Dresscode im Vorstellungsgespräch: Die perfekte Kleidung

Genau 150 Millisekunden reichen aus, um sich von seinem Gegenüber ein erstes Bild zu machen. Entsprechend angemessen sollte die Garderobe – der Dresscode – für das Bewerbungsgespräch gewählt werden. Kleider machen nicht nur Leute: Sie sind Kommunikation pur. Und leider sprechen auch ungepflegte Schuhe, zu kurze Röcke, knittrige Hemden, Motiv-Krawatten sowie zu viele und zu aufdringliche Accessoires über Sie im Vorstellungsgespräch. Daher lauten die beiden wichtigsten Dresscode-Tipps für das Vorstellungsgespräch:
Kleiden Sie sich für die Position, die Sie wollen – nicht für den Job, den Sie haben. Und bleiben Sie dabei immer authentisch. Was es noch beim Dresscode im Vorstellungsgespräch zu beachten gilt…

Dresscode im Vorstellungsgespräch: Die perfekte Kleidung

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Berufskleidung: Was zieh ich bloß an?

Keine Frage: Fachwissen, Sozialkompetenz und Persönlichkeit sind bei der Bewerbung auch weiterhin ausschlaggebender als ein tadelloses Outfit.

Doch kann die Kleidung Ihre Professionalität unterstreichen, den Auftritt abrunden und so ein rundum stimmiges Bild erzeugen – oder auch nicht. Stilbrüche erzeugen immer ein Störgefühl und können bei zwei ansonsten gleichstarken Kandidaten den Ausschlag geben.

Wer also in Kleidern steckt, die nicht zu seiner Persönlichkeit passen, wirkt tendenziell verkleidet, verkrampft, künstlich. Außenstehende nehmen eine solche Maskerade in der Regel sofort als solche wahr – erst recht, geübte Personaler.

Das bedeutet nicht, dass man in seinem Lieblings-T-Shirt und der ausgewetzten Jeans, die schon Woodstock gesehen hat, zum Bewerbungsgespräch erscheinen sollte. Schließlich ist der Job keine Gartenparty. Ein offizielles Business-Outfit sollte es schon sein.

Der schmale Grat zwischen Anpassung und Authentizität

Bewerber können aber auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen: Auch wenn man im Zweifel besser „overdressed“ als „underdressed“ erscheint – es gibt ein zu viel des Guten.

  • Dann zum Beispiel, wenn der Bewerber exklusiver gekleidet ist, als der Geschäftsführer.
  • Oder wenn die Kandidatin aussieht, als wolle sie die Firma gleich ganz kaufen.

Solche Outfits wirken nur noch übertrieben und aufgesetzt. Das Optimum liegt – wie so oft – in der Mitte.

Allerdings ist der Grat zwischen sympathischer Authentizität und notwendiger Dresscode-Anpassung leider schmal. Balancieren müssen Sie dennoch darauf.

Passt Ihre Kleiderwahl zum Unternehmen, gewinnen Sie vom ersten Moment an wichtige Sympathiepunkte und dokumentieren nonverbal: Ich passe zu euch ins Team! Ohne sich verkleiden zu müssen.

Faustregeln für die Kleidung im Vorstellungsgespräch

Was ankommt und was nicht, variiert von Branche zu Branche und Unternehmen zu Unternehmen. Als Faustregel aber können Sie sich merken:

  • Konservative Branchen, wie zum Beispiel Banken und Versicherungen bevorzugen beim Drescoode Anzug beziehungsweise Hosenanzug und Kostüm.
  • Moderne, kreative Branchen, wie zum Beispiel Medien und Werbeagenturen sehen den Dresscode lockerer und mögen auch (Smart) Casual.

Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel. Versuchen Sie daher möglichst auf den Karriereseiten der Unternehmen, auf Linkedin oder Instagram ein paar Bilder beziehungsweise Videos von Mitarbeitern zu recherchieren, um den firmeneigenen Dresscode zu analysieren.

Noch besser: Sie schaffen es, Mitarbeiter zu kontaktieren und fragen konkret nach.

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Fauxpas: Was im Vorstellungsgespräch nicht geht

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Dresscode im Vorstellungsgespräch: Perfekt angezogen

Auch bei den Dresscode-Regeln gilt: Wer mit seiner Kleiderwahl überzeugen will, braucht den Blick fürs Detail. Es reicht leider nicht aus, einen perfekt sitzenden Anzug oder eine schöne Bluse anzuziehen, auch Kleinigkeiten, wie die Form des Ausschnitts oder die Socken können den Gesamteindruck subtil beeinflussen – oder gar beschädigen. Gerade hier lauern oft die größten Fallstricke und Fauxpas‘.

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Kleidungstipps für den Mann

Fauxpas‘ passieren. Manchmal an Stellen, an denen Mann sie gar nicht vermutet. Beim Jackett und dessen Knöpfen zum Beispiel. Oft werden diese falsch geschlossen.

Knigge-Regeln für Anzug- und Sakko-Knöpfe

  • Zweireiher. Werden immer geschlossen, egal wie heiß es ist.
  • Sakkos mit zwei Knöpfen. Ein Knopf geschlossen, wahlweise der untere oder der obere.
  • Drei-Knopf-Sakko. Zwei Alternativen: die beiden oberen Knöpfe geschlossen oder nur der mittlere.
  • Vier-Knopf-Sakko. Die beiden mittleren oder die drei oberen Knöpfe werden geschlossen.
  • Fünf-Knopf-Sakko. Alle Knöpfe bis auf den untersten bleiben geschlossen.
  • Weste. Alle Knöpfe bis auf den untersten bleiben geschlossen.
  • Beim Hinsetzen können alle Knöpfe geöffnet werden. Ausnahme: Zweireiher – der bleibt immer zu.
  • Beim Aufstehen wiederum, zum Beispiel weil Sie jemanden begrüßen wollen, werden die Knöpfe vorher wieder geschlossen. Das gilt übrigens auch für Blazer bei den Damen.

Und unter Sakkos werden niemals (!) kurzärmlige Hemden getragen. Die Hemdmanschette muss unter dem Ärmel herausschauen. Die perfekte Länge ist erreicht, wenn die Ärmel des Sakkos knapp über dem Handrücken an der Daumenwurzel enden und die Hemdmanschette circa einen Zentimeter herausschaut.

Der Hemdkragen liegt eng am Hals an und ragt ebenfalls einen Zentimeter aus dem Anzugkragen heraus.

Minenfeld Socken

Manch einer mag denken: Das interessiert doch keine Socke! Stimmt. Eigentlich spielen Socken die denkbar größte Nebenrolle im Vorstellungsgespräch. Fallen Sie damit aber negativ auf, können Sie die gesamte Kleidung ruinieren.

Denken Sie bitte daran: Wenn Sie im Vorstellungsgespräch sitzen, werden die Socken sichtbarer als im Stehen. Sie können ein i-Tüpfelchen sein. Oder einfach nur „Iiiih!“

Daher bitte beachten:

  • Länge
    Auch wenn viele Männer sie hassen: An Kniestrümpfen kommen Anzugträger nicht vorbei. Auch wenn beim Sport oder in der Freizeit Socken absolut okay sind – im Business sind unterm Beinkleid hervorlugende Stoppelbeine absolut tabu.
  • Farbe
    Schwarz geht immer. Mehr Stil indes beweist, wer die Farbe der Strümpfe auf die Kleidung (insbesondere auf die Hose) abstimmt, wobei die Socken dann einfarbig und ein paar Farbtöne dunkler gewählt werden sollten als die Hose. Also: zum Anthrazit farbenen Anzug schwarze Strümpfe; zum marineblauen Anzug dunkelblaue Socken.
  • Extravaganzen
    Sind in Maßen erlaubt. Heißt: Es können auch schon mal bunte Socken zu einem gedeckten Anzug getragen werden. Dann aber muss die Farbe in irgendeinem anderen Kleidungsstück wieder auftauchen – der Krawatte, dem Hemd, den Nadelstreifen. Allzu grell sollten die farbigen Akzente nicht ausfallen. Sonst gilt Mann schnell als Geck. Durchweg tabu: weiße Socken und Sport-Socken!
  • Löcher
    Gehen gar nicht. Insbesondere wer sich auf internationalem Parkett bewegt, sollte seinen Sockenbestand stets auffrischen und löchrige Fußschlüpfer sofort entsorgen. Man weiß nie, ob man mit seinem Geschäftspartner nicht zufällig in einem Sushi-Restaurant landet. Und dort gilt meist: Schuhe aus! Wäre peinlich, wenn dann ein paar Zehen zum Vorschein kämen.

Stilsünden der Männern

  • Weiße Socken
    Egal, ob Sie einen Anzug tragen, eine Kombi oder Jeans – weiße Socken gehen nie. Nur beim Sport. Merke: Die Sockenfarbe passt entweder zu den Schuhen oder zur Krawatte.
  • Krawattenlänge
    Die Krawatte endet genau über dem Gürtel. Nicht darüber oder Zentimeter davor. Letzteres sieht obendrein aus, als hätten Sie diese schon zur Konfirmation getragen.
  • Hochwasser
    Achten Sie auf die Beinlänge Ihrer Hosen. Der Saum sollte ein Zentimeter oberhalb des oberen Schuhabsatzrandes enden. Gemessen natürlich im Stehen!
  • Farbmix
    Man(n) sollte niemals die Farben von Schuhen und Gürtel mixen. Entweder beide sind braun oder schwarz. Alles andere ist ein Fauxpas.
  • Logos
    Unter weißen Hemden trägt man kein Unterhemd. Wer das dennoch will – etwa weil es ihm zu kalt ist – sollte aber nur reinweiße Shirts tragen. Logos oder Text, die durchscheinen, sind peinlich.
  • Hemdausschnitt
    Wer den Hemdkragen offen trägt, sollte darauf achten, ein Shirt mit V-Ausschnitt drunter zu tragen, der im Gegensatz zum Rundkragen unsichtbar bleibt.
  • Fleckige Schuhe
    Die Schuhe sind krönende der Abschluss Ihrer gesamten Erscheinung – und deren Lackmustest: Abgewetzte Absätze, Flecken oder gar Löcher degradieren den ansonsten perfekten Rest zur bloßen Maskerade.
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Kleidungstipps für die Frau

Frauen sind in Modefragen meist stilsicherer als Männer. Allerdings lauern auch in ihrem Outfit-Variationen ein paar Dresscode-Fallen. Am häufigsten unterschätzt wird hierbei die Feinstrumpfhose. Sie ist das i-Tüpfelchen für jedes Kostüm. Dabei sollten Sie an Folgendes denken:

  • Dichte
    Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist die Einheit „Den“. Sie wird als Maß für die Durchsichtigkeit verwendet. Eigentlich gibt sie aber das Gewicht des Fadens in Gramm bei einer Länge von 9000 Metern an. Strumpfhosen unter 10 Den eignen sich aufgrund ihrer Leichtigkeit gut für warme Sommertage; 50 Den sind wiederum für Beine mit auffälligen Makeln oder Außeneinsätze im Winter geeigneter. Auf Zahlen darüber sollte verzichtet werden, sonst droht der Oma- oder Eiskunstkauf-Look. Es sei denn natürlich, das ist so modisch gewollt. Wenn keine dichte Strumpfhose zur Hand ist, auf keinen Fall zwei Paar übereinander tragen. Das führt erstens zu schmerzhaften Druckstellen und erzeugt zweitens in aller Regel ganz seltsame Muster.
  • Farbe
    Bei der Farbe im Zweifel lieber die hellere Variante wählen. Zu dunkle Töne lassen die Trägerin schnell wie Latein-Tänzerin aussehen. Obwohl die Versuchung groß ist, da sie die Beine optisch schlank macht, ist die blickdichte schwarze Strumpfhose eher ein Modell für Abendveranstaltungen. Die durchsichtigere Variante bitte auch nur zu schwarzem Kostüm und Schuhen tragen. Das Modell Glanz-Strumpfhose war bisher eher für Tanzmariechen reserviert, die royale Trendsetterin Kate Middleton hat Strumpfhosen mit leichtem Schimmer aber zu einem modischen Aufschwung verholfen und sie wieder bürofähig gemacht.
  • Größe
    Hier lieber ein oder zwei Größen größer als normal wählen. Der elastische Stoff passt sich der Figur an und so ist auch sichergestellt, dass sie nicht zu schnell ausleiert oder einreißt, weil sie zu kurz ist und mit Gewalt hochgezogen wird.

Stilsünden bei Frauen

  • Minirock
    Mag sein, dass Sie sexy Beine haben, im Job aber sollten diese weitgehend dezent bleiben. Faustregel: Der Rock endet nie vorher als eine Handbreit über dem Knie.
  • Dekolletee
    Was für die Rocklänge gilt, trifft auch auf das Dekolletee zu: Die Ware sollte hinter dem Vorhang bleiben – und schon gar nicht drohen, heraus zu purzeln.
  • High-Heels
    Pumps, hohe Absätze – alles völlig okay. Nur eine Länge von maximal sechs Zentimetern (besser fünf) sollten die Schuhabsätze nicht übersteigen. Zu sexy für das Bewerbungsgespräch.
  • Nackte Beine
    Egal, wie heiß es draußen ist – im Büro gilt die Regel: immer mit Strümpfen! Es muss ja nicht gleich eine dicke Strumpfhose sein.
  • Laufmasche
    Wer Nylons trägt, sollte immer ein Ersatzpaar dabei haben. Laufmaschen sehen latent ungepflegt aus. Ebenso Löcher oder Knötchen.
  • Zu enge Kleidung
    Auch wenn Sie eine perfekte Figur haben, sollten Sie nie so enge Kleider tragen, dass sich darunter Unterwäsche oder gar Strapse abzeichnen. Auch zu sexy.
  • Parfümwolke
    Ein dezenter Duft darf ruhig sein. Nur sollte der ab 50 Zentimeter Entfernung nicht mehr wahrgenommen werden – und schon gar nicht mehr, sobald Sie den Raum verlassen.
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Farbcode: Die richtigen Farben wählen

Dass der psychologische Effekt verschiedener Farbtöne alles andere als esoterischer Schnickschnack ist, haben verschiedene Experimente immer wieder gezeigt. Nicht nur an den Wänden nehmen Farben Einfluss auf unsere Aufmerksamkeit oder Kreativität, auch direkt am Körper ist ihre suggestive Kraft enorm.

Die richtige Farbe kann den ersten Eindruck ebenso unterstreichen wie zunichte machen. Ein paar Gedanken darüber zu verlieren, kann also nicht schaden:

  • Grundsätzlich gilt: Die gewählten Farben sollten zusammenpassen und harmonieren. Sie wollen schließlich nicht aussehen, wie ein Paradiesvogel.
  • Dasselbe gilt für Muster und Dessins. Eine gestreifte Krawatte auf einem karierten Hemd geht ebensowenig wie eine wilde Musterstrumpfhose zu einem Hahnentritt-Kostüm (das per se für Bewerbungsgespräche ungeeignet ist).

Letztlich geht es darum, den Personaler von Ihren Qualifikationen zu überzeugen, von Ihrer Persönlichkeit und nicht von Ihrem ausgefallenen Modegeschmack. Der lenkt nur ab.

Im Job können Sie sich später immer noch ausleben. Jetzt wollen Sie sich aber erst einmal bewerben und überzeugen…

Mit diesen Farben machen Sie nichts verkehrt

  • Schwarz
  • Grau
  • Dunkelblau
  • Braun

Kombiniert mit einem weißen Hemd oder einer weißen Bluse sind Sie so praktisch immer passend und der Situation angemessen angezogen.

Natürlich lassen sich diese Farben für Anzug, Kostüm oder Hosenanzug auch mit anderen Tönen kombinieren – dann aber meist mit hellen Pastelltönen, sonst sieht es schnell nach Abendgarderobe aus.

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Dresscode: Welche Farbe sagt was aus?

In der Farbpsychologie werden den Farben unterschiedliche Attribute nachgesagt, die die Betrachter damit – oft unbewusst – verbinden:

  • Blau: Die weltweite Lieblingsfarbe, steht für Vertrauen, Seriosität, Gelassenheit. Dunkle Blautöne strahlen zudem Autorität aus. Ideal für den ersten Eindruck.
  • Braun: Solide, neutral, strahlt Ruhe und Bodenhaftung aus.
  • Grau: Schlicht, elegant, kultiviert, steht für viel Erfahrung.
  • Rot: Leidenschaftlich, energiegeladen, extrovertiert. Weil sehr emotional allenfalls für Akzente geeignet (siehe Kasten).
  • Schwarz: Autoritär und enorm kraftvoll, weckt ähnlich starke Gefühle wie Rot und kann fürs Bewerbungsgespräch einen Hauch zu erdrückend sein. Dann lieber Anthrazit.
  • Weiß: Einfach, strahlend, rein, wahrhaftig. Die ideale Farbe für Hemden und Shirts. Mehr aber nicht.

Dresscode-Regel: Vorsicht mit Rot

Wer diese Farbe trägt, muss sich bewusst sein, dass er oder sie damit automatisch im Mittelpunkt steht und alle Aufmerksamkeit auf sich zieht – womöglich auch dann, wenn man es gar nicht will. Deshalb sollte eine Frau ein rotes Kleid oder Kostüm ausschließlich dann wählen, wenn sie qua Funktion (Sie präsentiert etwas) oder ganz bewusst herausstechen will. Dass die Farbe zugleich unterschwellig eine sexuelle Botschaft transportiert, sollte sie sich aber ebenfalls bewusst machen und bei der Auswahl des Schnitts berücksichtigen. Für das Vorstellungsgespräch ist Rot in der Regel daher eher ungeeignet.

Bei den Herren sollte diese Farbe ohnehin nur in der Krawatte auftauchen und auch nur, wenn die Signalwirkung ausdrücklich erwünscht ist.

Checkliste: Was Sie bei Ihrer Kleidung beachten sollten

Das Beste ist natürlich, Sie müssen sich nicht völlig überstürzt ein Kostüm oder einen Anzug besorgen, sondern haben genügend Zeit, die Kleidung fürs Vorstellungsgespräch in Ruhe auszusuchen. Sollten Sie dabei feststellen, dass das Outfit Ihnen nicht passt oder unbequem ist, wechseln Sie die Kleidung lieber aus. Denn das spürt man im Vorstellungsgespräch. Wer sich darin unwohl oder gar verkleidet fühlt, wirkt automatisch unsicher.

Wie sitzt die Kleidung im Sitzen?

Sorgen Sie unbedingt für genügend Bewegungsfreiheit. Probieren Sie die Kleidung dazu bitte nicht nur im Stehen, sondern vor allem im Sitzen an – nicht zuletzt, um zu sehen, wie Hosen oder Röcke fallen. Sie werden auch im Bewerbungsgespräch später meist sitzen.

Outfit-Tipps: Darauf bitte achten

Für Ihren Auftritt im Vorstellungsgespräch sollten Sie außerdem auf folgende Punkte achten:

  • Seien Sie sparsam mit Parfums oder Aftershaves.
    Nicht jeder teilt Ihren (Duft-)Geschmack. Und wer den ganzen Tag in geschlossenen Räumen umnebelt von verschiedenen Bewerber-Düften sitzt, kann sich womöglich schlechter auf Sie und Ihre Inhalte konzentrieren.
  • Verdecken Sie Piercings und Tattoos.
    Egal, wie tolerant sich manches Unternehmen gibt: Die Details können Sie später immer noch ausloten. In manchen Branchen ist Körperschmuck einfach weniger akzeptiert, in anderen (beispielsweise in medizinischen Berufen und im Handwerk) ist er aufgrund von Hygiene- oder Sicherheitsvorschriften verboten.
  • Überprüfen Sie Ihre Kleidung.
    Bügeln Sie die Kleidung, überprüfen Sie den Sitz im Spiegel. Achten Sie auf Sauberkeit, besonders bei den Schuhen. Diese sollten sauber und ohne Schrammen sein.
  • Vermeiden Sie Comicmotive.
    Comic-Socken oder Motiv-Krawatten sind genau das nicht: lustig. Derlei Fehlgriffe zählen zu den schlimmsten Styling-Pannen. Auch wenn es auf Sie spießig wirken mag: unifarben oder mit einem dezenten Muster wirken Sie seriöser. Letztlich sollten Sie alles vermeiden, was irgendwie nach Freizeit oder Strand aussieht. Das gilt auch für Flip-Flops oder kurze Hosen im Vorstellungsgespräch (was manche an heißen Tagen tatsächlich schon getragen haben).
  • Vermeiden Sie am Tag zuvor Knoblauch und Alkohol.
    Beides dünstet der Körper auch am nächsten Tag noch aus. Schlimmstenfalls weht dem Personaler eine Fahne entgegen. Die umweht dann auch die Absage.
  • Packen Sie zur Sicherheit Ersatzkleidung ein.
    Gerade für längere Fahrten zum Vorstellungsgespräch bietet sich ein Ersatzoberteil an. Schließlich wollen Sie nicht verschwitzt und verknittert erscheinen. Auch ein Deo, Erfrischungstücher und Kaugummi sollten nicht fehlen.

Häufige Fragen & Antworten zur Vorstellungsgespräch Kleidung

Zum Abschluss beantworten wir noch die meistgestellten Fragen zu Dresscodes, Outfit und Kleidung im Vorstellungsgespräch.

Was sollte man zum Vorstellungsgespräch anziehen?

Die Kleidung sollte immer zur Position und zum Unternehmen passen. Die Grundeigenschaften Ihrer Kleidung sollten sein: sauber, gebügelt, gepflegt, dezent – und lieber ein bisschen over- als underdressed. Mit Anzug und Kostüm machen Sie selten etwas falsch. In weniger formellen Jobs mit wenig Kundenkontakt (Aushilfe, Handwerk, etc.) darf es auch legerer sein. Hier gehen auch Jeans mit Sakko beziehungsweise Blazer. Hauptsache, Sie fühlen sich darin wohl und nicht verkleidet.

Was zieht man im Sommer beim Vorstellungsgespräch an?

Jedenfalls keine kurzen Hosen oder Flipflops – egal, wie heiß es ist. Unangemessen. Männer tragen lieber luftige Stoffe, wie dünne Baumwolle oder Leinen. Aber eine lange Hose, Hemd und Sakko sollten schon sein. Frauen wiederum sollten die Rocklänge nicht zu kurz wählen. Der Rock endet bei nicht weniger als einer Handbreite überm Knie. Die Schuhe sollten auch im Sommer geschlossen sein.

Welche Farbe beim Vorstellungsgespräch tragen?

Mit gedeckten Farben, wie Grau und Blau machen Sie nichts falsch. Das sind klassische Businessfarben. Verzichten sollten Sie hingegen auf grelle Töne, wie Rot, Orange oder Gelb. Zu knallig. Geld wirkt sogar als besonders „unseriös“. Auch weiße Kleidung (Ausnahme: Hemd oder Bluse) ist ungeeignet – nicht zuletzt, weil man hier jeden Fleck sieht.

Kann man mit Jeans zum Vorstellungsgespräch?

In wenige konservativen Branchen sind auch Jeans erlaubt. Diese können mit einem edlen Pullover oder Hemd kombiniert werden. Nur bitte keine abgewetzten Jeans im „Used“-Look. Auch allzu moderne Schnitte (Boyfriend-Jeans oder Tapered-Jeans) sowie stark figurbetonte Stretchjeans sind eher nichts fürs Bewerbungsgespräch. Die Hose sollte hochwertig wirken und eher dunkel sein. Frauen können Jeans zudem mit einem passenden Blazer, Männer mit einem Sakko tragen.

Welche Schuhe kann ich zum Vorstellungsgespräch tragen?

Am besten geeignet sind Lederschuhe. Sie strahlen immer Eleganz und Seriosität aus. Turnschuhe oder Schuhe aus Canvas dagegen sollten der Freizeit vorbehalten bleiben. Es sei denn, Sie bewerben sich auf einen Job, in dem Sportlichkeit oder Kreativität gefragt ist. Dann sind auch Sneakers erlaubt. Idealerweise sind aber auch die schlicht gehalten – also eher einfarbig und ohne Muster oder großes Logo.

Welche Schuhe kann ich im Winter tragen?

Im Winter wählen Sie bitte keine Fellstiefeln oder Uggs. Diese sind allenfalls für die Anreise geeignet und sollten im Bewerbungsgespräch gegen elegante Schuhe ausgetauscht werden. Im Winter können Frauen schlichte Lederstiefel oder Stiefeletten tragen. Männer wiederum können Lederschuhe oder feine Boots wählen.

Was zieht man für einen handwerklichen Beruf an?

In handwerklichen Berufen gibt es keinen strengen Dresscode. Deshalb kann das Outfit zum Vorstellungsgespräch meist leger gewählt werden. Anzug oder Kostüm passen hier nicht. Mit einer Kombi aus Jeans, Hemd oder Bluse, Anzug oder Blazer fahren Sie besser. T-Shirt geht auch, wenn es hochwertig ist. Nur abgewetzt sollte die Kleidung nicht sein. Sie bewerben sich immer noch um einen Job!

Welche Jacke zum Vorstellungsgespräch anziehen?

Um dem Bewerbungsgespräch einen offiziellen Charakter zu geben, sollten Sie Sakko (Herren) beziehungsweise Blazer (Damen) tragen. Damen können zudem auf elegante Strickjacken zurückgreifen. Achtung: Das Anzugsakko wird im Stehen immer geschlossen – erst recht ein Doppelreiher. Winterjacken dagegen sollten Sie rechtzeitig ausziehen und nicht mit ins Vorstellungsgespräch nehmen. Die Jacke sollte zum restlichen Outfit passen und ebenfalls dezent bleiben. Also bitte keine „lauten“ Farben wählen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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30. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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