Es gibt Kollegen, die sind so faul, dass sie sich am liebsten noch künstlich beatmen ließen. Geschweige denn einen ganzen Satz zu Ende. Sie sind Meister der Ausrede, kommen stets zu spät, sind häufig krank (wegen Lappalien), äußern ab und an Ideen, die sie nie umsetzen, reihen sich aber demonstrativ ein, wenn das Team einen Erfolg verbucht. Kurzum: Sie ruhen sich aus auf dem Lorbeer, den andere erarbeiten.

Keine Frage, solche Kollegen sind ein personifizierter Betriebsunfall, ein perpetuum scandalum – ein fortwährendes Ärgernis. Sie machen den Job nicht besser und lassen andere für sich buckeln. Natürlich völlig gewissenlos und tiefenentspannt.

Doch wo Schatten ist, muss es auch Licht geben. Und tatsächlich, man kann diesen Faulenzern sogar gute Seiten abgewinnen. Auf Anhieb fallen mir gleich sieben davon ein…

Die positiven Seiten fauler Kollegen

  1. Sie lassen Sie besser aussehen. Alles ist relativ. Das gilt nicht nur für Einstein’sche Theorien, sondern auch für Leistung. Neben einem Faulpelz sieht selbst jemand, der Dienst nach Vorschrift tut, noch fleißig aus. Und unter Blinden ist der Einäugige König. Je mehr Nichtstuer Sie also umgeben, desto mehr werden Sie Ihrem Boss als echtes Arbeitstier auffallen.
  2. Sie beschleunigen Ihren Aufstieg. Dummies und Nichtsnutze werden Ihnen zahlreiche Gelegenheiten schenken, deren Fehler auszubügeln, ein Projekt zu retten und dabei erste Führungsaufgaben wahrzunehmen. Sehen Sie das als Trainingsplatz. Ihr Chef wird es genauso sehen.
  3. Sie dienen als warnendes Beispiel. Vielleicht war der Kollege nicht immer so faul. Erst Routine, Langeweile und Phlegma formten aus ihm den tumben Taugenichts, der er heute ist. Wollen Sie auch so werden? Falls nicht, dann nehmen Sie seine Attitüde als heilsame Abschreckung. Und bekämpfen Sie den Alltagstrott.
  4. Sie sind keine Konkurrenz. Eine derartige Drohne würde eine Chance nicht einmal erkennen, wenn sie ihm die Hand schütteln würde. Geschweige denn ergreifen – zu viel Arbeit. Umso besser für Sie! So warten alle Gelegenheiten auf Sie allein.
  5. Sie reduzieren den Druck. In besonders arbeitsscheuen Teams heißt es irgendwann: „Langsam, junger Kollege! Du bringst die ganze Schicht aus dem Trott.“ Sie müssen sich von solchen Pflastertretern zwar nicht gleich ausbremsen lassen, aber Sie brauchen sich auch nicht gerade verausgaben, um positiv aufzufallen – etwa in Nebenprojekten.
  6. Sie sind gute Informanten. Wenn es eine Sache gibt, die der Tunichtgut beherrscht, dann ist es Auskundschaften. Etwa Wege, wie man noch mehr Arbeit vermeidet. Oder welche Rechte Arbeitnehmer haben. Oder was gerade so im Betrieb passiert. Alles hilfreiche Informationen, die faule Kollegen bereitwillig teilen: zu irgendwas wollen schließlich auch sie nützlich sein – und womöglich schaffen sie sich so einen Verbündeten.
  7. Sie sind gute Multiplikatoren. Umgekehrt: Wenn es eines gibt, was Faulpelze hassen, dann Aufsteiger. Sie lassen sie noch träger und leistungsschwächer aussehen. Sollten Sie also in den Genuss einer Beförderung kommen, erzählen Sie das beiläufig Ihrem faulen Kollegen. Der mag Sie dann zwar nicht mehr, sorgt aber dafür, dass Ihr Aufstieg schnell die Runde macht.