Einzelhandelskaufleute Gehalt: Wie viel sie wo verdienen

Kaufleute im Einzelhandel – diese Kombination zählt noch immer zu den populärsten auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Grund genug, um ins Detail zu gehen: Was verdienen Kaufmänner und Kauffrauen im Einzelhandel? Welche Arbeitgeber zahlen besser, welche schlechter? Und mit wie viel kann ich nach 20 Jahren Berufserfahrung rechnen? Karrierebibel hat alle Fakten für Sie aufgespürt. Das verdienen Einzelhandelskaufleute

Einzelhandelskaufleute Gehalt: Wie viel sie wo verdienen

Einzelhandelskaufleute: Zahlenmäßig gut vertreten

Der Einzelhandelskaufmann gehört in die Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe wie die Nutella aufs Roggenbrot. Im Jahr 2015 zählte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) über 60.000 Azubis in diesem Bereich. Fast 30.000 Verträge wurden neu abgeschlossen, die Hälfte davon mit weiblichen Azubinen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2015 gab es laut DIHK rund 32.000 Azubis zum Bankkaufmann, ca. 50.000 Industriekaufleute und rund 38.000 Groß- und Außenhandelskaufleute – auch das ausnahmslos Ausbildungsberufe mit traditionell großer Anziehungskraft.

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Einzelhandelskaufleute Gehalt: 4 Prozent mit Abi

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung hat nun auf Basis der WSI-Lohnspiegel-Datenbank ermittelt, wie es mit den Einzelhandelskaufleuten nach ihrer Lehrzeit weitergeht. Was verdienen sie? Wo verdienen sie wie viel?

Die Analyse basiert auf 418 Datensätzen, die bei einer Online-Umfrage zwischen 2011 und 2015 erhoben wurden. Berücksichtigt wurden dabei nur Angestellte, Selbstständige nicht. Rund 55 Prozent der Befragten hatten zuvor die Mittlere Reife absolviert, 16 Prozent einen Hauptschulabschluss, immerhin zwölf Prozent das Abitur in der Tasche. Über Fachhochschulreife verfügen ebenfalls zwölf Prozent, rund vier Prozent sogar über einen Hochschulabschluss.

Einzelhandelskaufleute: Das verdienen sie

  • Durchschnittseinkommen

    Einzelhandelskaufleute verdienen im Schnitt auf Basis einer 38-Stunden-Woche 2.329 Euro brutto pro Monat – ohne Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Der Medianwert liegt bei 2.307 Euro. 50 Prozent verdienen also mehr, 50 Prozent weniger. Diesen Wert kann man noch weiter aufsplitten. Demnach verdienen drei Viertel aller Einzelhandelskaufleute weniger als 2.374 Euro, das restliche Viertel bekommt mehr. 25 Prozent müssen sich gar mit weniger als 1.815 Euro monatlich zufriedengeben. Das obere Ende der Fahnenstange ist grob zwischen 2.500 und 3.000 Euro erreicht. Für ein höheres Gehalt reicht es unter normalen Umständen nicht.

  • Berufserfahrung

    Berufsanfänger mit bis zu einem Jahr Praxiserfahrung können im Schnitt mit 2.066 Euro rechnen. Der Durchschnittsverdienst steigert sich mit der Zeit über 2.164 Euro (2-5 Jahre), 2.277 Euro (6-10 Jahre), 2.400 Euro (11-15 Jahre) und 2.455 Euro (16-20 Jahre) auf 2.565 Euro (über 20 Jahre). Aber: Der Medianwert verändert sich über die Jahre kaum. Liegt er für Berufsanfänger bei 2.251 Euro, sind es bei langjährigen Veteranen 2.318 Euro. Auch mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung verdient die Hälfte aller Einzelhandelskaufleute also weniger als 2.318 Euro.

  • Region

    Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind vorhanden, aber vergleichsweise schwach ausgeprägt. Während Einzelhandelskaufleute im Westen durchschnittlich 2.339 Euro mit nach Hause nehmen, sind es im Osten 2.272 Euro. Der Median liegt im Osten bei 2.172 Euro, im Westen bei 2.307 Euro. Nur der Anteil der Geringverdiener ist in Ostdeutschland spürbar höher. Ein Viertel der Ossis bekommt weniger als 1.636 Euro, bei den Wessis liegt diese Schwelle bei 1.862 Euro.

  • Geschlecht

    Der berüchtigte Gender Pay Gap ist auch bei den Einzelhandelskaufleuten deutlich sichtbar. Frauen verdienen im Schnitt 2.171 Euro und damit rund 300 Euro weniger als ihre männlichen Pendants mit 2.472 Euro. Ein Viertel der Frauen kommt zudem nicht über 1.637 Euro hinaus, 75 Prozent liegen unter 2.318 Euro.

  • Sonderzahlungen

    61 Prozent der Befragten erhalten Weihnachtsgeld, 59 Prozent Urlaubsgeld. Immerhin 15 Prozent dürfen sich über eine Gewinnbeteiligung freuen. Entscheidend ist hier die Tarifbindung des Unternehmens: Während 79 Prozent der Einzelhandelskaufleute in tarifgebundenen Betrieben Weihnachtsgeld erhalten, sind es in Betrieben ohne Tarifbindung nur 53 Prozent. Aber: Insgesamt arbeiten nur 39 Prozent von ihnen in einem Betrieb mit Tarifbindung – und verdienen dabei im Schnitt 2.539 Euro. Damit liegen sie deutlich über ihren Kollegen ohne Tarifbindung, die im Schnitt auf 2.204 Euro kommen.

Einzelhandelskaufleute: In diesen Bereichen ist ihr Gehalt am größten

BrancheDurchschnittsgehalt
Kaufhäuser und Supermärkte2.498 Euro
Einzelhandel mit Möbeln, Einrichtungsgegenständen und sonstigem Hausrat2.424 Euro
Einzelhandel mit Metallwaren, Anstrichmitteln, Bau- und Heimwerkerbedarf2.419 Euro
Einzelhandel mit Vorhängen, Teppichen, Fußbodenbelägen und Tapeten2.324 Euro
Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik2.304 Euro
Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten2.216 Euro
Einzelhandel mit Uhren und Schmuck2.203 Euro
Einzelhandel mit Büchern2.127 Euro
Einzelhandel mit Textilien2.098 Euro
Einzelhandel mit Bekleidung2.036 Euro
Einzelhandel mit Nahrungs-/Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren2.024 Euro
[Quelle: WSI, Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]
19. Mai 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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