Hey Chefs: Sagt mal wieder DANKE!

Es war zwar eine US-Umfrage, wie es sie immer wieder zur Arbeitsmotivation gibt. Doch das Ergebnis war erstaunlich: 81 Prozent der Beschäftigten sagten, sie würden mehr und länger für ihren Chef arbeiten, wenn der nur etwas dankbarer wäre. 70 Prozent meinten gar, sie würden sich sofort besser fühlen, wenn der Chef öfter „Danke“ sage. Aber: Nur 10 Prozent gaben an, Ihr Boss sagt wenigstens ab und an mal Danke. Überhaupt Dankbarkeit: Ein einfaches Dankeschön kann eine so große Wirkung haben. Das wollten wir dann aber genauer und von unseren Lesern auf Facebook wissen. Doch die Antworten waren erschütternd…

Hey Chefs: Sagt mal wieder DANKE!

Sagt Ihr Chef zu Ihrer Arbeit DANKE?

Das mit dem Danke sagen ist so eine Sache. So mancher Chef denkt: Genau dafür gibt es Geld. Wozu noch Danke sagen? Oder: Die Abwesenheit von Kritik ist Dank genug… Schlimm. Allerdings wollten wir von unseren Lesern wissen, ob ein simples Dankeschön sie tatsächlich auch zu Mehrarbeit motivieren könnte – so wie es acht von zehn Beschäftigten in der US-Umfrage angaben.

Also haben wir auf Facebook nur gefragt: Würdet ihr euch für mehr „Danke“ mehr reinhängen? Weit über 21.000 Fans haben den Post gesehen, bislang rund 100 haben ihn geliked, 14 Mal wurde er geteilt und mehr als 20 Mal kommentiert.

Doch die Antworten der Leser machen nachdenklich. Sie zeichnen ein trauriges Bild vom Alltag in den Unternehmen und vom Umgang der Chefs mit ihrem angeblich wichtigsten Kapital. Hier ein paar Auszüge (aus Rücksicht anonymisiert):

Manche Chefs bekommen nicht einmal ein „Guten Morgen“ raus, da kann von „Danke“ oder „Gut gemacht“ keine Rede sein. Der Vorgesetzte kann noch so gut mit Zahlen herum jonglieren und Konzepte entwickeln, aber wenn er keine Nähe und kein Vertrauen der Mitarbeiterschaft bewirken kann, verspielt er jede Menge Potenzial und dabei wäre es doch sooo einfach dem entgegen zu wirken…

Ich kann gar nicht verstehen, wie man dieses einfache und zugleich mächtige „Instrument“ der Wertschätzung viel zu selten nutzt.

Seit Angestellte nur noch „Human Resources“ sind und in der Firmenbilanz quasi als „austauschbare Gegenstände“ gewertet werden, hat auch das Verhalten vieler Vorgesetzter sich entsprechend zum Negativen geändert. Personal ist leicht austauschbar. Entweder man tickt wie der Chef das will, wenn nicht „Da draußen finde ich sofort mindestens 50 andere die deinen Job machen können und sogar noch besser.“ In den Augen der meisten Vorgesetzten hat man mittlerweile als Angestellter dankbar zu sein, dass man arbeiten darf. Das ist es, was sich leider in den Köpfen breit gemacht hat. Angestellte sind halt „Gebrauchsgegenstände“ wie auch der Laptop, das Smartphone und dergleichen.

Meiner HAT Danke gesagt, aber bei 230 Stunden war das auch egal.

Ich habe lange Zeit zu den 81 Prozent gehört, weiß aber mittlerweile, dass Wertschätzung nicht unbedingt zu erwarten ist. Ich erwarte kein Danke mehr und seit dem geht es mir besser.

Nicht erteiltes konkretes Lob ist vorenthaltener Lohn.

Irgendwann in meinen 20 Jahren im eigentümergeführten Mittelstand, ohne Wertschätzung habe ich irgendwann meinem Chef mal einen Bildschirmschoner gemacht mit: Haben Sie heute ihre Mitarbeiter schon gelobt? Danach gab es ordentlich Wind von vorne! Soviel dazu.

Es ist so einfach und kostet keinen Cent, aber dennoch ist es für manche Chefs so schwierig …

Von einem Dankeschön kann ich nur träumen. In 12 Jahren waren das vielleicht 3 Mal, und da bin ich schier vom Glauben abgefallen. Für ein Bitte & Danke würde ich mich auf jeden Fall mehr engagieren. Schade dass das viele Chefs noch nicht verstanden haben: Zufriedene Mitarbeiter sind das beste Kapital.

Wert-Schätzung – gleich in welcher Währung – ist entscheidend.

Das geht dann automatisch. Wenn du merkst, deine Arbeit wird gewürdigt und du bist nicht nur eine Personalnummer, dann bist du generell motivierter und machst deine Arbeit besser wenn nicht sogar effizienter. Nur leider is das heutzutage so selten. Gerade in größeren Betrieben gibt es so was nicht. Dort ist man nur eine Zahl die zu hauf ausgetauscht werden kann.

Ein Bitte und Danke gehört einfach zur Wertschätzung und Achtung gegenüber der MA dazu. Allerdings sollte es ehrlich gemeint sein und nicht zu einer Floskel werden.

Ich hatte mal einen Chef, der hat sich für alles bedankt. Ich habe mich nie mehr so gut gefühlt bei der Arbeit. Ich habe alles für ihn gemacht was möglich war.

Natürlich gab es auch andere Stimmen:

  • Chefs, die sagten, sie würden sich bei Ihren Mitarbeitern regelmäßig bedanken – eben weil es so wichtig ist.
  • Mitarbeiter, die dankbare Chefs haben – und dafür dankbar sind.
  • Und Mitarbeiter, die sagten, sie brauchen kein Danke oder würden deshalb mehr arbeiten. Aber das waren die Ausnahmen.

Aber der Grundtenor war: In deutschen Betrieben wird viel zu selten DANKE gesagt – Bitte vermutlich ebenso wenig.

Deshalb, daher und darum heute und an dieser Stelle keine Tipps, sondern ein Appell (an die mitlesenden Führungskräfte):

Sagen Sie öfter und vor allem heute noch DANKE zu Ihren Mitarbeitern!

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
14. August 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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