Schutzzeichen – 30 Tipps fürs Selbstmarketing via Twitter
Über sechs Millionen Menschen haben sich bislang weltweit bei Twitter.com angemeldet, in Deutschland sind es bisher zwar erst rund 40.000. Doch die Zahl wächst exponenziell. Der Mikronachrichtendienst ist längst nicht mehr nur ein Medienhype, sondern ein erfolgreiches Instrument zur Kommunikation, zum Vernetzen und natürlich auch zum Aufbau einer Eigenmarke im Netz. Folgende Punkte gilt es dabei zu beachten:
Bevor es losgeht: Das Profil
- Sichern Sie sich zuerst Ihren vollen Namen auf Twitter. Da Twitter bei Suchmaschinen hoch rangiert, ist dies ein wichtiger Baustein für Ihr Personal Branding. Beeilen Sie sich damit. Jeden Accountnamen gibt es nur einmal. Kommt Ihnen ein Namenszwilling zuvor, haben Sie nachhaltig Nachteile. So gesehen ist es auch ein Vorteil, dass in Deutschland bisher erst wenige dort registriert sind.
- Haben Sie schon einen Markennamen, sollten Sie auch den dort registrieren. Es gibt inzwischen einige dokumentierte Fälle, in denen Spaßvögel unter bestehenden Markennamen Unfug zwitscherten. Zwar können Sie den Account später unter Umständen juristisch wieder einklagen – der Blödsinn in Verbindung mit Ihrer Marke bleibt aber trotzdem im Netz.
- Bevor Sie mit dem Zwitschern loslegen oder anderen Nutzern folgen, sollten Sie unbedingt Ihr Profil vollständig ausfüllen. Das Wichtigste: Ein gutes Foto von Ihnen, auch Avatar genannt. Da es im Profil immer links oben angezeigt wird, sollten Sie darauf leicht nach rechts (in die Seite hinein) schauen. Das wirkt freundlicher. Natürlich können Sie auch ein neutrales Logo wählen. Wer sich dort jedoch als Person eine Marke aufbauen will, sollte sich an dieser Stelle nicht hinter Symbolen verstecken. Wählen Sie dabei unbedingt einen kontrastreichen Porträt-Ausschnitt. Der Avatar wird später ebenso in den Profilen der Menschen angezeigt, die Ihnen folgen – da jedoch in 24 mal 24 Pixelgröße. Prüfen Sie also vorher, ob das Bild auch noch in Fingernagelgröße gut aussieht.
- Im Profil selbst, geben Sie Ihren Klarnamen, Ihren Standort und einen Link zu Ihrer Webseite an. Falls Sie keine Webseite oder Blog betreiben, verlinken Sie zumindest Ihr Profil in einem Sozialen Netzwerk wie Xing oder Facebook. Achtung: Es gibt inzwischen einige Nutzer, die an dieser Stelle Bit.ly-Links einfügen. Das ist ein Verkürzungsservice für URLs, der zu jedem Link auch Statistiken liefert, wie oft oder von wem diese geklickt wurden. Ich rate dennoch davon ab: Für Sie mag das ein Vorteil sein – für Ihre Twitter-Follower aber ist völlig unklar, wohin der Link führt. Theoretisch kann er zu einem unseriösen Angebot leiten. Gerade wenn man Sie noch nicht kennt, sollten Sie deshalb lieber mit offenen Karten spielen.
- Im Profil können Sie zusätzlich eine Kurzbiografie von sich in maximal 160 Zeichen Länge abgeben. Auch diese Chance sollten Sie nutzen – keiner kauft nun mal gerne die Katze im Sack. Umreißen Sie also mit aussagekräftigen Stichwörtern kurz Ihr Spektrum. Gut sind auch ein bis zwei extraordinäre Signalwörter, die neugierig machen.
- Nachdem Sie Ihr Profil vollständig ausgefüllt haben, sollten Sie sich noch Gedanken über Ihr Hintergrundbild machen. Das Motiv gibt Ihnen nicht nur die Chance, Ihr Profil weiter zu personalisieren, sondern auch mehr Aussagen über sich zu treffen. Wer sich damit nicht auskennt, kann zu Beginn bei Twitbacks.com, Twitterpatterns.com, Twitpaper.com oder Twitterimage.com aus vorgefertigten Bildern wählen und diese teilweise modifizieren. Besser ist natürlich, Sie greifen direkt zu einem Bildbearbeitungsprogramm und gestalten Ihren eigenen Hintergrund. Dort können Sie zum Beispiel zusätzlichen Text integrieren und – falls Sie mögen – auch Ihre E-Mail-Adresse, Handynummer oder weitere URLs angeben. Ebenso haben Sie die Chance, durch Fotos subtile Aussagen über sich zu machen: Ein Foto, bei dem Sie ein Mikro in der Hand halten und im Rampenlicht stehen, deutet etwa auf einen gefragten Redner hin. Vergessen Sie bei allem aber nicht, dass Sie nur die Randbereiche des Bildes von jeweils rund 300 Pixeln gestalten können: Der Raum dazwischen wird immer von Ihren Tweets verdeckt.

- Für alle Punkte gilt: Wenn Sie sich eine Marke via Twitter aufbauen wollen, verwenden Sie Nutzernamen, Hintergrundbild und Links stets mit Bedacht sowie möglichst einheitlich zu Ihren übrigen Auftritten im Netz. Schließlich braucht jede junge Marke so etwas wie eine Corporate Identity.
Techniken zum Markenaufbau
- Beginnen Sie damit anderen Menschen zu folgen. Zuerst sollten Sie über Search.Twitter.com schauen, ob dort vielleicht schon Freunde oder Bekannte von Ihnen mitzwitschern. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Instrumente, die Ihnen helfen, neue Freunde zu finden: Twitslikeme etwa spürt gleichgesinnte Twitterer anhand Ihrer Tweet-Inhalte auf. Ebenso funktioniert Twubble. Mit TwitterLocal.net finden Sie über Ihre PLZ heraus, wer in Ihrer Nähe ebenfalls twittert. Und Friendorfollow.com hilft einem herauszufinden, wem man folgt, der einem aber nicht zurückfolgt – und umgekehrt. Eine weitere vergleichbare Übersicht liefert Lessfriends.com.

- Unter Ihren Profil-Einstellungen („settings“) sollten Sie in der Rubrik „Notices“ ein Häckchen bei dem Punkt „Email when someone starts following me“ machen. Dann bekommen Sie automatisch eine Mail, sobald Ihnen jemand Neues folgt. Schauen Sie sich dessen Profil an, worüber er oder sie schreibt und folgen Sie der Person gegebenenfalls zurück. Das sorgt dafür, dass Ihr Netzwerk viral wächst.
- Folgen Sie ein paar Twitterern mit sehr vielen Verfolgern. so wird auch deren Schar auf Sie aufmerksam. Folgen Sie aber auch nicht zu vielen Leuten. Wo die Grenze liegt, muss zwar jeder selbst entscheiden. Aber irgendwann ist das Gezwitschere nur noch ein einziger Textstrom und der eigentliche Nutzen – mit Menschen in Kontakt zu bleiben – geht verloren. Zudem wirkt es immer verzweifelt, wenn man 2000 Menschen folgt, dem Betreffenden selbst aber nur 100 Leute folgen.
- Dieser Tipp klingt vielleicht ungewöhnlich: Schreiben Sie anfangs nicht zu oft. Natürlich wollen Sie sich in der Community etablieren. Das versteht jeder. Aber dazu gehört auch, dass Sie Ihren Ruf allmählich aufbauen. Sie kommen sonst schnell in den Ruch eines Spammers. Willkommen sind anfangs vor allem Posts, die eine persönliche Note haben – und keine Werbung enthalten! So erfahren Ihre Follower erst einmal, was Sie für ein Typ sind.
- Twittern Sie regelmäßig am Tag, zum Beispiel morgens gegen 10 Uhr und abends nach 20 Uhr. Solche Frequenzen helfen beim Markenaufbau und erzeugen eine Art Einschaltquote. Nur bitte zwitschern Sie dann nichts Belangloses, wie: „Gerade Kaffee gemacht“ oder „Gehe jetzt ins Bett“. Finden Sie lieber heraus, was Ihre Verfolger interessiert und twittern Sie darüber. Was immer geht: Links zu neuer Software, zu nützlichen Webtools, lesenswerte Artikel.
- Falls Sie vorhaben, jedes Mal einen Hinweis zu twittern, dass Sie einen neuen Artikel in Ihrem Blog veröffentlicht haben, dann übertreiben Sie es damit bloß nicht. Ihre Leser möchten nicht das Gefühl haben, einen Werbekanal abonniert zu haben. Ihre Tweets sollten stets eine gesunde Mischung sein aus Persönlichem, Nützlichem (für die Leser) und etwas Markenpflege.
- Bringen Sie echten Mehrwert. Allein durch die schiere Masse der Tweets, die manche Nutzer erhalten, bekommen diese leicht Spam-Charakter. Verstärken Sie das also nicht, sondern helfen Sie Ihren Lesern weiter. Neben Link-Empfehlungen können Sie dazu auch eigene Umfragen in Ihrer Community, etwa über Twtpoll.com, starten. Vorteil: Sie generieren eigene Nachrichten, was weitere Nutzer anlockt, und binden die vorhandenen Leser zusammen.
- Stellen Sie Fragen. Es ist ein Irrglaube, dass man sich in solchen Netzwerken ausschließlich als Experte darstellen muss. Gestehen Sie ruhig ein paar Schwächen ein und bitten Sie um Rat. Die Erfahrung zeigt: Ab 200 Followern, erhalten die meisten Nutzer binnen 10 Minuten mindestens drei Antworten. Und diese Hinweise sind in aller Regel den aus Suchmaschinen überlegen, weil sie von intelligenten Menschen persönlich ausgewählt wurden.
- Aber auch umgekehrt gilt: Beantworten Sie immer (!) direkte Fragen, die an Sie gerichtet sind (das sind jene, die mit dem @-Zeichen beginnen). Solche Fragen sind ein Kompliment an Ihre Expertise. Sie zu ignorieren, zeugt von Arroganz und mangelndem Respekt gegenüber dem Netzwerk.
- Wiederholen Sie interessante Tweets von anderen Mitgliedern durch sogenannte ReTweets (Kürzel: RT). Machen Sie dabei die Quelle kenntlich, indem Sie nach dem RT mit @ den Urheber nennen. Erst danach folgt der eigentliche Text. Dreifacher Effekt: Der Absender freut sich über Ihre Anerkennung, Ihre Leser freuen sich über nützlichen Input, Sie selbst offenbaren sich als wachsamen und gut informierten Netzwerker.
Markenaufbau für Fortgeschrittene

- Vielleicht verwenden Sie schon eine E-Mail-Signatur. Bei Twitter gibt es einen vergleichbaren Service zwar noch nicht. Aber es spricht nichts dagegen, dass Sie jedem neuen Follower – als persönlichen Gruß – eine kurze Willkommensmail schicken. Das geht sogar über Twitter selbst: Schreiben Sie ein „d“ plus Leerzeichen vor den Twitternamen Ihres neuen Verfolgers und schicken Sie ihm eine kurze Nachricht.
- Setzen Sie gezielt sogenannte Hastags. Das sind Stichwörter nach denen Suchmaschinen vorrangig stöbern. Indem Sie ein # unmittelbar vor ein Wort schreiben, deklarieren sie es als solchen Suchbegriff. Vorteil: Wann immer jemand danach fahndet, findet er Ihre Textnachrichten dazu und wird auf Sie aufmerksam. Twilert.com ist übrigens eine Art GoogleAlert für Twitter. Der Dienst macht Sie per Mail darauf aufmerksam wer über die von Ihnen benannten Suchbegriffe twittert. So merken Sie, was ankommt und werden Sie vielleicht sogar auf neue Kontakte aufmerksam.
- Halten Sie Ihre Tweets kurz genug, dass andere sie retweeten können. Bedenken Sie, dass Ihre Leser dabei noch “RT @IHRNAME” davor setzen müssen.
- Twittern Sie von Veranstaltungen auf denen Sie sind: Konferenzen, Messen, Workshops. Das hat gleich zwei Effekte: Ihre Follower sehen wie umtriebig Sie sind. Wer ebenfalls gerade dort ist, kann unkompliziert zu Ihnen Kontakt aufnehmen oder Sie spontan treffen. Auch wenn Twitter virtuell ist: Der Viraleffekt Ihrer Marke ist viel größer, wenn Sie die Leute auch persönlich kennen.
- Mit Quitter (useqwitter.com) behalten Sie im Blick, wer mit Ihnen Schluss gemacht hat. In Einzelfällen lohnt es sich hier den Grund nachzufragen. Sie können daraus nur lernen und womöglich Ihren Markenauftritt verbessern.
- Spüren Sie Twitter-Trends auf und surfen Sie auf der Welle. TwitterMeter.com ermöglicht, die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe bei Twitter zu untersuchen. Einfach ein Wort eingeben und herausfinden, wie oft darüber gesprochen wird. Tweetstats.com ermittelt ebenfalls wichtige Inhalte auf der Plattform. Zudem können Sie damit noch jeden beliebigen Account auswerten: wann derjenige twittert oder was seine Lieblingsthemen und –begriffe sind. So kann man auch mehr über seine eigenen Follower herausfinden.
- Wenn Sie bereits eine Webseite oder ein Blog besitzen, bauen Sie dort ein sogenanntes Twitter-Widget ein, so dass dort ebenfalls Ihre aktuellen Tweets angezeigt werden. Weisen Sie im Blog ebenso regelmäßig auf Ihren Twitter-Account hin. So gewinnen Sie mehr Follower und erhöhen die Vernetzung – und damit den Suchmaschinenrang Ihrer Marke.
- Integrieren Sie Ihren Twitternamen auf Ihrer Visitenkarte. Übertrieben? Mitnichten. Schließlich soll man Sie als Experte wahrnehmen und mit Ihnen kommunizieren. Genau dazu sind Visitenkarten da, und Twitter auch. Übrigens: Zappo-Chef Tony Hsieh macht das schon mit seiner Karte.
Markenkontrolle

- Sie sollten stets im Auge behalten, wie sich Ihr Markenimage entwickelt – ob und was über Sie geredet wird. Ein generell wichtiges Instrument dazu ist der sogenannte Google-Alert. Diesen Dienst können Sie bei Google kostenlos einrichten und diverse Stichwörter eingeben, die überwacht werden sollen – etwa Ihr Name, Ihr Markenname oder die Kombination aus beidem. Sobald jemand darüber im Netz etwas schreibt, bekommen Sie automatisch eine Mail mit einem Link zu der Fundstelle.
- Ein zweiter Weg, speziell für Twitter, ist Tweetdeck.com. Diese kostenlose Software können Sie auf Ihrem Rechner installieren und darüber sehr komfortabel sämtliche Twitterfunktionen nutzen. Weiteres Plus: Tweetdeck ermöglicht Ihnen zu einzelnen Stichwörtern sogenannte Kolumnen anzulegen. Dort werden dann alle Tweets laufend aktualisiert, die diese Begriffe enthalten. So behalten Sie im Blick, wer über Sie etwas zwitschert, ohne Sie direkt anzusprechen. Sollten Sie Tweetdeck nicht mögen: Tweetbeep.com ist ein webbasiertes Werkzeug mit vergleichbarer Funktion.
- TweetScan.com erlaubt Ihnen gezielt nach Einträgen (über Sie) zu suchen, mit Twittermeter.com lässt sich wiederum die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe analysieren. Einfach ein Wort eingeben und herausfinden, wie oft darüber gesprochen wird.
- Zum Schluss: Vereinfachen Sie Ihre Twitter-Nutzung, indem Sie Twitterfox, auch bekannt als TwitterNotifier, in Ihren Firefox-Browser einbinden. Das Werkzeug erzeugt rechts unten eine keines blaues t sowie die Anzahl der Tweets die eingehen.Sobald Sie Ihren Browser öffnen, ruft Twitterfox in einem von Ihnen festgelegten Zeitintervall die neusten Tweets ab und blendet Sie kurz rechts unten ein. Mit einem Klick auf das t können Sie die gesamte Dialogbox öffnen und alle Tweets nachlesen, direkt auf diese Antworten oder gar private Nachrichten an Freunde mailen, ohne dass das Ihren Workflow belastet. Und natürlich können Sie darüber auch normal twittern.

30. Und wenn Sie mir bei Twitter folgen, zwitschere ich Ihnen noch mehr nützliche Links
ANZEIGE
Tags
Ähnliche Artikel
Trackbacks
Sagen Sie ihre Meinung!
Folgendes HTML ist in den Kommentaren verwendbar: <a> <em> <strong>