NotizblockEs ist ja so: Als Freiberufler oder Selbstständiger kommt man an einer eigenen Internet-Präsenz nicht mehr vorbei. Immer weniger Menschen schauen noch in die Gelben Seiten oder lokale Anzeigenblättchen, wenn Sie Handwerker oder Experten für ein Problem suchen – sie googeln sie direkt aus. Das setzt sich längst in vielen Berufszweigen fort, bis es schließlich alle Fach- und Führungskräfte erreicht haben wird. Das passiert vielleicht nicht gleich morgen. Aber sicher noch bevor der Mensch auf dem Mars landet.

Doch wie macht man das: eine Eigenmarke im Internet aufbauen? Ich möchte Ihnen an der Stelle keine Illusionen machen: Ein Instant-Rezept dafür gibt es nicht. Sich eine Online-Marke zu schaffen, ist ein durchaus zäher Prozess, der Ihnen einige Zeit, Kreativität und technische Finessen abverlangen wird. Die folgenden 35 Empfehlungen erheben daher weder den Anspruch auf Ausschließlichkeit noch handelt es sich hierbei um brandneues Geheimwissen. Falls Sie mit dem Thema schon etwas vertraut sind (aber auch sonst), betrachten Sie die Tipps vielmehr als Anregung und…

Checkliste für Ihre Marke Eigenbau

    Allgemeines

  1. Machen Sie sich klar, wofür Sie stehen wollen: Was ist Ihre Botschaft? Was ist Ihre Expertise?
  2. Entwickeln Sie einen passenden Markennamen – oder nutzen Sie Ihren Vor- und Nachnamen.
  3. Registrieren Sie Ihren eigenen Namen als URL. Falls das nicht mehr möglich ist, prüfen Sie zumindest Variationen oder die Verbindung mit Ihrem Markennamen.
  4. Schauen Sie nach, ob die entsprechende URL Ihres Markentitels noch frei ist, registrieren Sie auch diese und eröffnen Sie dort ein Blog oder eine Webseite. Nur nichts Statisches. Die Menschen müssen dort mit Ihnen kommunizieren können. Reine Showseiten sind Konzepte von gestern.
  5. Entwickeln Sie ein einheitliches Design-Konzept für Ihren Namenszug und alle Markenbestandteile. Sie müssen sich in der URL Ihrer Webseite, in Ihrer E-Mail-Adresse und anderen Erscheinungsorten spiegeln.
  6. Entwickeln Sie gegebenenfalls einen persönlichen Claim, ein Motto, was auf Ihrer Webseite sowie in der Signatur Ihrer E-Mail erscheint.
  7. Vergessen Sie auch nicht die Signaturen in Foren oder Sozialen Netzwerken!
  8. Gestalten Sie ein eigenes Logo mit Wiedererkennungswert.
  9. Machen Sie ein professionelles Foto von sich und fertigen Sie daraus einen generellen Avatar für das Internet.
  10. Schauen Sie sich um, wer in Ihrem Markt noch aktiv ist. Nehmen Sie Kontakt zu den Besten (und Sympathischsten) auf.
  11. Versuchen Sie Ihre Botschaft auf mehreren Kanälen zu distribuieren: Schreiben Sie nicht nur ein Blog, sondern produzieren Sie auch Videos oder Podcasts.
  12. Sorgen Sie dafür, dass man Sie leicht erreichen kann: per E-Mail, per Skype, per Webseite, per Online-Netzwerk, per Handy.
  13. Soziale Netzwerke

  14. Werden Sie Mitglied in Sozialen Netzen wie Xing, Linkedin, Facebook oder Myspace. Melden Sie ruhig Profile in mehreren Netzen an. Achten Sie aber auf einen einheitlichen, mindestens verwandten Auftritt. Seien Sie ungewöhnlich!
  15. Verlinken Sie die Seiten untereinander und geben Sie die Links dazu ebenso in Ihrer E-Mail-Signatur an.
  16. Eröffnen Sie eine Liste mit den Webseiten, die Sie regelmäßig lesen oder lesenswert finden, und veröffentlichen Sie diese auf Bookmark-Diensten wie del.icio.us oder Mister Wong.
  17. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Profile im Netz und registrieren, bzw. verifizieren Sie Ihre Accounts bei Personensuchmaschinen, wie 123people oder yasni.
  18. Eröffnen Sie bei Youtube, Sevenload oder Vimeo einen eigenen Videokanal. Beginnen Sie mit Kurzfilmen von maximal einer Minute. Experimentieren ist erlaubt, solange Sie authentisch bleiben.
  19. Sammeln Sie informative Fotos in öffentlichen Bildernetzen wie Flickr. Nur nicht allzu Privates. Landschaftsaufnahmen aus dem Urlaub sind gerade noch okay.
  20. Eröffnen Sie ein eigenes Soziales Netzwerk für Gleichgesinnte. Kostenlos und kinderleicht geht das etwa bei Mixxt oder Ning.
  21. Marketing

  22. Registrieren Sie sich bei Twitter und posten Sie dort Privates, vor allem aber Nützliches für Ihre Leser (dort “Follower” genannt). Je fokussierter Sie dabei an Ihrem Claim bleiben, desto eher verbinden die Leser Sie mit dem Thema. Teilen Sie möglichst viel Wissen und helfen Sie, Fragen anderer zu beantworten.
  23. Melden Sie sich in branchenrelevanten Foren oder Sozialen-Netzwerk-Gruppen an und steuern Sie dort hilfreiche Informationen bei. Liefern Sie Denkanstöße und bleiben Sie immer (!) freundlich. Denken Sie stets daran: Erst geben, dann nehmen!
  24. Kommentieren Sie Artikel in relevanten Blogs. Nur bloß kein Blabla! Das ist der Lackmustest Ihrer Kompetenz. Wenn Sie dort wiederholt als hilfsbereiter und informierter Experte auftauchen, kommen die Leute später von alleine zu Ihnen.
  25. Beteiligen Sie sich an Initiativen, die Ihr Thema behandeln und in Ihrem Interesse sind – auch wenn andere Ihnen mit der Idee zuvorkamen. Arbeiten Sie nie gegen Wettbewerber im Netz, sondern mit Ihnen! Der Viraleffekt ist so größer.
  26. Starten Sie einen Newsletter über Ihre Themen.
  27. Schreiben Sie ein Buch – oder ein eBook, dass Sie auf Ihrer Webseite kostenlos zum Herunterladen anbieten. Erzählen Sie ruhig von dessen Erscheinung – via Twitter, Blog oder Pressemitteilung.
  28. Überlegen Sie, wie Sie Ihr Wissen mit anderen teilen können. Starten Sie etwa auf Ihrer Webseite ein Diskussionsforum zu Ihren Themen.
  29. Weisen Sie Ihre Leser auf empfehlenswerte Produkte oder Webseiten von Kollegen hin. Die werden sich darüber freuen – und sich vielleicht revanchieren. Rechnen Sie aber nie damit!
  30. Medieneinsatz

  31. Erstellen Sie Studien, Umfragen oder andere nachrichtenträchtigen Ergebnisse und geben Sie diese an die Presse und befreundete Mitstreiter.
  32. Geben Sie Interviews! Bieten Sie ebenso relevante wie amüsante Themen an.
  33. Schreiben Sie Gastbeiträge in prominenten Blogs mit Multiplikatorenwirkung (das müssen nicht immer die Ranglisten-Besten sein).
  34. Starten und moderieren Sie Experten-Chats zu Ihrem Thema. Versuchen Sie damit in erster Linie anderen zu helfen oder brennende Fragen zu beantworten!
  35. Führen Sie Interviews mit prominenten Vertretern, Trendsettern, Zelebritäten aus Ihrer Branche und publizieren Sie diese über Ihre Kanäle.
  36. Besuchen Sie einschägige Messen, Kongresse, Camps – und berichten Sie darüber (per Artikel, Interview, Podcast, auf Video).
  37. Eröffnen Sie ein Wiki und bauen Sie dort mit anderen eine stetig wachsende Datenbank.
  38. Geben Sie anderen Menschen aus Ihrer Branche einen Grund über Sie etwas Positives zu berichten. Der beste Grund ist: Sie helfen wirklich!

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