Kritiker nannten das iPad bei seiner Einführung eine Lösung, die ihr Problem sucht. Es sei ein völlig unnötiges Gerät, dessen Nutzen allein im Konsum liege. Ob das iPad, oder Tablet-PCs generell wirklich notwendig sind, kann lange diskutiert werden. Fest steht aber, dass sich allein vom iPad inzwischen mehr als 15 Millionen Stück verkauft haben. Ende März soll nun auch das lang ersehnte iPad2 hierzulande in den Handel kommen – aufgerüstet mit zwei Kameras, weniger Gewicht und einem verbesserten Betriebssystem. Und falls Sie Trainer, Coach oder Redner sind, können wir Ihnen die Anschaffung eines solchen Tablet-PCs, beziehungsweise iPads nur empfehlen. Nicht nur weil es die Lösung für einige typische Probleme ist und Ihre Arbeit merklich produktiver macht. Wir zeigen Ihnen heute am Beispiel des iPads auch noch einige Wege, wie diese Geräte Ihre Workshops regelrecht revolutionieren können.

So nutzen Sie das iPad in Workshops

There is an App for that – Für fast jede Anwendungsidee gibt es inzwischen eine passende App. Und manchmal brauchen Sie noch nicht einmal diese. Auf den nächsten Zeilen zeigen wir Ihnen nicht nur, wie Sie das iPad sinnvoll und kreativ in einem Ihrer nächsten Workshops, Seminare oder Präsentationen einsetzen können – wir stellen Ihnen im Anschluss auch ein paar nützliche Programme vor, die sich im Business-Einsatz bewährt haben und daher auf jedes iPad gehören.

Eines aber noch vorweg: Unsere Workshop-Tipps gelten in erster Linie für kleine bis mittelgroße Gruppen bis maximal 15 Personen. Bei größeren Gruppen wird die Entfernung zum iPad einfach zu groß, um auch von den hinteren Plätzen alles gut erkennen zu können. Es sei denn, Sie gehen mit dem iPad auf Wanderschaft durch die Reihen. Aber das überlassen wir dann Ihrer Kreativität.

Zeit messen

Warum Apple beim iPad – im Gegensatz zum iPhone – darauf verzichtet hat, eine Wecker-App mitzuliefern, bleibt wohl ein Rätsel. Doch wie schon gesagt: Dafür gibt es längst eine entsprechende Applikation. Big Clock HD bietet Ihnen beispielsweise eine gut sichtbare Uhr, die Ihnen und Ihren Teilnehmern die verbleibende Zeit (zur nächsten Kaffeepause) während eines Seminars zuverlässig anzeigt.

Falls Sie vorhaben Tests, kleinere Prüfungen oder anderen Aufgaben mit festem Zeitrahmen in Ihren Workshop einzubauen, benötigen Sie jedoch eine Timer-App. Zwei empfehlenswerte Vertreter dieses Genres sind Timer und Night Stand HD. Bei beiden Applikationen lassen sich zudem verschiedene Alarmtöne festlegen.

Präsentieren

Die große Mehrheit der Workshops beinhaltet zu irgendeinem Zeitpunkt eine Präsentation. Und meistens werden diese mit Beamer und Powerpoint umgesetzt. Doch was, wenn der Beamer ausfällt oder gar nicht erst vorhanden ist?

Sicher können Sie auch ohne technische Hilfsmittel eine sehr gute Präsentation halten, doch es geht eben auch noch ganz anders: Air Screen verwandelt Ihr iPad in einen zweiten Bildschirm für Ihren Laptop. Befinden sich beide Geräte – Laptop und iPad – im gleichen Netzwerk, kann das Tablet als zweiter Bildschirm genutzt werden. So können Sie beispielsweise Ihre Präsentation auf dem Laptop einer Gruppe, und gleichzeitig auf dem iPad einer anderen Teilnehmer-Gruppe zeigen. Oder Sie arbeiten am Laptop und stellen das iPad – sichtbar für die Gruppe – als Vorführbildschirm davor. Wie gesagt, das ist nichts für Vorträge vor 100 Teilnehmern. Aber perfekt für die Kleingruppenarbeit. Und wenn Sie sich den Luxus mehrerer iPads leisten, können Sie diese sogar parallel in einzelnen Gruppen einsetzen.

Extra-Tipp

Übrigens: Auch wenn der Beamer funktioniert, kann das iPad eine wertvolle Unterstützung sein. Dafür benötigen Sie nicht einmal ein zusätzliches Programm, die mitgelieferte Video-App reicht völlig. Binden Sie zum Beispiel Filme nicht in Ihre Präsentation ein, sondern spielen Sie diese auf dem iPad ab!

Warum? Die Aufmerksamkeit lässt bei Präsentationen recht schnell nach. In der Regel schon nach 20 Minuten. Die meisten Teilnehmer kennen diese Präsentationsart einfach zur Genüge. Mit dem iPad verlagert sich die Aufmerksamkeit jedoch wieder auf den Redner zurück (erst recht, wenn Sie dieses dazu vor sich halten) und auf ein neues Medium – Sie schaffen mit dem Vorführen Abwechslung. Das erhöht die Konzentration Ihrer Teilnehmer merklich.

Das gleiche Prinzip lässt sich natürlich auch auf Audio-Beiträge anwenden. Hierfür ist die mitgelieferte iPod-Applikation absolut ausreichend.

Natürlich können Sie Ihre Präsentation – den passenden Adapter vorausgesetzt – auch direkt vom iPad auf den Beamer übertragen. Für diesen Zweck eignet sich Apples eigene Präsentationssoftware Keynote am besten. Mit Ihr lassen sich in sehr kurzer Zeit wirklich gute Präsentationen erstellen (Sie kennen vielleicht die Tutorial-Videos, die wir hier regelmäßig veröffentlichen? Das sind Filme von Keynote-Präsentationen!). Auch wenn die Vorführoptionen mit einem iPad begrenzt sind – der Überraschungseffekt und die damit verbundene Aufmerksamkeit des Publikums sind Ihnen jedes Mal sicher.

Mindmaps und Brainstormings

Schon bei unserer vergangenen Umfrage dazu haben wir festgestellt, dass Flipcharts kaum noch eingesetzt werden. Allenfalls fünf Prozent der Workshop-Leiter setzen sie nach wie vor gerne ein, um ihre Gedanken zu visualisieren.

Die Alternative – Sie ahnen es – könnte ebenfalls das iPad sein. Nutzen Sie es als interaktiven Flipchart-Ersatz! So können Sie beispielsweise eine Mindmap mit dem Kerngedanken zu einem Thema beginnen und das iPad dann den Teilnehmern weiterreichen. Jede Person ergänzt die Mindmap dann ihrerseits um einen weiteren Punkt, Bis jeder darauf seine Idee hinterlassen hat. Das Ergebnis stellen Sie anschließend vor und zur Diskussion.

Die Applikationen Mindnode, iThoughts HD und Simple Mind sind gleich drei Vertreter, die diese praktische Funktion bieten. Soll es etwas kreativer werden, empfehlen sich Programme wie Paint oder Sketches 2. Mit Ihnen lässt sich völlig frei – nur mit den eigenen Finger – auf dem Tablet-PC zeichnen.

Und natürlich können Sie diese Anregung für den iPad-Einsatz auf auf Meetings übertragen! Etwa zu Brainstormings…

Umfragen

Auch für eine interaktive Umfrage eignet sich das iPad ganz hervorragend. Google Docs bietet Ihnen die Option, Formulare für eigene Umfragen zu erstellen. Gut, dazu benötigen Sie noch einen normalen PC oder Laptop. Doch nutzen lassen sich die fertigen Formulare – eine Internetverbindung vorausgesetzt – auch auf dem iPad. Lassen Sie Ihre Teilnehmer direkt auf dem Gerät abstimmen oder am Ende des Workshops die entsprechende Bewertung abgeben. Das Ergebnis der Umfrage liegt Ihnen praktisch in Echtzeit vor und Sie können es direkt in Ihren Workshop integrieren.

Theoretisch – eine Internetverbindung immer noch vorausgesetzt – können Sie sogar mit Webtools wie Polldaddy oder Twtpoll live zu Beginn des Workshops eine Internet-Umfrage starten und deren Ergebnis später in den Kurs einbauen. So lässt sich Polldaddy beispielsweise auch auf der eigenen Facebook-Fanseite einbinden, sodass Sie dort beispielsweise gleich Ihre Kunden zu einem speziellen Thema befragen können.

Sie sehen, dem Einsatz sind kaum Grenzen gesetzt…

Diese 10 Business-Applikationen sollten Sie nutzen

Auch außerhalb des Wokshop-Einsatzes hat das iPad einiges an Arbeitserleichterungen zu bieten. Diese zehn Programme wollen wir Ihnen deshalb heute empfehlen: Sie gehören auf jedes Business-iPad und erleichtern Ihre Arbeit deutlich.

  1. Goodreader – Das Programm kann so ziemlich alle Dateiformate öffnen und darstellen. Außerdem können damit Dateien aus dem Internet auf das iPad heruntergeladen werden. Eine Funktion, die beim Safari-Browser leider fehlt.
  2. iBooks – Die von Apple kostenlos bereitgestellte Applikation beherrscht inzwischen auch die Darstellung von PDF-Dokumenten. Dadurch ist Ihr Wert für den Arbeitseinsatz um 100 Prozent gestiegen. Das iPad wird so zur digitalen Dokumenten-Mappe.
  3. Evernote – Die bekannte Notizapplikation eignet sich hervorragend, um Ihre Notizen – auch offline – immer dabei zu haben. Die iPad-Version überzeugt zudem durch eine durchdachte Benutzeroberfläche.
  4. Pages – Neben Keynote ist die Textverarbeitung aus Apples eigener Softwareschmiede fast schon ein Pflichtkauf. Die Applikation nutzt den Bildschirm des iPads optimal aus und erlaubt den Export in verschiedene Dateiformate und zu unterschiedlichen Diensten.
  5. Numbers – Das dritte Office-Programm aus dem Hause Apple darf natürlich nicht fehlen. Wenn Sie eine einfach zu bedienende Tabellenkalkulation suchen, werden Sie hier fündig.
  6. Documents to go – So gut die Apple eigenen Office-Produkte auch sind, die Kompatibilität mit den Microsoft-Office-Formaten hält sich in Grenzen. Documents to go schneidet in dieser Disziplin deutlich besser ab. Die Synchronisationsoptionen mit einer Desktop-Version und Google Docs bieten zusätzlichen Mehrwert.
  7. Things – Eine der bekanntesten Aufgabenverwaltungen auf der iOS-Plattform. Dieses Programm ist vor allem wegen seiner außergewöhnlich schicken Benutzeroberfläche populär geworden.
  8. Omni Focus – Das zweite Schwergewicht in der Klasse der To-Do-Listen. Omni Focus ist von der Oberfläche her sicherlich nicht so gut wie Things, dafür punktet das Programm mit einem deutlich größeren Funktionsumfang und mehreren, allesamt stabilen, drahtlosen Synchronisations-Möglichkeiten.
  9. Articles – Wikipedia ist wohl das meist genutzte Nachschlagewerk. Diese App bietet einen komfortablen Zugriff auf die Online-Enzyklopädie und erleichtert die Nutzung durch verschiedene Zusatzfunktionen.
  10. Contacts P – So gut das iPad auch ist, manche Funktionen fehlen einfach. Die Kontaktgruppen, die Sie in Ihrem Adressbuch oder Outlook pflegen, lassen sich beispielsweise nicht für den Versand von E-Mails nutzen. Sie müssten jeden Kontakt händisch zu Ihrer E-Mail hinzufügen. Contacts P schafft hier Abhilfe.