Sommer-Kleidung-Dresscode-Knigge
Die Temperaturen klettern. Auf der Straße sieht man Menschen in Flip-Flops, kurzen Hosen und schulterfreien Oberteilen. Doch was im Privaten für Abkühlung sorgt, kann im Job zur Karrierebremse werden. Gerade im Sommer, wenn sich das Büro in eine Sauna verwandelt, greifen manche auf Kleidungsstücke zurück, die nicht zum Büro-Dresscode passen. Deshalb. daher und darum: Was ein passendes Sommeroutfit fürs Büro darstellt und was gar nicht geht...

Der Sommer-Dresscode im Büro

Was erlaubt ist und was nicht, ist auch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Der Dresscode in einer Werbeagentur ist in der Regel legerer als in einer Bank. Grundsätzlich wird im Sommer, vor allem bei nahezu tropischen Temperaturen, die Kleiderordnung in den meisten Fällen ein wenig gelockert. Welches Outfit angemessen ist, richtet sich nach diesen drei Kriterien:

  • Branche

    Die Mitarbeiter in der Kreativbranche dürfen sich meist mehr herausnehmen, als beispielsweise jene in einer Anwaltskanzlei, speziell jene mit direktem Kundenkontakt.

  • Unternehmen

    In großen Unternehmen ist der Dresscode meist etwas konservativer und schicker als in kleinen familiären Betrieben.

  • Position

    Die Outfits der Chefetage sind das ganze Jahr über gleich. Auch im Sommer sieht man Manager in Anzug (und Krawatte) ins Büro kommen. Gerade wer Vorbildfunktionen ausübt und das Unternehmen nach außen repräsentiert, muss das Outfit auch bei über 30 Grad entsprechend repräsentativ wählen.

Halten Sie sich immer vor Augen, dass die Kleidung auch ein Kommunikationsmittel ist. Im dunklen Anzug strahlen Sie mehr Seriosität aus als im bunt gemusterten Hawaii-Hemd.

Worauf Männer bei der sommerlichen Kleiderwahl achten sollten

Was gefällt und was das äußere Erscheinungsbild unterstreicht, ist bei jedem anders. Doch im Job gibt es ein paar Grundregeln, mit denen man bei der Kleiderwahl immer auf der sicheren Seite ist:

  • Offene Schuhe

    Ampel-RotHier haben es die Männer deutlich schwerer als die Frauen, denn meistens ist die Kleiderordnung an dieser Stelle strenger. Flip-Flops, auch die edle Ledervariante, sind in den meisten Unternehmen fehl am Platz. Schwarze Schnürschuhe sind hier die erste Wahl. Ist der Dresscode im eigenen Unternehmen etwas lockerer, sind Segelschuhe oder dunkle Mokassins in Ordnung. Doch geschlossen sollten die Schuhe auf jeden Fall sein.

  • Kurze Hosen

    Ampel-RotAuch wenn die Versuchung auf Shorts umzusteigen im Sommer groß ist, bleiben kurze Hosen ein Tabu. Diese zerstören auf Anhieb jeglichen Eindruck von Professionalität und deswegen führt auch bei 30 Grad kein Weg an langen Hosen vorbei.

  • Kurzärmlige Hemden

    Ampel-GelbBei den meisten Männern sieht ein Hemd mit kurzen Ärmel unvorteilhaft aus und sollte allein aus diesem Grund nicht getragen werden. Häufig verbindet man damit ein Spießer-Image. Wer im Büro ein Hemd tragen muss und keine Klimaanlage vor Ort hat, sollte lieber die Ärmel hochkrempeln. Kleidet man sich bei Ihnen im Büro leger, ist ein Polohemd eine Mischung aus schick und locker.

  • Krawatte

    Ampel-GelbIn vielen Unternehmen wird im Sommer die Krawattenpflicht gelockert und man kann diese Zuhause lassen. Doch das bedeutet nicht, dass Sie gleichzeitig das Hemd bis zur Brust aufknüpfen sollten, denn das wirkt unprofessionell.

  • Helle Farben

    Ampel-GrünTragen Sie das ganze Jahr über einen Anzug, ist es okay im Sommer auf helle Farben statt des üblichen Anthrazits zurückzugreifen. Gerne gewählte Farben sind khaki oder grau. Doch weiß sollte der Anzug nicht sein. Darin wirken Sie wie einer der Darsteller aus Miami Vice. Sie erwecken den Eindruck, als würden Sie gleich in den nächsten Urlaubsflieger steigen und nicht ins Büro gehen.

  • Leichte Anzugstoffe

    Ampel-GrünDas Problem an Anzügen im Sommer ist, dass man daran schnell ins Schwitzen gerät. Umso wichtiger ist es, dass Sie in den heißen Sommermonaten auf einen luftdurchlässigen Stoff achten. Feine Garne aus Merinowolle, leichter Baumwolle oder eine Mischung mit Kaschmir lassen die Luft ausreichend zirkulieren. Zu dünn sollte das Garn allerdings auch nicht sein, denn dann knittert der Stoff zu leicht.

Worauf Frauen bei der sommerlichen Kleiderwahl achten sollten

Auch auf Frauen warten so einige Outfit-Fallen. Wovon Sie lieber die Finger lassen und worauf Sie problemlos zurückgreifen können:

  • Durchsichtige Oberteile

    Ampel-RotLeichte und transparente Blusen sind zwar luftdurchlässig und sorgen für Abkühlung, doch sieht man häufig, was die Dame darunter trägt und das ist ein absolutes Tabu. Wollen Sie von Ihrem Chef und Ihren Kollegen ernst genommen werden, sollte man Ihre Unterwäsche nicht erkennen können. Das gilt nicht nur für durchsichtige Kleidung, auch die Farbe weiß bietet ungewollte Einblicke.

  • Nackte Haut

    Ampel-RotAuch auf schulterlose Oberteile oder Tank-Tops sollten Sie verzichten. Im Büro ist es nicht empfehlenswert zu viel nackte Haut zu zeigen. Im Sommer tauscht man gerne den Hosenanzug gegen einen Rock aus. Wenn Sie allerdings in einer eher konservativen Branche arbeiten, sollten Sie auch unter einem Rock nicht auf die Strumpfhose verzichten. Diese gibt es bereits in 15 DEN und ist damit so hauchzart, dass Sie kaum auffällt. Ist der Raum klimatisiert, beugen sie damit Gänsehaut vor.

  • Bikini

    Ampel-GelbMorgens haben Sie noch schnell den Bikini unter die Bluse angezogen, um abends noch ins Freibad zu hüpfen. Beachten Sie hierbei allerdings, dass man Ihnen nicht ansehen sollte, dass Sie statt des BHs einen Bikini tragen. Deswegen sollte dieser ohne auffallende Muster sein, die unter Umständen durchschimmern. Am besten ist es auch, wenn Ihr Bikini über Seitenträger verfügt und nicht im Nacken schließt. Auf keinen Fall sollten die Schüre am Kragen Ihrer Bluse herausgucken.

  • Kurze Röcke

    Ampel-GelbFür Röcke und Kleider ist für viele Frauen die italienische Länge optimal. Der Saum endet maximal eine Handbreit über dem Knie. Achten Sie auf eine gute und hochwertige Stoffqualität, denn sie unterstreicht Ihre fachliche Kompetenz. Greifen Sie eher auf unifarbene Modelle oder jene mit dezentem Muster zurück. Ihr Gegenüber sollte auf Anhieb erkennen, dass Sie ins Büro gehen und nicht an den Strand.

  • Seidene Blusen

    Ampel-GrünSeide ist ein Stoff, der sich besonders gut für den Sommer und für Blusen eignet. Er wirkt kühlend und sorgt für ein angenehmes Tragegefühl. Durch die winzigen Poren im Stoff wird Ihr Schweiß besser absorbiert und Sie haben den Eindruck weniger zu schwitzen.

  • Halboffene Schuhe

    Ampel-GrünFrauen haben bei der Schuhauswahl im Sommer deutlich mehr Möglichkeiten als Männer. Zwar sind Flip-Flops auch für Frauen keine Option, doch können sie auf Ballerinas oder Slingbacks, die vorne geschlossen und hinten offen sind, zurückgreifen. Häufig sind auch Sandalen in Ordnung, solange diese elegant und die Füße der Trägerin gepflegt sind.

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