Flirten-Buero-Liebe-Kollegen
Auch wenn es nicht jeder zugibt: Wir alle flirten oft und gerne. Lehnen Sie sich zum Beispiel leicht vor, sobald Sie sich mit einem attraktiven Gegenüber unterhalten? Neigen Sie dabei den Kopf zur Seite? Verändern Sie Ihre Stimme? Lächeln Sie öfters? Klimpern Sie mit den Augen, lecken Sie sich über die Lippen oder spielen mit den Haaren? Bingo! Sie flirten schon. Das knisternde Liebesspiel macht auch vor dem Büro nicht Halt. Doch ist ein Flirt auch im Büro so schön und unverfänglich? Und ist er wirklich angebracht? Wie Ihr Büroflirt gelingt, was Sie noch nicht über das Flirten im Job wussten und worauf Sie unbedingt achten sollten...

Das Büro als Partnerbörse

Gelegenheit macht Liebe - lautet eine Redewendung. Und wo entstehen diese Gelegenheiten? In Bars, auf Partys oder in soziale Netzwerken? Falsch, die wahre Partnerbörse ist der Job. Mit unseren Kollegen verbringen wir meist mehr Zeit als mit Freunden. Fast jede dritte Beziehung entsteht am Arbeitsplatz. Doch wer verliebt sich am Arbeitsplatz? Stimmt das Vorurteil gegenüber dem Chef und der Sekretärin? Eine Xing-Umfrage kam einmal zu dem Ergebnis:

  • Kollegen sind für 85 Prozent der Arbeitnehmer die attraktivsten Beziehungspartner.
  • 35 Prozent können sich eine Beziehung mit Kollegen vorstellen. Rund 14 Prozent der Berufstätigen sind bereits eine feste Partnerschaft am Arbeitsplatz eingegangen.
  • 17 Prozent derjeningen, die eine Beziehung am Arbeitsplatz eingegangen sind, haben dafür eine bestehende Beziehung beendet.
  • Führungskräfte und männliche Befragte stehen einer Beziehung im Job positiver gegenüber als Frauen und Fachkräfte.
  • Frauen verlieben sich häufiger in ihren Chef als Männer.
  • Unter 30-Jährige verlieben sich häufiger am Arbeitsplatz als ihre älteren Kollegen.
  • In der Produktion und im Vertrieb arbeiten besonders gefragte Beziehungspartner.

Flirts, Affären und Beziehungen sind damit keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Selbst sonst schüchternen Menschen fällt das Flirten leichter, entstehen im Job doch zahlreiche unverfängliche Gelegenheiten, um der Kollegin oder dem Kollegen näher zu kommen.


Die schönen Seiten eines Büro-Flirts

Küsse am Kopierer oder Techtelmechtel in der Teeküche - Flirts stärken das Selbstwertgefühl. Es tut gut, zu wissen, dass man ankommt und Interesse weckt. Ein weiterer Vorteil der Büro-Liebelei: Flirten mindert akuten Stress. Obendrein weisen Verliebte einen deutlich erhöhten Serotoninspiegel auf und sind dadurch besser gelaunt, sie engagieren sich stärker und übernehmen gerne Zusatzaufgaben, um länger in der Nähe des oder der Angebeteten zu sein.

Forscher der Universitäten von Amsterdam, Groningen und Bremen sind in einer Studie zu der Erkenntnis gelangt, dass Liebe kreativer macht. Danach stimuliert der Neurotransmitter Dopamin das Belohnungszentrum im Gehirn des Verliebten und aktiviert dabei auch jene Hirnareale, die für Kreativität und künstlerische Aktivitäten verantwortlich sind.

So kommen denn auch diverse Umfragen unter deutschen Personalchefs zu dem Schluss, dass das Gros der Befragten keinerlei Bedenken bei Beziehungen innerhalb der Belegschaft hat.

Vorsicht ist geboten! Büroflirts sind heikles Terrain

Büroflirts sind heikles TerrainDas umwerfende Lächeln der Kollegin aus dem Nachbarbüro oder die strahlend blauen Augen des Kollegen aus dem Vertrieb und schon ist es um einen geschehen. Doch wen Amors Pfeil im Büro trifft, der sollte aufpassen. Eine falsche E-Mail, ein anzüglicher Witz zu viel und schon ist aus dem knisternden Büroflirt sexuelle Belästigung geworden.

Never fuck the company! - lautet ein Bonmot, das in beiden Bedeutungen wörtlich genommen werden darf. Allen selbst ernannten Schreibtisch-Casanovas und Herzensbrechern auf der Pirsch sollte klar sein, dass ihre Avancen arbeitsrechtlich nicht ungefährlich sind. Schlimmstenfalls riskieren sie damit eine Anzeige oder (bei Wiederholungstätern) gar ihre Kündigung.

Ein paar Beispiele für folgenschwere Flirtversuche:

  • Wer sich etwa einer Kollegin oder einem Kollegen körperlich nähert und grabscht (ohne das der das will), muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. So legte zum Beispiel ein zuvor unbescholtener Ausbilder ungefragt seinen Arm um eine Kollegin, die das nicht wollte – Abmahnung! (Landesarbeitsgericht Hamm, 17 SA 1544/96).
  • Ein Verkäufer wiederum betatschte eine Kollegin regelmäßig trotz deren Gegenwehr an Hüfte und Rücken – fristlose Kündigung! (Arbeitsgericht Frankfurt am Main, 15 CA 7402/01).
  • Natürlich sind das extreme Beispiele und solche Mittel werden auch oft erst angewandt, wenn feststeht, dass der oder die Betroffene klar erkennbar die Anzüglichkeiten abgelehnt hat. Bei einem Reiseleiter, der eine Diensttour überraschend zum Techtelmechtel mit einer Kollegin nutzte, reichte es deshalb nicht zum Rauswurf (Bundesarbeitsgericht, 2 AZR 341/03).
  • Jobverlust droht aber auch bei Liebesbriefen. Wer seine sexuellen Aufforderungen mit obszönen Witzchen garniert, zu Papier bringt und das Ganze an Kollegen verschickt, stört nach Meinung der Gerichte den Betriebsfrieden und kann rausfliegen (Bundesverwaltungsgericht, 1 DB 5.96). Das gilt erst recht für Sexmails per SMS (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, 9 SA 853/01).

Also: Vorsicht bei allzu aggressivem Flirten!

Expertenrat in Sachen Liebe und Flirt im Job

ParagrafPeter Groll, Fachanwalt für Arbeitsrecht, weiß, wo die Fallstricke beim Büroflirt lauern und worauf Sie bei Beziehungen im Job besonders achten sollten...

Nicht nur grobe Annährungsversuche können ernsthafte Folgen haben. Auch wenn es zwischen beiden funkt, kann das bei allem Liebesglück Probleme machen. So kann die Einkäuferin eines Unternehmens in ernste Schwierigkeiten geraten, wenn ihr Partner ein großer Lieferant ist – vor allem, wenn die geheime Liaison enttarnt wird und danach Fragen über die Preisgestaltung eines Produkts gestellt werden. Sollte es die Produkte anderswo billiger geben, ist das womöglich schon ein Kündigungsgrund. Allein dieser Verdacht kann zu einer Kündigung führen, falls es nicht gelingt, diesen vollständig zu entkräften.

Besser flirten im Job mit diesen 12 Tipps

Besser flirten im Job mit diesen 12 TippsWas sind dann die Alternativen? Wie flirtet man im Job, ohne denselben zu gefährden? Längst finden sich im Internet dazu allerlei Flirttipps. Die meisten eignen sich jedoch ausschließlich für Avancen am Abend, nicht jedoch fürs Büro. Sie erinnern eher an Anmache und schnellen Sex, als an den Start einer Liebesbeziehung. Deshalb für alle, die ein Auge auf eine Kollegin oder einen Kollegen geworfen haben, zwölf unverfängliche Tipps für den Büroflirt:

  1. Wirkliches Kennenlernen

    Bevor Sie jemanden anflirten, sollten Sie versuchen, ihn wirklich kennenzulernen. Nichts wirkt so anziehend wie aufrichtiges Interesse an der eigenen Person. Gerade Männer machen den Fehler, beim Flirten viel zu ungeduldig zu sein. Den umgarnten Frauen wird dann schnell klar, dass es den Männern nur darum geht, etwas zu bekommen (Anerkennung oder Sex zum Beispiel). Sie fühlen sich wie eine Trophäe in spe. Nicht gerade erstrebenswert. Lernen Sie sich lieber richtig kennen. Das hat zugleich den Vorteil, dass Sie so vielleicht herausfinden, dass Sie den oder die Angebetete(n) zwar unglaublich attraktiv finden, sich jedoch nichts zu sagen haben.

  2. Gemeinsames Lachen

    Lachen verbindet. Menschen, die uns unterhalten, finden wir sofort sympathisch. Sie reißen uns aus dem Alltagsgrau heraus, heben die Laune und erspüren subtil Gemeinsamkeiten. Über welche Witze wir lachen, zeigt schließlich indirekt, was wir gut finden und was nicht. Dennoch sollten Sie Ihren Humor zügeln: Sex-Witze sind tabu, schwarzen Humor finden nicht alle lustig und über Kalauer, wie Treffen sich zwei Gedichte. Sagt das eine zum anderen: Vorsicht, du hast da was zwischen den Zeilen... können manche allenfalls Schmunzeln. Im Zweifel wählen Sie lieber einen Meta-Witz. Etwa den witzigsten Witz der Welt. Den hat der britische Psychologe Richard Wiseman ermittelt. Über ein Jahr lang wurden rund 40.000 Witze von Internetnutzern aus 70 Ländern gesammelt und anschließend bewertet. Heraus kam ein Witz mit der globalsten Akzeptanz: Zwei Jäger im Wald. Plötzlich bricht einer der beiden zusammen. Er atmet kaum noch. Sofort zückt der andere Jäger sein Handy und wählt den Notruf: "Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?" Darauf der Mann in der Notrufzentrale: "Beruhigen Sie sich! Versichern Sie sich erst einmal, dass er tatsächlich tot ist." Stille – dann ein Schuss. Dann wieder der Jäger: "Ok, was jetzt?"

  3. Vorsichtige E-Mails

    Studien zeigen: Die gängigsten Flirt-Formen sind freche E-Mails und Notizen mit zweideutigem Inhalt. Gefährlich! Was Sie verschicken, ist automatisch dokumentiert und kann damit juristisch gegen Sie verwendet werden. Wählen Sie also ausnahmslos harmlose Formulierungen und machen Sie nur neutrale Komplimente. Richtig: "Ihre Präsentation im Meeting vorhin war einfach großartig! Sie waren durchweg kompetent. Ihre Stimme fand ich übrigens bezaubernd." Falsch: "Sie haben bei Ihrer Präsentation heute eine tolle Figur gemacht. Auch in Ihrem Kostüm. Sexy!"

  4. Schmeichelnde Komplimente

    Apropos: Jeder – ob Mann oder Frau – liebt Komplimente. "Der Schmeichelei gehen auch die Klügsten auf den Leim", wusste schon der Dramatiker Molière. Rund 300 Jahre später stellte der Tiefenpsychologe Sigmund Freud fest, dass sich der Mensch wohl gegen Angriffe wehren könne, gegen Lob aber "machtlos" sei. Nur: Dieses sollte nie ins Anzügliche abdriften. Jede Anzüglichkeit ist eine zu viel. Loben Sie lieber die Qualität der Arbeit oder spenden Sie Trost bei Stress. Es ist ein Irrglaube, dass sexuelle Anspielungen schneller zum Ziel führen. Das Gegenteil ist der Fall: Wer den anderen intelligent umgarnt, ohne dabei seine Absichten durchblicken zu lassen, spielt mit dessen Phantasie. Suggestion ist bei der Verführung alles. Sie ist ein Spiel, bei dem man seine wahren Absichten nie offenbart. Stattdessen geht es darum, das Objekt seiner Begierde immer wieder zu faszinieren, zu verwirren, zu unterhalten.

  5. Freundliche Hilfe

    Bieten Sie Ihre Mithilfe bei einem Projekt an. Erstens, weil das eine kollegiale und unverfängliche Geste ist; zweitens, weil Sie so viele Gelegenheiten schaffen, sich zu begegnen, zu unterhalten und näher zu kommen.

  6. Unverfängliches Essen

    Fragen Sie den oder die Verehrte(n) doch einfach, ob er/sie einmal mit Ihnen zusammen Mittagessen geht. Das ist eine relativ harmlose und im Jobumfeld übliche Offerte – erst recht, wenn Sie einen beruflichen Anlass finden: etwa, um ein gemeinsames Projekt zu besprechen. Und falls Sie anfangs zu schüchtern sind oder nicht gleich alles durchblicken lassen wollen, nehmen Sie einfach ein paar Kollegen mit. Ein guter Freund kann sich ja vor dem gemeinsamen Kaffee aus einem wichtigen Grund vorzeitig aus der Runde verabschieden.

  7. Liebenswürdige Gesten

    Jemandem eine Tasse heißen Kaffee zu servieren (Motto: „Als kleine Aufmunterung für den Tag“) ist nicht nur aufmerksam, sondern auch eine fürsorgliche Geste, mit der vor allem Männer punkten können (Frauen aber auch). Die volle Punktzahl erreicht freilich, wer vorher recherchiert, wie der- oder diejenige ihren Kaffee mag: mit Milch, ohne Zucker? Oder ob er/sie gar Tee (Grünen? Schwarzen?) bevorzugt. Geduldige Profis machen daraus mit der Zeit ein wöchentliches Ritual: den Mittwoch-4-Uhr-Kaffee.

  8. Ehrliche Fragen

    Flirten heißt, den anderen ernst nehmen. Und was wirkt stärker, als jemanden um Rat oder nach seiner Meinung zu fragen? Vorteil zwei: Wenn Sie Fragen stellen oder sich nach der Meinung des anderen erkundigen, haben Sie hinterher ein gutes Anschlussthema. Sobald Männer sich für Frauen interessieren, beginnen Sie in der Regel damit, sich aufzuplustern und zu prahlen. Zuhörer haben mehr Erfolg. Natürlich sollten Sie auch keine dämlichen Fragen stellen, wie "Wo legt man hier das Kopierpapier ein?!" Umgekehrt sollten Frauen nicht in die Mäuschen-Falle tappen: Wenn Sie sich klein machen, wecken Sie vielleicht seinen Beschützer-Instinkt; schlägt der Flirtversuch jedoch fehl, nimmt er Sie danach nicht mehr ernst.

  9. Intensiver Blickkontakt

    Sehen Sie dem anderen möglichst lange in die Augen – nicht ins Dekolletee! Das sagt in jedem Fall, dass Sie interessiert sind und mehr als viele Worte. Nur bitte nicht übertreiben! Ein allzu intensiver bis starrender Blick wirkt aggressiv und schreckt ab. Besser: lächeln. Lächelt er/sie zurück, ist er/sie dem Flirt nicht abgeneigt.

  10. Angebrachter Abstand

    Achten Sie auf körperliche Signale, aber halten Sie zunächst Distanzzonen ein. Physische Annäherungsversuche können (und werden meist) als Grabschen ausgelegt werden. Denken Sie auch an den Kollegen-Tratsch! Interpretieren Sie lieber zunächst die nonverbalen Botschaften Ihres Gegenübers: Üblicherweise stehen Menschen, die sich noch nicht gut kennen, in Form eines "V" zueinander, also leicht in den Raum geöffnet. Finden sie sich anziehender, geht die Form in ein "U" über – sie stehen sich jetzt parallel gegenüber, für Außenstehende ein klares Signal: Wir wollen unter uns bleiben. Kommt es dann noch zu flüchtigen Berührungen – etwa Hände, die sich zufällig treffen – ist das ein starkes Sympathie-Signal. Aufschlussreich ist übrigens ebenso die sogenannte Spiegel-Technik: Ahmen Sie unauffällig die Körpersprache Ihres Gegenübers nach und achten Sie darauf, ob er/sie dasselbe mit seinen Gesten tut. Menschen, die sich mögen, synchronisieren unbewusst ihre Mikrogesten, wie Haarezupfen, Nasereiben, Glas zum Trinken heben.

  11. Berechtigte Grenzen

    Belästigung beginnt da, wo Sie ein Nein nicht mehr akzeptieren. Antwortet er oder sie auf die Frage, ob Sie beide mal essen oder einen Kaffee trinken wollen, abweisend, dürfen Sie gerade noch fragen, ob Sie die Einladung vielleicht nächste Woche wiederholen dürfen. Wird das auch abgelehnt, sollten Sie die Versuche einstellen und die Entscheidung akzeptieren. Druck macht alles nur schlimmer.

  12. Vertikale Hierarchien

    Obacht bei Kolleg(inn)en, die in der Hierarchie unter Ihnen stehen. Sexuelle Belästigung hat häufig etwas mit Macht zu tun. Deshalb kann jede intensivere Freundlichkeit von Untergebenen als Belästigung ausgelegt werden.

Extra-Tipp: Flirten Sie bei Sonnenschein!

Extra-Tipp-IconKein Witz. Wenn Sie möchten, dass Ihre Chancen steigen, sollten Sie vor allem dann Flirten, wenn die Sonne scheint. Nicolas Guéguen von der Universität der Bretagne in Vannes und seine Kollegen machten dazu recht einfache Experimente: Die Forscher ließen einen durchschnittlich attraktiven 20-jährigen Mann wahllos junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren in einem Einkaufszentrum ansprechen (insgesamt waren es rund 500 Frauen). Diese mussten allein unterwegs sein und das Ziel war, ihre Telefonnummer zu bekommen.

Die Instruktionen an den Mann waren stets gleich: Er sollte langsam auf die Frauen zugehen (damit es weniger bedrohlich wirkt), viel lächeln und etwas Unverfängliches sagen. Also alles in allem nichts Wildes, kein magischer Aufreißertrick von einem Pick-Up-Artist. Der einzige Unterschied in der Versuchsanordnung bestand im Wetter – und zwar außerhalb des Einkaufszentrums! Mal schien die Sonne, mal war es bewölkt oder regnete.

Das erstaunliche Ergebnis: Schien draußen die Sonne, bekam der junge Mann in 22,4 Prozent der Fälle die Telefonnummer, war der Himmel indes grau und bewölkt, sank seine Erfolgsquote auf 13,9 Prozent.

Wissenswertes über das Flirten und die Liebe

Welche Rolle spielt die nonverbale Kommunikation? Worauf achten Frauen beim Flirten? Was kommt besser an Zurückhaltung oder auf Ganze gehen? Die folgenden Fakten helfen Ihnen dabei Fettnäpfchen beim Liebesspiel erfolgreich zu umschiffen:

  • Zurückhaltung führt zum Erfolg: Wenn Sie gleich beim ersten Mal Ihre große Liebe gestehen, überfahren Sie Ihren Gegenüber – das haben Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden (PDF).
  • Nervenkitzel schlägt Romantik: Cindy M. Meston und Penny Frohlich von der Universität von Texas konnten zeigen (PDF), dass Männer attraktiver wirken, wenn sie beim ersten Date die Nerven der Angebeteten kitzeln.
  • Offenheit macht attraktiv: Ein Forscherteam um Arthur Aron fand heraus, dass Offenheit anziehend wirkt, weil sie für Intimität und Anknüpfungspunkte sorgt.
  • Widerspruch hilft: Elliot Aronson und Darwyn Linder konnten zeigen, dass Menschen sich besonders zu einem Gegenüber hingezogen fühlen, wenn dieser zunächst reserviert ist, gelegentlich widerspricht und erst langsam auftaut.
  • Geteilte Abneigung verbindet: Laut einer Studie von Jennifer K. Bosson fühlen sich Menschen näher, wenn sie nicht die Vorlieben teilen, sondern die Abneigungen.
  • Liebe geht durch den Magen: Einer Untersuchung (PDF) von Viren Swami und Martin Tovée zeigt: Männer finden Frauen attraktiver, wenn sie hungrig sind.
  • Nonverbale Kommunikation: Gian Gonzaga von der University of California will herausgefunden (PDF) haben, dass ein Mann einer Frau zuneigt, nickt und lächelt, wenn er ehrlich an seiner Gesprächspartnerin interessiert ist. Auf Beutezug befindet er sich dagegen, wenn er die Zunge leicht raus streckt und sich ständig die Lippen befeuchtet.
  • Auf Tuchfühlung gehen: Leichte Berührungen am Oberarm, verbunden mit einem Kompliment, steigern die Zuneigung, schreibt Nicolas Guéguen in seiner Studie.
  • Konkurrenz belebt das Geschäft: Ein Forscherteam um Lisa DeBruine entdeckte, dass Frauen Männer attraktiver finden, die auch von anderen Frauen angelächelt werden.
  • Unbekanntes zieht an: Wer nicht genau weiß, ob der andere ihn mag, fühlt sich zu ihm hingezogen. Das konnte Erin Whitchurch in einer Studie zeigen.
  • Hintergrundmusik: Der oben bereits zitierte Nicolas Guéguen fand heraus (PDF), dass Frauen ihrem Gegenüber eher die eigene Telefonnummer verraten, wenn sie zuvor romantische Musik hörten.
  • Sprache verbindet: Flirtpartner fühlen sich umso stärker verbunden, je größer ihre sprachlichen Gemeinsamkeiten sind sind. Das hat James Pennebaker von der Universität von Texas in einer Untersuchung (PDF) festgestellt.
  • Ein Flirt gefährdet die Beziehung nicht: Das gilt zumindest für Frauen, wie John Lydon zeigen (PDF) konnte, im Gegenteil: Für das weibliche Geschlecht stärkt ein Flirt die eigene Beziehung – Männer dagegen denken anschließend schlechter über ihre Partnerschaft.
  • Flirten macht glücklich: Der Blickkontakt mit sexuell attraktiven Personen aktiviert jene Teile des Gehirns, die fürs Glücksgefühl zuständig sind, berichtet Knut Kampe in seinem Artikel.
  • Männer verlieben sich schneller: Tatsächlich tendieren Männer dazu, einen Flirt gleich als sexuelles Interesse zu werten – und sich deswegen Hals über Kopf zu verlieben. Für beide Geschlechter gilt: Je größer das eigene sexuelle Interesse ist, desto größer die Bereitschaft, sich zu verlieben, wie Andrew Galperin von der Universität von Kalifornien nachweisen konnte.
  • Frauen reagieren empfindlicher auf Anmache: Gehören beide Gesprächspartner zur selben sozialen Schicht, fühlen sich Frauen schneller sexuell belästigt als Männer. Hat der Flirter dagegen eine höhere soziale Position, fällt die Reaktion moderater aus, wie Maria Rotundo zeigen (PDF) konnte. Der Grund dafür: Das Interesse Ranghöherer schmeichelt.
  • Testosteronschub: James R. Roney konnte per Speicheltest nachweisen (PDF), dass der Testosteronwert seiner Probanden um 30 Prozent anstieg, wenn junge Frauen sie anlächelten.
  • Frauen achten aufs Gesicht: Frauen schließen aus den Zügen eines Mannes auf seine sexuelle Attraktivität und Sympathie, wie Robert Franklin und Reginald Adams von der Universität von Pennsylvania herausgefunden haben.
  • Männer mögen Sanduhren: Frauen mit großen Brüsten, schlanken Taillen und starken Hüften sind aus männlicher Sicht am attraktivsten - das konnten Johan C. Karremans, Willem E. Frankenhuis und Sander Arons eindeutig belegen.
  • Intelligente Männer sind attraktiver: Frauen mögen kluge Köpfe lieber als Muskelprotze – das zumindest will Mark Prokosch von der Univversität von Kalifornien ermittelt haben.
  • Radfahrer und Fußgänger sind nicht sexy: Frauen lassen sich einer Studie von Michael Dunn und Robert Searle zufolge von großen Autos beeindrucken und finden deren Besitzer attraktiver.
  • Attraktive Frau, glückliches Paar: James McNulty und Lisa Neff fanden heraus (PDF), dass Paare umso glücklicher sind, je attraktiver die Frau im Vergleich zum Mann ist.
  • Schöntrinken hilft: Je angetrunkener eine Person ist, desto anziehender findet sie die Menschen in ihrer Umgebung - so das Ergebnis eines Experiments von Marcus Munafò.
  • Das Internet unterstützt die Partnersuche: Wer oft vorm Rechner sitzt, vereinsamt nicht - im Gegenteil: Michael Rosenfeld fand heraus, dass regelmäßige Internetnutzer häufiger in Beziehungen leben als Computermuffel.
  • Speed-Dating macht wählerisch: Der Mode-Trend Speed-Dating scheint keinen positiven Einfluss aufs Paarungsverhalten zu haben. Einer Studie (PDF) von Eli Finkel und Paul Eastwick zufolge sind dabei die Ansprüche beider Geschlechter höher als bei anderen Gelegenheiten.
  • Konkurrenz belebt die Liebe: Je mehr Geschlechtsgenossen bei einem Speed-Dating die anwesenden Frauen attraktiv finden, desto stärker ist das Interesse der Männer an den Teilnehmerinnen. Bei Frauen verhält es sich genau umgekehrt, wie Jens Asendorpf von der Humboldt-Uni in Berlin herausfand (PDF).
  • Pärchenabende sorgen fürs Wohlbefinden: Richard Slatcher stellte fest (PDF), dass Partner in der Beziehung glücklicher sind, wenn sie sich regelmäßig gemeinsam mit anderen Paaren treffen.
  • Sex macht glücklich: Wenig erstaunlich ist, was David Blanchflower und Andrew Oswald durch eine Befragung von 16.000 amerikanische Paaren erfuhren (PDF): Ganz oben bei den Glücksverursachern rangiert Sex. Dass monatlicher Sex nur mit einem Gehaltsplus von 40.000 Dollar aufzuwiegen ist, verblüfft dann aber doch.
  • Für Frauen ist Sex Unterwerfung: Vielleicht resultiert die Sensibilität der Frauen gegenüber sexueller Belästigung daraus, dass sie Sex häufig mit Unterwerfung assoziieren – diesen Zusammenhang konnte Amy Kiefer von der University of Michigan nachweisen (PDF).

3 Dinge, die Sie über Büroflirts noch nicht wussten

  1. Flirtende Männer sind unzufriedener mit ihrem Job.

    Das fanden die Psychologen Chadi Moussa und Adrian Banks von der Universität von Surrey heraus. Zwar gibt Moussa zu, dass Büroaffären durchaus anregend sein, die Produktivität steigerna und insgesamt die Kreativität beflügeln können. Bei den 201 Probanden (Männer und Frauen im Alter zwischen 21 und 68 Jahren), die zu ihrem Flirtverhalten und der Arbeitszufriedenheit befragt wurden, habe sich aber klar gezeigt: Die Bürobalz hatte einen negativen Effekt auf die Arbeitslaune der Männer, nicht aber auf die Frauen. Hierbei darf man allerdings nicht Ursache mit Wirkung verwechseln: So vermutet Moussa, dass exzessives Baggern ein Indiz dafür sei, dass die betroffenen Männer mit ihrem Job ohnehin unzufrieden oder gar gelangweilt sind und daher nach Abwechslung und Abenteuer suchen – was das Bewusstsein darüber eher noch verstärkt, dass Flirten Spaß macht, der Job aber nicht. Warum das bei Frauen irgendwie anders ist, sagte das Forscher-Duo leider nicht.

  2. Wenn Männer keinen Flirterfolg haben, arbeiten sie schlechter.

    Als Eric Gould die Zusammenhänge zwischen dem Heiratsmarkt und dem Arbeitsmarkt untersuchte, stellte er zudem fest, dass sich vor allem junge Männer zwischen 16 und 39 Jahren bei ihren Karriereentscheidungen von - sagen wir - ihrer Potenz auf dem Heiratsmarkt beeinflussen lassen. Oder anders ausgedrückt: Stellen sie fest, dass der aktuelle Job ihre Attraktivität und Flirtchancen nicht unbedingt steigert, arbeiten sie weniger und strengen sich (in diesem Job) prompt weniger an. Ob sich der Effekt manipulativ umkehren lässt (stell ein paar attraktive und flirtwillige Frauen ein, und die männliche Belegschaft klotzt bis in die Nacht), gibt die Studie leider nicht her. Vorstellbar aber wäre es. Männer halt.

  3. Frauen flirten lieber mit Kollegen, Männer baggern bei Kunden.

    Gut, die Studie kommt aus Frankreich. Da herrscht eine etwas andere Einstellung zu Affären und der l’amour et travailler, insbesondere in Paris. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass Frauen eher eine sexuelle Beziehung mit einem Kollegen eingehen (28 Prozent; Männer: 23 Prozent), während die Männer eher die Mitarbeiterinnen von Klienten und Zulieferern anbaggern (10 Prozent; Frauen: 4 Prozent). Und dann sagten auch noch 41 Prozent, dass die Affären einen positiven Effekt auf die Effizienz ihrer Arbeit hätten. Aber - und das darf man eben auch nicht verschweigen: 22 Prozent gaben zu, die Affäre vor den Kollegen verheimlichen zu müssen, sechs Prozent indes mussten deshalb den Job wechseln.

Es ist wohl auch hierbei wie bei bei Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.

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