Winterdepression: Symptome und Tipps
Kurze Tage, viel Dunkelheit und kalte Temperaturen - die aktuelle Wetterlage ist nicht nur äußerst ungemütlich, sondern macht auch der Psyche vieler Menschen schwer zu schaffen. Die Laune ist auf dem Tiefpunkt und es fehlt jeglicher Antrieb. Schätzungen zufolge leiden circa 20 Prozent der Deutschen unter einer solchen Winterdepression. Mehrere Monate lang beeinträchtigt sie die Lebensqualität der Betroffenen. Wer aber die Symptome erkennt, kann aktiv werden und so die Winterdepression effektiv bekämpfen, ohne auf den Frühling warten zu müssen...

Winterdepression: Was sind die Symptome?

Eine saisonal abhängige Depression - wie die Winterdepression auch genannt wird - kann sich auf unterschiedliche Weisen bemerkbar machen. Viele haben in der dunklen Jahreszeit schon einmal leichte Stimmungsschwankungen erlebt. Werden diese jedoch schwerer und beeinflussen das Leben des Betroffenen zunehmend, sollte man die Winterdepression als das erkennen, was sie ist: ein ernsthaftes Krankheitsbild.

Man sollte diese also nicht einfach abtun und sich einreden, dass es in einigen Tagen oder Wochen wieder bergauf gehen wird. Zwar mag die Depression in der Winterzeit auftreten, dennoch kann es sich um eine klassische Depression handeln, die nicht von allein verschwindet. Nehmen Sie die Anzeichen deshalb ernst und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie die häufigsten Symptome einer Winterdepression an sich feststellen können.

  • Motivationslosigkeit.
  • Müdigkeit.
  • Niedergeschlagenheit.
  • Reizbarkeit.
  • Konzentrationsstörungen.

Besonders an der Winterdepression ist auch der vermehrte Appetit, insbesondere auf Süßigkeiten und Kohlenhydrate, der meist eine Gewichtszunahme mit sich bringt. Andere Formen der Depression gehen meist mit Appetitlosigkeit einher.

Woher kommt die Winterdepression?

Als Ursache hinter der Winterdepression gelten vor allem die schlechten Lichtverhältnisse zu dieser Jahreszeit. Morgens wird es spät hell, abends ist es bereits früh wieder dunkel. Das fehlende Sonnenlicht wirkt sich dann auf die Hormonproduktion aus.

Der Körper produziert weniger Serotonin, das bei Tageslicht ausgeschüttet wird. Durch die Dunkelheit wird stattdessen die körpereigene Produktion von Melatonin angekurbelt, das Müdigkeit verursacht und im Normalfall abends vor dem Schlafengehen produziert wird und am Morgen zurückgefahren wird.

Tipps gegen die Winterdepression

luxorphoto/shutterstock.comWer die Anzeichen einer Winterdepression bei sich bemerkt, sollte sich nicht verstecken und nur hoffen, dass es schnell wieder vorbei ist. Vielmehr sollte man aktiv werden und etwas gegen die Stimmungsschwankungen unternehmen. Wir haben sieben Tipps gesammelt, die gegen die Winterdepression helfen können. Denken Sie aber bitte daran: Nicht immer schafft man es, sich selbst zu helfen. Sprechen Sie mit Freunden und Familie über Ihre Probleme und lassen Sie sich auch von einem Arzt beraten, mit dem Sie auch abstimmen können, welche Tipps am besten für Sie geeignet sind.

  1. Frische Luft und Tageslicht

    Bringt die mangelnde Lichtzufuhr den Hormonhaushalt durcheinander, sollte das Gegenmittel auch genau an diesem Punkt ansetzen. Experten raten, sich täglich mindestens 30 Minuten an der frischen Luft - idealerweise natürlich in den hellen Stunden - zu bewegen. Selbst bei hellem Sonnenschein sollten Sie dabei so gut es geht auf eine Sonnenbrille verzichten, um möglichst viel Sonnenlicht über die Rezeptoren der Augen aufzunehmen.

  2. Systematisch durchgeführte Lichttherapie

    In schwereren Fällen der Winterdepression reichen Tageslicht und frische Luft jedoch nicht immer aus. Dann kommt die so genannte Lichttherapie zum Einsatz, bei der die Betroffenen gezielt und nach einem bestimmten Rhythmus Licht verschiedener Wellenlängen ausgesetzt werden. Der ergänzende (!) Einsatz einer Tageslichtlampe im eigenen Haushalt wird ebenfalls empfohlen.

  3. Farben verbessern die Stimmung

    Dass sich Farben auf die menschliche Stimmung auswirken, ist kein Geheimnis. Die stimmungsaufhellende und -stabilisierende Wirkung von Farben können Sie auch bei einer Winterdepression nutzen. Gelb oder Blau eigenen sich hier hervorragend, während rot starke - und ungewollte - Emotionen auslösen könnte. Mehr erfahren Sie in unserem Artikel zur Farben.

  4. Düfte stabilisieren die Stimmung

    Neben Farben können Sie auch Düfte - beispielsweise durch den Einsatz von Ölen - nutzen, um Ihre Stimmung zu stabilisieren. Lavendel wirkt beispielsweise beruhigend, während Düfte wie Orange oder Zitrone anregen und Kreislauf und Stimmung positiv beeinflussen. Wichtig: Düfte - wie Farben - eignen sich lediglich zur Unterstützung anderer Aktivitäten, reichen alleine jedoch keinesfalls aus.

  5. Strukturen bieten Sicherheit

    Menschen, die von einer Winter Depression betroffen sind, leiden häufig nicht nur unter fehlendem Antrieb, sondern auch unter erhöhter Unsicherheit. Beiden Symptomen können Sie durch eine klare Tagesstruktur entgegenwirken. Feste Termine und Abläufe helfen dabei, das Aktivitätslevel hochzuhalten. Gewisse Freiräume sind jedoch wichtig, damit die Strukturen nicht zur Belastung werden.

  6. Grundlage durch ausgewogene Ernährung

    Achten Sie auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung. Viel frisches Obst und Gemüse sorgen für die nötige Kraft und Energie. Die ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen fördert zudem auch das Wohlbefinden und ermöglicht die Regeneration - auch die des Hormonhaushaltes. Aber natürlich sind auch mal Süßigkeiten erlaubt, beispielsweise Schokolade, die bekanntlich glücklich macht.

  7. Höhere Lebensqualität durch Genuss

    Da eine Winterdepression die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig beeinträchtigt, empfehlen Ärzte, diese ganz gezielt zu erhöhen. Eine Möglichkeit: Treffen Sie sich mit Freunden und Familie, machen Sie etwas, dass Ihnen gut tut. Auch wenn Sie sich nicht immer danach fühlen, kann die Gesellschaft und beispielsweise das gemeinsame Essen Ihnen helfen.. Selbst kurze Momente des bewussten Genusses sind bei einer Winterdepression Gold wert.

Kurzurlaub gegen Winterdepression

Kurzurlaub-Brückentage-ErholungDie ständige Dunkelheit macht Ihnen mehr und mehr zu schaffen und die Winterdepression macht sich immer stärker bemerkbar? Ein Kurzurlaub in die Sonne kann helfen, Licht zu tanken und die Energiereserven wieder aufzufüllen. Doppelter Vorteil: Kurztrips sind günstig und benötigen wenige Urlaubstage, wenn Sie dazu beispielsweise sogenannte Brückentage nutzen.

Allerdings sollten Sie sich noch bis Ende Januar entscheiden (und buchen). Viele Reiseportale - wie zum Beispiel Mydays - bieten aktuell satte Rabatte von bis zu 50 Prozent für Frühbucher an und haben noch viele Kurztrips im Angebot.

Für welches Ziel Sie sich entscheiden, hängt natürlich von Ihren persönlichen Vorlieben ab - einzig sonnig sollte es dort zu dieser Jahreszeit sein, um auch wirklich aus den hiesigen Lichtverhältnissen zu entfliehen.

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