Betriebsausflug: Ideen, Rechte und Knigge-Tipps

Ein Betriebsausflug bringt Abwechslung in den Arbeitsalltag, stärkt den Teamgeist und das Wir-Gefühl sowie die Bindung zum Arbeitgeber. Viele Reisebüros und Event-Agenturen bieten inzwischen solche Reisen und durchgestylte Ausflüge an. Mitarbeitende können jedoch nicht zur Teilnahme verpflichtet werden. Wir haben für Sie die besten Betriebsausflug-Ideen gesammelt und geben Tipps zu Verhaltens-Regeln sowie zu Rechten und Pflichten aus dem Arbeitsrecht…

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Wichtige Regeln, Rechte und steuerliche Pflichten

Ein Betriebsausflug fördert in der Regel das Betriebsklima, den Austausch untereinander und kann ebenso Mitarbeiter motivieren. Bei der Planung und Durchführung müssen Sie in Deutschland jedoch einige arbeitsrechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen beachten:

Teilnahme

Die Teilnahme am Betriebsausflug ist freiwillig. Wer nicht mitgehen möchte, darf dazu nicht gezwungen werden – das geht nur bei einer beruflichen Fortbildung. Wer jedoch nicht teilnimmt, muss regulär zur Arbeit erscheinen, sofern es sich um einen regulären Arbeitstag handelt. Gleichzeitig darf der Arbeitgeber niemanden (zur Strafe) vom Betriebsausflug ausschließen – auch nicht Kollegen in der Kündigungsfrist.

Arbeitszeit & Gehalt

Findet der Betriebsausflug während der regulären Arbeitszeit statt, wird der Lohn normal weitergezahlt. Geht der Ausflug länger als die normale Arbeitszeit (z.B. bis in den Abend), gilt dieser Teil als „Freizeitveranstaltung“ – ohne Bezahlung. Allerdings kann der Arbeitgeber hierfür bezahlten Freizeitausgleich anbieten.

Urlaub & Krankheit

Ein Betriebsausflug ist kein Urlaubstag und wird auch nicht von den Urlaubstagen abgezogen. Wer an diesem Tag jedoch krank wird, muss sich offiziell krankmelden. Falls der Arbeitgeber eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag verlangt, brauchen Sie diese, auch wenn der erste Tag genau auf den Betriebsausflug fällt.

Unfallversicherung

Während des offiziellen Programms sind nur die Mitarbeiter über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt (siehe: Arbeitsunfall), nicht aber die Begleitpersonen. Auch wer zu viel Alkohol trinkt und deshalb fahrlässig handelt, kann den Versicherungsschutz verlieren. Sobald der Chef die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt, erlischt der Versicherungsschutz jedoch – ausgenommen der direkte Heimweg.

Steuerlicher Freibetrag

Pro Mitarbeiter und Betriebsveranstaltung (maximal zwei im Jahr) sind Ausgaben bis zu 110 Euro brutto (!) steuerfrei. Hierunter fallen Speisen und Getränke, Fahrtkosten, Eintrittskarten oder Raummieten, Event-Manager oder DJ. Achtung: Bringt ein Mitarbeiter eine Begleitperson (z.B. Ehepartner) mit, werden die Kosten der Begleitperson dem Mitarbeiter zugerechnet. Betragen die Kosten pro Kopf 60 Euro, kommt das Paar zusammen auf 120 Euro – und überschreitet den Freibetrag. Der Überhang muss dann als geldwerter Vorteil versteuert werden.

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16 Betriebsausflug Ideen – lustig und teambildend

Egal, welche Jahreszeit: Inzwischen gibt es bundesweit zahlreiche Betriebsausflug-Ideen – indoor wie outdoor. Dazu gehören actiongeladene Ausflüge und Teamspiele oder Firmenevents, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Wir stellen Ihnen hier die besten Betriebsausflug-Ideen in drei Kategorien vor:

    1. Betriebsausflug-Ideen mit lustiger Action

    Action- und Sport-Event sind aktuell die meistgefragten Ausflugsarten. Oft finden sie im Freien statt, teilweise in speziellen Hallen. Zu diesen Betriebsausflug-Ideen gehören:

  • Seifenkisten-Rennen

    Ein Klassiker aus der Kindheit: Die Teilnehmer bauen erst Seifenkisten und fahren dann ein Rennen damit. Das Kinderspiel-Event mit Retrofeeling fördert den Teamspirit und bringt verborgene Talente zutage.

  • Kartbahn

    Erst fahren, dann feiern – oder umgekehrt. Die Kartbahn als Ausflug-Location ist auch für größere Gruppen geeignet. Fahruntüchtige können das Spektakel zudem sicher hinter der Leitplanke beobachten.

  • Bungee Jumping

    Hierbei müssen die Mitarbeiter Ängste überwinden und Vertrauen üben. Die Grenzerfahrung mögen allerdings nicht alle. Dafür kann das Erlebnis für Gesprächsstoff sorgen – wenn es von einem Teamcoach begleitet wird.

  • Wildwasser Rafting

    Eine erfrischende Ausflug Idee für heiße Sommertage. Für sportlichen Wettkampf sorgen die unterschiedlich besetzten Boote. Innerhalb der Schlauchboote ist Teamgeist gefragt, um die Stromschnellen zu meistern.

  • Hochseilgarten Parcour

    Im Hochseilgarten bewegen sich die Teilnehmer zwischen Baumkronen in schwindelnden Höhen. Das erfordert Mut, Konzentration und Teamplay. Allerdings sollten die Mitarbeiter schwindelfrei sein.

  • Geocaching & GPS-Ralley

    Bei der modernen Schnitzeljagd müssen die Kollegen in konkurrierenden Teams versteckte Hinweise in der Natur finden und Rätsel lösen. Statt Kreidepfeilen auf Bäumen weisen GPS-Geräte den Weg.

  • Escape Room

    Bei Escape Games werden Teams in einen Raum gesperrt und müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit den Ausweg oder Schlüssel finden. Rätsel führen zur Lösung. Die sind nur zu knacken, wenn alle zusammenarbeiten.

  • 2. Betriebsausflug Ideen zur Koordination

    Bei diesen Betriebsausflügen steht die gemeinsame Koordination und Organisation im Vordergrund: Die Gruppe muss gemeinsam handeln, um ein Ziel zu erreichen oder etwas Neues zu schaffen. Die Spiele können zugleich versteckte Konflikte ans Licht bringen:

  • Floßbau

    Angeleitet von Profis muss die Gruppe ein tragfähiges Floß aus Fässern, Ästen und Seilen zusammenbauen. Damit die Konstruktion schwimmt, müssen alle an einem Strang ziehen. Zur Belohnung gibt es eine Floßtour.

  • Kochevent

    Essen verbindet. Statt ins Restaurant zu gehen, zieht die Belegschaft in eine Kochschule und kreiert das 3-Gänge-Menü selbst. Auch hierbei müssen alle am Herd mitwirken, wenn es hinterher schmecken soll.

  • Megapuzzles

    Bei dem Firmenevent dürfen alle ihren Spieltrieb ausleben – in größeren Dimensionen: Mit übergroßen Rädern, Rollen, Dominosteinen, Röhren oder Seilen wird ein Parcours konstruiert, der eine Art Kettenreaktion auslöst. Die Gruppe wird in Bauabschnitte eingeteilt und tüftelt an den jeweiligen Special-Effects.

  • 3. Betriebsausflug Ideen zum Austausch

    Diese Betriebsausflugart ist für kleine Belegschaften. Ziel ist der Austausch untereinander. Die Ideen eignen sich, wenn Ruhe ins Team gebracht und die Gespräche untereinander angeregt werden sollen:

  • Beachparty

    Bei hohen Temperaturen eignet sich ein Sommerfest am Strand – auch am künstlichen oder am See. Bei kühlen Cocktails oder lustigen Beach-Volleyball-Turnieren ist gute Laune garantiert. Ein Dankeschön an die Belegschaft, das sich wie ein Kurzurlaub anfühlt.

  • Fußballstadion

    Für sportaffine Teams ist das eine gute Idee: Ob Allianz Arena in München oder Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern – als Eventlocation sind mittlerweile viele Fußballtempel in Deutschland buchbar.

  • Party-Schiff

    Gemütlich über Rhein, Spree oder einen anderen Fluss schippern? In vielen Städten gibt es entsprechende Schiffe und Touren inklusive Catering. Und neue Aussichten sorgen oft für neue Einsichten.

  • Ballonfahrt

    Alle heben zusammen ab und kommen sich in der Enge des Korbes nicht nur physisch nah. Adrenalin und luftige Höhen schaffen einen exklusiven Raum für Gespräche.

  • Grillevent

    Ein typischer Pfadfinderabend mit Lagerfeuerstimmung – nur für Erwachsene. Im Schummerlicht, bei Bier und Gegrilltem, lösen sich Anspannungen und Zungen. Hierbei können sich Kollegen abteilungsübergreifend kennenlernen.

  • Weinprobe

    „In vino veritas“ – im Wein liegt die Wahrheit: Bei dem kulinarischen Ausflug lernen die Ausflügler etwas über Wein, Vorlieben und Interessen. Alternativ gehen auch Whisky-Tastings oder Wellnessaufenthalte.

Betriebsausflug-Knigge: Richtiges und falsches Verhalten

Lädt der Chef zur Exkursion ein, gelten andere Spielregeln als sonst: Es geht lockerer zu, alle rücken mehr zusammen und lernen sich besser kennen. Gleichzeitig lauern zwischen Hochseilgarten und Lagerfeuer einige Fettnäpfchen und Karrierekiller. Der Firmenausflug ist kein Freiraum mit grenzenloser Freiheit! Die wichtigsten Do’s und Don’ts für den Betriebsausflug:

🟢 Korrekt: So verhalten Sie sich richtig

  • Netzwerken

    Nutzen Sie die Gelegenheit, um Kollegen besser kennenzulernen – auch die, mit denen Sie sonst weniger zu tun haben. Üben Sie Smalltalk und bauen Sie ein Netzwerk für „kleinen Dienstwegweg“.

  • Engagement

    Engagieren Sie sich bei allen Betriebsausflugspielen – egal, wie albern die wirken. Mitmachen ist oberste Pflicht! Das beweist Teamgeist und Sozialkompetenz.

  • Duzen

    Auch beim Firmenausflug bietet nur der Ranghöhere das „Du“ an. Das Duzen darf aber jederzeit abgelehnt werden.

  • Appetit

    Bei den meisten Betriebsausflügen ist für Essen und Trinken gesorgt. Mitessen ist ausdrücklich erwünscht – es verbindet. Nur bitte nicht die teuersten Gerichte bestellen, falls der Chef ins Restaurant einlädt.

🔴 Falsch: Das sollten Sie nicht tun

  • Launen

    Wer partout keine Lust auf den Ausflug hat, darf das trotzdem nicht zeigen. Spielverderber und Miesepeter outen sich als egoistisch und teamunfähig.

  • Abgrenzung

    Verbringen Sie den Tag nicht nur mit den Lieblingskollegen. Ab- und Ausgrenzungen widersprechen dem Gruppengedanken.

  • Probleme

    Auch wenn die Atmosphäre familiär ist: Private Probleme gehören nicht auf den Betriebsausflug! Das sind Stimmungskiller. Ebenfalls tabu: Mit dem Chef über das Gehalt sprechen. Falscher Ort!

  • Alkohol

    Trinken mit Kollegen ist in Maßen erlaubt – erst recht, wenn der Chef Bier oder Sekt kredenzt. Besaufen aber bleibt ein absolutes No-Go. Wer die Kontrolle verliert, riskiert sogar eine Abmahnung. Gleiches gilt für sexuelle Belästigung.

  • Lästern

    In lockerer Atmosphäre wird viel gelacht und gescherzt. Über Kollegen oder Vorgesetzte zu lästern bleibt jedoch tabu. Auch das trübt die Stimmung und ist unprofessionell.

Dresscodes: Was anziehen zum Betriebsausflug?

Die Betriebsausflug-Kleidung sollte zum Event passen und angemessen sein. Feste Dresscodes gibt es selten. Die meisten Arbeitgeber erlauben casual oder Funktionskleidung. Tabu sind dafür bauchfreie Tops, Minirock und alles, was zu sehr nach Beachclub aussieht. Leger, ja – Partydress, nein.

Experten-Tipp: Packen Sie stets Ersatz- oder Wechselkleidung in einen Rucksack. Bei Outdoor-Events, Wassersport oder falls Sie verschwitzt sind, können Sie so in frische Kleidung schlüpfen.

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Betriebsausflug: Ja oder Nein?

Mit Betriebsausflügen haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Mit unserem Team waren wir schon eine Woche lang in Barcelona oder auf Mallorca in einer Finca. Diese Betriebsausflüge steigern nicht nur Teamgeist und Mitarbeitermotivation – sie stärken ebenso die Loyalität zum Arbeitgeber und verbessern das Employer Branding. Gleichzeitig empfehlen wir – schon aus steuerlichen Gründen –, längere Ausflüge oder Reisen mit einer beruflichen Weiterbildung zu verbinden und nicht nur als gesponserten Urlaub zu begreifen. Vor allem die Finca-Ausflüge mit gemeinsamen Workshops, Grillen und Kochen am Abend waren extrem erfolgreich – auch weil sich alle aus ganz neuen Blickwinkeln kennengelernt haben.


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