Stille Zeit: Machen Sie jeden Tag eine mentale Pause!
Je fleißiger Sie sind, desto mehr brauchen Sie stille Zeit. Buchstäblich. Eine echte Kommunikationspause, in der Sie nichts sagen, nichts hören, nichts lesen. Stille pur - die manche erst einmal wieder aushalten lernen müssen. Wer diese stille Zeit aber kultiviert, gewinnt nicht nur Energie zurück, sondern auch einen klareren Kopf. Das konnten jüngst Wissenschaftler nachweisen...

Stille Zeit: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Dass regelmäßige Pausen (alle 90 Minuten) am Tag sinnvoll sind, konnten schon zahlreiche Studien nachweisen. Sie senken unmittelbar den Stresslevel, verbessern Konzentrationsfähigkeit und Produktivität. Experten raten daher eindringlich, mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten lange Pause zu machen. Nutzen Sie diese kleinen Auszeiten, um sich zu erholen - kurz, aber intensiv.

BRAC-Prinzip-Pausen

Doch es gibt unterschiedliche Pausenarten.

Nicht wenig wandern dazu in die Kaffeeküche und plaudern mit Kollegen. Andere zücken ihr Smartphone, lesen und chatten auf Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat. Alles nicht verkehrt und kann durchaus entspannen.

Das Gehirn, insbesondere unsere kommunikativen Sinne (sehen, hören) bekommen dabei keine Pause. Die brauchen sie aber.

Wissenschaftler um Imke Kirste vom Duke University Medical Center konnten inzwischen nachweisen, dass unser Gehirn in der Zeit der Stille neue Zellen im Hippocampus bildet - einer Region, die zentral ist für unser Gedächtnis und das Lernen.

Schon zwei Minuten stille Zeit am Tag reichen aus, um uns in dieser mentalen Pausen zu regenerieren. Mehr Ruhe schadet aber auch nicht. Übrigens eine Technik, die schon der Psychiater Carl Jung oder die Schriftstellerin JK Rowling erfolgreich praktizierten.

Wie lässt sich die Stille Zeit in den Alltag integrieren?

Ganz einfach...

  1. Nehmen Sie sich bewusst die Zeit dazu.

    So wie Sie sich Zeit für eine Pause nehmen, sollten Sie auch diese mentale Auszeit bewusst planen und durchsetzen. Ziehen Sie sich für fünf bis zehn Minuten zum Beispiel am Nachmittag bewusst zurück. Schalten Sie das Handy aus und suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie nicht gestört werden können.

  2. Gehen Sie raus in die Natur.

    Gut, das kann nicht jeder mit einem Büro in der Stadt. Wann immer aber Sie die Möglichkeit dazu haben (etwa am Morgen oder nach Feierabend), gönnen Sie sich eine mentale Pause in der Natur. Das bisschen Vogelgezwitscher stört die Stille Zeit nicht. Aber schon die Bewegung beim Spazierengehen mobilisiert zusätzliche Kräfte und hat enorme mentale Effekte.

  3. Beginnen Sie Meetings mit einer Pause.

    Da mag auf die Teilnehmer zunächst befremdlich wirken, wenn Sie ein Meeting zunächst mit zwei Minuten absoluter Stille beginnen. Sie werden aber sehen: Danach sind die Teilnehmer frischer, konzentrierter und auch kreativer bei der Sache.

Ob Sie die Stille Zeit nun zur persönlichen Selbstreflexion, zur Meditation oder zum stillen Gebet nutzen, bleibt jedem selbst überlassen. Entscheidender ist, dass Sie in dieser Zeit wirklich mal nichts sehen, nichts hören und nichts sagen.

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