Linkedin-Profil: Darauf achten Personaler und Recruiter

Accounts und Profile in beruflichen sozialen Netzwerken gehören mittlerweile bereits zum kleinen Bewerber-Einmaleins. Wer sich auf Jobsuche begibt, verbringt ohnehin eine Menge Zeit im Internet und sollte dort nicht nur selbst suchen, sondern sich auch entsprechend präsentieren. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass Linkedin-Profile nicht nur von Kollegen, sondern auch von Personalern und Recruitern frequentiert werden. So lässt sich mittlerweile fast jeder Bewerber in den Social Media finden. Doch gibt es gleich Pluspunkte, wenn entsprechende Profile vorhanden sind? Wohl kaum, denn es kommt auf die Qualität und die tatsächliche Nutzung der Online-Präsenzen an. Worauf Personaler beim Linkedin-Profil besonders achten und warum es sich lohnt, Zeit und Energie in die Social Media zu investieren…

Linkedin-Profil: Darauf achten Personaler und Recruiter

Warum besuchen Personaler das Linkedin-Profil?

Sie geben sich größte Mühe, die perfekten Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Den Lebenslauf haben Sie nach allen Regeln der Kunst aufgebaut, mit einem passenden Design versehen und lange am Inhalt geschliffen, für das Bewerbungsschreiben haben Sie eine Ewigkeit gebraucht, bis es Ihren hohen Ansprüchen gerecht geworden ist und jede Formulierung noch dreimal umgestellt, bis Sie es für gut genug befunden haben, um es einem Personaler vorzulegen.

Kurz: Sie haben alles in Ihrer Macht stehende getan, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen und den Personalverantwortlichen davon zu überzeugen, dass Sie die richtige Besetzung für eine offene Stelle im Unternehmen sind. Trotzdem gehört es für Personaler und Recruiter zum Alltag, nicht nur in die Unterlagen zu schauen, sondern sich auch online einen Überblick über Bewerber zu verschaffen – und da sind Profile bei Linkedin oder Xing oftmals die erste Adresse.

Da fragt sich so mancher Bewerber, warum er sich überhaupt die große Mühe macht. Solch eine Einstellung ist jedoch falsch, denn die schriftliche Bewerbung ist weiterhin das wichtigste Kriterium bei der Auswahl, doch der Job eines Personalers ist es, den Kandidaten zu finden, der die besten Qualifikationen mitbringt und am besten ins Team passt. Und da ist jede zusätzliche Information nützlich.

Mit der Recherche in sozialen Medien soll das Bild, das ein Bewerber von sich zeichnet, noch einmal kontrolliert und auch erweitert werden. Es ist ganz normal, sich in Anschreiben und Lebenslauf von der Schokoladenseite zu zeigen. Durch einen Blick auf die Profile erhoffen Recruiter sich, mehr zu erfahren und den eigenen Eindruck abrunden zu können.

Sehen Sie das Profil als zusätzliche Chance

Ein Linkedin-Profil? Na klar, hab ich! Das können wohl viele Arbeitnehmer und vor allem auch Bewerber von sich behaupten. Die meisten sehen es als eher lästige Aufgabe an, die aber nun einmal dazu gehört. Motto: Wenn Personaler ein Profil wollen, dann mach ich mir eben eins… Doch wer sich der Sache so widmet, richtet möglicherweise mehr Schaden an, als das es ihm nutzt.

Denn was leider oft vergessen wird: Nicht jedes Profil in beruflichen Netzwerken ist automatisch hilfreich bei der Jobsuche. Manchmal wäre es sogar besser, wenn es kein solches gegeben hätte, da genau der Online-Auftritt eines Kandidaten die Ursache für eine Absage war – oder diese zumindest beeinflusst und den ausschlaggebenden Punkt geliefert hat.

Personaler und Recruiter wollen nicht nur irgendein Linkedin-Profil sehen, sondern ein aktiv genutztes, das den positiven Eindruck aus der Bewerbung bestätigt oder sogar noch erweitert. Eine Seite, auf der nichts steht, außer vielleicht noch Ihr Name, ein Praktikum und ein Job, den Sie vor fünf Jahren hatten, ist dabei wenig hilfreich.

Erkennen Sie solche Profile deshalb als das, was sie sind: Eine Chance, Ihre Bewerbung zu erweitern, sich im besten Fall sogar von der Konkurrenz abzuheben und zu zeigen, dass Sie wirkliche Leidenschaft für den Beruf mitbringen und sich auch außerhalb der Bewerbungsunterlagen damit beschäftigen.

Darauf achten Personaler beim Linkedin-Profil

Personaler und Recruiter durchstöbern Profile mit geübtem Blick, für Sie als Jobsuchender stellt sich aber die Frage: Worauf genau achten sie dabei? Genau diesen Aspekten wollen Sie natürlich besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Die gute Nachricht dabei ist, dass es nicht besonders kompliziert ist, das eigene Linkedin-Profil so zu gestalten, dass es Personaler überzeugt und alle Punkte abdeckt, die von Interesse sind.

Allerdings ändert dies nichts daran, dass Sie sich Zeit nehmen und den ein oder anderen Gedanken machen müssen. Wir zeigen, worauf Personaler bei Ihrem Linkedin-Profil besonders achten und worauf auch Sie sich deshalb konzentrieren sollen.

  • Die Aktualität

    Wenn ein Personaler Ihr Linkedin-Profil besucht, wird er sich zunächst einen Überblick verschaffen. Besonders wichtig ist dabei zunächst, ob das Profil wirklich aktuell und auf dem neusten Stand ist. Oft werden solche Accounts einmal angelegt und dann vergessen. Das fällt einem Personaler sofort auf und zeigt, dass Sie sich zumindest um diesen Bereich nicht sonderlich gekümmert haben.

    Ihre beruflichen Stationen sollten Sie daher ebenso regelmäßig aktualisieren wie alle anderen Informationen im Profil. So vermeiden Sie auch, dass es zwischen Bewerbung und Linkedin-Profil Unterschiede gibt.


  • Die Aktivität

    Nutzen Sie Ihr Linkedin-Profil tatsächlich durch eigene Aktivitäten – oder sind Sie nur regelmäßiger Besucher der Seite, um Ihr Profil zu bearbeiten? Personaler achten auch darauf, wie aktiv Sie in einem Netzwerk sind. Beteiligen Sie sich an Diskussionen, sind Sie Mitglied bei verschiedenen Gruppen, die mit der Branche oder dem Beruf zu tun haben oder erstellen Sie andere Inhalte?

    Es ist nicht zwangsläufig ein Minuspunkt, wenn Sie nicht so aktiv sind, doch auf der anderen Seite fällt es auf jeden Fall positiv auf, wenn Sie durch gute Kommentare auffallen. Außerdem können Sie so leichter von Recruitern gefunden werden, die möglicherweise Interesse daran haben, einen engagierten Mitarbeiter zu verpflichten.


  • Das Bild

    Wer sich ein Profil anschaut, achtet dabei selbstverständlich auch auf das vorhandene Foto. Dieses kann identisch mit dem sein, was Sie für Ihre Bewerbungen nutzen, muss es aber nicht. Dennoch gelten natürlich die gleichen Regeln: Es sollte ein professionelles Foto sein, auf dem Sie auch entsprechend gekleidet sind. Außerdem ist ein freundliches Lächeln hilfreich, um sympatisch und kompetent zu wirken.

    Dem Foto kommt dabei umso mehr Bedeutung zu, je häufiger Sie in Ihrem Job direkt mit Kunden zu tun haben. Zwar ist dies eine eher oberflächliche Einschätzung, doch sollten Sie in diesen Berufen schon auf dem Bild möglichst kontaktfreudig und freundlich wirken, um den besten Eindruck zu machen.


  • Die Selbstbeschreibung

    Wer sind Sie? Und wie sehen Sie sich selbst? Es ist nur ein recht kurzer Text, den Sie als Slogan oder Beschreibung im Linkedin-Profil angeben, doch er sagt eine Menge aus und wird mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Sie haben nur wenig Platz, um alle wichtigen Informationen über sich mitzuteilen, also sollten Sie sehr genau überlegen, welche Punkt herausstechen und worauf Sie sich fokussieren wollen.

    Klassischerweise finden sich hier persönliche Eigenschaften, die Sie in den Vordergrund stellen sowie Ihr Beruf oder auch ein Ziel, dass Sie erreichen wollen.


  • Die Keywords

    Personaler werden gezielt nach Ihnen suchen, wenn Sie sich bereits beworben haben, aber Sie sollten trotzdem die richtigen Keywords in Ihr Linkedin-Profil einfügen. So können auch andere Personaler und Recruiter auf Sie aufmerksam werden. Wichtige Schlagworte sind dabei natürlich der Jobtitel, aber auch Fähigkeiten.

    Welche Keywords besonders relevant sind und auf jeden Fall in Ihrer Beschreibung vorkommen sollten, können Sie auch in Stellenanzeigen erkennen, wo wichtige Begriffe immer wieder auftauchen.


  • Die Qualifikationen

    Personaler werfen auch im Linkedin-Profil noch einmal einen Blick auf die Fähigkeiten und auch auf den beruflichen Werdegang, den Sie dort angegeben haben. Hier wird beispielsweise auf mögliche Abweichungen geachtet. Sind in der Bewerbung also Fähigkeiten als besonders ausgeprägt genannt, die im Linkedin-Profil gar nicht vorkommen, kann dies ein Indiz dafür sein, dass eine Qualifikation überzeichnet dargestellt wurde, um besser zum Unternehmen zu passen.

[Bildnachweis: Azovtsev Maksym by Shutterstock.com]

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25. Januar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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