Essen bei der Bewerbung: DAS bitte nicht bestellen!

Essen bei der Bewerbung: Früher oder später werden Sie in den Genuss eines Bewerbungsessens kommen. Etwa im Assessment Center, insbesondere bei Führungskräften, ist es nicht unüblich, die Bewerber zur gemeinsamen Mahlzeit zu bitten. Der Grund: Man will sehen, wie Sie sich auf gesellschaftlichem Parkett bewegen und wie Ihre Tischmanieren so aussehen. Schließlich könnten Sie später auch mit wichtigen Kunden essen gehen und müssen dann natürlich einen guten Eindruck machen. Doch was bestellen Sie in so einer Situation? Nehmen Sie lieber das Hähnchenschnitzel oder den Salat? Ihre Entscheidung, klar. Aber mit ein bisschen Weitsicht reduzieren Sie das Risiko, Ihren Bewerbungschancen selbst den Garaus zu machen und womöglich wie ein Cretin dazustehen. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Bewerbungsessen lieber nicht bestellen

Essen bei der Bewerbung: DAS bitte nicht bestellen!

Bewerbungsessen: Mund zu

Wenn ein Personaler das Bewerbungsgespräch ins Restaurant verlegt, kann es delikat werden. Und damit ist nicht das Essen gemeint.

Überall lauern Fettnäpfchen, in die Sie während des Bewerbungsessens trampeln können. Logisch: Jedem darf mal eine Nudel von der Gabel rutschen, ohne dass ihm danach gleich der Knigge unter die Nase gehalten wird. Größere Missgeschicke aber können durchaus sauer aufstoßen und Ihre Chancen als Bewerber schmälern. Wenn Sie zum Beispiel unentwegt schmatzen, schlürfen oder Ihnen womöglich ein kleiner Rülpser rausrutscht.

Aber das wird Ihnen nicht passieren:

  • Erstens haben Sie Manieren.
  • Und zweitens uns.

Wir haben ein paar Tipps gesammelt, mit denen Sie das Bewerbungsessen auf jeden Fall unfallfrei überstehen. Die folgenden Speisen sollten Sie aus Sicherheitsgründen von Ihrer Speisekarte streichen…

Speisenwahl im Bewerbungsgespräch: Die Grundregel

Pizza? Oder doch besser die Schweinemedaillons? Oder das Risotto? Letztlich können Sie sich die Auswahl auch ganz leicht machen: Nehmen Sie das, worauf Sie Lust haben – und wobei Sie sich sicher fühlen. Noch nie einen ganzen Fisch gegessen und auf dem Teller filetiert? Dann sollte die Premiere nicht unbedingt das Bewerbungsgespräch sein. Den Kaiserschmarrn dürfen Sie selbstverständlich auch kosten. Es gibt aber tatsächlich Zeitgenossen, die dazu neigen, den Puderzucker quer im Gesicht zu verteilen. Wenn Sie nicht dazu gehören, prima. Bon appetit! Falls doch, bestellen Sie besser etwas anderes.

DIESE Dinge sollten Sie besser nicht bestellen

Wir wollen die Speisewahl gar nicht unnötig akademisieren. Aber wenn Ihnen der Job so richtig am Herzen liegt und Sie wirklich jedes noch so kleine Risiko minimieren wollen, sich bei Tisch zu blamieren, dann könnte Ihnen die Auswahl im Zweifel helfen.

PS: Die Tipps lassen sich problemlos auf andere Szenarien übertragen – auf ein Business-Lunch oder Ihr nächstes Date zum Beispiel.

Das also bitte nicht essen:

  1. Suppen

    Suppen sind unglaubliche Manieren-Minen. Erstens verleitet Suppe zum Schlürfen. Zweitens kleckern Sie damit oder verschütten die Brühe gar mit etwas Pech über Ihrem Anzug. Oder dem Ihres Gesprächspartners. Die Knigge-Grundregeln: nie pusten, nie schlürfen, nicht mit dem Brot tunken und den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen. Die Frage, ob Suppenreste ausgetrunken werden dürfen, entscheidet der Inhalt: Cremesuppen sowie Suppen mit Einlagen werden ausschließlich gelöffelt, klare Brühen hingegen dürfen auch getrunken werden. Sie werden in der Regel in einer Suppentasse (mit Henkel) serviert. Übrigens: Zum Auslöffeln Suppenteller nie schräg stellen.

  2. Alkohol

    Alkohol ist keine Lösung – jedenfalls nicht im Bewerbungsessen. Lassen Sie sich nicht zu einem Bierchen oder Cocktail verleiten. So halten Sie all Ihre Sinne beisammen. Alkohol darf übrigens immer ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Selbst der Gastgeber kann Alkohol ausschenken und selber Wasser trinken: kein Fauxpas. Bleiben Sie also auch dann standhaft, wenn die anderen trinken. Gute Ausrede in dem Fall: „Ich muss noch fahren.“

  3. Lebensmittel, die zwischen den Zähnen hängen bleiben

    Bestes Beispiel: Spinat. Oder Salate mit frischen Kräutern (Petersilie!). Das grüne Gemüse trübt Ihr Lächeln deutlich und zwingt Sie die Klappe zu halten. Dabei wollen Sie sich doch verkaufen…

  4. Fingerfood

    Klares No-Go. Bestellen Sie nichts, das Sie zwischen Ihre Finger klemmen müssen. Beispiele sind Burger, Chicken Wings, Maiskolben, Krebse oder Rippchen. Solche Speisen sind zwar lecker, das Verputzen sieht aber nicht elegant oder würdevoll aus. Außerdem sind danach die Hände versaut, mit denen Sie Ihrem Gegenüber vielleicht noch mal die Hand geben wollen. Klar, können Sie sich die zwischendurch waschen. Aber irgendwie hat man ja doch noch das Bild vom kleckernden Bürger zwischen den Fingern im Kopf.

  5. Essen, für das Sie professionelles Werkzeug benötigen

    Einen Hummer zu zerlegen kann nicht nur komödiantisch aussehen, sondern lenkt Sie vor allem viel zu sehr vom Gespräch ab (abgesehen davon, dass es etwas übertrieben wäre). Gleiches gilt im China-Restaurant: Essen Sie dort nur mit Stäbchen, wenn Sie das auch wirklich beherrschen. Auch Sushi, knochiges Fleisch oder grätiger Fisch fallen unter Umständen in diese Kategorie.

  6. Speisen mit viel Sauce

    Spaghetti Bolognese & Co. sind nicht unbedingt Ihre Freunde im Vorstellungsgespräch. Die Erfahrung lehrt: Egal, wie sehr man sich auch bemüht, ein Tropfen spritzt immer auf Hemd oder Krawatte… Dumm, wenn es ausgerechnet die teure Seidenkrawatte Ihres Gegenübers ist. In dem Fall müssten Sie sogar Schadenersatz anbieten. Dasselbe gilt übrigens für den Verzehr von Rucola. Der spritzt praktisch immer beim Verzehr.

  7. Das billigste von der Karte

    So verpassen Sie sich das Image des Pfennigfuchsers. Billigheimers. Geizkragens.

  8. Das teuerste von der Karte

    Auch nicht besser, weil es überkandidelt wirkt. Maßlos. Unangebracht.

  9. Scharfes

    Wenn Sie es mögen, oft essen und vertragen – nur zu. Andernfalls: Bitte keine Experimente! Wenn Sie im Gesicht rot anlaufen, wie ein Vulkan Feuer spucken und das Glas Wasser in einem Zug in sich hineingießen, hinterlässt das nicht den Eindruck, den Sie eigentlich hinterlassen wollen. Beachten Sie vor allem in thailändischen, indischen und mexikanischen Restaurants die Chilischoten auf der Speisekarte.

  10. Stinkbomben

    Meiden Sie Knoblauch und Zwiebeln, auch in Saucenform. Oder Curry-Gerichte. Allesamt versprühen diese Gerichte kein wirklich angenehmes Aroma. Einzige Ausnahme: Ihr Gegenüber bestellt dasselbe. In dem Fall: abwarten, was der andere bestellt. Allerdings wird das selten gelingen: Die Bestellung gehört ja ein bisschen zum Test.

Extra-Tipp: Getränke

Wann immer Sie im offiziellen Rahmen etwas zu trinken bestellen, verzichten Sie auf Kohlensäure haltige Getränke wie Cola oder anderes Blubberwasser. Der Grund: die Kohlensäure. Sie werden schon bald mehr damit beschäftigt sein, Rülpser zu unterdrücken als ein vernünftiges Gespräch zu führen. Wieso also nicht mal stilles Wasser oder O-Saft bestellen?

[Bildnachweis:DRAGONFLY STUDIO by Shutterstock.com]
23. April 2015 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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