Das hat wohl jeder schon erlebt: In der Konferenz wird eine großartige Ideen vorzeitig beerdigt. Einfach so. Aus Eitelkeit (weil sie nicht vom Ideenkiller stammt), aus Neid oder aus Prinzip. Das Ergebnis ist trotzdem dasselbe. Strategie eins dazu: "Es ist zu einfach, um wahr zu sein." Strategie zwei: "Es funktioniert sowieso nicht." Diese Strategie existiert auch in Form des Allzwecksatzes, der von jeglicher Denkanstrengung entbindet: Hamwerschonimmersogemacht. Schließlich Strategie drei: "Es gibt bestimmt noch eine Alternative." Die gibt es zwar immer. Aber mit der Suche danach lassen sich Euphoriker prima mürbe und Engagierte müde machen...

Ideen-Killer-Bingo: Im nächsten Meeting mitspielen

Bei allem Sarkasmus: Wahr ist allerdings auch, dass alte Ideen neuen oft im Wege stehen. Auch das lässt sich in vielen Meetings beobachten, dass ehemalige Gedanken und Anregungen noch lange die Agenda regieren, obwohl man sie offiziell längst verworfen hat.

Warum das so ist?

Eitelkeit spielt dabei sicher eine dominierende Rolle. Kein kreativer Kopf schätzt es, wenn ausgerechnet seine angeblich brillante Idee aussortiert und abgeschmettert wird. Verkannte Genies haben die Angewohnheit äußerst hartnäckig und trotzig zu reagieren, und nicht wenige suchen noch tagelang nach einem Weg durch die Hintertür, ihren ursprünglichen Vorschlag im neuen Gewand zu verkaufen.

Der zweite Bremsklotz ist das Ideenmanagement selbst. Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Und die meisten Mitarbeiter wissen instinktiv (wenn nicht gar offiziell), dass die Urheber zündender Einfälle mit Belobigungen, Prämien oder gar Beförderung rechnen können. Umgekehrt wird keiner dafür honoriert, dass er sich von seiner Idee getrennt und aus dem Fehler gelernt hat.

Also passiert das: Solange es geht, versucht jeder seine kreativen Impulse in einen Erfolg zu verwandeln - und sei es nur anteilig - mit dem Effekt, dass nie so richtig Platz für völlig neue Gedanken ist.

Um das Dilemma zu lösen, gibt es nicht viel, aber das Wenige reicht manchmal schon:

  • Sorgen Sie für ein Klima, dass nicht nur die Urheber guter Einfälle belohnt, sondern auch den Grad wie die Teammitglieder diese anschließend gemeinsam (!) umsetzen.
  • Feiern Sie Irrtümer genauso wie Innovationen - vorausgesetzt, alle haben daraus etwas gelernt und lassen die Erfahrung hinter sich. Und: Sobald eine Entscheidung gefallen ist, formieren Sie die Kräfte neu. So bekommen Eitelkeiten erst gar keine große Bühne.

Ansonsten können Sie dem Spuk aber auch spielerisch ein Ende setzen, indem Sie Bingo spielen. Zum Beispiel so:

Ideen-Killer-Bingo

[Bildnachweis: Ruslan Grumble by Shutterstock.com, Jochen Mai]