Willkommen: So heißen Sie andere willkommen

An vielen Haustüren, aber auch Bahnhöfen und Flughäfen blickt es uns entgegen: „Willkommen!“ Dieses kleine Wort sendet ein klares Signal aus und hat eine Wirkung. Wer Schilder mit „Willkommen!“ oder auch „Herzlich willkommen!“ liest, fühlt sich empfangen, angenommen. Dieses Gefühl soll neuen Kollegen vermittelt werden, um ihnen den Einstieg in die neue Stelle zu erleichtern. Es ist auch von Bedeutung, wenn Sie Gäste zu sich nach Hause einladen. Aber natürlich reicht es nicht, jemanden nur freundlich zu begrüßen. Ob sich jemand willkommen fühlt, kann von vielen weiteren Details abhängen. Wie Sie jemanden willkommen heißen…

Willkommen: So heißen Sie andere willkommen

Korrekte Schreibweise: Willkommen oder willkommen?

Korrekte Schreibweise willkommenImmer wieder liest man im Schriftverkehr die falsche Schreibweise, beispielsweise „Herzlich Willkommen in unserem neuen Zuhause“.

Wie willkommen geschrieben wird, hängt vom grammatikalischen Gebrauch im Satz ab:

  • Adjektiv

    Als Adjektiv wird willkommen kleingeschrieben. Beispiele dafür sind Sätze und Formulierungen wie: Seid herzlich willkommen! Ihr seid hier jederzeit willkommen. Oder: Das ist eine willkommene Ablenkung. Hi Thomas, willkommen zurück!

    Bedeutung:

    Willkommen bedeutet hier, dass eine Person angenehm, erwünscht oder beliebt ist.

  • Substantiv

    Wie alle Substantive wird „das Willkommen“ großgeschrieben. Beispiele dafür sind: Ich möchte allen Anwesenden ein herzliches Willkommen aussprechen! Oder: Sie bereiteten ihr ein großes Willkommen.

    Bedeutung:

    Das Willkommen bedeutet hier so viel wie Empfang, Event, Feier oder Begrüßung.

  • Verbverbindung

    Häufig begegnet willkommen dem Leser auch als Verbverbindung, einer Kombination aus Adjektiv und Verb, beispielsweise bei einer Formulierung wie: Ich möchte Sie herzlich willkommen heißen! Oder: Hiermit heiße ich die neuen Kollegen in unserem Kreis willkommen!

    Bedeutung:

    Hiermit ist der Vorgang des Begrüßens gemeint, also jemanden begrüßen, empfangen, annehmen.

Willkommen ein Zeichen der Gastfreundschaft

Etymologisch betrachtet stammt willkommen vom spätalthochdeutschen willechomen ab, einer Zusammensetzung von wille (Substantiv) und chomen (2. Partizip von kommen). Elegant ausgedrückt wäre die Übersetzung: „Du bist nach Willen (Wunsch) gekommen“.

Andere Menschen willkommen zu heißen ist ein Zeichen der Gastfreundschaft, weshalb viele touristische Sehenswürdigkeiten Hinweisschilder mit „willkommen“ enthalten. Grundsätzlich sind Gäste erwünscht – Gastronomie und Hotellerie, aber auch viele Geschäfte im Einzelhandel und Freizeitunternehmen profitieren von Besuchern, die ihr Geld dort lassen.

Nicht zuletzt macht es sich auch bei ausländischen Geschäftspartnern und Impatriates immer gut, wenn Sie ein paar persönliche Worte in ihrer Muttersprache richten können. Nachfolgend haben wir die zehn wichtigsten Sprachen alphabetisch aufgeführt, in denen Sie ausländische Gäste willkommen heißen können.

  • Arabisch: Ahlan wa sahlan, gesprochen wie: Ahlan wa sachlan
  • Chinesisch: Huānyíng, gesprochen wie: Huanying
  • Englisch: Welcome, gesprochen wie: Huellkam
  • Französisch: Bienvenu, gesprochen wie: Bjavenü
  • Griechisch: Kalosórisma, gesprochen wie: Kalosorisma
  • Italienisch: Benvenuto, gesprochen wie: Benvenuto
  • Niederländisch: Welkom, gesprochen wie: Welkom
  • Polnisch: Powitanie, gesprochen wie: Powitanje
  • Russisch: Dobro pozhalovat‘, gesprochen wie: Dobro podschalovat‘
  • Spanisch: Bienvenida, gesprochen wie: Bjenvenida
  • Türkisch: Karşılama, gesprochen wie: Karsselama

Willkommenskultur in Unternehmen ein Erfolgskriterium

Der Mensch ist im Allgemeinen ein soziales Wesen, das den Austausch und die Anerkennung durch andere braucht. Eine der größten Ängste ist daher, auf Ablehnung zu stoßen. Diese kann sich unterschiedlich äußern und von Nichtbeachtung bis hin zur aktiven Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing reichen.

Solche Erfahrungen sind für Betroffene besonders belastend, wenn sie auf der Arbeit geschehen. Sie sind dort dann wiederholt und regelmäßig spannungsgeladenen und unangenehmen Situationen ausgesetzt. Das führt zu verminderter Arbeitsleistung und mündet meist in einer hohen Fluktuation.

Um ein möglichst gutes Betriebsklima von Anfang an zu schaffen, ist bereits eine entsprechende Willkommenskultur von Unternehmen entscheidend.

Sie trägt dazu bei, dass sich der neue Mitarbeiter nicht nur bei der Begrüßung willkommen fühlt, sondern langfristig den Wunsch verspürt, mit dem Unternehmen zu wachsen. Eine echte Willkommenskultur ist somit nicht nur eine Frage der Freundlichkeit, sondern aktive Mitarbeiterbindung.

Die ist wiederum nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig: Jobfrust ist die Nummer eins unter den Gründen, warum Arbeitnehmer ein Unternehmen verlassen. Neue Mitarbeiter zu suchen und geeignete zu finden, ist für Unternehmen mit großem Aufwand verbunden:

  • Es müssen Stellenanzeigen geschaltet werden.
  • Arbeitszeit geht durch Vorstellungsgespräche verloren.
  • Einarbeitungszeit muss einkalkuliert werden, das heißt, die Arbeitskraft des Einarbeitenden ist gebunden.
  • Das Gehalt des neuen Mitarbeiters fließt in die zusätzlichen Ausgaben.
  • Die Arbeitsleistung des neuen Kollegen ist anfangs vermindert.

Neue Kollegen willkommen heißen

Dass das richtige Willkommen für Unternehmen ein Erfolgsfaktor ist, wurde bereits vor längerer Zeit erkannt. Aus dem Angloamerikanischen Bereich stammt der Begriff Onboarding, der sich mit einer systematischen Herangehensweise der Einarbeitung auseinandersetzt.

Hier die fünf wichtigsten Tipps, wie Sie neue Kollegen willkommen heißen:

  • Planung

    Je sorgfältiger vorab geplant wird, desto besser läuft die Ankunft im Unternehmen ab. Damit wird dem neuen Mitarbeiter gezeigt, dass an mögliche Schwierigkeiten gedacht wurde. Das hilft Fehler zu vermeiden und fördert die Eingewöhnung und Motivation des neuen Mitarbeiters, der sich so willkommen fühlt. Wichtig ist dafür zu klären, in welchem Bereich der Neuzugang arbeiten wird, wer ihn einarbeiten wird, mit welchen externen Personen oder Gruppen er Kontakt haben wird.

  • Willkommensbrief

    Noch vor dem ersten Arbeitstag sollte das Unternehmen den neuen Mitarbeiter willkommen heißen, indem die wichtigsten Informationen für den ersten Arbeitstag bereitgestellt werden: Wer wird zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle den Kollegen empfangen?

  • Briefing

    Feste Regeln und Abläufe sollten in einem Briefing festgehalten werden. Dazu gehören Arbeitszeiten, Hinweise für Arbeitskleidung und Verhaltensregeln. Der Vorteil: Gerade am Anfang ist die Informationsflut hoch, muss der Einzuarbeitende Unmengen an neuen Informationen verarbeiten. In einem Briefing können entscheidende Punkte immer wieder nachgelesen werden.

  • Arbeitsplatz

    Besonders wichtig ist natürlich der erste Tag, an dem Sie einen neuen Kollegen oder Mitarbeiter willkommen heißen. Ist alles vorhanden, was für einen reibungslosen Arbeitsablauf benötigt wird? Sind das Mobiliar und die Arbeitsmaterialien vorhanden, der Internet- und Telefonzugang entsprechend gewährleistet?

  • Willkommen

    Ein kleines Willkommen in Form einer Begrüßungs- beziehungsweise Vorstellungsrunde sollte eingeplant werden. Teil des ersten Tages ist oft, dass die Abteilung und die Kollegen vorgestellt werden – in kleineren Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern kann ein Treffen in der Teeküche oder einem Besprechungsraum passend sein. Nicht selten geben neue Kollegen Einstand und fallen durch Selbstgebackenes angenehm auf.

Die Eingewöhnung an ein neues Arbeitsumfeld passiert natürlich nicht an einem Tag. Zu einem richtigen Willkommen gehört, dass über einen längeren Zeitraum – wenigstens während der Probezeit – Kollegen für Fragen zur Verfügung stehen. Mit gemeinsamen Events wie Betriebsausflügen oder Weihnachtsfeiern tragen Unternehmen außerdem dazu bei, dass neue Kollegen sich angenommen fühlen.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
8. November 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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