Fast 70 Prozent der Deutschen sind laut einer StepStone-Umfrage von 2009 der Meinung, dass sie zu wenig verdienen. Das mag mal mehr und mal weniger gerechtfertigt sein. Wenn Sie jedoch der Meinung sind, dass Ihre guten Leistungen schlicht zu wenig gewürdigt werden, dann sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie beim Chef eine Gehaltserhöhung erbitten.
Wie aber funktioniert das – und wichtiger: Wie funktioniert das sicher nicht? Wir haben die wichtigsten Do’s und Dont’s der Gehaltsverhandlung zusammengefasst. Im Kasten ganz unten finden Sie zudem eine Auswahl von Karrierebibel-Artikeln, die Ihnen zusätzlich helfen können. Wir wollen Ihnen schließlich mehr anbieten!
Ihr Weg zur Gehaltserhöhung
Wie man es NICHT macht
- Auf den Zeitraum seit der letzten Gehaltserhöhung hinweisen. Nur weil Sie seit drei Jahren den gleichen Lohn erhalten, muss der nicht automatisch zu niedrig sein. Für Unternehmen sind einige Jahre häufig relativ kurze Zeiträume – und keine Gründe zur Gehaltserhöhung.
- Auf fehlende Motivation hinweisen. Geld ist ein schlechter Motivator – noch dazu kein besonders edler. Wenn Sie durchblicken lassen, dass Sie nur durch ein „Schmerzensgeld“ zu motivieren sind, wirft das kein gutes Licht auf Ihre Arbeitsmoral.
- Auf das Durchschnittsgehalt oder das Gehalt in anderen Unternehmen hinweisen. Damit servieren Sie dem Chef eine der fiesesten Gegenfragen auf dem Silbertablett: „Wenn die Gehälter woanders so gut sind, warum kündigen Sie dann nicht und wechseln dorthin?“
- Grundlos anfragen. Ganz ehrlich: Eine Gehaltserhöhung muss man sich verdienen. Also fragen Sie sich zunächst, ob Sie gute Gründe für das Mehr an Gehalt haben – oder ob es nur Ihr Wunsch ist. Auch gestiegene private Ausgaben sind ein wertloses Argument.
- Aggressiv werden. Sie müssen Ihr Anliegen klar und unmissverständlich ausdrücken – aber patzig dürfen Sie nicht werden. Ihr Chef wird immer versuchen, Ihren Versuch abzuwehren. Das ist aber kein Grund für Beschimpfungen, sondern für geschickte Argumentation!
Wie man es RICHTIG macht
- Ihren Ruf checken. Bringen Sie in Erfahrung, welchen Eindruck der Chef von Ihrer Leistung hat. Gibt es Defizite, die Sie aufbessern müssten? Sind Sie schon längst der Liebling der Abteilung? Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, welche Qualität Sie abliefern.
- Ihren Stellenwert checken. Welche Rolle spielt Ihr Job für das Gesamtunternehmen? Selbst der beste Produktmanager kämpft auf verlorenem Posten, wenn sein Produkt zu den „Poor Dogs“ gehört. Im schlimmsten Fall sollten Sie einen Positionswechsel anstreben.
- Ihren Wert checken. Die Grundsatzfrage: Wie trägt meine Leistung zum Unternehmenserfolg bei? Gab es Zugewinne, die auf Ihre Leistung (oder die der Abteilung) zurückzuführen sind? Auf Gewinn als Argument springen Unternehmer immer an.
- Ihr Potenzial checken. Streben Sie folgende Einigung an: „Wenn ich das Ziel X erreiche, wären Sie dann bereit, mir Y (Beförderung, Gehaltserhöhung) zu gewähren?“ So können Sie Argumente festlegen, noch bevor sie entstanden sind.
- Auf Vereinbarungen zurückkommen. Wenn Sie den letzten Schritt ausgeführt haben, können Sie in Zukunft darauf zurückgreifen: Haben Sie die Ziele erreicht? Welche zusätzlichen Leistungen haben Sie geschafft, was haben die dem Unternehmen genützt?
- Ausreden kontern. Sie haben alle Anforderungen erfüllt, werden aber mit der schlechten Wirtschaftslage, der Finanzkrise und anderen Phrasen abgespeist? Zeit für Offensive: Erkundigen Sie sich nochmals nach der getroffenen Absprache. Machen Sie ohne Aggression deutlich, dass Ihr Chef im Begriff ist, ein gemeinsames Abkommen zu brechen.
- Kompromisse eingehen. Selbst der begabteste Verhandlungsprofi bekommt nicht immer, was er will. Vielleicht kann das Unternehmen derzeit wirklich nicht nach Ihren Vorstellungen bezahlen. Als Ausgleich können Sie Urlaub, Weiterbildungen oder eine geringere Erhöhung vorschlagen – besser wenig als nichts.



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