Irgendwann so um 1930 hatte Alex Osborn die Schnauze voll. In der von ihm mitgegründeten Werbeagentur BDO (später BBDO) gab es zig Meetings, die alles andere als inspirierend waren. Stattdessen dauerten sie ewig, ermüdeten die Teilnehmer und hemmten jede Form der Kreativität. Sie waren der Gau für ein Unternehmen, das sein Geld damit verdient, kreativ zu sein.
Osborn war sich der Bedrohung für sein Unternehmen bewusst und erinnerte sich an die mehr als 400 Jahre alte, indische Kreativitätstechnik des Prai-Barshana. Aus deren Mantra – using the brain to storm a problem – leitete er das heutige Brainstorming ab und gilt seitdem als dessen geistiger Vater.
Beim Brainstorming geben die Teilnehmer eines Meetings eine zeitlang spontan ihre Ideen zur Lösung eines konkreten Problems ab. Das Resultat ist ein Gedankensturm, der enorm produktiv sein kann, wenn sich die Leute gegenseitig begeistern. Voraussetzung dafür ist allerdings:
Brainstorming hat sich vielfach bewährt und kann sogar individuell angewendet werden. Weitaus unbekannter aber ist eine zweite Technik, die Osborn ebenfalls entwickelt hat und deren Namensgeber er sogar ist: die Osborn-Methode. Es ist eine Art Fragenkaskade, um Assoziationen im geschäftlichen oder auch privaten Umfeld zu fördern. Die Fragen lauten:
Eine noch detaillierte Liste von Fragen wird indes Osborn-Checkliste genannt. Diese sollen etwa auf Karten geschrieben und zufällig gezogen, beziehungsweise spontan beantwortet werden. Die Osborn-Checkliste finden Sie HIER.
1. Kommentar
Entscheider-Blog
30.04.09 um 08:21 Uhr
Die Osborn-Methode gehört für mich zu den spannendsten Kreativitätsmethoden überhaupt.
Allerdings muss man sie in der praktischen Anwendung sehen. Die von Ihnen beschriebenen Karten gibt es als handliches Päckchen: Thinkpak: A Brainstorming Card Deck [With 64-Page Instruction Booklet]: A Brainstorming Card Deck von Michael Michalko.
Wikipedia hat leider hin und wieder Qualítätsprobleme. So auch hier. Die Fragen selbst sind in der Checkliste in Ordnung. Nur der jeweils zugeordnete Ansatz ist bei Copy und Past wohl durcheinander geraten. Das kann man z.B. sehr gut in Position 59-62 sehen. Da sollte bei Ansatz wohl eher “Kombination” anstatt “Umkehren” stehen.
2. Kommentar
Sabina Ahmetspahic
02.07.09 um 12:11 Uhr
Lieber Jochen,
im Zuge meiner Suche nach “Osborn-Technik-Tags” bin ich nach längerem “Stöbern” wieder mal durch einen Link auf Deine Seite gelandet :O) Du kennst mich bereits und ich kann mich hier nur wiederholen: Deine Inhalte, die Art und Weise wie du interessante und komplexe Sachverhalte leicht, z.T. humorvoll und gleichzeitig mit Substanz und fundiertem Wissen beschreibst, macht diese Seite und die Themen, abgesehen von dem optischen Genuss, zu einer wahren geistigen Goldgrube :O)) Ich wünsche dir wirklich von Herzen weiterhin alles Gute und viel Erfolg und bleib so! Viele liebe Grüße aus Berlin Sabina
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