingte Kündigung | „Herr Müller verlässt unser Unternehmen aus betriebsbedingten Gründen.“ |
| Einvernehmliche Beendigung | „Das Arbeitsverhältnis endet im gegenseitigen Einvernehmen.“ |
Formulierungen wie „Wir mussten uns von Herrn Muster trennen“ sind deutlich negativer und zeigen eine arbeitgeberseitige Kündigung an. Sie sind jedoch die Ausnahme.
2. Bedauern: Wie sehr fehlt der Mitarbeiter?
Das Bedauern über das Ausscheiden vermittelt persönliche Wertschätzung. Besonders positiv wirken diese Formulierungen:
- „Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich.“
- „Wir bedauern ihre Entscheidung sehr.“
- „Wir bedauern es sehr, Frau Muster als geschätzte Mitarbeiterin zu verlieren.“
- „Wir bedauern sein Ausscheiden.“
Je knapper die Formulierung ausfällt, desto weniger enthusiastisch wirkt sie. Fehlt das Bedauern vollständig, ist das für viele Personaler bereits ein negatives Signal.
3. Dank: Zusammenarbeit und Leistungen
Auch der Dank lässt sich unterschiedlich stark formulieren. Besonders positiv ist eine ausdrückliche Würdigung der Leistungen:
- „Wir danken Frau Muster für ihre stets hervorragenden Leistungen und die jederzeit sehr angenehme Zusammenarbeit.“
- „Wir danken Herrn Muster für seine stets guten Leistungen und die angenehme Zusammenarbeit.“
- „Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit.“
- „Wir danken für die Zusammenarbeit.“
Auch hier gilt: Der Dank ist freiwillig. Ausführliche Formulierungen verstärken den positiven Gesamteindruck des Zeugnisses. Sie sollten aber zu den übrigen Arbeitszeugnis-Inhalten geprüft werden, sonst kann das auch wie Ironie gelesen werden.
Zukunftswünsche im Arbeitszeugnis: Bedeutung
Zukunftswünsche bilden den letzten Satz der Schlussformel. Der Arbeitgeber wünscht dem ausscheidenden Mitarbeiter damit alles Gute für den weiteren beruflichen und persönlichen Weg. Eine besonders positive Formulierung lautet:
- „Für ihre berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir Frau Muster weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
Entscheidend sind hierbei jedoch sprachliche Unterschiede. Vor allem „weiterhin“, „viel Erfolg“, „alles Gute“ und die Kombination aus beruflicher und persönlicher Zukunft können die Wertschätzung verstärken.
Zukunftswünsche: Sehr gute Formulierungen
- „Wir wünschen Frau Muster beruflich und persönlich weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
- „Für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir Frau Muster weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
- „Wir wünschen Frau Muster für ihre berufliche und persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“
- „Für ihren weiteren Weg wünschen wir Frau Muster alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“
Zukunftswünsche: Neutrale Formulierungen
- „Für ihren weiteren Berufsweg wünschen wir Frau Muster alles Gute.“
- „Wir wünschen Frau Muster für ihre weitere Tätigkeit alles Gute.“
- „Wir wünschen Frau Muster alles Gute.“
- „Wir wünschen für die Zukunft viel Erfolg.“
Diese Formulierungen sind freundlich, wirken aber schon zurückhaltender als der Wunsch nach „weiterhin viel Erfolg und alles Gute“.
Zukunftswünsche: Negative Formulierungen
- „Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute, besonders Erfolg.“
- „Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, auch Erfolg.“
- „Wir wünschen ihm für den weiteren Berufsweg viel Glück.“
- „Wir hoffen, dass sie auf ihrem zukünftigen Berufsweg viel Erfolg haben wird.“
Achten Sie auf die Finesse der Formulierung: Der Wunsch nach Erfolg wird so betont, dass indirekt klar wird: Hier hatte der Mitarbeiter keinen! Auch jemandem nur Glück zu wünschen, deutet an, dass er oder sie es wohl braucht.
„Weiterhin viel Erfolg“ oder „Weiterhin wünschen wir viel Erfolg“?
Gerade bei den Zukunftswünschen kommt es oft auf die Satzstellung an. Achten Sie besonders auf den Unterschied zwischen:
- „Wir wünschen Frau Muster weiterhin viel Erfolg.“
- „Weiterhin wünschen wir Frau Muster viel Erfolg.“
Im ersten Satz bezieht sich „weiterhin“ unmittelbar auf den Erfolg: Die Formulierung legt sprachlich nahe, dass die Mitarbeiterin bereits erfolgreich war und dies auch künftig bleiben soll. Im zweiten Satz funktioniert „weiterhin“ dagegen als Satzanschluss im Sinne von „außerdem“. Die positive Aussage über bisherigen Erfolg fehlt damit. Gerade bei Arbeitszeugnissen lohnt es sich deshalb, nicht nur einzelne Wörter, sondern den vollständigen Satz zu lesen.
Was bedeutet „viel Glück“ in der Schlussformel?
„Viel Erfolg“ ist in Arbeitszeugnissen oftmals die stärkere Formulierung. Erfolg lässt sich sprachlich mit der bisherigen beruflichen Leistung verbinden. Wird dagegen ausschließlich „viel Glück“ gewünscht, ist das bereits distanzierter: Der zukünftige Erfolg wird eher mit günstigen Umständen als mit den Fähigkeiten des Mitarbeiters verbunden. Richtig problematisch wird die Kombination aus einer knappen Schlussformel und einem alleinigen Glückswunsch.
Arbeitszeugnis-Schlussformel fehlt – ist das schlecht?
Eine fehlende Schlussformel fällt auf, vor allem wenn das übrige Arbeitszeugnis ausgesprochen positiv formuliert ist. Daraus lässt sich zwar noch nicht schließen, dass der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer unzufrieden war – es könnte auch schlicht vergessen worden sein. Rechtlich aber ist die Lage eindeutig: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf die Schlussformel. (BAG-Urteil, 9 AZR 146/21). Das Fehlen wird daher von vielen Recruitern und Personalverantwortlichen als Negativ-Indiz gewertet.
Kann ich eine bessere Schlussformel verlangen?
Grundsätzlich nein. Enthält das Arbeitszeugnis keine Dankes- oder Wunschformel, können Sie deren Aufnahme nicht mittels Zeugnisanspruch verlangen. Sind Sie mit einer Schlussformel nicht einverstanden, besteht nach heutiger Rechtsprechung auch kein Anspruch auf eine von Ihnen gewünschte Umformulierung. Sie können allenfalls verlangen, dass eine freiwillige Schlussformel entfernt wird.
Schlussformel prüfen: 5 typische Warnsignale
Lesen Sie die Schlussformel immer zusammen mit dem übrigen Zeugnis. Besonders aufmerksam sollten Sie bei folgenden Auffälligkeiten werden:
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Widerspruch zur Leistungsbewertung
Das Zeugnis bewertet Ihre Arbeit positiv, endet aber auffällig knapp und distanziert.
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Nur Glück statt Erfolg
Der Arbeitgeber wünscht ausschließlich „viel Glück“, obwohl ein positiver Erfolgswunsch naheliegend wäre.
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Kein Bedauern
Bei einem ansonsten überschwänglich positiven Zeugnis fehlt ausgerechnet das Bedauern über Ihr Ausscheiden.
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Kein Dank
Die Schlussformel enthält Zukunftswünsche, bedankt sich aber nicht für Zusammenarbeit oder Leistungen.
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Unklarer Trennungsgrund
Eine ungewöhnliche Formulierung lässt offen, warum und auf wessen Initiative das Arbeitsverhältnis beendet wurde.
Ein einzelnes Warnsignal macht zwar noch kein schlechtes Zeugnis. Häufen sich jedoch Widersprüche zwischen Schlussformel, Arbeitszeugnis-Formulierungen und Leistungsbewertung, sollten Sie das gesamte Zeugnis genauer prüfen.
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