Intelligenztest: 9 Arten der Intelligenz – und 9 Mythen

Intelligenz lässt sich schwer greifen. Zeigt sich Intelligenz in Wissen und Klugheit zu verschiedenen Themen? Ist jemand intelligent, der eine schnelle Auffassungsgabe hat oder eine gute räume Vorstellungskraft mitbringt? Was sagt es über die Intelligenz, wenn man sich besonders gut in andere hineinversetzen kann? Selbst die Wissenschaft kennt keine einheitliche und akzeptierte Antwort, was genau Intelligenz ist. Ein Intelligenztest konzentriert sich jedoch nur auf einen bestimmten bereich und greift deshalb oft zu kurz und lässt Facetten unberücksichtigt. Hier erfahren Sie, wie vielseitig Intelligenz sein kann und was Sie unbedingt zum Thema Intelligenz wissen sollten…

Intelligenztest: 9 Arten der Intelligenz - und 9 Mythen

Intelligenztest: Was ist eigentlich Intelligenz?

Schon seit Jahrhunderten widmen sich Forscher der Frage: Was ist Intelligenz? Bisher ohne Erfolg, denn bis heute wartet die Wissenschaft auf eine einheitliche Antwort, die das Phänomen wirklich erklärt.

So bleibt es zunächst bei Beschreibungen und Annäherungen: Intelligenz wird gemeinhin als Fähigkeit verstanden, sich in neuen Situationen durch das schnelle Erfassen und Kombinieren von Beziehungen zurechtzufinden. Intelligenten Menschen wird nachgesagt, sie hätten eine hohe Auffassungsgabe oder einen Hang zum logischen Denken.

Ebenso wird davon ausgegangen, dass sich die Intelligenz eines Menschen in Teilen anhand des Intelligenzquotienten (IQ) messen lässt, der durch einen entsprechenden Intelligenztest ermittelt werden kann. Dieser drückt das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen aus, beispielsweise die Fähigkeit komplexe Aufgaben zu lösen.

Die meisten Menschen haben einen IQ im Bereich von 85 bis 115 Punkten. Ab einem IQ-Wert von 130 Punkten gilt man in Deutschland als hochbegabt.

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Allerdings gibt es an solch einem Intelligenztest und Verständnis regelmäßig Kritik. Der Grund: Viele gehen davon aus, dass Intelligenz mehr ist, als logisches Denken und schnelle Auffassungsgabe. Vor diesem Hintergrund hat sich ein Bild der Intelligenz entwickelt, dass differenzierter unterscheidet und zahlreiche Bereiche der Intelligenz voneinander trennt.

Intelligenztest: IQ-Rätsel zum Üben

IQ-Test kurz kostenlos Auswertung Fragen AntwortenFalls Sie Lust auf einen Mini-Intelligenztest haben: Die folgenden Bilder gehören zur Gruppe der typischen Logikrätsel und IQ-Test-Aufgaben und verlangen teils die Fähigkeit zum Querdenken, teils zum räumlichen Denken.

Eine Auswertung dazu gibt es natürlich nicht. Aus diesen Aufgaben einen IQ abzuleiten, wäre schlicht unseriös. Trotzdem können Sie gerne versuchen, die Denksportaufgaben und Rätsel zu knacken. Zu den Lösungen gelangen Sie, indem Sie einfach auf den orangen Pfeil nach rechts klicken:

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Die 9 Arten der Intelligenz

Ist jemand, der ein schlechtes Zahlenverständnis hat, weniger intelligent als ein guter Mathematiker? Nicht unbedingt, sagt Howard Gardner, Professor für Wahrnehmung und Bildung an der Harvard Graduate School of Education. Für sein Intelligenzmodell einen anderen Ansatz: Er unterscheidet beim Menschen insgesamt neun Arten der Intelligenz. Damit erweitert er das Verständnis von Intelligenz und klassischen Intelligenztests enorm, die sich ansonsten stark auf logische Zusammenhänge, mathematische Kenntnisse und sprachliche Fähigkeiten beschränken.

Glaubt man Gardners Ansatz, kann ein Mensch diese Arten der Intelligenz mitbringen:

  1. Sprachliche Intelligenz

    Auch Gardner sieht in der sprachlichen Begabung eine Art der Intelligenz. Eine stark ausgeprägte sprachliche Intelligenz verleiht Ihnen gute rhetorische Fähigkeiten und die Gabe, Ihre Gedanken in die passenden Worte zu fassen und Ihren Standpunkt zu kommunizieren, ohne Missverständnisse hervorzurufen. Diese Gabe ist natürlich für beispielsweise Redner oder Autoren unverzichtbar, aber auch für Führungspersönlichkeiten relevant, die Ihren Mitarbeitern die Ziele deutlich machen müssen und für deren Motivation sorgen wollen.

  2. Logisch-Mathematische Intelligenz

    Ein guter Umgang mit Zahlen, eine schnelle Auffassungsgabe und das Talent, logische Zusammenhänge zu erfassen, zeichnen diese Art der Intelligenz aus. Die logisch-mathematische Intelligenz ist auch erforderlich, um Hypothesen aufzustellen und deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Eine große Rolle spielt sie in mathematischen Berufen, beispielsweise in der Statistik oder auch im Controlling. Sie hilft aber auch allgemein dabei, Probleme zu erkennen und diese effizient zu lösen.

  3. Interpersonelle Intelligenz

    Auch Empathie kann als eine Form der Intelligenz angesehen werden. Im Mittelpunkt steht bei der interpersonellen Intelligenz die Wahrnehmung anderer Menschen. Wie fühlt sich der Gesprächspartner, welche Ziele verfolgt er und was motiviert ihn? Die richtigen Fragen auf diese Antworten zu finden ist in Verhandlungen ein großer Vorteil, doch auch Führungskräfte und Projektmanager profitieren von einer ausgeprägten Empathie.

  4. Intrapersonelle Intelligenz

    Wie Sie richtig vermuten geht es nun um die Wahrnehmung der eigenen Person. Kennen Sie Ihre eigenen Gefühle, Ängste und Träume? Können Sie diese auch verarbeiten? Dann können Sie sich über eine starke intrapersonelle Intelligenz freuen. Eine solche ist natürlich in jedem Bereich des Lebens vorteilhaft, doch besonders Gründer und Selbständige sollten darauf vertrauen können, sich selbst gut einschätzen zu können.

  5. Naturbezogene Intelligenz

    Diese Art lässt sich wohl am besten mit dem grünen Daumen beschreiben. Über diese Art der Intelligenz verfügt, wer mit der Natur im Einklang ist. Eine starke naturbezogene Intelligenz zeigt sich in einem besonders guten Verhältnis zu Tieren, aber auch zu Pflanzen, die in Ihrer Umgebung wortwörtlich aufblühen. Von Vorteil ist dies selbstverständlich in den Berufen des Gärtners oder Tierarztes. Mit seiner Umwelt im Einklang zu schwingen, hilft auch dabei, gelassener zu werden und Stress besser zu verarbeiten.

  6. Musikalische Intelligenz

    Auch ein Gespür für Musik, Töne, Klangfarbe und Rhytmus ist laut Howard Gardner eine Art von Intelligenz. Diese ist beispielsweise beim Spielen eines Instruments oder dem Einprägen einer Melodie erforderlich. In erster Linie profitieren von musikalischer Intelligenz natürlich Musiker aller Richtungen, doch auch in der Gesprächsführung kann es helfen, Emotionen am Klang der Stimme oder an der Sprechmelodie des Gegenübers zu erkennen.

  7. Körperlich-kinästhetische Intelligenz

    Eine gute Koordination zwischen Körper und Geist – so könnte man die körperlich-kinästhetische Intelligenz zusammenfassen. Im Kern geht es um die bewusste Kontrolle der eigenen Bewegungen. Klingt im ersten Moment abstrakt, ist jedoch in künstlerischen Berufen von großer Bedeutung. Die Werke eines Malers oder Bildhauers können nur gelingen, wenn er seine Vorstellungen genau umsetzen kann.

  8. Räumliche Intelligenz

    Das klassischste Beispiel für die räumliche Intelligenz ist das Einparken mit dem Auto. Für manche ein Kinderspiel, für andere ein Grund zur Verzweiflung. Wer über räumliche Intelligenz verfügt, ist dazu in der Lage, sich seine Umwelt dreidimensional vorzustellen und zu verstehen. Diese Fähigkeit ist beispielsweise in der Architektur oder im Design gefragt.

  9. Existenzielle Intelligenz

    Warum leben und sterben wir? Sich mit diesen existenziellen Fragen auseinanderzusetzen ist Teil der neunten und letzten Art der Intelligenz nach Howard Gardner. Diese bezieht sich auf eine sehr tiefgründige Ebene, da sie sich um das Verständnis der eigenen Existenz dreht.

Wichtig ist bei diesem Ansatz: Die verschiedenen Arten der Intelligenz dürfen nicht getrennt und insoliert voneinander betrachtet werden. Vielmehr ergänzen sie sich und ergeben erst in der Summe ein vollständiges Bild der Intelligenz eines Menschen. Soll heißen: Jeder verfügt über alle Arten der Intelligenz – einzig die Ausprägung unterscheidet sich.

Es bleibt Kritik und Uneinigkeit zum Intelligenzbegriff

Nicht jeder stimmt mit den neun Arten der Intelligenz überein. So sehen viele Kritiker in einigen der Arten eher Soft Skills, die sich jeder durch Lernen oder Übung aneignen kann. Ein viel kritisierter Punkt in diesem Zusammenhang ist die interpersonelle Intelligenz. Viele sehen hierin einen Punkt, der erst im Laufe des Lebens durch Erfahrungen entwickelt wird. Befürworter des Modells halten dagegen, dass es sich mit logisch-mathematischen Zusammenhängen oder sprachlichen Fähigkeiten ähnlich verhält.

Im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die Meinung von Howard Gardner und seinem Modell der 9 Arten der Intelligenz teilt. Forscher sind sich momentan einig, dass sie sich uneinig sind. Einige meinen es müsse einen Generalfaktor geben, der die Intelligenz verbindet, andere sehen vor allem die emotionale Intelligenz und wieder andere vertreten die Theorie der verschiedenen Arten von Intelligenz – es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis eine klare Antwort gefunden wird. Vielleicht haben Sie ja sogar Ihre ganz persönliche Meinung dazu, was Intelligenz bedeutet.

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Doch auch wer den Ansichten der Forscher nicht oder nur teilweise zustimmt, kann daraus lernen. Jeder hat Stärken, Talente und Fähigkeiten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, diese zu finden, auszubauen und zu nutzen.

Studie: Lässt sich Intelligenz im Gesicht ablesen?

Intelligenztest Studie GesichtZur Intelligenz steht eine weitere Frage im Raum, die oft diskutiert wird: Woran erkennt man einen intelligenten Menschen – und lässt sich Intelligenz womöglich sogar im Gesicht ablesen? Der Gedanke ist gar nicht so abwegig, denn das Gesicht eines Menschen erfüllt wichtige Signalfunktionen. Es gibt Aufschluss über Alter, Gesundheit, die Stimmung auch auch, wie sympathisch uns ein anderer ist. Wieso soll nicht auch eine Einschätzung der Intelligenz anhand des Gesichts möglich sein?

Ein tschechisches Team von Wissenschaftlern führte ein Experiment durch, bei dem sie anhand von jeweils 40 Fotos männlicher und weiblicher Gesichter, die Verbindung zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Intelligenz untersuchten.

Auf den Bildern zu sehen sind 80 Biologiestudenten, die vorher klassische Intelligenztests durchliefen, um sie zunächst anhand der Ergebnisse einzustufen. Die Bilder selbst wurden nun 160 Studenten aus den Geisteswissenschaften gezeigt und von diesen beurteilt. Der Gesichtsausdruck auf den Bildern ist natürlich, keine Schminke, die ungeschönte Wahrheit, um Störfaktoren auszuschließen. Doch warum das Ganze?

In erster Linie ging es darum, eine Forschungslücke zu schließen. Es gibt zwar Studien darüber, welchen Einfluss visuelle Reize auf die wahrgenommene Intelligenz einer Person haben, doch keine, ob die Gesichtszüge selbst schon den Intelligenzgrad vermitteln. Zudem wollten die Forscher herausfinden, welche Gesichtszüge mit Intelligenz in Verbindung gebracht werden.

Die verblüffenden Ergebnisse:

  • Männer: Beide Geschlechter konnten zuverlässig die tatsächliche Intelligenz von Männern anhand der Gesichtszüge ablesen. Damit besteht bei Männern eine starke Korrelation zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Intelligenz. Man kann Männern also mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit ansehen, wie intelligent sie wirklich sind.
  • Frauen: Bei Frauen erwies sich die Beurteilung der Intelligenz als deutlich schwieriger. Alle Probanden taten sich schwer damit, ihnen anzusehen, wie intelligent sie wirklich sind.

Die Forscher konnten auch feststellen, welche Merkmale des Gesichts als intelligent wahrgenommen werden:

  • Intelligentes Gesicht: Menschen mit einem schmalen Gesicht, einem spitzen Kinn und einer langgezogenen Nase werden für klug gehalten.
  • Weniger intelligentes Gesicht: Menschen mit einem rundlichen Gesicht, einem breiten Kinn und einer kleinen Nase wird allgemein weniger Intelligenz nachgesagt.
  • Emotionen: Nicht nur die Form, sondern auch der Ausdruck ist entscheidend. Menschen, die lächeln, werden für intelligenter gehalten als Menschen, die nicht lächeln.

Es wäre vermessen zu behaupten, wer dumm aussieht, ist es automatisch auch – und vice versa. Dennoch lassen die Ergebnisse der Studie darauf schließen, dass jeder Mensch unbewusst ein bestimmtes Bild von einer intelligenten Person im Kopf hat.

Mythen und Wissenswertes rund um die Intelligenz

Zur Intelligenz halten sich viele Mythen und eine Menge gefährliches Halbwissen. Angebliche Zusammenhänge, die im Brustton der Überzeugung verbreitet werden. Beispielsweise gilt Intelligenz als wichtiger Erfolgsfaktor. Motto: Wer intelligent ist, kommt im Beruf weiter, schafft es auf der Karriereleiter weiter nach oben und verdient natürlich entsprechend mehr Geld. Aber stimmen solche und weitere Mythen wirklich?

Wir haben uns einige Mythen um solche Korrelationen und Kausalitäten genauer angesehen und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft:

  1. Humorvolle Menschen sind intelligenter

    Stimmt. Laut einer Studie ist Humor ein veritables Zeichen für Intelligenz. Die Forscher ließen Probanden allerlei kognitive, verbale und klassische Intelligenztests absolvieren, aber eben auch Humor beweisen. Ergebnis: Humor erwies sich als starkes Indiz für hohe Intelligenz. Wer in der Lage war, mit Situationskomik oder Wortspielereien Späße zu machen, schnitt in den Tests deutlich besser ab. Oder anders ausgedrückt: Während der IQ im Durchschnitt der Bevölkerung (und Probanden) zwischen 90 und 110 Punkten liegt, kamen die besonders Humorvollen auf einen Wert zwischen 126 und 138 Punkten. Obendrein machte der Humor vor allem die männlichen Probanden unmittelbar attraktiver für die Frauen. „Humor dient Frauen als starkes Selektionskriterium für ihre Sexualpartner“, erklären die Wissenschaftler.

  2. Attraktive Menschen sind intelligenter

    Falsch. Attraktive Menschen sind nicht intelligenter. Die oben angesprochene Studie der drei tschechischen Wissenschaftler legt aber zumindest nahe, dass attraktive Menschen von ihren Mitmenschen als intelligenter eingeschätzt werden – anders herum funktioniert dieser Zusammenhang jedoch nicht.

  3. Intelligenz kann man verbessern

    Unklar. Diese Aussage ist stark umstritten. Bringen Gehirnjogging und Gedächtnistraining etwas? Es wird bezweifelt, dass durch solche Übungen die gesamte Intelligenz verbessert werden kann – fest steht aber: Es ist möglich, einzelne Fähigkeiten wie beispielsweise die Merkfähigkeit, zu trainieren und zu verbessern. Schlauer wird man dadurch allerdings nicht.

  4. Intelligente Menschen sind erfolgreicher

    Jein. Es gibt eine positive Wechselbeziehung zwischen Intelligenz und beruflichem Erfolg. Allerdings ist Intelligenz nicht alles. Sie ist ein zusätzlicher Faktor, aber noch lange kein Garant für Erfolg. Man muss gewisse Fähigkeiten mitbringen, um beispielsweise Ingenieur zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auch automatisch Karriere macht. Es ist die Mischung aus Intelligenz, Ausstrahlung und Durchsetzungsvermögen und unzähligen anderen Aspekten, die zum Erfolg führt.

  5. Im Alter wird der Mensch klüger

    Nein. Das menschliche Gedächtnis verändert sich ein Leben lang. Auch im hohen Alter ist der Mensch lernfähig. Bei Aufgaben, die Geschwindigkeit erfordern, lässt sich hingegen ein Leistungsabbau im Alter feststellen. Bei Logikaufgaben indes kann der Mensch noch bis ins hohe Alter leistungsstark bleiben. Soll heißen: Im Alter ist ein Mensch reicher an Erfahrung, jedoch nicht unbedingt intelligenter. Hier ist es entsprechend wichtig, welche Auffassung von Intelligenz vertreten und untersucht wird.

  6. Intelligenz hängt von den Genen ab

    Teils, teils. Der IQ ist genetisch bedingt, doch die Umwelt spielt ebenso eine Rolle. Um zu messen, welchen Einfluss die Gene einerseits und die Umwelt andererseits haben, vergleichen Forscher für gewöhnlich Zwillinge. Ulman Lindenberger vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung kommt zu dem Schluss, dass ein Mensch sein genetisches Intelligenz-Potential nur entfalten kann, wenn sein Umfeld es zulässt. Stress, Verwahrlosung und Missbrauch aber wirken sich massiv und negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.

  7. Sport macht schlauer

    Stimmt. Wissenschaftler des Stanford Center on Longevity und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hielten in einem Memorandum fest, dass regelmäßiges körperliches Ausdauertraining die Hirndurchblutung steigert und die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellverbindungen anregt. Diese sind notwendig, damit das Gehirn leistungsfähig ist. Aufmerksamkeit und das Denkvermögen können mithilfe von Ausdauertraining gefördert werden.

  8. Chaoten sind intelligenter

    Stimmt. Die Forschung sagt: Chaos ist ein Zeichen für hohe Intelligenz. Menschen, die zum Chaos neigen, hätten demnach oft multiple Interessen, verfolgen mehrere Hobbys und sind enorm kreativ – nur leben sie dies eben häufig gleichzeitig aus. Die Folge: Chaos. Tatsächlich bestätigen auch andere Studien, dass etwas Chaos (auf dem Schreibtisch) zu einfallsreicheren Lösungen führte und auch die Bewohner solcher Büros experimentierfreudiger und offener sind.

  9. Nachteulen sind intelligenter

    Stimmt. Zumindest kamen britische Studien (PDF) unter der Leitung der London School of Economics und mittels 20.000 Probanden zu dem Ergebnis, dass intelligente Menschen dazu tendieren, nachts länger aufzubleiben. Oder anders herum: Die Wissenschaftler glauben, dass intelligente Menschen biologisch eher dazu neigen, Nachteulen zu sein als Frühaufsteher (sogenannte Lerchen). Allerdings ist das nur eine Einbahnstraßen-Korrelation. Heißt: Wer früh aufsteht, muss deswegen nicht doof sein; und wer jetzt abends länger aufbleibt, wird dadurch nicht klüger.

Intelligenztest: Sind Blondinen tatsächlich dümmer?

Intelligenztest Blondinen dumm IntelligenzSchluss mit dem ewigen Vorurteil und den endlosen Blondinen-Witzen: Um dem Klischee der dummen Blondine ein für allemal auf den Grund zu gehen, haben Forscher die Korrelation zwischen Haarfarben und Intelligenz untersucht.

Das überraschende Ergebnis: Nicht nur, dass die echten (!) Blondinen so gar nicht dumm waren – sie waren von allen untersuchten Probandinnen sogar jene mit dem höchsten Intelligenzquotienten.

Zugegeben, die Unterschiede in den Korrelationen (PDF) sind nur marginal: Die echten (also nicht gefärbten) Blondinen schnitten gegenüber Brünetten lediglich um 0,5 IQ-Punkte besser ab. Gegenüber den „dümmeren“ Schwarzhaarigen macht der Unterschied auch nur 2,7 IQ-Punkte aus…

Hinzu kommt, dass es sich dabei eben statistisch um eine besagte Korrelation und keine Kausalität handelt. Heißt: Die Haarfarbe beeinflusst keinesfalls die Intelligenz. Es ergibt sich statistisch hierbei nur ein auffälliger Zusammenhang.

Viel spannender ist daher das weniger plakative Ergebnis der Studie, was man im Grunde längst ahnte: Das Blondinen-Klischee ist grober Unfug. Ob intelligent oder nicht – mit der Haarfarbe hat das recht wenig zu tun.

Aber…

Blondinen verdienen weniger

Auch wenn das Stereotyp von der angeblich blöden Blondine nicht haltbar ist. Die Haarfarbe rächt sich an anderer Stelle: im Job und beim Gehalt. Vor allem junge blonde Frauen werden beim Einkommen offensichtlich benachteiligt, wie eine australische Studie zeigt. Auch hier wurde der Blondinen-Mythos genauer untersucht und der Frage nachgegangen ob es einen Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Einkommen gibt.

Die Antwort: Ja, gibt es – allerdings einen negativen!

Blondinen verdienen demnach deutlich weniger als Frauen mit irgendeiner anderen Haarfarbe. Für blonde Männer gilt dies allerdings nicht. Eine Verbindung zwischen Haarfarbe und Kompetenzen, Erfolgen oder Attitüden konnte hingegen nicht festgestellt werden. Heißt: Blondinen sind weder besser oder schlechter als andere im Job, sie haben nur hellere Haare. Also ein echtes Indiz für die Diskriminierung einer Haarfarbe.

Einzig positiv: Der Gehaltsunterschied verschwindet laut Studie im Laufe der Jahre zunehmend. Je mehr Berufserfahrung Blondinen vorweisen könnten, desto eher gleichen sich ihre Gehälter an die ihrer Geschlechtsgenossinnen an.

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[Bildnachweis: wowomnom by Shutterstock.com]
20. Februar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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