Expatriate: Bedeutung, Herausforderungen & Vorbereitung

Expatriates gehen für einige Zeit ins Ausland, um dort zu arbeiten und zu leben – aus unterschiedlichen Gründen. Wir zeigen Ihnen, welche Herausforderungen Expatriates erwarten und wie Sie sich auf den beruflichen Auslandsaufenthalt optimal vorbereiten…

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Key Facts

  • Definition: Expatriates sind Fach- oder Führungskräfte, die vom Arbeitgeber für 1-5 Jahre an einen ausländischen Standort entsandt werden.
  • Unterschied: Im Gegensatz zu Auswanderern behalten Expats in der Regel ihren Arbeitsvertrag im Heimatland und kehren nach Ablauf der Frist zurück.
  • Berufe: Besonders gefragt sind Expats im oberen Management, im Ingenieurwesen, in der IT-Projektleitung sowie im Controlling und Qualitätsmanagement.
  • Ziele: Zu den weltweit beliebtesten Regionen für Expats zählen wirtschaftsstarke Metropolen wie Singapur, USA, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sowie die Schweiz.
  • Herausforderung: Die größten Hürden abseits der Bürokratie sind der Kulturschock sowie die Integration der mitreisenden Familie im neuen Alltag.

40 % der Expatriates erhoffen sich einen schnelleren beruflichen Aufstieg durch den Einsatz im Ausland. Gleichzeitig kehren aber 10-15 % der Expats vorzeitig zurück – meist aufgrund von familiären Gründen oder kulturellen Anpassungsproblemen.

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Was ist ein Expatriate genau?

Ein Expatriate (kurz: Expat) ist eine Person, die für längere Zeit in einem fremden Land lebt und arbeitet, ohne dort eingebürgert zu sein. Typisch ist die Bezeichnung für Arbeitnehmer, die vom Unternehmen ins Ausland geschickt werden, um an einem anderen Standort zu arbeiten. Die Dauer eines Expatriate-Aufenthalts liegt im Schnitt zwischen einem und 5 Jahren. Anders als bei Auswanderern ist bei einem Expatriate die Rückkehr ins Heimatland geplant. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „aus dem Vaterland heraus“.

Verschiedene Arten von Expatriates

Für Expatriates gibt es verschiedene Möglichkeiten und Gründe, um im Ausland zu leben:

  • Entsendung durch den Arbeitgeber
  • Eigeninitiative und Suche nach einem Job im Ausland
  • Remote Work im Ausland als Freelancer, Selbstständiger oder Angestellter
  • Auslandsaufenthalte ohne Job, finanziert durch Ersparnisse oder Rente

Expatriation: Für eine deutsche Firma im Ausland arbeiten

Die häufigste Form ist eine befristete Entsendung durch den Arbeitgeber in eine Zweigstelle oder Niederlassung des Unternehmens im Ausland. Als Expatriate behalten Sie Ihren deutschen Arbeitsvertrag. Eine Rückkehr an den deutschen Standort ist von Anfang an geplant. Größere Unternehmen unterstützen den Schritt mit einem internen Expatriate-Management. Das kümmert sich um die Planung und Durchführung des Auslandsaufenthalts und steht bei Umzug und organisatorischen Fragen bis zur Rückkehr an Ihrer Seite.

Herausforderungen bei Expatriate Jobs

Sie erhalten das Angebot für einen Expatriate-Job? Vor der Entscheidung sollten Sie die häufigsten Herausforderungen kennen:

  • Arbeitsbedingungen

    Ein Expatriate-Job verlangt eine Anpassung an neue Arbeitsmethoden und Prozesse im Ausland. Die Unternehmenskultur und der Managementstil vor Ort sind oftmals komplett anders.

  • Integration

    Nicht nur die Kommunikation aufgrund sprachlicher Unterschiede ist gerade am Anfang schwierig. Sie müssen ebenso kulturelle Unterschiede überwinden. Hinzu kommt die Gefahr von Isolation und Einsamkeit in der fremden Umgebung.

  • Karriereverlauf

    Als Expatriate sammeln Sie internationale Erfahrung und verbessern Ihre interkulturelle Kompetenz. Studien zeigen jedoch: Führungskräfte im Heimatland steigen schneller auf. Ein längerer Auslandsaufenthalt kann der Karriere sogar schaden. Optimal sind 2-3 Jahre.

  • Privatleben

    Familie und Auslandsaufenthalt sind oft schwer zu kombinieren. Weil niemand so lange von Partner und Kindern getrennt leben will, müssen diese meist mitreisen. Der Lebensmittelpunkt der Familie lässt sich aber nicht immer so einfach verlagern: Auch der Partner braucht eine Beschäftigung, die Kinder müssen weiterhin zur Schule gehen, deren Abschlüsse später anerkannt sind, und alle benötigen ein neues soziales Umfeld.

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Häufige Jobs für Expatriates

Unternehmen investieren viel Geld in ein Expat-Paket. Deshalb werden primär Fach- und Führungskräfte ins Ausland geschickt, die eine strategische Schlüsselfunktion erfüllen oder akuten Fachkräftemangel vor Ort ausgleichen. Besonders gefragt sind Profile, die als eine Art Brücke zwischen dem Standort in Deutschland und der Auslandstochter fungieren. Diese Berufe und Branchen haben die besten Expat-Chancen:

  • Ingenieure und technische Spezialisten

    Ob Automobilindustrie, Maschinenbau, erneuerbare Energien oder Anlagenbau: Wenn im Ausland ein neues Werk gebaut, eine Produktion eröffnet oder komplexe Maschinen gewartet werden müssen, fliegen Experten aus der Zentrale ein.

  • IT-Spezialisten und Software-Architekten

    Global agierende Unternehmen entsenden Spezialisten aus dem eigenen IT-Team, um in anderen Ländern Systemarchitekturen (z.B. SAP) zu implementieren oder andere konzernweite Software aufzusetzen.

  • Führungskräfte und Manager

    Das klassische Expat-Profil. Erfahrene Manager leiten eine Auslandstochter, etablieren die Unternehmenskultur des Mutterkonzerns vor Ort oder betreiben Krisenmanagement, wenn ein Standort im Ausland in einer schwierigen Phase steckt.

  • Projektmanager und Inhouse-Consultants

    Bei internationalen Großprojekten (z.B. in der Logistik oder im Bauwesen) steuern erfahrene Projektleiter die Prozesse im Ausland. Sie bringen das nötige Know-how mit und achten darauf, dass Konzernstandard eingehalten werden.

  • Finance- und Controlling-Experten

    Zu den häufigen Jobs bei Expatriates gehören ebenso CFOs oder Senior-Controller. Sie behalten die Finanzen im Auge und passen das lokale Berichtswesen an die Konzernzentrale an.

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Chancen und Risiken für Expatriates

Wenn Sie als Expatriate ins Ausland gehen, haben Sie viele Chancen – aber auch Risiken. Unsere Übersicht stellt beide Seiten gegenüber:

Chancen

Risiken

Karriere-Turbo
Internationale Berufserfahrung gilt im Lebenslauf weiterhin als Ritterschlag für Führungspositionen.
Reintegrations-Schock
Nach der Rückkehr droht Stillstand. Die Karriere stagniert, weil Sie vergessen wurden.
Skill-Upgrade
Zuwachs interkultureller Kompetenz, Fremdsprachenkenntnissen und Flexibilität.
Dequalifizierung
Das im Ausland erworbene Wissen passt nicht zu den Strukturen daheim.
Finanzielle Sprünge
Attraktive Expat-Pakete (Auslandszulagen, Übernahme von Miet-, Schul- und Umzugskosten…).
Anderer Lebensstandard
Geringere Kosten führen zu höherem Lebensstandard im Ausland. Die Rückkehr fühlt sich dann wie ein Abstieg an.
Globales Netzwerk
Aufbau wertvoller, internationaler Business-Kontakte und Freundschaften.
Expat-Bubble
Sie bleiben unter sich und verpassen den Anschluss an die lokale Bevölkerung vor Ort.
Persönliche Entwicklung
Erweiterung des Horizonts durch das Eintauchen in eine neue Kultur.
Keine Anpassung
Anpassungsschwierigkeiten im Alltag, z.B. durch Bürokratie und Sprachbarrieren.

Auslandsangebot ablehnen? Gute Gründe

Bietet Ihr Arbeitgeber Ihnen einen Expatriate-Job an, müssen Sie nicht unbedingt zustimmen. Eine Entsendung ins Ausland braucht die Zustimmung des Mitarbeiters, wenn der Arbeitsvertrag nicht eindeutig die Möglichkeit regelt. Wenn Sie ablehnen, sollten Sie trotzdem einen guten Grund nennen. Mögliche Argumente sind:

  • Familiäre Bindung zum Lebensmittelpunkt (z.B. kleine Kinder)
  • Schwangerschaft oder anstehende Familiengründung
  • Gute Aufstiegschancen und Entwicklungsperspektive im Inland
  • Langfristig laufende Projekte, für die Sie die Verantwortung tragen
  • Krankheits- und Pflegefälle in der Familie
  • Anstehende (langfristige) Weiterbildungen und berufsbegleitende Studiengänge

Expatriate: Kann ich selbst einen Job im Ausland suchen?

Wollen Sie sich selbst einen Expatriate-Job suchen? Dann finden Sie passende Stellenanzeigen in internationalen Jobbörsen. Überzeugen Sie mit Ihrer Bewerbung (siehe: Bewerbung auf Englisch), werden Vorstellungsgespräche oft als Videointerview über das Internet geführt. Entscheidend sind neben Ihren fachlichen Kompetenzen eine hohe Motivation, Zielstrebigkeit und Organisationstalent. Grundvoraussetzung sind zudem gute Sprachkenntnisse der Landessprache.

Deutsche im Ausland: Die beliebtesten Länder

Wenn Sie selbst suchen, entscheiden Sie auch das Land, in das Sie gehen möchten. Besonders beliebt bei deutschen Expats sind:

  • VAE (insb. Dubai)
  • China
  • USA
  • Australien
  • Brasilien
  • Kanada
  • Großbritannien

Vorbereitung: Checkliste für Expatriates

Für einen erfolgreichen Aufenthalt als Expatriate braucht es gute Vorbereitung. Die folgende Checkliste zeigt Ihnen, worauf es dabei ankommt:

  • Klären Sie Ihre Aufgaben und Verantwortungen im Ausland
  • Verhandeln Sie Ihr Gehalt und Bonuszahlungen
  • Informieren Sie sich über lokale Lebenshaltungskosten
  • Prüfen Sie die Unternehmenskultur und Strukturen für Expats
  • Planen Sie Ihre Karriereentwicklung im Ausland
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber Erwartungen und Anforderungen
  • Verbessern Sie Ihre Sprachkenntnisse
  • Informieren Sie sich über lokale Bräuche und Gepflogenheiten
  • Recherchieren Sie kulturelle Unterschiede
  • Klären Sie die Wohnsituation im Ausland
  • Planen Sie die Aufenthaltsdauer (mit Visumspflicht und Arbeitsgenehmigung)
  • Organisieren Sie Versicherungen (Krankheit, Hausrat, Haftpflicht)
  • Informieren Sie sich über steuerliche Aspekte
  • Organisieren Sie Ihren Umzug mit einem internationalen Umzugsunternehmen

Lesen Sie hierzu auch: Geschäftsreise: Richtig planen, Packliste + Checkliste

Tipps für ein erfolgreiches Leben als Expat

Damit Ihr Auslandseinsatz nicht in einer frustrierten und vorzeitigen Heimkehr endet, sollten Sie strategisch vorgehen. Wir haben Tipps gesammelt, mit denen Ihr Aufenthalt als Expat zum Erfolg wird:

1. Interkulturelles Training vor dem Abflug absolvieren

Bestehen Sie darauf, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen und Ihrem Partner ein professionelles interkulturelles Training bezahlt. Lernen Sie die ungeschriebenen Gesetze des Ziellandes: Wie gibt man Feedback? Wie wichtig sind Hierarchien? Welche Fettnäpfchen lauern beim Geschäftsessen? Siehe auch unseren Auslandsknigge.

2. Partner aktiv in die Planung einbinden

Eine Entsendung ist ein Familienprojekt. Klären Sie vorab: Was macht Ihr Partner im Ausland? Gibt es die Option auf ein lokales Arbeitsvisum, ein Fernstudium oder ehrenamtliche Arbeit? Ist der Partner unglücklich, bricht das gesamte Expat-Projekt statistisch gesehen in den meisten Fällen ab.

3. Landessprache lernen

Auch wenn im Büro Business-Englisch gesprochen wird: Lernen Sie zumindest die Grundlagen der Landessprache. Ein einfaches „Guten Morgen“, „Danke“ oder das Bestellen im Restaurant in der Landessprache bricht das Eis zu den lokalen Kollegen und Einheimischen sofort und signalisiert tiefen Respekt.

4. Lokale Netzwerke statt reiner Expat-Bubble suchen

Suchen Sie gezielt den Kontakt zu Locals und bleiben Sie nicht nur unter deutschen Kollegen. Treten Sie Sportvereinen bei, suchen Sie sich ein Hobby vor Ort oder engagieren Sie sich in lokalen Projekten. Wer einheimische Freunde gewinnt, versteht das Land schneller und fühlt sich heimisch.

5. Kontakt zur Heimatzentrale aktiv halten

„Aus den Augen, aus dem Sinn“ – das ist ein großes Risiko für Expats. Sorgen Sie dafür, dass Chef und Kollegen Sie in der Zentrale nicht vergessen. Telefonieren Sie regelmäßig mit dem Team im Heimatland, fliegen Sie zu wichtigen Firmenevents ein und bleiben Sie im Gespräch für zukünftige Stellen nach Ihrer Rückkehr.

Planen Sie die Rückkehr als Expatriate

Ob nach einigen Monaten oder Jahren: Irgendwann steht als Expatriate die Rückkehr an. Diesen Schritt sollten Sie rechtzeitig planen – sonst drohen einige Risiken:

Risiko: Kulturschock

Auch die Rückkehr nach Deutschland kann ein Kulturschock sein. Nach längerer Zeit im Ausland fühlt sich das deutsche Leben fremd an. Je unterschiedlicher die Kultur, desto schwieriger der Wechsel zurück. Dies schwächen Sie durch regelmäßige Besuche in Deutschland während des Auslandsaufenthalts ab.

Risiko: Netzwerk

Sie knüpfen im Ausland neue Kontakte und Freundschaften, sollten die Verbindung nach Hause aber nicht komplett vernachlässigen. Halten Sie den Kontakt zu Familie, Freunden und auch Kollegen in der Heimat aufrecht. Die Rückkehr fällt deutlich leichter, wenn Sie sich schnell wieder in Ihr gewohntes soziales Umfeld einfügen.

Risiko: Job

Negative Erfahrung rückkehrender Expats: Die gewonnenen Auslandserfahrungen und Kenntnisse werden nicht wertgeschätzt. Im Job bringt das Know-how des Auslandsaufenthalts nicht weiter. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Chef: Wie geht es nach der Rückkehr weiter? Abmachungen sollten dabei schriftlich fixiert werden.


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