Sehen Sie sich das Bild rechts bitte einmal ganz genau an und antworten Sie dann spontan auf die Frage: In welche Richtung fährt der Bus?
Und?! Sie denken jetzt vielleicht, dies sei eine Fangfrage. Ist sie nicht. Vorschulkindern wurde das gleiche Bild gezeigt und dieselbe Frage gestellt. 90 Prozent von ihnen antworteten daraufhin: “Der Bus fährt nach links.” Auf die Frage, was sie dabei so sicher macht, dass der Bus nach links fährt, antworteten die Kinder wiederum: “Weil man die Tür nicht sehen kann, um in den Bus einzusteigen.” Und genau das ist richtig. Kindliche Logik ist simpel, deshalb finden Kinder manchmal die besten Lösungen. Wir verkopfte Erwachsene sehen die Dinge dagegen oft viel komplizierter als sie sind. Bis wir eine Lösung gefunden haben, ist der Bus deshalb manchmal schon längst abgefahren.
Falls Sie Denksportaufgaben mögen, werden Sie diese Rätsel lieben:
Die folgenden Kopfnüsse stammen aus klassischen Einstellungstests. Die Lösungen finden Sie, indem Sie auf die Frage klicken – aber bitte erst einmal selber nachdenken. Nicht fuschen…
- Wie schwer ist Manhattan?
- Sie haben neun Kugeln gleicher Größe und gleichen Aussehens sowie eine Apothekerwaage. Eine Kugel ist etwas schwerer als die anderen. Wie wiegen Sie diese aus? Sie dürfen aber nur zweimal wiegen!
- Sie sind im einem Raum mit drei Lichtschaltern, die zu drei Glühbirnen im Nebenraum führen. Diese sind von ihrem Raum aus jedoch nicht zu sehen. Finden Sie heraus, welcher Schalter zu welcher Birne gehört. Den Nebenraum dürfen Sie dazu nur einmal betreten!
- Sie wollen auf eine Party. Vor Ihnen stehen zwei Türen mit jeweils einem Türsteher. Nur eine Tür führt auf die Party. Und ein Türsteher lügt immer, der andere sagt stets die Wahrheit. Sie dürfen nur eine Frage stellen. Was fragen Sie?
- Was wiegt auf dem Mond mehr als auf der Erde?
- Wie viel Geld liegt in einem durchschnittlichen Einkaufszentrum auf dem Boden?



Renato
Hm… Die Türe ist aber nicht unbedingt das Argument. In England würde der Bus nach rechts fahren… =)
Sven
Einstellungstest – je komplexer Sie ausfallen – befriedigen in den meisten Fällen nur die Profilneurosen der Tester. Wirkliche Aussagen über das Verhalten oder die spätere Leistung sind damit kaum möglich.
Die Eignung stellt sich am besten bei der Arbeit heraus – und wenn es da zuwenig zu tun gibt, nimmt man sich einige Kopfnüsse zur Hand :-)
Jochen Mai
@Renato: Wieder typisch. Immer alles besserwissen. Die Zeichnung wurde aber nicht in England gezeigt. Außerdem hätte die Frage dann lauten müssen: In which direction do you think the bus is driving? ;-P
@Sven: Ja und nein. Wenn es etwa um räumliches Vorstellungsvermögen oder Querdenkerstärken geht, lassen sich durch derlei Tests durchaus vertitable Indizien sammeln. Wenn die Einstellung allerdings nur daraus basieren würde, wäre es sicher Murks. Aber darum geht es hier ja gar nicht.
Stefan
Da sieht man mal wie (zu) kompliziert wir Menschen doch denken!
Alexander
Die Formulierung der Frage 5. und die Antwort darauf finde ich verwirrend.
Man kann grundsätzlich zwischen Masse und Gewichtskraft unterscheiden.
Während die Masse von 1kg auf der Erde und auf dem Mong gleich ist, verändert sich die Gewichtskraft in Abhängigkeit von der Anziehungskraft. Somit hätten die Gegenstände auf dem Mond die gleiche Masse, jedoch eine geringere Gewichtskraft – gefühltes Gewicht.
Die Beurteilung der Eingnung eines Mitarbeiters mit Hilfe solcher Tests finde ich fragwürdig. Es sei denn, der neue Mitarbeiter soll Denksportaufgaben entwickeln.
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Jochen Mai
@Alexander: Viel zu kompliziert gedacht! Da wird ganz einfach nach “wiegen” gefragt, nicht nach Masse oder Gewichtskraft. Was ist so verwirrend daran? Einfach mal die Frage beantworten. Übrigens: Genau diese Leute fallen bei solchen Tests als erstes negativ auf (und meist auch durch), die erstmal über die Frage meckern, statt sich der Aufgabe zu stellen. Schließlich geht’s hierbei nicht um Rechthaberei, sondern einfach um einen Weg herauszufinden, wie der Proband denkt und an knifflige Aufgaben herangeht. Jemand, der damit beginnt, die Aufgabe auseinander zu nehmen, wird vermutlich auch im Job lieber Teil des Problem bleiben als Teil der Lösung.
chiochip
Hallo zusammen!
Eigentlich kann der Bus auch rückwärts, -also nach rechts fahren. Somit sind beide Richtungen möglich. Und das ganze spontan und in Deutschland auch noch.
Möglicherweise haben Kinder oftmals die einfachere Antwort parat, weil ihr Wissensumfang geringer und die Denke schneller ist.
Ein geschulter Erwachsener unterscheidet nunmal zwischen Masse und Gewichtskraft. Deswegen muss man noch lange nicht negativ auffallen (schade der Kommentar). Eine Waage ist halt mal ein Messgerät zur Bestimmung einer Masse, die überall gleich ist. Die Bestimmung erfolgt über die Gewichtskraft.
Denksportaufgaben sind zwar ganz witzig (man denke nur an den Einstellungstest von Will Smith als Man in Black), haben jedoch den Effekt, dass die Leute sich vorbereiten und somit das Ergebnis verfälscht wird.
Tschüss
Jochen Mai
@Chiochip: Ja, der Bus kann auch eine Panne haben und gar nicht fahren. Vielleicht hat er auch nur eine Dachluke, dann ist das Rätsel unlösbar. Und in Abhängigkeit der mittleren Mondfeuchtigkeit ist die richtige Antwort sowieso allein und ausschließlich 42.
Offen gestanden: Ich wundere mich sehr über die Pedanterie bei solch reinen Denksportaufgaben. Wie Name sagt: Nehmt es sportlich! Es ist eine simple Frage, und man kann sie simpel lösen. Und genau darum geht es.
Genau deswegen sind solche Aufgaben eben auch verräterisch. Glaub mir: Leute, die erstmal über die Aufgabe meckern, fallen negativ auf. Das sind dieselben Leute, die in Krisenmeetings erstmal um die Definition des Problems ringen wollen, Verantwortliche suchen und eine 300-seitige Analyse erstellen, wie es dazu kommen konnte. Das alles kann man hinterher immer noch tun. Aber in Krisensitzungen sind Lösungen gefragt. Und die liefern eher diejenigen, die sich einer Aufgabe einfach mal (ganz sportlich) stellen. Wenn dein Chef von dir bis morgen einen Bericht verlangt, kannst du auch nicht erst einmal sagen: Definieren Sie bitte Bericht… oder wäre nicht auch ein Essay möglich?!
Und auf manche Tests kann man sich nicht vorbereiten – es sind Charaktertests. Wie dieser hier:
http://karrierebibel.de/moralisches-dilemma/
Christoph
Test zwei erinnert ziemlich stark an das Gallonen-Rätsel in Stirb-Langsam III:
Werkzeuge: ein 3-Gallonen-Kanister, ein 5-Gallonen-Kannister, ausreichend Wasser
Aufgabe: Genau 4 Gallonen abmessen
Viel Spaß beim Lösen, bzw. zurückerinnern an die letzte Stirb-Langsam-Nacht.
Und zu dieser ganzen Diskussion über nach rechts, links oder überhaupt nicht fahrende Busse kann ich nur sagen: je smarter die Antwort desto besser; und nicht an der Frage herumkrakeelen, weil man nicht alle Infos hat. ;-)
Jochen Mai
Liebe Kopfnussknacker, hier kommt noch eine Aufgabe per Mail von einem Leser:
Vier Manager werden wegen völliger Unfähigkeit der Reihe nach bis zum Kinn im Sand eingegraben, ihnen droht die Todesstrafe. Sie können sich absolut nicht bewegen, nicht einmal ihre Köpfe drehen. Zwischen A und B befindet sich eine massive, undurchsichtige Steinmauer. Die Reihenfolge also: A (Mauer) B, C, D.
Die Männer bekommen nun alle einen Hut aufgesetzt, je zwei in Weiß und zwei in Schwarz. Sie wissen aber nicht, wer welche Farbe trägt. Wenn sie nicht erschossen werden wollen, muss einer es schaffen, seine Hutfarbe zu benennen.
Wenn er sich irrt, werden alle vier Männer auf der Stelle hingerichtet, es gibt keine zweite Chance. Sie dürfen zudem nicht reden und bekommen zehn Minuten Zeit zum Nachdenken. Wenn sie es bis dahin nicht schaffen, werden sie ebenfalls hingerichtet.
Nach wenigen Minuten sagt einer der Manager die korrekte Farbe seines Hutes – alle sind gerettet.
Jetzt die Frage: Wer wusste die richtige Antwort, und warum war er sich absolut sicher, dass sie stimmt?
Jochen Mai
Okay, hier die Lösung:
Die Lösung lautet: C weiß es. Denn: A kann nichts auflösen. Er sieht nur eine Mauer. B genauso, auch er scheidet aus. D kann alle retten, denn er sieht B und C. Haben beide dieselbe Hutfarbe, weiß D sicher, dass er die andere haben muss. Sieht er aber Schwarz und Weiß, sagt er besser nichts. Weil er A nicht sieht, kann er nicht sicher sein, welche Farbe er trägt. C aber kann aus dem Schweigen kombinieren: Er sieht B (angenommen, der trägt Weiß), dann weiß er, dass er die andere Farbe haben muss – sonst hätte D etwas gesagt.
Armin
Natuerlich wurde die Frage nach dem Bus auch in England gestellt. Das Bild haengt schon seit Monaten an der Aussenwand meines Cubicles, weswegen ich auch die 90% der Kinder wissen die Antwort aber fast kein Erwachsener fuer ein Geruecht halte. Sehr viele Kinder von Kollegen haben es nicht hinbekommen, aber sehr viele Erwachsene.
Und natuerlich faehrt er nach rechts. ;-)
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