Gute-Besserung-Genehsungswünsche-Tipps
Gesundheit ist wie Salz: Man bemerkt nur, wenn es fehlt, lautet ein italienisches Sprichwort. Oftmals treffen einen Krankheiten völlig unerwartet: Eben erst saß man lachend beim Feierabendbier mit den Kollegen zusammen, nun liegt man im Krankenhaus. Den Betroffenen wirft die Krankheit aus der Bahn, reißt ihn aus dem Alltag heraus. Auch wenn man als Außenstehender in so einer Situation nicht wirklich helfen kann, möchte man dennoch gute Besserung wünschen und Mut machen. Genesungswünsche zu formulieren, ist aber gar nicht so leicht: Sie sollen positiv klingen, aber ohne die Erkrankung zu verharmlosen. Sie sollen mitfühlend sein, aber nicht übertrieben emotional. Kein Wunder, dass vielen beim Schreiben die Worte fehlen. Tipps für gute Genesungwünsche...

Genesungswünsche übersenden als Zeichen der Anteilnahme

Über Krankheiten spricht man nicht gerne. Sie gehören zu den Schattenseiten des Lebens, konfrontieren einen mit Leid, Schmerz und Trauer. Wer krank ist, fühlt sich dadurch allerdings auch schnell als Außenseiter, weil er nicht wie gewohnt am Leben teilnehmen kann.

Zu wissen, dass das Umfeld sich in schwierigen Zeiten nicht von einem abwendet, spendet Trost und muntert auf. Genesungswünsche sind eine Form der Anteilnahme. Mit einer Karte oder einem Brief zeigen Sie Interesse für die Lage des Betroffenen und drücken Ihr Mitgefühl aus.

Es vermittelt dem Kranken das gute Gefühl: Da denkt eine(r) an mich. Und darüber freut sich jeder.

Zitate zum Thema gute Besserung und Gesundheit

  • Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. (Arthur Schopenhauer)
  • Gesundheit schätzt man erst, wenn man sie verloren hat. (Deutsches Sprichwort)
  • Gesundheit und froher Mut, das ist des Menschen höchstes Gut. (Deutsches Sprichwort)
  • Gesundheit hat ihren Anfang im Denken. (Helga Schäferling)
  • Verfluche nie eine Krankheit, sondern bete um Gesundheit. (Andrzej Majewski)
  • Wie ungerecht, dass man Tausende Krankheiten haben kann, aber nicht einmal zwei Gesundheiten. (Peter Hohl)
  • Gesundheit und Fröhlichkeit erzeugen sich gegenseitig. (Joseph Addison)
  • Werde gesund und zwar ganz schnell, auch wenn dir gerade alle dunkel vorkommt, nach der Genesung ists rasch wieder hell. (Unbekannt)

Tipps für gelungene Genesungswünsche

Genehsung-Krankenhaus-BesserungSie würden gerne Genesungswünsche verschicken, doch Sie fragen sich: Was schreibt man einem Kollegen, der krank ist?

Besonders heikel ist es, wenn der Kollege schwer erkrankt ist und für längere Zeit nicht mehr zur Arbeit kommen wird. Einfach nur gute Besserung zu schreiben, ist zu wenig. Wie also geht es dann?

Einen Universalweg gibt es nicht und auch keinen Standardtext für gelungene Genesungswünsche, der zu jeder Situation passt. Doch es gibt ein paar Tipps, die Ihnen helfen können, die richtigen Worte zu finden:

  1. Informieren Sie sich.

    Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sollte der erste Schritt sein, dass Sie sich über den aktuellen Zustand des Betroffenen informieren. Erkundigen Sie sich bei der Familie oder dem Partner über die Lage. Es hilft ihnen dabei, weder zu verharmlosen, noch zu dramatisieren.

  2. Machen Sie sich über die Form Gedanken.

    Brief, Karte oder doch vielleicht E-Mail? Sie stehen vor der Wahl. Die gängigste Form ist die Genesungskarte, zeigt sie doch, dass an die betroffene Person gedacht wird, ohne den Zwang, einen langen Text schreiben zu müssen. Doch egal für welche Form Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass Sie diese beibehalten und für alle Mitarbeiter verwenden. Erhält einer eine Karte, während ein anderer einen Brief bekommt, sorgt das schnell für Unmut im Team.

  3. Beweisen Sie Fingerspitzengefühl.

    In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass sowohl die Form als auch die Worte der Situation angemessen sind. Beim Thema Krankheit lauern viele Fettnäpfchen. Eine gut gemeinte Karte mit witzigen Motiv kann auch schnell missverstanden werden. Auf das richtige Gespür für die Lage des Betroffenen kommt es an.

  4. Seien Sie persönlich.

    Bei Genesungswünschen zählt in erster Linie die Geste. Sie zeigen damit Mitgefühl. Doch glaubhaft ist das nur, wenn die Wünsche auch persönlich sind. Deswegen sollten Sie unbedingt auf vorgedruckte Karten verzichten. Diese senden nicht die Botschaft, die Sie transportieren möchten. Versenden Sie ein Genesungsschreiben, verwenden Sie lieber neutrales Briefpapier, statt Firmenpapier. Handgeschriebene Genesungswünsche sind am persönlichsten und eignen sich besonders für Karten. Doch nicht nur die Form auch die Formulierung sollte persönlich sein und zeigen, dass Sie die Person kennen und schätzen. Hier können Sie beispielsweise auf Interessen und Hobbys eingehen. Zum Beispiel: "Wir wünschen Ihnen, dass Sie schon bald wieder lange Radtouren unternehmen können."

  5. Üben Sie keinen Druck aus.

    Eines der Fettnäpfchen bei der Formulierung von Genesungswünschen ist es, die erkrankte Person unter Druck zu setzen. Oftmals geschieht das ungewollt. Im Grunde wollen Sie nur sagen, dass derjenige vermisst wird und Sie auf eine baldige Rückkehr hoffen. Doch bei Formulierungen wie "Wir hoffen, dass Sie bald wieder im Einsatz sind" schwingt eine Dringlichkeit mit, die im Krankheitsfall unangebracht ist.

  6. Verharmlosen Sie nicht.

    Wer krank ist, macht schwere Zeiten durch. In dieser Situation möchte man demjenigen zur Seite stehen, ihm Mut machen und ihn aufbauen. Doch sollten Sie dabei auf inhaltslose Floskeln à la "Das wird schon wieder" oder "Sie schaffen das schon" verzichten. Schnell entsteht der Eindruck, Sie würden die Situation verharmlosen. Besser ist eine Formulierung wie "Wir sind in Gedanken bei Ihnen."

  7. Geben Sie keine Ratschläge.

    Ratschläge, mögen Sie noch so gut gemeint sein, sind in diesem Zusammenhang völlig fehlt am Platz. Sie wirken besserwisserisch und überheblich. Als Außenstehender würde man gerne helfen, etwas tun, damit es dem anderen besser geht, doch manchmal muss man akzeptieren, dass man nicht helfen kann. Sehen Sie deswegen von Formulierungen wie beispielsweise "Verbringen Sie viel Zeit im Bett und ruhen sich aus" lieber ab.

Der erste Krankenbesuch

Es ist eine hübsche Anekdote. Der erste, historisch belegte Krankenbesuch stammt aus der Bibel - Gott selbst machte ihn (1. Mose 17/18). Nachdem Abraham im erhöhten Alter von 99 Jahren beschnitten wurde, besuchte ihn Gott und offenbarte ihm, dass seine Frau Sara im Laufe eines Jahres Mutter und er selbst Vater werden würde. Damit sollte sich sein größter Wunsch erfüllen. Zwar hat Gott Abraham nicht unbedingt gute Besserung gewünscht - aber einen großen Wunsch erfüllt. Der erste Zusammenhang zwischen Krankheit und Wünschen war geboren. Krankenbesuche entwickelten sich zur (religiösen) Tradition.

Weil man im Mittelalter aber große Angst von Ansteckung und Seuchen hatte, entwickelte sich mit der Zeit der Brauch, Kranken längere Briefe mit Genesungswünschen zu schreiben. So soll beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe an seinen erkrankten Freund Friedrich Schiller geschrieben haben: "Ich bedaure Ihre Unpässlichkeit und hoffe, dass sie sich bald geben soll. Sobald ich mir nur irgend einigen Muth erwecken kann, aus dem Haus zu gehen, so besuche ich Sie."

Von Goethe stammt auch das schöne Genesungsgedicht:

Schon verloschen sind die Stunden
hingeschwunden Schmerz und Glück;
fühl es vor: Du wirst gesunden!
Traue neuem Tagesblick!

Gute Besserung: Beispiele für passende Formulierungen

Viele Worte braucht es in der Regel nicht. Wer persönlich und ehrlich sein Mitgefühl ausdrückt und gute Besserung wünscht, kann wenig verkehrt machen. Was zählt, ist vor allem die Geste.

Für alle, die vor dem weißen Blatt Papier sitzen und um Worte ringen, haben wir mögliche Formulierungen. Sehen Sie diese bitte nur als Anregung. Eins zu eins kopiert, wirken die Beispiele schnell unpersönlich und oberflächlich:

  • Wir wünschen Ihnen die Kraft und Zuversicht, wieder gesund zu werden.
  • Wir wünschen Ihnen Im Namen des gesamten Teams von Herzen baldige Besserung und eine schnelle Genesung.
  • Wir schicken Ihnen liebe Grüße und hoffen, dass sie Ihnen dabei helfen, schnell wieder gesund zu werden.
  • Nehmen Sie sich ruhig die Zeit, um wieder gesund zu werden.
  • Wir wünschen Ihnen die Kraft, die Krankheit zu besiegen.
  • Seit Sie nicht mehr im Büro sind, merken wir noch deutlicher, was Sie leisten und uns bedeuten. Sie fehlen uns! Trotzdem bitten wir Sie: Nehmen Sie sich Zeit, um gesund zu werden. Wir wünschen baldige Besserung.

"Gute Besserung" oder "baldige Besserung"?

Die Sprache beim Wort genommen: Umgangssprachlich hat sich die Formulierung "gute Besserung" zwar durchgesetzt. Genau genommen handelt es sich dabei aber um eine Tautologie - eine fragwürdige noch dazu: Das Attribut "gut" ist bei Besserungswünschen eigentlich unnötig. Ansonsten stellt sich die Frage: Gibt es auch "schlechte" Besserung? Entsprechend wünschen manche lieber "baldige Besserung". Zumdindest sprachlogisch ist das klüger.

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