Was ist Ihre Motivation für den Jobwechsel?
„Warum möchten Sie den Job wechseln?“ – Spätestens im Bewerbungsgespräch sollten Sie auf diese Frage eine gute Antwort haben. Personaler sprechen hierbei auch von der „Wechselmotivation“.
Dahinter können völlig unterschiedliche Gründe stecken: flexiblere Arbeitszeiten, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Gehalt, langfristig bessere Entwicklungsperspektiven… sowas. Entscheidend für eine positive Begründung bei einem Jobwechsel ist jedoch immer eine sogenannte Hin-zu-Motivation.
Egal, womit Sie später den Jobwechsel begründen: Sie müssen dabei glaubhaft ein berufliches „hin zu“ diesem Unternehmen und dieser Stelle formulieren. Das Gegenteil dazu ist die „Weg-von-Motivation“ – ein Reißaus nehmen von einem schlechten Job. Der Fluchtreflex ist jedoch keine strategische Motivation. Deshalb darf Ihre Begründung nie danach klingen. Lassen Sie hierbei Interpretationsspielraum, schüren Sie den Verdacht, hinter dem Jobwechsel steckt eine Kündigung.
Was sind die häufigsten (wahren) Gründe für einen Jobwechsel?
Nie schlecht über aktuelle Arbeitgeber reden!
Ein weiterer Grundsatz bei der Jobwechsel-Begründung: Sprechen Sie nie negativ über Ihren aktuellen Chef oder Arbeitgeber! Das sogenannte „Nachtreten“ wird immer zum Bumerang gilt als unprofessionell. Was im bisherigen Job Negatives vorgefallen ist, ist für die Bewerbung irrelevant. Sie blicken bitte immer und ausschließlich nach vorn in die neue Zukunft.
Jobwechsel begründen – in der Bewerbung
Die wahren Gründe, warum Sie den Job wechseln, müssen Sie in der Bewerbung bzw. im Bewerbungsschreiben nicht nennen. Es kann aber sinnvoll sein, wenn Ihre bisherige Entwicklung positiv war oder Sie schon 5-10 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt sind.
Gleiches gilt, wenn Sie zusammen mit dem Arbeitgeberwechsel zugleich den Beruf wechseln und eine komplette berufliche Neuorientierung anstreben. In dem Fall fragen Personaler 100 Prozent nach Ihrer Wechselmotivation.
Jobwechsel erklären – nie rechtfertigen!
In der schriftlichen Bewerbung und im Anschreiben dürfen Sie den Jobwechsel begründen und erklären, aber nie rechtfertigen. Rechtfertigungen klingen nach schlechtem Gewissen und einer frisierten Aussage. Unglaubwürdig! Deshalb sollten Sie sich bei der Begründung auch grundsätzlich kurz fassen: 1-2 Sätze reichen.
Die Kunst besteht darin, vor dem Jobwechsel drei grundlegende Fragen zu beantworten:
- Was ist meine Motivation für dieses Unternehmen?
- Was reizt mich an der neuen Stelle?
- Welche Ziele verbinde ich mit dem neuen Job?
Allein, indem Sie im Bewerbungsschreiben diese Fragen beantworten, richten Sie den Blick in die Zukunft und formulieren proaktiv ein positives Hin-zu-Wechselmotiv.
Jobwechsel begründen – Formulierung + 8 gute Gründe
Unter den vielen persönlichen Gründen für einen Jobwechsel gibt es acht Wechselmotive, die die meisten Personalern sofort überzeugen. Mit ihnen lässt sich fast jeder Jobwechsel begründen:
- „Mein aktueller Arbeitgeber ist zwar Marktführer, aber in einem kleinen Segment. Die Aufstiegschancen sind strukturell bedingt begrenzt. Ich möchte mich künftig mehr auf den Bereich Elektromobilität fokussieren und spezialisieren. Die Möglichkeiten dazu habe ich im aktuellen Job nicht. Ihre Stelle bietet deutlich bessere Perspektiven.“
- „In den vergangenen Jahren habe ich Projekte mit einem Budget von 250.000 Euro erfolgreich umgesetzt. Die Entwicklungsperspektiven sind jedoch mittelfristig begrenzt. Daher suche ich eine neue Herausforderung und möchte mein Know-how bei Ihnen einbringen, um einen vergleichbaren Erfolg zu realisieren – zum Beispiel 18 Prozent mehr Umsatz im kommenden Jahr.“
- „Der Wechsel in diese Position bietet mir die Chance, mich persönlich weiterzuentwickeln. Meine Kollegen bescheinigen mir ein starkes Führungstalent, wie Sie meinen Referenzen entnehmen. Die Perspektiven der ausgeschriebenen Stelle passen perfekt zu meinen Ambitionen als Projektleiter und bieten beste Entwicklungschancen, die meinen Fähigkeiten entsprechen.“
- „Aufgrund einer Veränderung im familiären Umfeld möchte ich mich beruflich und räumlich verändern. Eine Anstellung in Teilzeit ist hierfür ideal.“
- „Ich arbeite seit 5 Jahren im Bereich Account-Management. In dieser Zeit konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln und meine Kenntnisse auf den nationalen Märkten vertiefen. Ein paar Auslandserfahrungen haben meinen Wunsch bestärkt, meine Tätigkeit in Zukunft internationaler auszurichten. Das gelingt auf dieser Position bei Ihnen besonders gut.“
- „Nach langjähriger Tätigkeit in einem internationalen Konzern und einer hochspezialisierten Organisation, möchte ich künftig in einem agileren Startup arbeiten. Die schnellen Entscheidungswege und die vielfältigen Aufgaben reizen mich enorm. Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Erfahrungen im Bereich digitalen Marketing für Sie von großem Nutzen sind und wir gemeinsam etwas bewegen können.“
- „Ich kann meinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr ausüben. Mein Arzt hat mir empfohlen, auf einen Bürojob in Teilzeit umzusatteln. Gerne möchte ich meinen Erfahrungsschatz und meine Soft Skills mit Ihrer Stelle verbinden. Als Quereinsteiger bringe ich zudem eine schnelle Auffassungsgabe, Neugier und Ausdauer mit.“
- „Nach jahrelanger Tätigkeit im Bereich Vertrieb konnte ich in meiner Branche zahlreiche Erfolge erzielen und den Umsatz jährlich um 7 Prozent steigern. Dieses Wissen möchte ich gerne bei Ihnen anwenden und meinen beruflichen Schwerpunkt auf den Einkauf verlagern. Ich bin überzeugt, dass darin noch größeres Potenzial für Sie steckt.“
- „Ich bin seit einigen Jahren in Ihrem Bereich ehrenamtlich tätig und kann daher auf einen großen Erfahrungsschatz und viel Menschenkenntnis zurückgreifen. Gerne will ich dieses Know-how und die erworbenen Soft Skills mit den Aufgaben der ausgeschriebenen Stelle verbinden.“
1. Grund: „Ich will mich beruflich weiterentwickeln.“
Eine der besten Begründungen für einen Jobwechsel – aber nur, wenn Sie konkret schreiben, wohin Sie sich weiterentwickeln wollen. Nach mehr als 3-5 Jahren im selben Job könnten Sie zum Beispiel mehr (Personal-)Verantwortung anstreben oder sich fachlich weiterentwickeln und Ihr Kompetenz-Spektrum erweitern.
Beispielformulierung und Begründung:
2. Grund: „Ich suche neue Herausforderungen.“
Die Begründung ist zwar eine oft genutzte Floskel und steht gefühlt in jeder zweiten Bewerbung. Trotzdem bleibt sie ein legitimes Wechselmotiv. Jedoch nur, wenn Sie die Herausforderungen wieder konkret benennen: größere Projekte stemmen, Teams und Menschen führen, ein Produkt revolutionieren… Sagen sie unbedingt genau, welche Aufgaben Sie an der neuen Stelle reizen und herausfordern.
Beispielformulierung und Begründung:
3. Grund: „Ich möchte mein Kompetenzfeld erweitern.“
Ihren aktuellen Job beherrschen Sie aus dem Effeff. Als Fachkraft zählen Sie zu den Besten. Nun wird es Zeit, Ihre Kompetenzen auszubauen: Mehr administrative Führungsaufgaben gehören zu den häufigsten Wechselmotivationen. Ist das intern nicht möglich, bleibt nur der externe Wechsel – nachvollziehbar und strategisch sinnvoll.
Beispielformulierung und Begründung:
4. Grund: „Ich muss mich aus familiären Gründen verändern.“
Ihr Partner hat selbst den Job gewechselt, die ganze Familie muss dafür umziehen. Folglich brauchen auch Sie eine neue Arbeitsstelle. Dasselbe gilt, falls Sie sich getrennt haben und deshalb den Standort wechseln oder weil Sie Nachwuchs bekommen haben und nun in Teilzeit arbeiten wollen oder flexibler… Theoretisch geht das den Arbeitgeber zwar überhaupt nichts an, es ist aber eine nachvollziehbare und glaubhafte Erklärung, die Sie auch vage formulieren dürfen.
Beispielformulierung und Begründung:
5. Grund: „Ich möchte internationaler arbeiten.“
Auch das ist ein plausibler Grund – natürlich nur bei international ausgeschriebenen Stellen. Wenn der bisherige Arbeitgeber diese Option nicht bieten kann oder nur eingeschränkt, weil es viele interne Bewerber, aber nur wenige Stellen gibt, dann ist der externe Wechsel die naheliegendste Option. Die Motivation („Ich möchte im Ausland arbeiten.“) ist damit auch schon erklärt:
Beispielformulierung und Begründung:
6. Grund: „Ich suche eine andere Arbeitsumgebung.“
Genannt wird diese Wechselmotivation oft, wenn Arbeitnehmer vom Konzern zum Mittelstand oder in ein Startup wechseln – oder umgekehrt. Die Organisationsstrukturen und Entscheidungswege sind hier jeweils andere und passen auch nicht zu jedem. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass der neue Arbeitgeber Ihr Wunschumfeld auch wirklich bieten kann. Sonst schießen Sie sich mit der Formulierung selbst ins Aus.
Beispielformulierung und Begründung:
7. Grund: „Ich muss gesundheitlich kürzer treten.“
Wenn der Job krank macht, ist das einer der besten Jobwechsel Gründe überhaupt. Nur müssen Sie bei der Begründung darauf achten, dass sich Ihre Prognose durch den Wechsel verbessert: Wenn Sie zum Beispiel den jetzigen Job wegen Rückenschmerzen aufgeben, sollte der neue Job eine rückenschonende Tätigkeit beinhalten. In dieser Begründung müssen immer glaubhaft versichern, dass Sie die neuen Aufgaben problemlos bewältigen können und wegen Krankheit nicht wieder ausfallen.
Beispielformulierung und Begründung:
8. Grund: „Ich strebe einen Branchenwechsel an.“
Bei diesem Grund handelt es sich nicht um einen Jobwechsel, sondern um einen Berufswechsel und Neustart. Um plausibel eine Bewerbung Neuorientierung begründen zu können, sollten Sie unbedingt relevante Stärken nennen, die übertragbar sind und für den neuen Arbeitgeber einen Nutzen stiften, z.B. weil ihm dieses Know-how noch fehlt.
Beispielformulierungen und Begründung:
Jobwechsel begründen: 5 schlechte Gründe
Neben den guten Formulierungen, um einen Jobwechsel zu begründen, gibt es allerdings auch ein paar kritische. Zu den schlechten Begründungen bei einem Jobwechsel, die Sie unbedingt vermeiden sollten, gehören:
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„Ich will mehr Geld verdienen.“
Das ist zwar eines der häufigsten Motive – nur sagen dürfen Sie das bitte nie. Es wirkt schrecklich opportun und offenbart obendrein wenig Liebe für den neuen Job. Die Formulierung sagt im Subtext: „Mir geht es vor allem ums Geld. Der Job kommt erst an zweiter Stelle.“ So jemand geht im Zweifel auch für mehr Geld. Sie merken schon: Loyalität klingt anders.
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„Ich möchte mehr Zeit für die Familie haben.“
Menschlich nachvollziehbar, aber aus Sicht von Personalern keine Idealbesetzung. Auch hier gibt der Subtext den Negativausschlag. Die Botschaft lautet: „Der Job hat nicht meine höchste Priorität, sondern die Familie.“ Das deutet darauf hin, dass sich dieser Mitarbeiter eher selten zusätzlich reinhängt oder freiwillig Überstunden macht. Können Personaler wählen, entscheidet sie sich für andere Bewerber.
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„Mein bisheriger Job hat mich gelangweilt.“
Langeweile ist kein Schicksal. Von einem Leistungsträger erwartet man, dass er oder sie den Leerlauf konstruktiv nutzt. Wer sagt, dass er sich bisher gelangweilt hat, sagt indirekt, dass er passiv geblieben ist und nichts daraus gemacht hat. Keine clevere Wechselmotivation! Die zweite Botschaft wirkt noch schlimmer: Was, wenn im neuen Job wieder Langeweile aufkommt? Werfen Sie dann erneut das Handtuch und wechseln den Job?
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„Ich möchte für eine attraktive Marke arbeiten.“
Warum? Um damit im Freundeskreis zu prahlen? Zugegeben, die Frage ist provokant. Aber genau das steckt oft hinter dem Wechselmotiv: die Suche nach mehr Status und Anerkennung. Beides verrät aber ein geringes Selbstwertgefühl. Davon abgesehen wissen solche Arbeitgeber, dass Sie attraktiv sind. Sagen Sie lieber, warum Sie für das Unternehmen attraktiv sind.
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„Ich will Verantwortung abgeben.“
Eigentlich ist das sogenannte Downshifting eine gute Wechselmotivation. Bei einigen Personalentscheidern sorgt der geplante Rückschritt dennoch für hochgezogene Augenbrauen: Downshifter passen nicht ins gängige Karrieremuster. Um den Abschied vom Aufstieg zu begründen, sollten Sie besser erklären, warum der Schritt für Sie persönlich der richtige ist: Hat sich Ihr berufliches Ziel aufgrund neuer Lebensumstände verändert? Dann sagen Sie das! Vielleicht wollen Sie auch stärker an der Basis und der praktischen Umsetzung von Projekten arbeiten, statt in deren Administration? Klingt ebenfalls besser.
Wie viele Jobwechsel sind einer zu viel?
Die Bewertung Ihrer Jobwechsel hängt letztlich von der Karrierephase ab. Berufseinsteiger wechseln in der Regel schneller und häufiger als Berufserfahrene ab 50+. Statistisch wechseln rund 15 % der Arbeitnehmer schon nur einem Jahr wieder den Job, weitere 25 % nach 2-5 Jahren. Merken können Sie sich: Beim Berufseinstieg sind 1-2 Jobwechsel binnen 2 Jahren normal, eine unkritische Lern- und Orientierungsphase. In der Mid-Career-Phase (5–10 Jahre Berufserfahrung) werden alle 3-5 Jahre Jobwechsel akzeptiert. Auf Senior-Level sollten Sie eher 5-7 Jahre im Job bleiben.
Jobwechsel begründen – Sonderfälle
Manchmal ähnelt der Werdegang einem Zick-Zack-Kurs. Es gibt Lücken im Lebenslauf, häufige Jobwechsel in kurzer Zeit (sog. Jobhopping) oder eine Entlassungswelle hat Sie kalt erwischt.
Solche Sonderfälle sehen nicht optimal aus, sind aber auch kein Beinbruch. Solange Sie auch hierfür wieder eine gute Begründung formulieren. Wie das gelingt zeigen wir in der folgenden Übersicht – inklusive bewährter Strategien, um den Jobwechsel zu begründen:
- „Nach einer Phase der Orientierung habe ich erkannt, dass meine langfristigen beruflichen Ziele [Beispiel] sind. Genau das bietet mir Ihre ausgeschriebene Stelle in der ich nun meine gesammelten Erfahrungen im [Bereich] einbringen will.“
- „Durch strukturelle Veränderungen im Unternehmen haben sich meine Aufgaben in den vergangenen Jahren verändert. Auf der ausgeschriebenen Position kann ich mich wieder stärker auf meine Kernkompetenzen konzentrieren und gleichzeitig moderne Techniken erlernen, um mein Arbeitsfeld zu erweitern.“
- „Nach 20 Jahren reizt mich die Chance, neue Fähigkeiten in einem agilen Unternehmen zu entwickeln sehr. Vor allem möchte ich zukünftig stärke in einem Umfeld arbeiten, das moderne Technologien einsetzt und wie Sie ein Treiber der Branche ist.“
- „Aufgrund wirtschaftlicher Entwicklungen kam es zu einer betriebsbedingten Kündigung. Davon war auch meine Stelle betroffen. mich beruflich neu zu orientieren und meine Stärken gezielt in einem neuen Umfeld einzubringen.“
- „Im Laufe der Zusammenarbeit haben sich unterschiedliche Vorstellungen über Aufgaben und Arbeitsweise ergeben. Wir haben das Arbeitsverhältnis daher beendet. Für mich was das jedoch der Auslöser, meine Ziele neu zu definieren und mich aktiv nach einer Position umzusehen, in der ich meine Stärken ausbauen kann.“
- „Nach der Beendigung meines bisherigen Arbeitsverhältnisses richte ich meinen Fokus bewusst auf neue Aufgaben, in denen ich mich weiterentwickeln kann.“
- „Teamgeist, Kooperation und ein gemeinsames Ziel sind mir wichtig. Mein Eindruck ist, dass genau diese Werte in Ihrem Unternehmen gelebt werden. Deshalb möchte ich Ihr Team zukünftig verstärken.“
Jobwechsel nach kurzer Zeit begründen
Drei Jobwechsel in 2 Jahren? Allzu sprunghafte Bewerber wirken orientierungslos. Der neue Arbeitgeber fürchtet, dass auch er nur ein Intermezzo und Gastspiel bleibt. Berufseinsteigern wird zwar in den ersten 2 Jahren eine Orientierungsphase mit mehr Jobwechseln zugestanden. Mit steigender Berufserfahrung sollten Sie aber nur noch alle 4-7 Jahre den Job wechseln. Stehen Sie im Verdacht, ein Jobhopper zu sein, müssen im Anschreiben zeigen, dass Sie nun beruflich angekommen sind und ein langfristiges Ziel und Engagement bei diesem Arbeitgeber verfolgen:
Jobwechsel nach 20 Jahren begründen
Nach so langer Zeit im Unternehmen stellen sich Personaler zwei Fragen: „Warum jetzt?“ Und: „Sind Sie überhaupt noch anpassungsfähig?“ Wenn jemand nach 20 Jahren im Betrieb plötzlich wechseln will, ist der wahre Grund entweder Karrierestillstand oder eine drohende Entlassung. Beides sind aber wieder Weg-von-Motive. Deshalb müssen Sie in Ihrer Begründung jetzt erst recht eine Hin-zu-Motivation beschreiben und glaubwürdige Entwicklungsziele formulieren:
Jobwechsel nach Kündigung begründen
Gekündigt? Das kommt vor. In dem Fall raten wir dazu, die Karten offen auf den Tisch zu legen – aber ohne große Rechtfertigungen. War die Kündigung betriebsbedingt, ist das nicht Ihr Fehler: Schreiben Sie das kurz im Lebenslauf. War es eigenes Versagen (z.B. mangelhafte Leistungen), sagen Sie, was Sie daraus gelernt haben und künftig besser machen wollen:
Eigenkündigung begründen
Die Frage, die sich in dem Fall stellt: Warum bewerben Sie sich nicht aus ungekündigtem Arbeitsverhältnis und suchen sich nicht vorher einen neuen Job? Entweder, das war eine Kurzschlusshandlung oder Sie sind – einvernehmlich – einer drohenden Kündigung zuvor gekommen. Auch in dieser Situation gilt: Richten Sie den Blick in die Zukunft: Sie verfolgen jetzt ein (neues) berufliches Ziel. Kurz und knapp:
Sie suchen einen Job, der endlich passt?
Zwei von drei Arbeitnehmern sind aktuell unglücklich im Job und ohne klares Ziel. Sie auch? Dann nutzen Sie unser bewährtes Coaching-Programm zum erfolgreichen Jobwechsel: Wir begleiten Sie auf dem systematischen Weg zum Traumjob, der diesmal wirklich perfekt zu Ihnen passt:
Jobwechsel begründen im Vorstellungsgespräch
Die Grundregel bei jedem Jobwechsel lautet: Ehrlich währt am längsten! Das gilt umso mehr im Vorstellungsgespräch. Wer sich auf Nachfragen in Widersprüche verstrickt oder beim Lügen erwischt wird, ist raus. Die Bewerbung hat dann keine Chance mehr, das Vertrauen ist verspielt.
Auch wenn die eine oder andere Station peinlich ist, wenn Sie Fehler gemacht haben oder gefeuert wurden: Gehen Sie immer selbstbewusst und konstruktiv damit um. Betrachten Sie Missgeschicke als Entwicklungsprozess – und begründen Sie Ihre Jobwechsel damit. Eine überzeugende Begründung blickt auch im Gespräch nach vorn – und nur über die Zukunft sollten Sie im Bewerbungsgespräch sprechen.
Beispielbegründungen für das Vorstellungsgespräch
Natürlich dürfen Ihre Aussagen und Gründe im Interview nicht von denen in der schriftlichen Bewerbung abweichen. Das Muster der positiven Hin-zu-Wechselmotivation ist aber auch hierbei dasselbe. Beispiele:
- „Während meiner Probezeit habe ich festgestellt, dass die Aufgaben nicht meinen Erwartungen und Fähigkeiten entsprechen. Das ist bei Ihnen anders: Ich habe zum Beispiel auf Linkedin gelesen, wie Sie gezielt Ihre Mitarbeiter entwickeln und regelmäßig fördern. Das deckt sich hervorragend mit meinen langfristigen beruflichen Zielen.“
- „Ich konnte in meiner aktuellen Rolle viele wertvolle Erfahrungen sammelt und erfolgreich Projekte umsetzen. Nun wird es Zeit für den nächsten Schritt, um mich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln.“
- „In den vergangenen Jahren habe ich neue berufliche Interessen entwickelt, die deutlich besser zu den Anforderungen und Möglichkeiten dieser Position passen. Ich bin sicher, hier meine Fähigkeiten zu erweitern und innovative Projekte mitzugestalten.“
- „Ich habe 20 Jahre lang mit großem Engagement und Erfolg bei meinem jetzigen Arbeitgeber viele neue Prozesse etabliert und Projekte geleitet. Dafür bin ich sehr dankbar. Nun aber fühle ich, dass es Zeit wird meine Komfortzone zu verlassen und meine berufliche Weiterentwicklung voranzutreiben. Die Innovationskraft und positive Kultur Ihres Unternehmens passt noch dazu perfekt zu meinen Werten.“
Checkliste: Richtig einen Jobwechsel begründen
Nach so vielen Beispielen und Formulierungen haben Sie sicher das Muster hinter den zahlreichen Begründungen erkannt. Wenn Sie schlüssig Ihren Jobwechsel begründen wollen, sollten Sie immer diese drei Bausteine als eine Art Checkliste im Hinterkopf behalten:
- Formulieren Sie stets eine Hin-zu-Motivation.
- Bleiben Sie durchweg positiv und blicken Sie nach vorn.
- Sprechen Sie niemals über negativ über Jobs und Arbeitgeber.
- Erklären Sie Ihre Wechselmotivation, ohne sich zu rechtfertigen.
- Fassen Sie sich kurz: 1-3 Sätze reichen als Begründung.
- Finden Sie einen Grund, der auch ein Vorteil für das Unternehmen ist.
Mehr Tipps zum Jobwechsel
Ein erfolgreicher Jobwechsel braucht beste Vorbereitung. Klären Sie wichtige Fragen, formulieren Sie konkrete Ziele und definieren Sie präzise Kriterien, wonach Sie Jobs und Arbeitgeber auswählen. Wir unterstützen Sie dabei mit zahlreichen Ratgebern:
- 30-60-90-Strategie: In 90 Tagen zum neuen Job
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