Definition: Was ist ein Assessment Center?
Ein Assessment Center (AC) ist ein strukturiertes Auswahl- und Beurteilungsverfahren in der Personaldiagnostik, mit der Unternehmen die fachliche Eignung sowie soziale Kompetenzen beurteilen. Ziel der Methode ist die Identifikation und möglichst ganzheitliche Einschätzung Auswahl des besten Kandidaten für eine bestimmte Position durch objektive Kriterien.
Im Assessment Center absolvieren Teilnehmer mal als Gruppe, mal alleine verschiedene Übungen und Tests. Dabei wird ihr Verhalten permanent von den Prüfern (sog. Assessoren) beobachtet und bewertet. Kernmerkmale eines Assessment Centers sind deshalb:
- Verschiedene praxisnahe Übungen
- Mehrere Beobachter
- Einzel- oder Gruppeninterviews
- Feedback am Ende
Assessment Center nutzen vor allem Universitäten bei dualen Studiengängen, der öffentliche Dienst, Banken und Versicherungen, Consulting-Firmen sowie internationalen Konzerne. Der Begriff „Assessment“ bedeutet auf Deutsch übrigens so viel wie „Beurteilung“ oder „Einschätzung“.
Welche Assessment Center Arten gibt es?
Im HR-Bereich existieren mehrere verschiedene Assessment Center Arten. Zu den häufigsten gehören:
-
Einzelassessment
Die Kandidaten werden hierbei einzeln geprüft – in der Regel für Führungspositionen. Der organisatorische Aufwand ist größer, dafür lassen sich Leistungen und Potenziale gezielter und meist innerhalb eines Tages bewerten.
-
Gruppenassessments
Die klassische Variante: Mehrere Bewerber absolvieren Aufgaben gemeinsam oder im Wettbewerb. So gewinnen Assessoren wertvolle Einblicke in Teamfähigkeit, Kommunikation und Eigeninitiative der Teilnehmer.
-
Online-Assessment-Center
Wird oft gewählt bei vielen oder internationalen Bewerbungen sowie zur Vorauswahl. Persönlichkeits-, Wissens- und Intelligenztests ermöglichen eine schnelle, kostengünstige und effiziente Selektion der Bewerberinnen und Bewerber.
-
Management-Audit
Dieses Verfahren kommt vor allem bei einer internen Besetzung höherer Positionen zum Einsatz. In strukturierten Interviews prüfen externe Berater gezielt die Führungskompetenzen und Eignung für die neue Rolle. Das Management-Audit ist oft ein zentrales Instrument der Führungskräfteentwicklung.
Wie lange dauert ein Assessment Center?
Ein Assessment Center dauert in der Regel zwischen einem halben Tag und 2 Tagen. Die genaue Dauer hängt vom Unternehmen, der angestrebten Position, der Komplexität der Aufgaben und der Anzahl der Teilnehmenden ab.
Typische Formen:
- Halbtägig (3-4 Stunden):
Häufig bei Ausbildungs- oder Einstiegspositionen - Eintägig (6-8 Stunden):
Oft Trainee-Programme oder Fachpositionen - 2 Tage:
Vor allem bei Führungspositionen oder sehr umfangreichen Auswahlverfahren
Die meisten Unternehmen informieren Sie vorab über die genaue Dauer des Assessment Centers, damit sich Teilnehmende entsprechend vorbereiten können. Andernfalls fragen Sie bitte immer nach!
Wie läuft ein Assessment Center ab?
Ein Assessment Center folgt meist einem klar strukturierten Ablauf, der von Unternehmen zu Unternehmen variieren kann. Typischerweise umfasst es aber diese vier Phasen:
- Begrüßung und Vorstellung von Unternehmen und Beobachtern
- Erklärung von Tagesablauf, Methoden und Bewertungskriterien
- Oft schon kurze Vorstellungsrunde des oder der Teilnehmenden
- Regelmäßige Pausen, teils gemeinsames Mittagessen – auch hierbei wird oft das Sozialverhalten beobachtet und bewertet!
- Möglichkeit für (clevere!) Rückfragen
- Bitte um erste Selbsteinschätzung
- Anschließend Feedback durch Assessoren
- Kritik sollte stets dankbar und lernwillig angenommen werden (Teil des Tests!)
- Abschied und Information über das weitere Vorgehen
1. Begrüßung und Einführung
2. Einzel- und Gruppenübungen
Je nach Position und Ziel des AC werden unterschiedliche Kompetenzen und Skills geprüft. Typische Assessment Center Übungen, Tests und Aufgaben sind:
Übung |
Was wird getestet? |
| Selbstpräsentation | Klare Struktur, Motivation, Auftreten |
| Postkorbübung | Selbstorganisation, Zeitmanagement, Stressresistenz |
| Case Study | Analytisches und strategisches Denken, Fachkenntnisse |
| Fact-Finding-Übung | Auffassungsgabe, Analysestärke, unternehmerisches Denken |
| Brainteaser, Fermi-Fragen | Intelligenz, logisches oder Querdenken, Kreativität |
| Rollenspiele | Verhalten bei Kunden- oder Kritikgespräch, Empathie |
| Gruppendiskussion | Teamgeist, Überzeugungskraft, Kompromissfähigkeit |
| Einzelassessment | Persönlichkeit, Erfolge, Arbeitsweise |
3. Pausen, Essen
4. Abschluss
Rechnen Sie in jedem Fall damit, dass Sie während des gesamten Assessment Centers von Assessoren, Ausbildern oder Führungskräften sowie Personalverantwortlichen beobachten und analysiert werden. Der Fokus liegt dabei jedoch meist mehr auf Ihrem Verhalten als auf einer „richtigen“ Antwort.
Assessment Center Übungen: 8 typische Aufgaben + Tipps
Im Assessment Center werden Ihnen meist mehrere verschiedene Übungen und Aufgaben gestellt. Mit diesen will das Unternehmen ein möglichst umfangreiches Bild Ihrer Hard Skills und Soft Skills gewinnen und Sie als Person besser kennenlernen. Je nach Testmethode müssen Sie die Assessment Center Übungen alleine oder im Team absolvieren.
Unsere Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten Assessment Center Übungen – mit Beschreibung der Aufgaben und Tipps, wie Sie den Test jeweils erfolgreich meistern:
1. Selbstpräsentation
| Aufgabenart | Einzelaufgabe |
| Dauer | 2-5 Minuten |
| Vorbereitung | 3-4 Stunden |
| Inhalte | Motivation, Unternehmensbezug, relevante Qualifikationen, wichtige Erfahrungen und Soft Skills, Authentizität |
| Häufigkeit | 99 % |
Einige Unternehmen machen konkrete Vorgaben zum Inhalt der Selbstpräsentation – zum Beispiel, dass Sie darin Ihren größten beruflichen Erfolg beschreiben sollen. Mit der Einladung zum Assessment Center sollten Sie hierzu deshalb immer nochmal nachfragen. Solche Vorgaben müssen Sie zwingend einhalten!
Aufgabe
In der Selbstpräsentation stellen Sie sich binnen 2-5 Minuten kurz vor und nennen die wichtigsten Informationen zu Ihrer Person, relevante Kompetenzen, Erfahrungen und Erfolge und nennen vor allem Ihre Motivation für diese Position und dieses Unternehmen. Teils stellen Assessoren und Personaler kritische Rückfragen zu einzelnen Stationen oder Schwächen.
Bewährte Tipps
- Halten Sie eine freie Rede – ohne Ablesen.
- Hilfsmittel wie Powerpoint oder Flipchart sind erlaubt.
- Halten Sie sich an die Zeitvorgaben.
- Haben Sie einen klaren, nachvollziehbaren Aufbau.
- Werden Sie konkret mithilfe von Beispielen.
- Stellen Sie immer einen Bezug zum Unternehmen her.
- Treten Sie selbstbewusst auf, aber bleiben Sie authentisch.
- Halten Sie zu allen Anwesenden Blickkontakt.
Checkliste: Selbstpräsentation Tipps (PDF)
2. Postkorbübung
| Aufgabenart | Einzelaufgabe |
| Dauer | 20-60 Minuten |
| Vorbereitungszeit | Keine |
| Fähigkeiten | Selbst- und Zeitmanagement, Prioritäten setzen, Stressresistenz, Problemlösungskompetenz, Konzentration |
| Häufigkeit | 90 % |
| Tipps | Eisenhower-Matrix verinnerlichen, Informationsaufnahme trainieren, Beispielaufgaben üben und lösen |
Aufgabe
Sie bekommen einen fiktiven „Postkorb“ oder eine Sammlung von Dokumenten, E-Mails und Aufgaben, wie sie in einem typischen Arbeitstag anfallen könnten. Die Aufgabe besteht dann darin, die Unterlagen unter Zeitdruck zu sortieren, zu priorisieren, zu bearbeiten oder Entscheidungsvorschläge zu formulieren. Ziel ist, sowohl die Selbstorganisation, Entscheidungsfähigkeit, das Zeitmanagement und Problemlösungskompetenz der Kandidaten zu beobachten und zu bewerten.
Bewährte Tipps
- Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick.
- Sortieren Sie nach Dringlichkeit und Wichtigkeit.
- Lassen Sie sich vom Zeitdruck nicht verunsichern.
- Bleiben Sie ruhig und konzentriert.
- Gehen Sie nach klaren Prioritäten vor.
Checkliste: Postkorbübung Tipps (PDF)
3. Case Study (Fallstudie)
| Aufgabenart | Einzel- oder Gruppenaufgabe |
| Dauer | 15-30 Minuten |
| Vorbereitungszeit | Keine, nur kurzes Einlesen |
| Fähigkeiten | Auffassungsgabe, Analytisches Denken, Fachwissen, Zeitmanagement, Präsentationsvermögen |
| Häufigkeit | 95 % |
| Tipps | Unternehmen kennen, Branchenkenntnisse vertiefen, Fachwissen auffrischen |
Aufgabe
In der Fallstudie erhalten Sie ein konkretes Szenario aus dem Unternehmenskontext mit zusätzlichen Materialien, Daten und Informationen. Sie müssen die Situation analysieren und eine Lösung für das gezeigte Problem entwickeln. Der typische Aufbau einer Fallstudie sieht so aus:
- Fragestellung festlegen: Problem erkennen & eingrenzen?
- Zeit einteilen: Weiteres Vorgehen planen
- Informationen beschaffen: Zahlen, Daten recherchieren
- Fall analysieren: Problem strukturieren, Teilschritte definieren
- Lösung erarbeiten: Systematisch-logisch Schlüsse ziehen
- Lösung präsentieren: Ergebnis begründen, verteidigen
Die Prüfer bewerten hierbei nicht nur die Lösung, sondern die gesamte Herangehensweise und den systematischen Lösungsweg.
Bewährte Tipps
- Verstehen Sie unbedingt zuerst die Aufgabenstellung.
- Sichten Sie alle verfügbaren Informationen.
- Legen Sie ein klares Ziel fest.
- Lösen Sie die Case Study strukturiert und Schritt für Schritt.
- Rechnen Sie mit Rückfragen zu Ihrem Lösungsweg.
Checkliste: Fallstudie Tipps (PDF)
4. Fact-Finding-Übung
| Aufgabenart | Einzelaufgabe |
| Dauer | 15-30 Minuten |
| Vorbereitungszeit | Keine |
| Fähigkeiten | Auffassungsgabe, analytisches Denken, strategisches Vorgehen, Problemlösungskompetenz, unternehmerisches Denken |
| Häufigkeit | 30 %, steigend |
| Tipps | Übungsaufgaben lösen, systematische Fragetechniken lernen, Konzepte erstellen |
Aufgabe
Die Fact-Finding-Übung ist eine moderne Variation der Fallstudie. Der größte Unterschied: Sie erhalten keine vollständigen Informationen, sondern nur eine oberflächliche Schilderung der Situation oder Problematik. Dafür gibt es einen Partner, der als Auskunftgeber oder Experte fungiert. Durch systemisches Fragen müssen Sie bei der Übung Informationen sammeln (das sog. Fact Finding) sowie Gründe und Ursachen für das Problem herausfinden und auf deren Basis eine sinnvolle Lösung entwickeln.
Bewährte Tipps
- Beachten Sie alle gegebenen Informationen.
- Stellen Sie strukturierte und systematische Fragen.
- Haken Sie unbedingt bei ungenauen Antworten nach.
- Finden Sie die Ursachen der Problemstellung heraus.
- Entwickeln Sie eine klare Strategie und strategische Lösung.
Checkliste: Fact-Finding-Übung Tipps (PDF)
5. Brainteaser, Fermi-Fragen
| Aufgabenart | Einzelaufgabe |
| Dauer | 10-30 Minuten |
| Vorbereitungszeit | Keine |
| Fähigkeiten | Intelligenz, logisches Denken oder Querdenken, Kreativität |
| Häufigkeit | 50 % |
| Tipps | Übungsaufgaben lösen, Allgemeinwissen und Grundrechenarten auffrischen, Kopfrechnen trainieren |
Aufgabe
Brainteaser (Deutsch: Gehirnkitzler) sind Knobelaufgaben oder Rätsel, die durch Logik oder durch Querdenken zu lösen sind. Teils sind es auch nur Fangfragen, deren Lösung durch die Frage verschleiert wird. Beispiel: „Wie viel Erde befindet sich in einem Loch mit den Maßen 2 × 4 × 1 Meter?“ Antwort: Keine! In einem Loch befindet sich nichts.
Fermi-Fragen (auch: Fermi-Aufgaben) wiederum sind mathematische Schätzfragen für die es keine exakte Lösung gibt, weil sie niemand kennen kann. Für die Lösung müssen deshalb vereinfachte Annahmen und eine ungefähre Abschätzung getroffen werden, die zu einer ungefähren Antwort führen. Typische Fermi-Fragen sind:
- Wie viele Klavierstimmer gibt es in Chicago?
- Wie viele Golfbälle passen in einen SUV?
- Wie schwer ist Berlin?
- Wie viele Grashalme hat ein Fußballfeld?
Bewährte Tipps
- Fragestellung und Aufgabe genau analysieren.
- Rückfragen stellen – besonders bei Schätzfragen.
- Lösungsweg überlegen und laut verbalisieren.
- Fermi-Fragen in Teilaufgaben zerlegen und durch Hochrechnen lösen.
- Am Ende Methode, Lösungsweg und Ergebnis begründen.
6. Rollenspiele
| Aufgabenart | Gruppenaufgabe (2-4 Teilnehmer) |
| Dauer | 15-30 Minuten |
| Vorbereitungszeit | 5-15 Minuten |
| Fähigkeiten | Stressresistenz, Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Führungskompetenz, Entscheidungsfindung |
| Häufigkeit | Häufig |
| Tipps | Argumentation üben, Stresssituationen proben, Situationen durchspielen |
Aufgabe
Rollenspiele sind eine Simulation typischer Situation aus dem zukünftigen Berufsalltag. Kandidaten übernehmen dabei eine bestimmte Rolle und müssen darin ein realitätsnahes Problem lösen – z.B. ein schwieriges Kunden- oder Mitarbeitergespräch oder Konfliktgespräch führen. Bewertet werden hierbei vor allem die Gesprächsführung, Empathie oder Stressresistenz.
Bewährte Tipps
- Versetzen Sie sich in die Rolle und nehmen Sie diese an.
- Bleiben Sie ruhig und handeln Sie sachlich.
- Zeigen Sie Empathie und offene Kommunikation.
- Nutzen Sie verschiedene Fragetechniken.
- Hören aktiv zu und achten Sie auf alle Informationen.
- Versuchen Sie immer zu einem einvernehmlichen Ergebnis zu kommen.
Checkliste: Rollenspiel Tipps (PDF)
7. Gruppendiskussion
| Aufgabenart | Gruppenaufgabe |
| Dauer | 15-45 Minuten |
| Vorbereitungszeit | 15-30 Minuten |
| Fähigkeiten | Kommunikation, Sozialkompetenz, Teamgeist, Durchsetzungsfähigkeit, logisches Argumentieren, Führungskompetenz |
| Häufigkeit | 50 % |
| Tipps | Tagesaktuelle Themen verfolgen, Branchenkenntnisse auffrischen, Diskussionen trainieren, Meinung vertreten, Körpersprache beachten |
Aufgabe
Bei der Gruppendiskussion müssen mehrere Kandidaten gemeinsam über ein vorgegebenes Thema diskutieren. In der Diskussion geht es jedoch weniger um die „richtige“ Meinung oder Lösung, sondern vielmehr um die Team- oder Argumentationsfähigkeit, Überzeugungs- und Durchsetzungskraft sowie Kooperations- und Kompromissbereitschaft – gerade bei kontroversen Themen. Die Herausforderung ist: Alle Kandidaten wollen überzeugen und positiv auffallen, der Konkurrenzdruck ist groß. Dennoch müssen alle sachlich bleiben und Teamgeist beweisen, um zu einem Konsens zu finden.
Bewährte Tipps
- Verstehen Sie unbedingt das Thema der Diskussion.
- Bilden Sie sich eine klare Meinung.
- Hören Sie anderen zu und gehen Sie sachlich auf Argumente ein.
- Übergehen Sie niemanden und akzeptieren Sie andere Perspektiven.
- Treiben Sie die Diskussion voran, stellen Sie Fragen.
- Leiten oder moderieren Sie das Gespräch, ohne zu dominieren.
Checkliste: Gruppendiskussion Tipps (PDF)
8. Einzelinterview
| Aufgabenart | Einzelaufgabe |
| Dauer | 30-60 Minuten |
| Vorbereitungszeit | Keine |
| Fähigkeiten | Persönlichkeit, Fachwissen, Stärken & Schwächen, Motivation, Selbsteinschätzung |
| Häufigkeit | 100 % |
| Tipps | Motivation klären, Stärken & Schwächen analysieren, Fachwissen präsentieren, typische Fragen vorbereiten |
Aufgabe
Den Abschluss eines Assessment Center bildet oft noch ein ausführliches Einzelinterview. Wie in einem Vorstellungsgespräch sitzen Sie einem oder mehreren Interviewern gegenüber und beantworten typische Vorstellungsgespräch Fragen. Im Einzelinterview geht es vor allem um Ihre Persönlichkeit und die Motivation für die Position. Am Schluss wird manchmal schon eine Selbsteinschätzung zum Assessment Center verlangt. Erklären Sie dann selbstbewusst und selbstkritisch, was gut oder schlecht gelaufen ist.
Bewährte Tipps
- Nennen Sie stets eine überzeugende Motivation oder berufliche Ziele.
- Qualifikationen und Stärken haben immer einen Bezug zum Unternehmen.
- Bereiten Sie sich auf häufige Fragen vor.
- Stellen Sie – falls angeboten – auch eigene Rückfragen.
- Geben Sie eine ehrliche Selbsteinschätzung ab.
Checkliste: Einzelinterview Tipps (PDF)
Worauf kommt es im AC an?
Machen Sie sich bitte bei allen Assessment Center Übungen bewusst: Sie werden während der gesamten Zeit beobachtet und analysiert, auch außerhalb der offiziellen Übungen und Aufgaben. Von der Begrüßung bis zur Verabschiedung achten die Assessoren genau auf Ihr Verhalten und berücksichtigen alles, was Sie sagen oder tun für ihre Gesamtbewertung!
Zu den wichtigsten Kompetenzen im AC gehören:
- Teamfähigkeit
Wie gut können Sie mit anderen zusammenarbeiten, kooperieren? - Kommunikation
Können Sie sich klar, sachlich und respektvoll ausdrücken? - Problemlösung
Denken Sie strukturiert, analytisch und zielorientiert? - Stressresistenz
Bleiben Sie auch unter Druck fokussiert und konzentriert? - Auftreten
Zeigen Sie sich selbstbewusst, ohne arrogant zu werden?
Im Assessment Center geht es selten um Perfektion. Auswendig gelernte Standardantworten sollten Sie stets vermeiden. Wesentlich wichtiger sind Fairness, Systematik und Authentizität.
Wie kann ich ein Assessment Center vorbereiten?
Ein erfolgreiches Assessment Center steht und fällt mit der gründlichen Vorbereitung. Sie müssen wissen, was Sie erwartet, um die Übungen zu meistern und die häufige Prüfungsangst zu reduzieren. Diese Tipps helfen bei der Vorbereitung:
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Schauen Sie sich den Ablauf an
Mit dem Einladungsschreiben erhalten Sie meist Informationen zum Ablauf des Assessment Centers. Die Dauer gibt Ihnen erste Indizien, wie viele Übungen Sie erwarten. Die mentale Vorbereitung nimmt Ihnen bereits die erste Unsicherheit.
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Bereiten Sie Tests und Übungen vor
Im Vorfeld sollten Sie die häufigsten Übungen und Testaufgaben vorbereiten und durchspielen (z.B. Brainteaser, Fermi-Fragen, Fallstudien). Nutzen Sie Beispiele für die Aufgaben und lösen Sie diese zuhause.
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Sammeln Sie Informationen zum Unternehmen
Oft geht es im Assessment Center um das Unternehmen selbst. Bereiten Sie sich darauf vor, indem Sie Hintergründe zur Firmengeschichte, Tätigkeitsfeldern, Standorten sowie wichtige Zahlen und neue Produkte recherchieren. Je mehr Sie wissen, desto besser.
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Schauen Sie sich das Jobprofil an
Gehen Sie die Stellenausschreibung und das Jobprofil noch einmal genau durch! Es zeigt wichtige Aufgaben und Erwartungen der Personaler. Mit den gefragten Muss- und Kann-Anforderungen punkten Sie im Assessment Center besonders.
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Halten Sie sich auf dem Laufenden
Allgemeines Wissen zu aktuellen Themen in Politik, Wirtschaft und der angestrebten Branche sind ein Vorteil. In manchen Aufgaben werden Sie mit diesem Know-how konfrontiert. Es fällt Ihnen leichter, die Tests zu lösen, wenn Sie schon informiert sind.
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Planen Sie Ihre Anreise
Vergessen Sie nicht: Organisieren Sie Ihre Anreise und bei einem mehrtägigen Assessment Center Ihre Unterkunft. Planen Sie unbedingt genug Zeitpuffer ein, damit Sie auf jeden Fall pünktlich und entspannt teilnehmen können.
Assessment Center Vorbereitung: 99 Tipps
Wir haben zusätzlich 99 Tipps zur Vor- und Nachbereitung, zum Einstieg, zur richtigen Strategie und den Tabus im Assessment Center zusammengestellt. Diese helfen bei der Vorbereitung und erhöhen Ihre Erfolgschancen. Laden Sie sich gleich noch unsere kostenlose Checkliste herunter:
Welche Fehler im Assessment Center sollte ich vermeiden?
Ein Assessment Center kann hart und anstrengend sein. Teilweise machen schon kleine Fehler den Unterschied zwischen den Kandidaten aus. Hierbei geht es nicht um grobe Patzer wie Unpünktlichkeit oder eine unangemessene Kleidung. Vielmehr sind es oft falsche Verhaltensweisen, mit denen Sie sich um sämtliche Jobchancen bringen. Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
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Keine Spontanität
Klammern Sie sich nicht nur an Ihre Vorbereitung. Sie verlieren Ihre Spontanität.
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Übermäßige Konkurrenz
Nur einer bekommt den Job. Doch sollten Sie andere Teilnehmer nicht als Gegner wahrnehmen und versuchen, auszustechen. Viele Übungen bewerten vor allem Teamgeist und Kooperation.
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Versteckte Schwächen
Sie wollen sich optimal präsentieren, klar. Versuchen Sie jedoch nicht, Schwächen krampfhaft zu verstecken. Besser ist ein konstruktiver Umgang mit eigenen Fehlern.
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Üble Nachrede
Reden Sie niemals schlecht über andere Kandidaten oder ehemalige Arbeitgeber. Das bringt Sie nicht weiter, sondern katapultiert Sie sofort ins Aus.
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Erzwungene Aufmerksamkeit
Sie müssen zwar in der Gruppe positiv auffallen, sollten sich aber nicht ständig in den Vordergrund drängen. Manchmal sollten Sie andere unterstützen und sich selbst zurücknehmen.
Was sind die Vorteile des Assessment Center?
Das Assessment Center bietet sowohl Unternehmen als auch Bewerbern zahlreiche Vorteile und gilt deshalb als eines der aussagekräftigsten Auswahlverfahren im Recruiting. Der größte Pluspunkt liegt in der hohen Prognosekraft: Durch die Kombination aus Interviews, Gruppenübungen, Präsentationen, Rollenspielen und Tests können Fachkompetenzen, Soft Skills und Persönlichkeitsmerkmale realitätsnah beobachtet werden. Das ermöglicht eine deutlich fundiertere Einschätzung als ein klassisches Bewerbungsgespräch allein.
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Vorteile für Unternehmen
Für Arbeitgeber schafft das AC Transparenz und Vergleichbarkeit. Alle Kandidaten durchlaufen dieselben Übungen und werden anhand klar definierter Kriterien beurteilt. Subjektive Eindrücke treten in den Hintergrund, während strukturierte Beobachtungen und Mehr-Augen-Prinzip die Entscheidungsqualität erhöhen.
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Vorteile für Kandidaten
Auch Bewerber profitieren vom Assessment Center: Sie erhalten die Chance, ihre Stärken aktiv zu zeigen und sich über mehrere Übungen hinweg zu präsentieren – selbst dann, wenn sie im Lebenslauf weniger glänzen. Zudem vermittelt das Verfahren einen authentischen Eindruck von den Anforderungen der Position, der Unternehmenskultur und den Erwartungen des Arbeitgebers.
Nicht zuletzt stärken Assessment Center das Employer Branding. Professionell durchgeführte Verfahren signalisieren Wertschätzung, Fairness und Chancengleichheit. Bewerber erleben den Auswahlprozess als strukturiert und nachvollziehbar, was die Arbeitgeberattraktivität steigert – selbst bei einer Absage. Insgesamt sind Assessment Center damit ein wirkungsvolles Instrument, um nachhaltige Personalentscheidungen zu treffen und Talente gezielt zu identifizieren.
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