resilienzFinanzkrise, Kurzarbeit bei Opel– und jetzt geht mit Island schon ein ganzes Land Pleite. Dabei war das erst der Anfang. Ich halte nichts von Panikmache und Unkenrufen, aber die Indizien der globalen Finanz- und Bankenkrise sind deutlich: Spätestens 2009 rollt auf die deutschen Arbeitnehmer eine Kündigungswelle zu, die sich durch alle Branchen ziehen wird. Dieses Jahr noch werden die Unternehmen versuchen, die Absatzeinbußen aufgrund der sinkenden Nachfrage sowie die Investitionsengpässe wegen der gestörten Kreditvergabe durch die Banken durch Überstundenabbau, Kurz- oder Teilzeitarbeit auszugleichen. Nächstes Jahr aber wird das wohl nicht mehr reichen. Schon heute denken manche Manager laut über einen möglichen Stellenabbau nach. Und solche Frühindikatoren erinnere ich noch gut aus der Dotcom-Krise 2002: Erst kamen die Gedankenspiele, dann die Entlassungswellen.


Nun gibt es Unternehmenskrisen immer wieder und mit ihnen auch die Sparmaßnahmen und den Stellenabbau. Viele Menschen fürchten dann um ihren Job. Die einen werden lethargisch, stumpfen ab, verfallen in Dienst nach Vorschrift; die anderen versuchen durch hektische Betriebsamkeit ihre Unentbehrlichkeit zu unterstreichen. Die Idee ist im Prinzip gut. Nur ist die Ausführung falsch – vor allem aber kommt sie zu spät.

Jobsicherheit gibt es nicht. Kein Unternehmen kann Ihnen das heute noch versprechen. Der einzige, der etwas dafür tun kann, sind Sie selbst. Und zwar besser heute noch als morgen. Jetzt müssen Sie etwas unternehmen, damit Sie dann, wenn die Krise auch Ihren Arbeitgeber packt, möglichst unverzichtbar sein. In einer Studie zum Thema Kündigung stellten Wissenschaftler einmal fest, dass nur 15 Prozent der Mitarbeiter wegen Inkompetenz gefeuert worden waren. Alle anderen hatten den Job verloren, weil sie mit den Kollegen nicht zurechtkamen und kommunikative Schwächen aufwiesen.

Ein bedeutender Mitarbeiter zu werden, auf den das Unternehmen nur schwer verzichten kann, ist der beste Schutz davor, seinen Job zu verlieren. Zudem ist es eine exzellente Basis, um Karriere zu machen. Eine solche Schlüsselposition kann man sich in der Krise erarbeiten – meistens aber beginnt der Weg dorthin wesentlich früher.

Verwechseln Sie das aber bitte nicht mit Unersetzbarkeit im Wortsinn. Jeder Mensch ist ersetzbar. Und jeder Chef tut gut daran, sein Unternehmen so aufzubauen, dass es auch dann überlebt, wenn tragende Talente abwandern. Es geht dabei vielmehr um Mitarbeiter, die dem Unternehmen helfen, heutige und künftige Ziele zu erreichen. Die also dank ihrer Leistung und Leidenschaft essenziell sind für den Erfolg des Unternehmens. Um ein solch tragender Mitarbeiter zu werden, ist es übrigens unerheblich, wie viele andere Leistungsträger bereits im Unternehmen arbeiten. Schließlich kann davon kein Unternehmen genug haben!

Lediglich ein guter Mitarbeiter zu sein, reicht allerdings auch nicht. Gute Mitarbeiter sind ihr Geld wert, wirklich wertvoll werden sie aber erst, wenn sie Außergewöhnliches leisten. Erst dann schaffen sie Mehrwert im Wortsinn.

Die meisten Menschen arbeiten für Geld. Daran ist nichts falsches. Aber es macht Sie nicht leidenschaftlicher. Denn aus der Motivationsforschung weiß man, dass Geld allenfalls kurzfristig wirkt. Damit es langfristig wirkt, muss man seine Dosis stetig steigern. Gehaltserhöhungen aber gefährden sogar eher noch Ihren Job, weil Sie so mit der Zeit für das Unternehmen zu teuer werden.

Der Schlüssel zu mehr Leistung und Leidenschaft liegt also allein in der eigenen Einstellung: Die meisten sehen sich als Angestellte, die für andere arbeiten und dafür bezahlt werden. So wird das nichts. Tatsächlich arbeitet jeder von uns immer auch für sich selbst. Denn je mehr er leistet, desto sicherer sein Job und desto wahrscheinlicher eine steile Laufbahn.

Wie also wird man ein Leistungsträger?

  1. Das Erste ist: Strengen Sie weniger an! Nicht: Strengen Sie sich weniger an, sondern machen Sie weniger Mühe. Es gibt Mitarbeiter, die zapfen einem das letzte bisschen Kraft aus dem Leib. Egal, wie gut sie in ihrem Job sind, sie nerven und machen den eigenen Job nur noch aufreibender. Jeder Manager kennt solche Leute und rollt sofort mit den Augen, wenn er an diese Pflegefälle denkt: Ganz vorne dabei ist der Denkfaule. Der ärgert enorm. Er ist nicht zu verwechseln mit den insgesamt faulen, arbeitsscheuen Kollegen. Die sind noch ärgerlicher. Es sind vielmehr jene, die durchaus gute Ideen haben, diese vorbringen, dann aber müde werden, weiter darüber nachzudenken und Unausgegorenes zurücklassen. Diese Leute mögen gute Absichten haben. Weil sie aber nie fertig denken, sind sie eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Sie sind wie Kinder, die sich einen Hund wünschen, ohne darüber nachzudenken, wer hinterher das Tier täglich Gassi führt, den Tierarzt bezahlt und sich im Urlaub darum kümmert. Wer sich selbst und seinem Chef einen Gefallen tun will, sollte seine Analyse abschließen, bevor er Vorschläge macht. Perfekt müssen die nicht sein – aber die wichtigsten Einwände sollten sie berücksichtigen.
  2. Das Zweite: Nachteilig wirkt, sich stets die Rosinen heraus zu picken und die unangenehme Arbeit anderen zu überlassen. Jeder Job hat lästige Teile – und sei es nur den Schreibtisch aufzuräumen. Jeder im Betrieb hat schnell raus, welche Teile das sind. Man sammelt also weder Sympathie- noch Karrierepunkte, indem man sich davor drückt. Leistungsträger sind meist schon daran zu erkennen, dass sie auch diesen Part ohne Murren erledigen.
  3. Das Dritte: Selbst enorm produktive Mitarbeiter können ein Unternehmen belasten. Dann, wenn sie für ihre Arbeit zu viele Ressourcen beanspruchen. Wenn sie etwa vor Ideen und Eifer nur so sprühen und ihrem Chef jeden Fortschritt mitteilen, erhöht das einerseits ihre Sichtbarkeit, was gut ist. Es senkt aber zugleich die Produktivität des Chefs. Denn der hat auch noch einen Job und nicht bloß Zeit für Tausendsassas. Die Kunst ist, das richtige Maß zu finden – zwischen Engagement und der Energie, die man dabei an sich zieht.

Sie werden in diesem Blog sicher noch mehr Punkte finden. Für heute aber reichen diese drei: fertig denken, rundum arbeiten – ohne zu belasten. Fangen Sie damit an!

So überwinden Sie eine Kündigung

Und spricht der Arbeitgeber dennoch eine Kündigung aus, ist das für die Betroffenen zwar bitter. Häufig werden aber juristische Fehler gemacht, die dem Arbeitnehmer die Chance bieten, die Kündigung zumindest anzufechten. Egal, wie gut der Arbeitgeber die Kündigung begründet – viele sind fehlerhaft oder rechtlich unwirksam. Damit wird die Höhe der Abfindung (üblich ist ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr) verhandelbar.

Doch selbst sich an der Kündigung nicht rütteln lässt, kann man mit einem kühlen Kopf nicht selten etwas mehr für sich herausschlagen: Wer etwa einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag unterschreibt, sollte vorher wissen, dass er zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld bekommt. Juristisch hat er die Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt. Folglich sollte dieses Minus entweder in die Abfindungssumme eingepreist werden oder man erhebt eine Kündigungsschutzklage. Sie endet damit, dass ein Vergleich beim Arbeitsgericht geschlossen wird. Juristisch ist man damit aber aus dem Schneider. Allein die glaubhafte Andeutung einer solchen Klage erhöht oft die Abfindungssumme.

Analysieren Sie zudem alle möglichen Ansprüche. Also nicht nur die Abfindung, sondern auch Bonuszahlungen, Aktienoptionen, Dienstwagen, Wettbewerbsverbot, Zeugnis, Freistellung, betriebliche Altersversorgung sowie Leistungen für die berufliche Neuorientierung. Beispiel Dienstwagen: Nach der Kündigung bedarf es einer ausdrücklichen Regelung darüber, wie man diesen bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nutzen darf. Die meisten Arbeitgeber werden versuchen, einen dabei wie einen unverschämten Querulanten dastehen zu lassen. Alles Verhandlungstaktik, die einschüchtern soll! Eine Kündigung ist keine Schande, sich übers Ohr hauen zu lassen schon. Konsultieren Sie gegebenenfalls lieber einen erfahrenen Anwalt. Die andere Seite macht das im Zweifel auch.

Das Wichtigste ist allerdings, die Kündigung nie persönlich zu nehmen. Psychologisch wird sie so zum Tabuthema, über das man nicht mehr gut reden kann. Folge: Die Menschen schämen sich und verlieren rasant an Selbstwertgefühl. Das ist Gift für eine anschließende Bewerbung. Personaler erkennen das prompt, und es schmälert den Wert eines Bewerbers. Egal, wie viele Absagen einer schon bekommen hat – entscheidend ist, sein Selbstbewusstsein zu wahren, die eigenen Stärken herauszuschälen sowie ein klassisches Vorurteil außer Kraft zu setzen: dass man resigniert hat, den Anschluss verpasst und der Marktwert von Tag zu Tag schwindet.